Wie findet ihr es, jemanden wegen dessen politischer Gesinnung zu kündigen?

... komplette Frage anzeigen

16 Antworten

Es kommt wohl auch immer auf die Art des Betriebes in Verbindung mit der Mentalität des Inhabers an.

So ist es schwer vorstellbar, daß sich eine Großbank ihren Nachwuchs für die Chefetagen aus den Reihen strikt linksgesinnter Personen holt.

Doch auch beim Personal richtet sich alles nach Angebot und Nachfrage. Ohne Personal kann ein Betrieb nur vor sich hindümpeln, aber mit einem das politisch ideologisieren Personal, das unter dem Strich nur so etwas ist wie der Holzwurm im antiken Schrank, ist die Pleite vorprogrammiert.

Dagegen gibt es Geschäftszweige mit Strukturen, bei denen Gesinnungen bedeutungslos werden, solange die Arbeitnehmer das tun, wofür sie eingestellt sind. Je stumpfsinniger ein Job ist, desto bedeutungsloser wird die politische Gesinnung des Arbeitnehmers.

Auf mich selbst bezogen (vorausgesetzt, ich wäre in einer entsprechenden Position) kann ich klar sagen, daß ich z. B. die Bundespolitiker allenfalls zum Ausfegen des Hofes einstellen würde, dagegen einfache Mitglieder einer politischen Partei auch für verantwortungsvollere Jobs, wenn ich vorab feststellen konnte, daß diese ihr Gehirn auch zum Denken benutzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich kann als Arbeitgeber neutralität verlangen ... d.h. politische Agitation, Werbung für eine Partei machen, Prospekte verteilen ... kann man alles verbieten und bei Verstössen abmahnen, kündigen. 

Gesinnung sehe ich nicht, Gedanken sind frei, und wo jemand sein Kreuzchen bei der Wahl macht, ist geheim.

Aber wenn jemand pro Erdogan, oder pro AfD, Antifa  agitiert, Kollegen in Diskussionen verwickelt, Werbung macht, Kunden anquatscht ... stört das Betriebsklima und die Kündigung wäre rechtens und einfach durchzusetzen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dies ist zwar prinzipiel verboten, wie es ein anderer User bereits anhand der Texte aus dem GG erklärt hat, kann aber trotzdem vorkommen. Im Falle dass die politische Gesinnung des Menschen sich auf seine Arbeit und auf das Unternehmen auswirkt kann ich eine solche Kündigung, je nach Umständen, verstehen. Sei dies durch das Tragen von Kleidung mit politisch extremen Botschaften, das permanente Äussern politischer Botschaften oder die Äusserung politischer Botschaften im Umgang mit Kunden. Hier ist eine Kündigung rechtlich sowie auch moralisch wohl vertretbar. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn die politische Gesinnung einen Interessenskonflikt mit den zu erledigten Aufgaben darstellt, sollte für den Mitarbeiter eine andere Beschäftigung gefunden werden oder in Ermangelung einer solchen der Mitarbeiter gekündigt werden.

Ein aktives AfD-Mitglied als Leiter eines Flüchtlingsheimes halte ich z.B. für problematisch - aber noch nicht für komplett ausgeschlossen.

Ein Unterstützer des IS hat in der Polizei nichts zu suchen.

Ein Politiker der Linken kann nicht unvoreingenommen die Interessen des Arbeitgebers eines 10.000-Mitarbeiter Konzerns vertreten.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Gäbe es da vielleicht auch mal Belege für diese ständige Behauptung, die fast nur von Leuten mit rechter Gesinnung vorgebracht wird?

Klingt für mich eher nach einer neuen Version einer Dolchstoßlegende.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

So etwas ist ganz einfach verboten, da es gegen das Grundgesetz verstößt: 

Artikel 3, Absatz 3: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden."

Artikel 33, Absatz 1: "Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten."

Die einzige Ausnahme die ich mir vorstellen könnte, wäre wenn die rechte Gesinnung im Konflikt mit der ausgeübten Arbeit steht. Ein Lehrer, der Kindern die demokratisch-freiheitliche Grundordnung erklären soll, diese aber ablehnt und dagegen hetzt, wird sehr wahrscheinlich nicht erlaubt sein. Gibt es jedoch keinen Bezug zur Arbeit (z.B. bei einem stinknormalen Schreibtischjob), wäre eine solche Kündigung ein Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von uni1234
12.11.2016, 07:37

Das GG gilt allerdings nur für den Staat und nicht für den Arbeitgeber.

0
Kommentar von DerHans
13.11.2016, 11:57

Auch an einem "stinknormalen Arbeitsplatz" kann der Arbeitgeber sich davor verwahren, dass irgendwelche politischen Ansichten geäußert werden. 

Mit rechts oder links hat das nichts zu tun.

Der Arbeitgeber zahlt nicht dafür, dass politische Propaganda verbreitet wird.

0

Leute mit rechter Gesinnung tun mir auch leid. Die wissen gar nicht, wie bunt die Welt ist. 

Für die ist immer alles braun.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ree83
12.11.2016, 00:41

Ja das "Braune" hatten wir letztens erst als super Beispiel bei Anne Will mit vollem Karnevalskostüm. Da freut man sich doch auf bunte Zeiten...so rechts mag ich gar nicht sein wie die Dame.

0
Kommentar von BRO32
12.11.2016, 00:58

Wenn man alle Farben mischt kommt braun raus :D

0

Rechtlich geht es nicht, aber in letzter Zeit findet man immer wieder irgendwelche Umwege um Leute mit unliebsamer Gesinnung loszuwerden, selbst wenn die am Arbeitsplatz gar nicht geäußert wird. Insgesamt halte ich es für falsch, denn auf einer Arbeit haben sowohl die Politik, als auch Religion und sonstiges Privatzeug nichts verloren. Es kommt natürlich zu Gesprächen und Diskussionen, diese sollten aber sofort zu unterbinden und zu sanktionieren sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DreiGegengifts
12.11.2016, 00:58

Rechtlich geht es nicht

Doch das geht.

0
Kommentar von DerHans
13.11.2016, 11:53

Die Wege "jemanden los zu werden" hat es schon immer gegeben und werden auch in der Zukunft  nicht durch irgendwelche Gesetze aufgehoben.

Eine "5. Kolonne" muss aber niemand in seinem Betrieb dulden. Wer (auch in den Pausen) agitiert, kann rechtmäßig gekündigt werden.

0

Die Frage ist, was man unter "rechter Gesinnung" versteht. Konservativ? Oder ultranationalistisch / neonationalsozialistisch? Wenn kein Bezug zur Arbeit gegeben ist, wäre eine solche Kündigung möglicherweise ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und damit rechtswidrig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ponyfliege
12.11.2016, 00:43

richtig.

allerdings kann ein hakenkreuzposter im spind durchaus ein kündigungsgrund sein...

0

für betroffene leute auf die strasse zu gehen ist dein gutes recht, solange sie noch nicht an der regierung sind.

anschliessend ist dann schluss mit demokratie.

ausserdem wirst du ziemlich damit alleine sein, falls du demonstrierst. die gewerkschaften, die normalerweise so was organisieren, sind nämlich links. die gehen kaum für rechtspolitische auf die strasse.

aber da du eh nur provozieren willst...

gähn... deine idee ist langweilig. denk dir was besseres aus.

happy griefing.

<*)))))><

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wer ist denn so blöd, so eine Begründung in eine Kündigung zu schreiben?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von KleinerGolem
13.11.2016, 18:02

Wer ist den so blöd und muss eine Kündigung überhaupt noch begründen :) Ne ernsthaft jetzt, wie findest du das ? 

0

Teuer.

Die politische Gesinnung ist regelmäßig kein Kündigungsgrund.

Aber wen betrifft das denn konkret? Für welches rechte Opfer möchtest duu auf die Straße laufen?


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Rechte Gesinnung ist vollkommen in Ordnung, da kann dir keiner was. Wenn das Ganze aber ins extreme umschlägt und der/ die Betroffene beispielsweise verfassungsfeindliche Symbole am Arbeitsplatz trägt, ist eine Kündigung meiner Meinung nach gerechtfertigt.

Beim anderen Extrem genau so.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

kennst du denn betroffene Leute?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Komisch, wenn kirchlich geführte Kindergärten nur Christen anstellen, juckt das keinen. Aber wenn Nazis ihren Job verlieren, wollen Leute auf die Straße gehen... Lustige Prioritäten setzen manche.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Philippus1990
12.11.2016, 00:37

Weißt Du was "Tendenzbetriebe" sind? Kirchen und Gewerkschaften zum Beispiel. Da gelten andere Regeln als bei normalen Unternehmen oder beim Staat.

2

seit wann ist die gesinnung, wenn sie nicht geschäftsschädigend ist, ein kündigungsgrund?

ich sehe das sehr kritisch... diese ganze gegen rechts bewegung lenkt doch nur von den realen problemen ab... viele der sogenannten rechten gehen halt nur auf die straße weil sie mit dem IST unzufrieden sind und sind egtl weniger rechts als das stets propagiert wird

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von hydrahydra
12.11.2016, 00:38

Dann sollten die ganzen Leute, die "egt weniger rechts" sind, vielleicht nicht immer rechte Forderungen und Parolen in die Welt brüllen bzw. nicht mit denen mitlaufen, die das tun. #justsaying

3
Kommentar von ponyfliege
12.11.2016, 00:41

diese ganze gegen rechts bewegung tut das richtige und hält die augen auf.

die deutschen sind im grossen und ganzen so einfach gestrickt, dass sie anfällig für propaganda und gehirnwäsche sind und rechtsradikales gedankengut. deutsche haben immer angst, dass man ihnen was wegnehmen will.

wenn jemand mit seiner politischen einstellung und ihre offene und öffentliche äusserung den ruf meiner firma schädigt - dann muss er halt gehen.

rechts von der mitte ist zu weit rechts.

gegen rechte hetze und linken hass.

1