Frage von berke221, 116

wie fühlt sich nikotin sucht an (raucher)?

mein vater raucht schon jetzt mehr als 16 jahre und ich sage zu ihm hör doch einfach auf und er sagt dann immer du kannst das nicht verstehen und ändert jedesmal das thema ich meine er soll die kippen einfach nicht nehmen so schwer ist es doch nicht , ja kla sein körper will das nikotin aber wie fühlt sich das wirklich an? diese nikotin sucht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von KnusperPudding, 64

Du möchtest eigentlich zweierlei wissen:

  1. Wie fühlen sich die Entzugserscheinungen an
  2. Wieso kann er nicht aufhören.

Um es vereinfacht für einen Nichtraucher zu erklären: Du stehst dafür sicherlich auf Schokolade oder Kekse, oder?

Stell dir nun einfach vor: Du isst jeden Tag deine Lieblingskekse. Immer wenn du deine Kekse gegessen hast, geht's dir gut. 
Nun entschließt du dich dazu: "Ich esse ab sofort keine Kekse mehr". - Aber das erste woran du denkst, ist der leckere Geschmack der Kekse. - Die Gedanken kreisen im Kopf umher: "Wie lecker doch jetzt so ein Keks wäre". Aber nachdem du verzichtest, fühlst du dich gar nicht mehr so gut, weil es eben 'gezwungen ist'. Auch dein Körper signalisiert dir: "Dir fehlt etwas". Eine Art 'Hungergefühl' kommt auf. Normales Essen interessiert dich nicht wirklich, es ist ein Hunger explizit auf Kekse.

Zudem ging es dir immer besser, nachdem du deine Kekse gegessen hattest. - Immer wenn es dir mal mies ging, hast du ein paar gegessen und es ging dir besser. - Jetzt jedoch verzichtest du. Dein Körper hat sich schon so an die Kekse gewöhnt, dass er die 'tröstende Wirkung' nicht mehr alleine hinkriegt, sondern sagt: "Nur die Kekse machen dich glücklich". - Du merkst wie unglücklicher und unzufriedener du wirst. Du findest keine Freude mehr, jede Kleinigkeit regt dich auf. 

Und das war soweit nur der physische Teil der Entzugserscheinung.

Soweit kannst du dir also schon mal vorstellen, wie sich bereits das anfühlen muss. - Vor allem kann dieser Zustand bis zu 14 Tage lang anhalten. 

Dazu kommt noch der Psychologische Teil. Rauchen wird 'Konditioniert', ich bleibe bei dem Keksbeispiel:

Stell dir vor, nach jeder Mahlzeit mampfst du Kekse, auf dem Weg zur Schule, wenn du heim kommst, nachts. Wenn du traurig bist, wenn du gestresst bist. - Dadurch wird das Kekse essen zur Gewohnheit. Du belohnst dich dafür ständig selbst: "Um den Stress zu überwinden, gönn ich mir einen Keks" - "Ich habe einen Harten Schultag geschafft, ich belohne mich erstmal mit einem Keks".

Man hat sich sowas also antrainiert. - Zu den oben beschriebenen Entzugserscheinungen des Nikotins kommt auch noch die Ständige Erinnerung: "Hey, du hast den Harten Tag geschafft, du solltest einen Keks essen, sonst fehlt dir was". 

Also versucht dein Körper dich regelrecht dazu zu zwingen, wieder Kekse zu essen.

So fühlt sich der Raucher. Es gehört ein verdammter eiserner Wille dazu um das durch zu ziehen und das schaffen auch nur die wenigsten.

Warum jetzt ein Elternteil dem Kind so etwas erzählt, kann zweierlei Gründe haben: 1. die absolut miese Laune möchte man dem Kind nicht zumuten und 2. Man weiß dass man es nicht schafft.

Antwort
von Rollerfreake, 69

Es ist eigentlich wie bei jeder Sucht, wenn man das Suchtmittel, in diesem Fall das Nikotin nicht bekommt, bekommt man Entzugserscheinungen. Dazu gehören unter anderem, Schlafstörungen bis Schlaflosigkeit, erhöhte Reizbarkeit und vieles anderes, man fühlt sich einfach extrem schlecht. Aus diesem Grund ist es sehr schwer aufzuhören, die meisten versuchen aufzuhören, halten es aber nicht lange durch. 

Antwort
von wobfighter, 44

Man wird nervös wenn man lange keine mehr geraucht hat bis dazu das man gereizt ist.
Es ist für manche sehr schwer aufzuhören wie auch in meinem Falle... Von der Tabakssucht wegzukommen.

Ich nutze seit einem Jahr die E Zigarette und mir geht es blendend... Noch paar Monate und dann bin ich Nikotinfrei....

Antwort
von Alexneumann, 59

Ich bin glücklich nie in dieser Lage gewesen zu sein, jedoch habe ich viele im Bekanntenkreis die abhängige Raucher sind. Das Nikotin beruhigt dich in Stresssituationen, wenn man mal damit anfängt dann beginnt der Körper (das Gehirn) sich einzuprägen, dass Zigaretten gegen Stress hilft. Immer wenn du Stress verspürst sagt dir dein Körper also, dass du rauchen sollst. So in etwa stelle ich es mir vor.

Antwort
von oxygenium, 37

also ich habe mal 3 Wochen geschafft aufzuhören und hatte in dieser Zeit ein sehr hohes Aggressionspotential,wo mir keiner in die Quere kommen durfte.

Wie eine tickende Zeitbombe die jederzeit hoch geht,musst du dir vorstellen ;-)

Mann muss ja vollkommen ein neues Leben anfangen,denn was man mit Rauchen verbringt,muss dann anders von der Zeit her neu ausgefüllt werden.

Ich habe dann angefangen einen Antiraucherschal zu stricken und saß auf meinem Sessel und der Schal wurde immer länger.Wenn ich es nicht mehr ausgehalten habe,bin ich Joggen gegangen und wie eine Blöde um den Park gerannt.Abends hätte ich dann gerne in den Tisch gebissen,weil mir die Kippen so fehlten.

Leider war mir das dann alles zu doof und ich wollte nur 1 Kippe rauchen und das war dann mein Verhängnis,denn am nächsten Tag waren wieder 1 Schachtel im Haus.

Es ist sehr schwer sich davon zu lösen und je länger jemand raucht, desto schwieriger wird es.

Kommentar von holodeck ,

Falls du es irgendwann noch einmal versuchen willst: gegen das Aggressionspotenzial und das Bedürfnis, Tische zu beißen, lässt sich etwas machen ;-)  

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community