Frage von Bullenmonster1, 38

Wie findet ihr das Celestron Astromaster 114/1000?

Antwort
von Grautvornix16, 27

Hi,- sorry, dass ich dir da etwas "Wasser in den Wein schütte". Ja, Celestron ist eine altbewährte Marke und auch für Qualität bekannt.

Das ist aber aus meiner Sicht nicht entscheidend. - Zu klein bleibt zu klein,- auch bei Celestron. Hierbei geht es aber nicht um "Größengeprotze". Die Öffnung ist nun einmal eine physikalische Voraussetzung für die "Lichtstärke" eines Teleskops". In Verbindung mit der Brennweite ergibt sich dann zudem die Frage des möglichen Gesichtsfeldes sowie die nach der "Schnelligkeit" des Systems bei Verwendung in der Astrofotografie.

Das wären in Kürze neben vielen anderen Fragen (Qualität der Optik bei schnellen Systemen) aus meiner Sicht die beiden Kernmerkmale, die ich mir vor einem Kauf intensiver überlegen würde.

Über den Daumen fängt ein Teleskop für jemand, der nicht nur mal kurz auf den Mond schauen möchte, ab 8 Zoll = 20cm Durchmesser an interessant zu werden. Das wäre so die Start-Öffnungsgröße für jemand, der weiß, dass er auf längere Sicht "mehr" als nur den Mond will. Danach spielt dann wohl erst einmal stärker die Qualität der Optik und die systemgebundene Leistung im Verhältnis zu dem was das primäre Interesse ist (Planeten / Deep Sky - visuelle Beobachtung oder Astrofotographie etc.) eine Rolle als die Frage zusätzlicher Zentimeter in der Öffnung.

Aber sicher gibt es auch hierzu unterschiedliche Meinungen.

PS: Häng dich doch mal in eines der zahlreichen guten Foren von Hobbyastronomen ein. Dort wirst du sicher weiteren guten Rat und wichtige Detaillinformationen bekommen. - Die haben alle mal vor der Frage gestanden die du hast. ;-)


Antwort
von derastronom, 21

Das Celestron Teleskop N 114/1000 Astromaster EQ?

Wie Du schon vernommen hast, die Öffnung ist etwas mäßig. Tatsächlich ist erst ab etwa 20 cm so eine Art Wahrnehmungsfenster wirklich geöffnet, Damit meine ich, dass manche Deep-Sky-Objekte schon beginnen Struktur zu zeigen. Kugelhaufen zeigen Einzelsterne, Galaxien zeigen ein klein wenig Details, sehr helle planetarische Nebel zeigen etwas Farbe. Die Prachtstücke an Gasnebeln – wie der große Nebel im Orion – sind als zartes grünliches Gewölk erkennbar.

Mit 13- bis 15 cm Öffnung geht schon einiges, aber der spürbare Zuwachs an Lichtstärke kommt eigentlich erst ab 20 cm Öffnung. Und Lichtstärke ist es, was astronomische Teleskope brauchen, denn sie sind vor allem lichtsammelnde Instrumente, die natürlich auch Vergrößerung leisten müssen. Letztere ist aber gar nicht so „astronomisch“ hoch, wie vielfach angenommen wird.

Bitte beachte: Die Lichtsammelleistung steigt mit dem Quadrat der Öffnung. Daher ist der Unterschied zwischen 114 und 200 mm viel höher als die bloße Differenz der Durchmesser der Öffnungen.

Fairerweise sei gesagt: es geht schon ein klein wenig mehr als nur „der Mond“. Saturn zeigt „gerade so“ seinen Ring, Jupiter ca. 2-3 Bänder, Mars lässt mit viel Glück erahnen, dass da mehr als eine winzige Scheibe vorhanden ist … Das war es dann aber schon (ist aber immerhin schon etwas). :-)

Bei dem von
Dir erwogenen Celestron sind aber einige Sachen problematisch. Es ist (in den meisten Händlerangaben ist das nicht erkennbar) kein klassischer Bautyp Newton, sondern eine sogenannte katadioptrische Variante.

Dieses schöne Wort bedeutet, dass eine zusätzliche Linse im Strahlengang implementiert wurde, um bei kurzer Bauweise dennoch eine 1000 mm-Brennweite zu erzielen.

Das ist heikel. Nur wenige Hersteller der Oberliga

(Celestron gehört in dieser Preisklasse nicht dazu; dieses Teleskop ist eine Auftragsfertigung aus China mit Celestron-Label drauf)

kriegen das akzeptabel hin.

Die optische Leistung ist damit praktisch immer suboptimal. Und: es ist (damit) sehr schwierig zu justieren, wobei Newtons immer justiert werden müssen (sonst keine große Aufgabe …).

Dann: die Montierung: Wackelig, unterdimensioniert, ohne Motoren. Eher nicht so gut.

Ein fast ideales Einsteigergerät wäre ein 20 cm-Newton mit Dobson-Montierung. Die sind leicht zu bedienen und bieten schon sehr viel um’s Geld.

Als Schnäppchen (z.B. Restposten) schon ab 350 Euro zu kriegen, sonst ca. 100 Euro mehr.

Das Wichtigste überhaupt für Einsteiger:

Eine sehr gute Vorbereitung (in Zeiten des Webs nur eine Zeitfrage) und vor allem eine realistische Erwartungshaltung, was man mit einem Instrument sehen kann. Bunte Galaxien und mit unzähligen Farben gesprenkelte Gasnebel gibt es nur auf Fotos.

Das sollte man bitte vor einem Kauf realisieren.

Viele Objekte sind aber (bei guten Bedingungen: dunkler Himmel, ruhige Luft) mit einem 20 cm Teleskop ausgesprochen beeindruckend. Die Eindrücke sind anders als die von Fotografien gewohnten.

Zarter, nadelfeine Sterne, unzählige Abstufungen bei nebelhaften Objekten, sehr ästhetisch.

LG

Kommentar von Bullenmonster1 ,

Ich habe momentan noch das Bresser Inspector 1 von 1990 es hat eine Öffnung von 60mm was jetzt klein klingt aber ich konnte schon sehr oft relativ gut den Jupiter oder Mars beobachten zwar nicht so scharf aber es ging. Da ich noch ein ,,Einsteiger´´ bin und mit 14 jetzt nicht gleich 350€ oder mehr auf den Tisch legen kann wollte ich mir das holen da ich schon relativ lange mich wie gesagt mit Astronomie beschäftige, aber jetzt kurz und knapp ich will mir das Celestron Astromaster hauptsächlich holen da ich eigentlich dachte ich kann Deep Sky Objekte schon gut beobachten wie M31 oder M2 kannst du mir etwas mehr Informationen über das Celestron Astromaster 114/1000 geben? Und könntest du mir sonst noch ein relativ gutes Teleskop empfehlen?

Kommentar von derastronom ,

Zum Celestron gibt es sonst nicht viel zu sagen, außer dass es für das Gebotene schon ein wenig teuer ist. Reine Newtons mit mehr Öffnung (130 mm z.B.) habe ich schon um das gleich Geld gesehen.

Mein Rat wäre, etwas sparen und zumindest ein 150 mm Teleskop als Dobson anzuschaffen (ca. 300 Euro).

Noch besser: um das gleiche Geld ein 200 mm-Teleskop gebraucht (überprüft & nur beim Händler!) kaufen. Solche Angebote kommen durchaus vor.

LG

Kommentar von Bullenmonster1 ,

Ich habe jetzt geguckt und da ich momentan ein Bresser habe warum dann nicht noch eins was wäre den eigentlich mit den Bresser Taurus NG? Und nochmal vielen Dank das du mit Tipps und alle gibst :)

Kommentar von derastronom ,

Na ja, damit wären wir wieder ganz woanders. Nicht bei lichtstarken Spiegelteleskopen, sondern bei Linsenteleskopen. 90 mm Öffnung, 1000 mm Brennweite. Typ Fraunhofer

Nett, sperrig, unhandlich. Und eigentlich brauchen diese Dinger
- wenn man sie sinnvoll nutzen will -  eine Montierung, die (zusätzlich) mindestens 400 Euro kostet. Sonst wackelt die Angelegenheit heftig.

Selbst ein "nur" 15 cm Teleskop hat schon fast die dreifache Lichtstärke. Deep-Sky wird dann nicht Dein Thema werden ... ;-)

Kommentar von Bullenmonster1 ,

Hmm :/

Kommentar von derastronom ,

Keine Bange, Du findest schon das passende Gerät fürs Budget UND Deine Schwerpunkte beim Beobachten. Nur keine Hektik ... :-)

Überlege in Ruhe. Wir können uns gerne noch weiterhin darüber unterhalten.

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