Frage von NBGleissner, 62

Wie findet ihr diesen "Berufs-Plan"?

Ich plane Autor zu werden, bin auch fleißig am Schreiben, aber bin mir bewusst, dass die Chance davon zu leben, eher gering ist . Deshalb denke ich darüber nach Germanistik zu studieren( nicht nur wegen dem nun folgendem, sondern weil es mich interessiert), und mich anschließend bei einer Zeitung( ich interessiere mich nämlich auch sehr für Journalismus) zu bewerben.
Num habe ich folgende Fragen:
1) Wie findet ihr diesen "Plan"
2)Welche Referenzen braucht man um bei einer Zeitung arbeiten zu können.
3) Was kann man mit einem Germanistik-Studium noch alles anfangen.
Danke schon mal im Voraus.

Antwort
von Jerne79, 30

Der Plan wirkt oberflächlich besser, als er ist.

Die Zahl der Germanistikstudenten, die davon träumen, publiziert zu werden, ist enorm (genauso: Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Buchwissenschaft).

Du wirst aber im Germanistikstudium nicht lernen, besser zu schreiben. Wenn du das willst, mach gezielt Schreibkurse und Workshops zu konkreten Themen oder einfach nur zum kreativen Schreiben, lies aufmerksam hochwertige Literatur, deck dich mit Literatur zum kreativen Schreiben ein und vor allem: Schreib! Schreib, überarbeite, such dir Testleser.

Jetzt wirst du es wohl fast schon vermuten: Ein Germanistikstudium bringt dir auch nur sehr bedingt etwas, wenn du Journalist werden willst. Dazu ist die Luft in diesem Bereich seeehr eng. Leider ist Germanistik generell kein Fach, in dem händeringend Leute gesucht werden, die Arbeitslosigkeit bzw. Aussteigerquote ist enorm hoch.

Nicht zuletzt würde ich hinterfragen, ob es wirklich sinnvoll ist, dir mit Schreiben unter Druck und Vorgabe das kreative Schreiben in der Freizeit finanzieren zu wollen.

Der einzige Vorteil wäre vermutlich, daß du Leute kennenlernen und hilfreiche Kontakte knüpfen kannst. Aber auch nur für den Fall, daß du tatsächlich im Journalismus Fuß fassen kannst.

Generell würde ich dir raten, ein paar Praktika bei Zeitungen zu machen, allein schon um einen Realitätsabgleich herzustellen.

Im Großen und Ganzen würde ich mir aber einen neuen Plan zurechtlegen. Einen, bei dem du mit einem einigermaßen gesicherten Einkommen rechnen kannst und der dir auch Luft zum Schreiben läßt.

Antwort
von zehnvorzwei, 18

Hei, NBGleissner, als Germanist kannst du Deutsch-Lehrer werden. Manche kommen über den Dreh der guten Schreibe zur Zeitung, ist aber eher die Ausnahme; journalistische Neugierde, Schnelligkeit, Präzision des Ausdrucks, Wendigkeit und vieles mehr stehen in diesem Beruf gleichberechtigt nebeneinander.

Mein Rat: Du solltest statt Flausen im Kopf zu haben (Autor werden), dir einen "Brotberuf" zulegen, der dich ggf. vor dem Hungertod bewahrt. Autor wirst du nach Feierabend, bis du dick da bist im Literatur-Geschäft. Viel Erfolg! Grüße!

Kommentar von NBGleissner ,

Wüsstest du ein paar Brotberufe?

Kommentar von zehnvorzwei ,

He, je nachdem, was dir liegt: Klempner, Schlosser, Bäcker, Koch, Zimmerer, Sanitäter (oder auch etwas Akademisches:) Elektroingenieure sind z. Z. Mangelware, las ich vor ein paar Tagen. Hauptsache, du lernst etwas, womit du dein Brot verdienen kannst. Viel Erfolg!

Kommentar von Kristall08 ,

als Germanist kannst du Deutsch-Lehrer werden.

Nicht ohne weiteres.

Abgesehen davon haben wir ein Überangebot an Deutschlehrern.

Expertenantwort
von Rubezahl2000, Community-Experte für Buch, 40

Autor bist du bereits, wenn du "fleißig am Schreiben" bist :-)
Als Autor seinen Lebensunterhalt zu verdienen, das schafft nur ein ganz winzig kleiner Prozentsatz der Autoren.
Ein "Plan B", also ein Beruf, mit dem man sicher Geld verdienen wird, ist deshalb unbedingt ratsam.
Ob allerdings ausgerechnet ein Germanistik-Studium den Weg zu einem sicheren Job bahnen wird, mit dem man seinen Lebensunterhalt verdienen kann, das würde ich doch sehr anzweifeln - sorry, aber arbeitslose Germanisten gibt's wirklich schon genug :-(

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