gutefrage.net, die Ratgeber Community
Login   |  Registrieren   |  Forum |  Richtlinien & FAQ
70 

Wie findet man heraus, was tatsächlich im Arbeitszeugnis steht?

gefragt von TakitaTakita am 03.04.2007 um 21:06 Uhr

Meine Freundin hat ein Zeugnis bekommen, das ganz gut aussieht- sicher ist sie sich aber nicht. Wie kann man herausfinden, ob da irgendwelche Geheimcodes benutzt wurden?

Infobutton_rz  

Frage beantworten

Hier finden Sie weitere Fragen zu den Themen:

Beruf x 14.593 Arbeitszeugnis x 220 doppeldeutiges Arbeitszeugnis x 1

anonym
beantwortet von ravenmuc am 3. April 2007 21:11
7x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Es gibt zahlreiche Bücher über das Thema, eins davon ist "Arbeitszeugnisse" von Christian Püttjer. Oder google mal nach "Arbeitszeugnis übersetzen".

Formulierungen wie "sie war bemüht" oder "sie war gesellig", würde ich schon sekptisch gegenüber stehen. Sollte was negatives drinstehen, ruhig nachfragen, denn manchmal sind sich auch die Schreiber der Zeugnisse nicht mal bewußt, was sie da verzapfen...


loopwithme
beantwortet von loopwithme am 3. April 2007 21:39
4x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Ein Zeugnis zu "dechiffrieren" ist teilweise nicht so einfach. Zwar gibt es immer mehr Literatur zum Thema, und das Internet tut sein Übriges. Aber das wissen ja auch die, die Zeugnisse schreiben.

Denn dass "hat sich bemüht" nichts Anderes als eine Katastrophe beschreibt, wissen heutzutage fast alle. Um Zeugnisse richtig zu interpretieren, muss man schon etliche Zeugnisse gelesen haben oder geschult sein oder teilweise über Insiderwissen verfügen.

Mittlerweile fast noch wichtiger als die Leistungsbeurteilung ("stets zu unser vollsten Zufriedenheit" bis zu "hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt" sind die Dinge, die nicht im Zeugnis stehen. "Zu seinen Kollegen verhielt er/sie sich stets korrekt und loyal" besagt so viel wie, dass das gegenüber den Vorgesetzten nicht der Fall war...

Steht nicht der Grund des Ausscheidens drin, ist der Betreffende vor die Tür gesetzt worden. Üblicherweise dankt die Firma für die geleistete Arbeit und wünscht dem ehemaligen Arbeitnehmer alles Gute für die Zukunft. Tut sie das nicht, dann ist sie wohl eher dankbar, dass er endlich weg ist...

Die "reinen" Zeugniscodeformulierungen findet man mittlerweile nur noch in älteren Arbeitszeugnissen, als der Code noch nicht bekannt war. Oftmals lässt sich auch erkennen, dass der Autor des Zeugnisses mit profundem Halbwissen über den Code katastrophal wirkende Formulierungen erwischt hat, aber eigentlich was Positives schreiben wollte...

Große Arbeitgeber mit vielen Zweigstellen haben oftmals einen internen Code. So sollte bei der katholischen Kirche unbedingt "Gottes Segen" über dem Zeugnis schweben, sonst kann den ehemaligen Arbeitnehmer wohl der Teufel holen... Auch irgendwelche Strichcodes kommen mehr und mehr in Mode...

Kommentar von Simple_avatar5smallMismid am 4. April 2007 08:08

ist aber gesetzlich verboten


anonym
beantwortet von Udos1 am 18. April 2007 17:17
3x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Wenn du eine Rechtschutzversicherung hast, ab zum Anwalr. Bin gut gefahren damit


anonym
beantwortet von rolfmueller am 4. April 2007 17:25
2x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Diese Zeugniscodes sind vielleicht für weiter zurückliegende Arbeitsverhältnisse bedeutsam, bei den letzten ein, zwei Arbeitgebern ruft ein Personalchef sowieso an, bevor er jemanden einstellt. Ich habe auch noch nie gehört, dass jemand wegen eines wohlwollenden Arbeitszeugnisses verklagt wurde.


Eddy21
beantwortet von Eddy21 am 28. Dezember 2007 17:39
0x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Je länger das Zeugnis desto schlechter die Bewertung !

Er erfüllte die Ihm übertragen Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit, lässt erkennen das es keine negative Verhaltensweisen gab !

Wenn dann noch drin steht, nach Ablage der Prüfung zum --- wurde Herrn/Frau die oder jene Verantwortung übertragen ist das eine glatte 1


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 4. April 2007 12:56
0x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Auch wenn es immer wieder behauptet wird - es gibt keinen festen Code, an den sich Zeugnisschreiber hielten.

Manche Formulierungen - wie etwa das "hat sich stets bemüht" - resultieren nur daraus, dass Zeugnisse einerseit WAHR sein sollen, andererseits aber das Fortkommen des Mitarbeiters NICHT UNGEBÜHRLICH BEHINDERN dürfen.

Bei einem guten Mitarbeiter ist das kein Problem.

Bei einem schlechten Mitarbeiter sind die beiden Forderungen aber kaum unter einen Hut zu bekommen.

Schreibt man wahrheitsgemäss, dass der Mitarbeiter nicht so toll war, geht er zum Arbeitsgericht, schreibt man, er sei toll gewesen, um sein Fortkommen nicht zu behindern, dann bekommt man vom nächsten Arbeitgeber eine Klage an den Hals, wenn er ihn nur wegen des (unwahren) guten Zeugnisses eingestellt hatte.

Das ist eine elende Zwickmühle, aus der heraus dann eben manchmal solche seltsamen Formulierungen entstehen.

Kommentar von 345b91b71226a3c3dc19086ee5c77bfdsmallloopwithme am 4. April 2007 13:14

Sorry, aber das ist ziemlicher Quatsch! Es gibt diesen Zeugniscode, wenn auch nirgendwo offiziell! Er ist eher wie ein offenes Geheimnis zu sehen, und wer solcherart chiffrierte Zeugnisse wirklich lesen kann, weiß im Anschluss sehr genau, was auf der alten Arbeitsstelle los war!

Der Code hat sich ja genau aus dem von dir genannten Grund entwickelt: man darf nichts Negatives über den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin schreiben, aber wie will man denn dann ein Zeugnis, auf das Arbeitnehmer ein Anrecht haben, schreiben, wenn man mit der Person nur Schwierigkeiten hatte?

Das Problem ist, dass es das nirgendwo offiziell nachzulesen gibt, so ist jeder, der Zeugnisse schreibt, auf sich selbst angewiesen, wie er/sie es auszufüllen gedenkt!

Das ist dann wunderbar nachzulesen, wenn immer mal wieder Formulierungen aus dem Code auftauchen oder sich irgendwie ähnlich anhören, das Zeugnis aber insgesamt von einer Quelle stammt, die den Code nicht richtig beherrscht. Was man da alles zu lesen bekommt, ist teilweise haarsträubend...

Und bevor jetzt irgendwelche Diskussionen zu "glaub ich nicht" aufkommen: ich denke, ich habe in meinem Leben schon mehrere Hundert, vielleicht auch schon tausende Zeugnisse gelesen, und merkwürdigerweise lag ich fast immer richtig, wenn ich den Leuten auf den Kopf zugesagt habe, dass das und das auf der alten Arbeitsstelle passiert ist...

Kommentar von 5f6812a7b0109fb9a1df11c834332c2csmalldemosthenes am 28. April 2007 15:34

@loopwithme:

Sicher gibt es bestimmte Formulierungen, die in Zeugnissen immer mal wieder auftauchen, weil die Verfasser zu faul sind, sich die Mühe zu machen, sie individuell zu formulieren, aber auch weil die Empfänger sich beschweren, wenn ein bestimmter "Code" nicht auftaucht.

Ich habe hunderte von Zeugnissen nicht nur gelesen, sondern geschrieben und kenne diese Dikussionen sehr gut, wenn mal wieder jemand einen Artikel zu dem Thema gelesen hatte.

Mehrfach musste ich auch vor dem Arbeitsgericht auftreten, weil irgendjemandem das Zeugnis nicht gefiel und ich bin dort kein einziges Mal unterlegen - so zwingend ist der "Code" offensichtlich nicht.

Kommentar von 95c4a024bd262f242db42665ed8842dcsmallbommel65 am 4. April 2007 14:38

Das sehe ich wie "loopwithme": Ich habe da schon ganz andere Sachen erlebt. Diese Formulierungen werden gezielt und ganz bewust verwendet und von potentiellen Arbeitgebern auch so gedeutet!


Frage beantworten

Verwandte Fragen

Verwandte Fragen

Noch nicht die richtige Antwort? Dann hier in allen Fragen und Tipps suchen:




Weitere Informationen

Source_1
Die Geheimsprache der Personalchefs
Der Gesetzgeber schreibt vor: Ein Zeugnis muss immer wohlwollend formuliert sein. Kein Wunder, dass Personalchefs eine „Geheimsprache“ entwickelt haben.

Die Zeugnisschreiber arbeiten mit simplen, aber effizienten Tricks: Indem sie beispielsweise unauffällige aber wichtige Worte weglassen, gerät eine Bewertung, die positiv scheint zu einem vernichtenden Urteil.

Können Sie Lobeshymnen von Schmähschriften unterscheiden? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz!




Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Bitte lesen Sie hierzu auch unsere Rechtlichen Hinweise.