Frage von AeroLloyd, 115

Wie findet ihr die Idee - von einem "Erfindungsunternehmen"?

Es ist nur so eine Idee... Eine Idee, quasi als Unternehmenskonzept.

Es wäre doch möglich, ein Dienstleistungsunternehmen zu gründen, das auf die Umsetzung der Ideen von einfachen Personen setzt. Wenn z. B. Klaus-Dieter die Idee von einem Flaschenöffner als Handyequipment hat, zielt dieses Unternehmen als "Erfindungsdienstleister" darauf, dieses Handyequipment herstellen zu lassen. Dabei stelle ich mir das so vor:

  1. Klaus-Dieter hat die Idee und kommt zum Unternehmen. Der Unternehmer bespricht die Einzelheiten mit Klaus-Dieter (die Finanzierung, alles Rechtliche anhand eines Kooperationsvertrages und wie mit dem Gewinn durch den Patentverkauf bzw. den Umsatzerlösen durch den Vertrieb des Produktes zu handhaben ist.)

  2. Der Unternehmer sucht sich z. B. ein Ingenieurbüro, das dieses Produkt "plant", d. h. erstmal eine Skizze macht und dann die technischen Daten, Maße usw. enwirft.

  3. Der Unternehmer baut in seiner Hobbywerkstatt dieses Teil oder lässt es sich herstellen.

  4. Der Unternehmer stellt dieses Produkt einer Firma vor, dieses zur Produktion und Vertrieb beauftragt werden soll.

Probleme hierbei sind natürlich folgende: 1., ob die Idee erfolgreich ist (ist diese Idee nützlich? Wem bringt die was? Ein Flaschenöffner am Handy ist natürlich bescheuert, hierbei muss eben mit dem Erfinder eine abgeänderte Idee besprochen werden, die evtl. sinnvoller zu sein scheint), 2. Finanzierung: evtl. durch Croundfounding, bzw. die Kosten können am Ende durch den Gewinn aus dem Produkt verrechnet werden, wobei der Unternehmer in Vorleistung tritt und einen dementsprechenden Kredit zur Verfügung hat, 3. das Rechtliche, hierbei habe ich mir überlegt, dass der Vertrag zwischen "Erfinder" und Unternehmer doch mit einem Rechtsanwalt ausgearbeitet werden kann und ein Notar kann die Idee zusätzlich noch beglaubigen, bevor sie beim Patentamt angemeldet wird, sofern dieses eingetragen werden kann. 3. Was mit dem Gewinn gemacht wird. Hierbei wäre ein 5-Jahres-Plan mit fallendem Prozentsatz sinnvoll. Im ersten Jahr bekommt der Unternehmer z. B. 25 % aus dem Gewinn, im 2. Jahr 20 %, im 3. 15 %, im 4. 10 % und im 5. 5 %, da dies 1. der Finanzierung des Unternehmens dient, 2. der Kosten für die Planung und Entwicklung, 3. der Unternehmer das finanzielle Risiko trägt. 4. wozu brauche ich das Unternehmen? Meine Antwort: Jeder x-Beliebige mit einer Idee könnte zum Erfinder werden, da ich als Unternehmer diese Erfindungen herstellen und vertreiben lasse.

Probleme, auf die ich noch keine Antwort hätte: 1. Finanzierung des Unternehmens überhaupt, 2. Qualifikation des Unternehmers / der Mitarbeiter (BWL-Studium, Techniker), 3. Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

Ich weiß nicht, ob es so ein Unternehmen schon gibt und wenn ja, wieso ich noch nichts davon weiß. Erscheint die Idee aus euren Augen sinnvoll oder findet ihr diese als totalen Schwachsinn? Eigentlich könnte die auch von einem Grundschüler stammen...

Danke fürs Beantworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann, Unternehmensberater, 43

Eigentlich könnte die auch von einem Grundschüler stammen...

Bei der Frage habe ich das tatsächlich geglaubt. Aber wie das Erfinderkaufhaus in Berlin zeigt, da gibt es wirklich Potential. Wobei die dort auch wirklich so Dinger herstellen, die man bei 'nanu-nana' finden könnte.

Bei dem was Du anbieten willst, da ist keine Geschäftsidee mehr erkennbar. Da brauchst Du ein klares Profil. Natürlich will auch niemand die Risiken, dass hast Du ja vernünftig mit drin.

Was ich generell an der Idee schwierig finde, dass ist für die jeweilige Erfindung eine Zielgruppe suchen und dann die Vermarktung sicher zu stellen. So würde ich auch ansetzen.

Geschäftspartner für die Produktion und den Vertrieb. Da gibt es dann eigentlich wieder zwei Möglichkeiten - einheitliche Unternehmen oder je nach Produkt/Erfindung suchen.

Mit der inhaltlichen Ausrichtung Deines Unternehmens z.b. Marketing und Marktgängigkeit eines Produktes entwickeln liegst Du gar nicht schlecht. Nur kenne ich das aus eigener Erfahrung, nichts ist schlimmer als jemandem in die Geschäftsidee rein zu reden.

Meint in Deinem Fall, es wird schwierig aber notwendig den Schöpfern zu erklären 'da ist schon viel schönes dran, aber...'.

Mit Deiner Idee kurzfristig erfolgreich zu sein, dass wird fast unmöglich sein. Auch die Unterhaltung Deines Unternehmens kostet Geld und selber braucht man auch was. Man wird hier nicht mit kleinen Schritten arbeiten dürfen. Was jetzt erst einmal nur eine These ist, aber vermutlich die Richtige.

Das bedeutet klare Strukturen. Teilnahme an Messen zur Kontaktbildung und wenn es da Erfindervereine oder ähnliches gibt auch dort irgendwie auf sich aufmerksam machen.

Allerdings sollte man dafür sorgen, dass man vielleicht weniger Bastler anspricht, sondern auch die ernsthaften Entwickler erwischt.

Die Themen zu Deiner Gründung zu diskutieren ist schwierig, da sie noch sehr offen ist. Daher nur so ein paar wenige Denkanstöße. Um die Erstellung eines Businessplans kommst Du nicht herum.

Hier wird es dann auch ganz wichtig sein, dass Du den Bedarf sowohl auf Erfinderseite ermittelst, aber auch eine Zielgruppe definierst für die Vermarktung. Denn Du kannst nicht bei jedem Erfinder anfangen die Zielgruppe zu definieren und sie dann auch noch suchen, dann dort für Bedürfnisse sorgen, dann die Ausstattung dieses Bedürfnisses mit Kaufkraft zu betreiben. Und was sonst noch so in einen Absatzprozess gehört.

Ein anderes Thema: Ob Patent oder nicht, eine Idee ist immer geschützt. Nur beim Patentamt gibt es zwei Besonderheiten: Man hat es mit dem Nachweis leichter 'wann' man die Idee hatte und dafür stellt man bereits alles öffentlich. Über den Nutzen sollte man sich bei der Geschäftsidee und wann der zieht wirklich Gedanken machen.

Wie Du es tust - Man muss einer Idee auch Luft zum Atmen geben, damit sie sich entwickeln kann! Super richtig! Geheimhaltungswahn wäre vollkommen fehl am Platz, selbst wenn hier 25 andere Deine Idee in einer Form übernehmen würden, dann wäre das eher eine Unterstützung, weil aus einer kleinen Ecke sich dann auch eine kleine Branche ergeben könnte.

Wünsche Dir viel Erfolg!

Antwort
von berkersheim, 53

Würde ich mal mit denen diskutieren, die davon betroffen sind. Die Nürnberger Erfindermesse 2015 ist leider vorbei und eröffnet erst wieder Oktober 2016:

http://www.messeninfo.de/iENA-M3809/Nuernberg.html

Du kannst ja mal auf die Internetseite der iENA gehen. Ich nehme an, dass mit "Verwerter" Dienstleister gemeint sind, die bereits in irgendeiner Form Deine Idee angepackt haben. Eine solche Firma wäre die Erfinderhaus Patentvermarktungs GmbH aus Berlin.

Eine weitere Messe ist die GENIAL Erfindermesse in Gütersloh.

Kommentar von AeroLloyd ,

tja, das ist also meine Idee, nur einige Jahre vorher...

Kommentar von AeroLloyd ,

O.k., nennt sich also Patentmarketing

Kommentar von berkersheim ,

Ich würde mir mal so eine Messe anschauen. Heißt ja nicht, dass man die Rundumverwertung von Ideen verbessern kann. Ich kannte mal einen "Erfinder" - dessen Erfindungen waren größtenteil Verbesserungen anderer Erfindungen oder bestehender Produkte.

Antwort
von Seanna, 52

Meines Wissens machen Unternehmen für Industriedesign sowas. Sowohl mit eigenen Ideen als auch als Dienstleister.

Je nachdem auch Systemhäuser, Medienhäuser, ...

Antwort
von simtin00, 56

Das ist ja praktisch wie die Höhle der Löwen, sicherlich möglich, wenn man die effektiven Ideen erkennt. Schließlich kann man nicht jeder kleinen Quatsch gleich groß produzieren.

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