Frage von cxyyxc, 52

Wie finde ich die Wirklichkeit?

Wenn mich jemand für doof und hässlich hält, dann bin ich das doch in seiner Realität auch, oder nicht? Dann bin ich in seinen Augen, in seiner Welt doof und hässlich. Aber was bin ich in WIRKLICHKEIT? Wer oder was bestimmt das? Was ist überhaupt die WIRKLICHKEIT? Wenn mich Mensch A für hässlich hält aber Mensch B für hübsch, bin ich dann beides? Habe ich dann zwei Erscheinungformen oder gar unendlich viele?

Antwort
von Rosenblad, 11

Die Wirklichkeit ergibt sich aus der Selbst-verständlichkeit der eigenen, intersubjektiven Assoziation mit der Privatheit von eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und Begegnungen und dem was "wir" (unser neurales System) daraus konstruiert als Wirklichkeit aus der Wirk-lichkeit (Heinz von Foerster, Das Konstruieren einer Wirklichkeit, S.60). Wie Dich der Andere interpretiert ist wiederum sein eigenes Realitätskonstrukt - das Du dann natürlich rezipieren kannst oder dissoziativ Dich für hübsch oder hässlich in Einem auch einordnen kannst - immer bleibt dieses Gesamtbild aber eine neural generierte Konstruktion.

Antwort
von Zoroastres, 16

Die Wirklichkeit gibt es in diesem Fall strenggenommen nicht. Schönheit ist per se eine Beurteilung und doof im Sinne von nicht sympathisch auch (Ansonsten kann man Intelligenz 'messen', aber das ist auch wieder ein weites Feld). Die Wahrheit ist, dass du nach seinen Kriterein doof und hässlich bist. Das ist die Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn du dich hübsch findest, dann findest du dich hübsch. Mehr ist da nicht. Es zählt nur, welche Ansichten du verwendest und ob du dich vielleicht am Rest der Menschheit orientierst, denn das ist zum Teil auch deine Wahrheit. Wenn du Froschschenkel hast (echte, mein ich), dann werden dich nur die wenigsten schön finden und ich würde ihnen recht geben. Du kannst dich aber immer noch schön finden. Du hättest damit nicht mehr oder weniger Recht, sondern würdest einfach von anderen Bedingungen (deinem Sinn für Schönheit) ausgehen und natürlich zu einem anderen Schluss kommen

Antwort
von Grimwulf78, 14

Tolle Frage aber schwierig zu beantworten. Wunderbarerweise hast ja schon erkannt dass Realität immer subjektiv ist. Jetzt kommt die schlechte Nachricht: DIE Wirklichkeit gibt es nicht. Jeder Mensch erschafft sich seine Wirklichkeit indem er/sie entscheidet was er für wirklich hält und was nicht. Du bist der Planer, der Architekt und der Baumeister Deiner Wirklichkeit.

Menschen innerhalb des selben Kulturkreises teilen einige Idealvorstellungen (z.B. was als hübsch gilt oder als gut und böse, etc.) aber das ist nichts Anderes als eine Verabredung. Wir haben uns in der Mehrheit darauf verabredet bestimmte Merkmale als positiv (oder attraktiv) zu bewerten und andere nicht und wir reproduzieren die dazugehörigen Bilder in allen möglichen Medien wieder und wieder, bis es auch der letzte glaubt.

Der Denkfehler besteht darin, dass wir uns mit allem Möglichen identifizieren. Es fängt beim Namen an. Angenommen sie taufen Dich, sagen wir: Hugo. Dann BIST Du doch nicht Hugo. Dein Etikett, Deine Bezeichnung lautet dann Hugo und zwar nur deshalb, weil sich alle Anderen darauf geeinigt haben. Du kannst ja nicht mal mitreden. 

Dein Name ist dann wie ein Behälter. Da kommt alles rein woraus Du oder Andere Deine Identität konstruieren. Beispielsweise: weiblich, dunkelhäutig, CDU-Mitglied, Tennisspielerin, Musterschülerin, Protestantin, Europäerin, Deutsche, Bremerin, Schalke-Fan, Lügnerin, Cholerikerin ... aber all diese Dinge BIST Du ja nicht. Es sind bloß gedankliche Kategorien, erschaffen von unserem Verstand, der gerne stückelt und sortiert.

Unsere Egos brauchen immer etwas womit sie sich vergleichen können. Um Dich als Deutsche zu fühlen brauchst Du Menschen die Nicht-Deutsch sind. Wenn alle deutsch wären bräuchten wir keine Bezeichnung dafür, da es ja dann der Naturzustand wäre. Wenn Du sagtest Du seist lahm oder aufbrausend dann könntest Du das nur wenn Du eine Vorstellung davon hättest wie es aussieht nicht lahm oder aufbrausend zu sein. So entscheiden wir uns für bestimmte Identitäten und setzen sie dann in Konkurrenz zu Menschen die für sich selbst andere Identitäten konstruiert haben.

Tatsächlich bist Du nicht blond, deutsch oder groß. Du BIST einfach... am Leben ... existent im Hier und Jetzt und physisch hindert Dich überhaupt nichts daran Dich in jedem Moment Deines Lebens komplett neu zu erfinden. Die Kategorien die man uns gibt und die wir uns selbst geben sind nichts Reales, bloß gedankliche Konstrukte.

Alles Liebe!!

Antwort
von Katjad71, 10

Lies mal das Buch von Paul watzlawik "wie wirklich ist die Wirklichkeit", gefällt dir bestimmt. Wirklichkeit ist immer relativ und subjektiv , selbst wenn 2 Menschen exakt das selbe sehen werden sie nicht das selbe beschreiben, da die eigene Psyche das wahrgenommene nach eigenen Prioritäten selektiert.... Aber ich finde, das ist ein super spannendes Thema. Wenn du die Möglichkeit Hast, geh mal in die Uni- Bibliothek, Fb Sozialpsychologie, da findest du noch mehr Literatur dazu 😊

Antwort
von cloudwater, 12

Hallo.

Eine Frage über die sich ein Roman schreiben lässt.

Du entscheidest ob du hässlich oder hübsch bist. Das kann auch schwanken - denn manchmal fühlt man sich wie ausgekotzt und machmal wie neugeboren.

Die Wirklichkeit ist eine subjektive Wahrnehmung, geprägt von Deiner Art und deinen Erfahrungen. Natürlich gemischt mit objektiven Wahrheiten, die wir als gemeingültig anerkennen.

Was andere sagen und denken - für die Wirklichkeit halten, kann man nur erahnen. Allerdings, umso besser du die Anderen verstehst, umso besser kommst du zurecht - denn es erweitert oft den eigenen eingeschränkten subjektiven Horizont.

Aussagen zum Aussehen sind dabei nicht relevant, da es einfach Geschmacksache ist.

Gruß.

Antwort
von Ghostttt, 10

In Wirklichkeit bist du nichts von beiden, bist weder hübsch noch hesslich. Du hast so viele Erscheinungsformen wie es Organismen gibt die dich warnehmen können und eine eigene Meinung über dein Aussehen bilden können. Ist jetzt mein Gedanke

Kommentar von Ghostttt ,

Glaube Lebewesen wären besser nicht Organismen

Kommentar von Grimwulf78 ,

Tolle Sicht der Dinge!

Nö, Organismen ist doch ok. Du hast es ja schon eingegrenzt durch "wahrnehmen". Wer wahrnehmen kann der hat Sinnesorgane und darum geht's.

Eine Meinung bilden können sich nach meiner Einschätzung aber nur Menschen. Wie das Wort bilden andeutet, konstruieren wir unsere Realität, jeder für sich. Wir positionieren uns in Bezug zu Allem in irgendeiner Form: sind dafür/dagegen, identifizieren uns damit oder bekämpfen es, mögen es oder lehnen es ab. Meist sind es aber die Vorstellungen / das Bild von einer Sache in unserem Kopf das wir ablehnen oder mögen. Die Sache selbst betrachten wir dabei oft gar nicht mehr.

Ich könnte also einfach im Hier und Jetzt zu schauen was mich wirklich an einer Person anzieht, welche Merkmale ich selbst attraktiv finde und was an diesem Menschen in meinem inneren Resonanz erzeugt.

Stattdessen vergleiche ich die äußere Erscheinung mit einem vermeintlichen Idealbild welches von Außen, nämlich durch Medien aller Art, also von den Abbildungen der Gedanken anderer Menschen in meinen Kopf getragen wurde.

 

Kommentar von cxyyxc ,

Uuuuuh, das ist echt 'ne gute Antwort. Dieser Ansatz ist wirklich sehr, sehr interessant.

Kommentar von Ghostttt ,

Dein Aussehen wird von jeder Lebensform individuell wargenommen. Es hängt von seiner Lebenserfahrung, Charakter, Umgebung und viele anderem Faktoren an wie er dich warnimmt. In wirklichkeit bist du nix davon weil das nur ein Gedankengang der von der Außenwelt bestimmt ist. Solche Fragen interessieren mich selbst sehr haha. Bin froh, wenn ich etwas Klarheit bringen konnte :D

Antwort
von RandomBeatzFF, 5

In den Augen jedes einzelnen Menschen bist du anders. Auch wenn es nur geringfügige Abweichungen sind. Wenn du in ein anderes Land reist, dann wird man dich auch mit anderen Augen ansehen, denn das ist ihre Realität. 

Du verwendest die Wörter "doof" und "hässlich". Wörter bezieht man aus einer Sprache. Die Sprache ist ein Mittel um (unter anderem) seine Wirklichkeit auszudrücken. Die Menschen haben sich also Werkzeuge geschaffen um ihre Wirklichkeit in Kenntnis bringen zu können. Mit der Zeit wurde die Individualisierung des Menschen immer stärker, das heißt somit, dass die "Wirklichkeiten" eines jeden einzelnen auch individueller wurden.

Wie du schon meintest, Typ A findet dich hübsch und Typ B findet dich hässlich. Es kommt auf die Erlebnisse des Menschen an und das was ihn prägt. Eine "wirkliche" Wirklichkeit gibt es also nicht, denn auch wenn du dich von allem abschottest und keine (z.B. menschlichen) Einflüsse in dein Leben lässt, dann bildet sich trotzdem eine Wirklichkeit, die auf deinen Erfahrungen basiert. 

Antwort
von offeltoffel, 8

Deine Gedanken gehen vollkommen in die richtige Richtung!

Habe ich dann zwei Erscheinungformen oder gar unendlich viele?

Ich würde sagen, du hast so viele Erscheinungsformen, wie es Lebewesen gibt, die dich wahrnehmen.

Kommentar von cxyyxc ,

Danke für die Antwort, mich machen nur solche Gedanken ziemlich fertig, vor allem weil ich so ein geringes Selbstwertgefühl besitze. Ständig hab ich Angst, wie ich in den Augen anderer gesehen werde..

Antwort
von TheFaithisall, 10

Die Wirklichkeit bist DU! Du entscheidest, ob du wunderschön bist, oder eher nicht. Alles eine Sache der Perspektive, aber du bist so, wie du dich siehst.

Kommentar von cxyyxc ,

Schon, aber was wenn ich (Als Beispiel) anfange zu denken, ich wäre die coolste, schönste und intelligenteste Person überhaupt, es aber nicht stimmen kann, da kein Mensch so perfekt ist. Alle anderen Menschen würde mich dann für arrogant und bescheuert halten, sehr wahrscheinlich also auch die Mehrheit. Bin ich dann jetzt trotzdem die tollste Person auf der Welt oder entscheidet hier die Realität der Mehrheit?

Antwort
von Suboptimierer, 12

Für dich gibt es nur eine Realität: deine.

Selbst wenn wissenschaftlich nachgewiesen werden könnte, ob du hässlich bist, könntest du dich immer noch schön finden und dir zum Beispiel sagen, dass die Wissenschaftler nicht gut genug geforscht haben. 

Schönheit ist ein schwieriges Thema, um Objektivität zu erklären, denn es hängt stark vom Subjekt ab, was als schön empfunden wird.

Bei Schönheit gibt es sozusagen "nur Meinungen" und je weiter eine Meinung verbreitet ist, desto mehr wird diese als Wirklichkeit anerkannt.

Das bedeutet, du könntest nicht argumentieren, dass Quasimodo der schönste Mann der Welt sein würde, bzw. du könntest das, aber dann wäre er nur der schönste für dich und wenige andere.

Antwort
von love2905, 3

Das was du von dir selbst glaubst zu sein ist in dem Moment die einzig relevante wirklichkeit

Antwort
von gottesanbeterin, 4

Hier findest du die "Wirklichkeit":

Antwort
von voxymo, 13

unendlich viele ist richtig. Das is so ähnlich wie mit der Katze vom Schrödinger.

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