Frage von Gothicgirl0, 86

Wie findet ihr diese Prophezeiung?

Hallo zusammen! Wie findet ihr diese Prophezeiung? Sie ist für einen Roman gedacht.

Hell und Dunkel Gold und Silber, Dies die zwei Seiten, die immer wieder bringen die Menschen zum streiten, Doch dies Mal, hört her, Wird nichts wie früher mehr, Ein Kind noch so jung, Ist und bringt große Veränderung, Das helle Licht wird ihr erscheinen Und mit dem wahren Schicksal sie vereinen. Das Leben wird aus dem Gleichgewicht gebracht, Schuld einer zerstörten Macht, In der letzten Stunde, in der wir in Angst verweilen, Wird die Rettung unser ereilen, Mit wehenden Haaren und wahrem Mut, Sie das einzig Richtige tut, Doch nur Opfer schliessen diesen Kreis, Denn alles hat seindn Preis, Und es scheint, als wäre es das Ende, Doch es ist nur das Ende.....vom Anfang

Antwort
von DorotheaWinkler, 20

Du möchtest wirklich Kritik? Ich hoffe, Du hast nicht um Grunde vor allem Lob erwartet, denn es gibt hieran tatsächlich einiges anzumerken:

Allem voran (und unabhängig von jedem Inhalt und der Wortwahl, dem Ausdruck) musst Du wissen, dass diese holpernden Reime sich nicht schön lesen. Da stimmt kein Versmaß, das wirkt gequält und zurecht gebogen um des (schlechten) Reimes willen.

Gerade wenn es magisch und geheimnisvoll werden soll, wenn sich eine Geschichte bzw. ihr Geheimnis und Rätsel auf dieser einen Prophezeihung aufbaut, sollte diese ernst zu nehmen sein. Sie sollte Ernsthaftigkeit und "Drama" ausstrahlen, ohne kitschig zu werden, sollte beeindrucken, und: Sie sollte ein ECHTES Rätsel sein!

Hell und Dunkel Gold und Silber... ich würde "Hell und Dunkel" weglassen und die Helden der Geschichte selbst herausfinden lassen, was denn überhaupt mit "Gold und Silber" gemeint sein könnte. Der Text enthält nicht ansatzweise genug "Rätsel", um eine alte Prophezeihung zu sein, Du verrätst zuviel und übersetzt dem Leser gleich alles. Metaphern müssen Metaphern bleiben, bis sich alles auflöst.

Ein Beispiel vielleicht, um es zu verdeutlichen: Wie wäre es, wenn Du tatsächlich "Hell und Dunkel" nirgends benennst, sondern hierfür nur "Gold und Silber" stehen lässt? Gold und Silber sind nicht wirklich gute Synonyme für "Hell und Dunkel", denn beide strahlen ja hell, aber: Gold steht für die Sonne, Silber symbolisiert den Mond - und HIER haben wir dann die Gegensätze: Tag und Nacht sind hell und dunkel - und es gibt entweder das Eine oder das Andere, sie schließen einander aus - und wenn man nicht weit genug denkt, könnte man meinen, sie begegnen einander nie.

"Dies die zwei Seiten, die immer wieder bringen die Menschen zum streiten" - dies ist ein sehr holpernder, dazu unschön verdrehter Satz, der auch inhaltlich so banal wirkt, dass er nicht in eine Prophezeihung hinein passt, er behindert jeden "magischen" Eindruck. "Streiten" ist ein unglücklicher, weil oberflächlicher und alltäglicher Begriff in diesem Kontext - und lass den deutlichen Hinweis auf "die zwei Seiten" weg, lass die Helden selbst über Gegensätze nachdenken und sie entdecken, während sie über das Rätsel nachdenken!

"Mit wehenden Haaren und wahrem Mut, Sie das einzig Richtige tut..." Auch hier beschreibst Du zu sehr, halte es allgemeiner, gehe nicht so sehr in derartige Details! Auch klingt es hier sehr schwülstig und kitschig.

Vielleicht könntest Du statt überflüssiger oder vorweg genommener Hinweise und kitschiger Beschreibungen besser noch etwas ausdenken, das ein besonderes, ganz persönliches, aber nicht gleich offensichtliches Merkmal der Protagonistin ist, etwas, auf das sie selbst erst gar nicht kommt und das sich erst zeigt, als man ahnt, dass sie mit der Prophezeihung gemeint sein könnte? Eine versteckte Narbe vielleicht, eine andersfarbige Haarsträhne, die sich erst im unmittelbaren Kampf mit dem "Dunklen" zeigt? Eine Tätowierung, die in einer bestimmten Situation plötzlich erscheint und die ein Symbol zeigt, das in der Prophezeihung beschrieben wird? Oder eine uralte Fähigkeit, die ihr verliehen ist und die sie im Verlauf der Geschichte erst entdeckt - so dass zunächst niemand damit rechnet, dass ausgerechnet sie diese Person in der Prophezeihung sein könnte?

Halte die Verse sauber und klar und kümmere Dich noch einmal um einen anständigen Reim. Nimm keine trivialen, also oberflächlichen und unwesentlichen Dinge hinzu, nur damit Du am Ende so etwas wie einen Reim hinbekommst.

Erkläre nichts, löse nichts auf in dieser Prophezeihung, sondern formuliere ein ECHTES Rätsel - und lass es ein Rätsel bleiben, damit die Geschichte spannend bleiben kann.

Nicht Dunkel und Licht erwähnen, denn ausgerechnet dies ist sowieso bereits eines der offensichtlichsten und "meist ausgeleierten" Oberthemen jeder traditionellen Fantasy-Story. Es geht IMMER um den Klassiker: Den Kampf um Gut und Böse, Hell und Dunkel. Wenn es denn wieder Dunkel und Licht sein muss, dann erwähne es nicht so unmittelbar in der Prophezeihung.

Silber und Gold sind schöne Synonyme, lass sie Mond und Sonne, Nacht und Tag bedeuten und lass die Helden der Geschichte selbst darauf kommen, dass hier zwei "Zustände" oder "Mächte" im Gegensatz zueinander stehen. Vielleicht entscheidest Du Dich tatsächlich, später alles exakt zwischen Tag und Nacht (oder Nacht und Tag) aufzulösen und zu entscheiden, so dass es am Ende "nicht Tag und nicht Nacht" ist und Sonne und Mond einander in dem Moment ablösen, in dem die Heldin die Prophezeihung erfüllt.

Und verrate nichts vorher, lass es als ein echtes Rätsel stehen, mach es nicht so offensichtlich! Ich wünsche Dir viel Spaß beim Schreiben und gute Einfälle! :-)

Antwort
von TT1006, 37

Für meinen Geschmack etwas zu eindeutig. Mal abgesehen davon, dass ich keine Prophezeiungen mag, müsstest du zB zwei Personen einbauen, für die die Prophezeiung gelten könnte oder irgendwie einen anderen, krassen Plottwist erschaffen, damit das Buch nicht von vorn herein vorhersehbar ist. Klar, bei den meisten Büchern weiß man schon davor, dass die Guten gewinnen, aber wenn ich nur diese Prophezeiung lese, würde ich das Buch aus der Hand legen, bis ich alle möglichen anderen Bücher gelesen hätte. Die Prophezeiung ist nicht so schlecht, dass du es nicht zB mit einem genialen Schreibstyl ausgleichen könntest, aber es verschlechtert das Buch ... es sei denn in der Endfassung des Buches sind genauso viele Zeichenfehler, wie in deiner Frage. ^^

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu kritisch und demotivierend. Aber es ist zumindest die Wahrheit. Kennst du die Prophezeiungen von Delphi? Die waren so, dass sie alles offen gelassen haben. Entweder du verzichtest auf Prophezeiungen, machst sie im Styl von Delphi oder lässt den Leser dadurch in die ganz falsche Richtung denken und überraschst ihn am Ende mit einem Plottwist. Das Problem bei letzterem: Wenn du Pech hast legen schon viele das Buch aus der Hand, bevor es zur großen Überraschung kommt.

Kommentar von Gothicgirl0 ,

Danke für den Kommentar^^

Nur muss ich was sagen.

In der Geschichte geht es ja um zwei Seiten. Die Helle und die Dunkle. Keine davon ist aber böse. Die helle hat man einfach lieber. Und beim Mädchen hoffen und glauben wegen der Prophezeiung dann alle, dass sie auf die hele Seite kommt. Aber es heisst ja 'und mit dem WAHREN Schicksal sie vereinen'. Sie kommt auf die dunkle Seite. Ich habe es s gemacht, weil im Buch dann alle getäuscht werden sollen.

Kommentar von TT1006 ,

Das macht die Sache interessanter. Aber was macht dann die Zeile "das helle Licht wird ihr erscheinen" in der Prophezeiung?

Des weiteren dürfte es recht schwer werden, den Leser davon zu überzeugen, dass "Dunkel" nicht mit "Böse" gleichzusetzen ist. Aber der Gedanke mit einer "dunklen" Helding klingt interessant. Oder bezieht sich die Prophezeiung auf die Antagonistin? Wäre noch ungewöhnlicher und damit nochmal irgendwie interessanter.

Kommentar von Gothicgirl0 ,

'das helle Licht wird ihr erscheinen' habe ich einfach noch eingebaut, damit es eben die anderen täuscht. Dass alle meinen, dass bedeutet, sie kommt auf die helle Seite. Und das 'und mit dem wahren schicksal sie vereinen' bedeutet dann, dass ihr wahres schicksal die dunkle Seite ist. Und bei der "Entscheidung" wird sie das helle Licht sehen aber dann auf die dunkle seite gehen.

Antwort
von beast, 42

Monroe aus der Serie  "Grimm"  hätte das ganze sehr  kurz  gefasst: "Auch die Dunkelheit hat ihre helle Seite" ^^ .
Mit  eigenen Worten gesagt: Diese Prpphezeiung habe ich - mit ein paar anderen Worten und Abwandlungen - bestimmt  schon  tausendmal gehört oder gelesen. Mir kann die keinen Schauer übern Rücken jagen ^^

Antwort
von Matermace, 40

Schön diffus, also groß anders sind "echte" Prophezeiungen ja meistens auch nicht :D

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