Frage von Malcolm43, 89

Wie war es, ein Mitglied der Hitler-Jugend zu sein?

Antwort
von Saturnknight, 28

es kommt immer drauf an, wen man fragt.

Ich hab schon 2 Jugendbücher aus der damaligen Zeit gelesen, die die HJ behandeln.

Natürlich sind diese Bücher voller Propaganda. Da wird immer von fröhlichen Aktivitäten gesprochen, also Übungen, etc.

Da gab es dann beispielsweise Geländeübungen, die aber deutlich zeigen, was der Sinn der HJ war: es ging darum, die Jugend aufs Militär vorzubereiten.

So gab es Übungen, bei denen 2 Gruppen gegeneinander antraten. Die eine Gruppe hatte einen roten, die anderen einen blauen Wollfaden am Arm, der sogenannten Lebensfaden. Wenn der Gegner es schaffte, diesen Faden beim Kampf abzureißen, dann war man bei dieser Übung "tot".

Was auch interessant war: die Anführer waren einfach nur ältere HJ-Mitglieder. Und natürlich war man da ganz anders angesehen, wenn man Anführer wurde.

Antwort
von DerTroll, 53

Ob dir das jemand beantworten wird? Es kann mir kaum vorstellen, daß es jemand zugeben wird, da Mitgleid gewesen zu sein. Aber ich denke mal, es dürfte einfach so ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt haben. So nach dem Motto "Da sind alle drin und ich gehöre auch dazu." Daß man Teil einer Propagandamaschinerie war, dessen war man sich nicht bewußt oder es war einem egal.

Kommentar von Saturnknight ,

Es kann mir kaum vorstellen, daß es jemand zugeben wird, da Mitgleid gewesen zu sein.

Warum nicht? Ich hab noch nie gehört, daß jemand negativ angesehen wird, weil er bei der HJ war.

Und wie du selbst sagst: es gibt ja das Zugehörigkeitsgefühl. War man da nicht dabei, dann wurde man komisch angeguckt. Dazu kommt noch: es fing schon mit 10 Jahren an, mit den Pimpfen. Die wußten doch damals gar nicht, was da abging. Die dachten, daß wäre ne Art von Pfadfindern.

Außerdem gab es ab 1939 eine Jugenddienstpflicht für alle Jugendliche von 10 bis 18, die an 2 Tagen pro Woche abgeleistet werden mußte.

Dazu kommt noch: zumindest in der Frühphase der HJ (die gab es übrigens schon seit 1926) konnte sich ja niemand vorstellen, wie es mal weitergehen würde, mit den Nazis. Selbst jüdische Autoren fanden gut, daß Hitler an die Macht kam, da sie hofften, daß er positive Änderungen bringen würden.

Rückblickend kann man immer leichter beurteilen, aber wenn man damals "live" dabei war ...

Kommentar von DerTroll ,

Warum nicht? Ich hab noch nie gehört, daß jemand negativ angesehen wird, weil er bei der HJ war.

Naja, die Frage ist ja nun schon ein paar Stunden alt. Noch hat hier keiner gesagt, daß er da drin war. Und was ich so von den alten Erlebe, die meisten sagen alle, sie wären wären immer dagegen gewesen usw.

Antwort
von minaray1403, 6

Zu Hitlers Zeit denke super. Heutzutage wäre das jedoch daneben.

Antwort
von brummitga, 42

da kommst du vermutlich etwas zu spät; du müsstest die fragen, die dabei waren.

Antwort
von loko351, 45

Zu der Zeit sicherlich normal. Wahrscheinlich so ähnlich wie bei den Pfadfindern nur eben ideologischer.

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