Frage von sophie1235, 233

Wie erzieht man ein Kind richtig?

Was muss man machen, um ein Kind richtig zu erziehen? Gibt es Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen? Was sollte man vermeiden?

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Antwort
von DieKatzeMitHut, 145

Erziehung ist eine so komplexe Sache, dass dir niemand in so geringem Rahmen sagen kann, wie das "funktioniert". Und nicht zuletzt gibt es sehr viele unterschiedliche Ansichten über richtig und falsch.

Ein Kind braucht Grenzen und Freiheiten, Wurzeln und Flügel - es ist wichtig Werte und Normen zu vermitteln und diese auch selbst konsequent vorzuleben.

Antwort
von mirolPirol, 98

Hallo Sophie, wenn du dein Kind lieb hast ist es schon viel mehr, als nur die halbe Miete. 

Versuche immer, dem Kind Verlässlichkeit zu geben, es muss dir 100% vertrauen können. Du darfst niemals etwas versprechen, das du nicht ganz sicher halten kannst - das zerstört das Vertrauen in die Mama und sorgt für Enttäuschung. 

Sei konsequent! Liebe ist nicht, alles zu erlauben, sondern dem Kind das Urvertrauen in die Eltern zu bewahren. Was du heute verbietest, darfst du morgen nicht erlauben, nur weil dir das Gequängel auf die Nerven geht. Umgekehrt musst du dein plötzliches Verbot (das gestern noch erlaubt war) sehr gut begründen. Das ist oft schwierig, zahlt sich aber sehr schnell aus.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, deshalb musst du alles kindgerecht erklären und nicht einfach Befehle aussprechen ("Es wird so gemacht, weil Mama es so will!"). Deine Absichten müssen dem Kind ganz eindeutig sein, sonst verwirrst du es.

Kommentar von sophie1235 ,

Es scheint also sehr wichtig zu sein, dem Kind die Frage nach dem "Warum" zu erklären.

Kommentar von wiesele27 ,

das kann ich bestätigen. Um Ver- und Gebote kommt man nicht rum. Daher war es für mich immer sehr wichtig zu erkären warum "etwas" sein muß. Das baut ein Vertrauen auf, daß Mama nicht aus einer Laune heraus etwas entscheidet sondern einen guten Grund hat. Kinder durften auch Vorschläge machen, wenn diese nicht durchführbar waren, habe ich dies besonders gut erklärt.

Ich habe mich auch entschuldigt, wenn mal was (durch meine Entscheidung) schief gelaufen ist.

Vorleben ist das A und O bei der Erziehung. 

Antwort
von Dahika, 64

geh auf die Seite

www.bke-elternberatung.de

Im übrigen ist die Frage falsch gestellt. Es gibt nicht die richtigen Erziehungsmethoden. Ein Kind ist kein Automat und jedes Kind ist anders und einzigartig.

Das Wichtigste ist Empathie, Respekt dem Kind gegenüber, Gewaltfreiheit, Konsequenz, und Verlässlichkeit.

Kommentar von kiniro ,

Streich das Wörtchen Konsequenz, dann bin ich bei dir.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Kiniro, Konsequenz wird oft falsch verstanden und mit Strafe verwechselt. Das weiß sogar  das bmfsfj

siehe hier

http://goo.gl/BUJusO

Oder meinst duz das tatsächlich trotzdem so?

Antwort
von kiniro, 70

Vermeiden solltest du - egal, ob Junge oder Mädchen - die gängigen Erziehungstipps, die im Grunde alle auf einem Machtgefälle aufbauen.

Besser ist es von Anfang an auf Bedürfnisbefriedigung zu setzen.

Kinder brauchen keine Eltern, die ihnen mit Konsequenzen und Grenzen setzen kommen.
Auch nicht solche, die meinen mit Verboten würden sich bestimmte Probleme in Luft auflösen. Vielmehr ist oft das Gegenteil der Fall.

Kinder möchten Eltern, die ihre eigenen Grenzen kennen und denen kein Zacken aus der Krone fällt, wenn sie mal sagen "das weiß ich nicht".
Ebenso wollen sie Eltern, die die Grenzen der Kinder achten.

Kinder wollen Verständnis und Unterstützung. 
Aber nicht auf ihre Leistungen reduziert werden.

Sie brauchen auch kein Lob, das im Grunde nur dazu gedacht ist, sie in ihren Leistungen anzuspornen und gönnerhaft daher kommt.
Kinder wollen Eltern (und auch andere Erwachsene), die sagen, dass ihnen etwas gefällt - und zwar fern von jeglicher Bewertung.

Kinder wollen Lernen und zwar an jedem Ort.
Sie möchten aber selten das zu vorgeschriebenen Zeit mit Menschen machen müssen, die ihnen möglicherweise nicht sympathisch sind oder gar Unbehagen verursachen.

Kinder möchten keine starren Begrenzungen, sondern selbst herausfinden, wie viel sie von was vertragen.
Eltern dürfen ihre Kinder allerdings vor realen Gefahren - wie auf eine stark befahrene Straßen rennen - schützen.

Kommentar von GroupieNo1 ,

Lobst du deine Kinder?

Kommentar von kiniro ,

Nein - Lob ist immer hierarchisch und gönnerhaft von oben herab.

Beim Loben geht es nicht ums Kind an sich, sondern um seine Leistung.
Es soll mit dem Lob angespornt werden, sich noch mehr FÜR den Lobenden (nicht für sich selbst) anzustrengen.

Ich sage lieber, was ich davon halte - bleibe somit bei mir und meinen Empfindungen.

http://www.seminarhaus-schmiede.de/pdf/schmiede-brief%200312.pdf

Kommentar von Nashota ,

Kinder brauchen keine Eltern, die ihnen mit Konsequenzen und Grenzen setzen kommen.

Wenn es die Eltern nicht tun, tut es später das Leben.

Deine Sicht, dass Kinder frei wie ein Wirbelwind alles mitreißen können oder dürfen, ohne auch nur im geringsten an den Gegenüber zu denken, ist immer wieder fragwürdiger Natur.

Jede Beziehung, auch und besonders die zwischen Kindern und Eltern, besteht aus geben und nehmen. Nicht aus nehmen und gehen. Und wo ein Kind lernen muss, dass es Grenzen gibt, dann hat es die zu lernen.

Damit wird kein Kind an seiner freien Entfaltung gehindert. Aber in einer Gruppe hat es sich auch immer einzuordnen und nicht überall den Ton anzugeben, weil es nie gelernt hat, ein Nein zu respektieren und zu akzeptieren oder es überhaupt mal gehört zu haben.

Kommentar von Barney123 ,

Nein Nashota, ich glaube, da hast Du Kiniro etwas falsch verstanden.  ganz so extrem denkt sie glaube ich, nicht. Sie mag nur keine starren Grenzen, und Grenzen um des Grenzensetzens willen. Kiniro sagt schon auch mal Nein, zumindest habe ich das in einem Post von ihr so verstanden. Sie lehnt nur viele Erziehungsmethoden und Manipulationen ab, die bei manchen Eltern ganz selbstverständlich zu sein scheinen.

Ich bin auch nicht immer mit Kiniro einer Meinung, aber ich glaube, da tust Du ihr unrecht. Ich habe das auch alles nicht gleich verstanden, aber ich lese ihre Posts nun schon seit einiger Zeit. Und ich habe den Eindruck gewonnen, dass zumindest wie ich die Aufgabe der Erziehung sehe, Kiniro und ich gar nicht so weit voneinander weg sind. Bei Kiniro musst du sehr genau lesen, manche Aussagen und Schlagworte scheinen mir da einen leicht falschen Eindruck zu erwecken.

LG

Kommentar von kiniro ,

Das ist halt das Problem beim geschriebenen Wort.
Keiner kann die Zwischentöne sehen oder die dazugehörige Mimik sowie Gestik.

Der Unterschied zwischen "Erziehung" und "respektvollem Umgang" ist manchmal nur an Kleinigkeiten zu erkennen.

Letzteres ist keine Methode, sondern eine Haltung.

Kommentar von Barney123 ,

Ja Kiniro,


Letzteres ist keine Methode, sondern eine Haltung.

genau so habe ich Dich verstanden, und genau deshalb meine ich, dass wir gar nicht so weit voneindander weg sind.

LG

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Kiniro,


Letzteres ist keine Methode, sondern eine Haltung.

Das sieht übrigen Jesper Juul, der bekannte Buchautor und Familientherapeut genauso! Er erwartet genau diese Haltung und hat sogar das Wort "Gleichwürdigkeit" eingeführt, das es so in Deutschland eigentlich gar nicht vorher gab. Da sehe ich uns in guter Gesellschaft.

LG

Kommentar von kiniro ,

Was das Kind braucht, sind Eltern, die wissen wo ihre (elterlichen) Grenzen sind.

Kommentar von kiniro ,

Übrigens Sophie finde ich es sehr unhöflich, eine Frage in den Raum zu rotzen und dann nicht mehr darauf zu reagieren.

Das erweckt bei mir den Eindruck, dass es dich überhaupt nicht interessiert.

Antwort
von gimahani, 87

Puh.. wenn das so schnell zu beantworten wäre, würden sich sicher nicht zig Wissenschaftler seit Jahrzehnten mit diesem Thema befassen.

Ein allgemeines Rezept gibt es dafür nicht. Unzählige Faktoren beeinflussen die Notwendigkeiten, die die jeweilige Erziehung mit sich bringt. Tausende Kleinigkeiten kann man beachten und trotzdem entwickelt sich jedes Kind anders, die "Ergebnisse" sind also nicht verlässlich.

Bei der Frage danach, was für mich die drei wichtigsten Punkte sind, würde ich antworten:

- bedingungslose Liebe
- Konsequenz
- Gewaltfreiheit

Andere Menschen setzen die Prioritäten wahrscheinlich anders.

Kommentar von Joergi666 ,

sehr gut auf den Punkt gebracht!

Kommentar von gimahani ,

Vielen Dank :) Da machen sich wohl die Jahre des Studiums und der Erfahrung bemerkbar^^ ;)

Kommentar von Nashota ,

Es gibt keine bedingungslose Liebe.

Kommentar von Joergi666 ,

das kann eigentlich nur jemand ohne Kinder behaupten.

Kommentar von Nashota ,

Ich hab zwei Kinder.

Bedingungslos heißt, sich für jemand anderen aufgeben. Und das tue ich weder für meine Kinder, noch für einen Partner oder sonsteinen Menschen.

Kommentar von imehl47 ,

Ich würde jedoch gimahani und Joergi666 zustimmen, was die bedingungslose Liebe anbelangt. Wenn Nashota sagt, dass man sich für bedingungslose Liebe selbst aufgeben müsse, meint sie vielleicht doch eher "blinde Liebe". Unter der bedingungslosen Liebe verstehe ich so eine Art Kernliebe, die bleibt, auch wenn sich die "Randbedingungen" der geliebten Person verändern z.B. durch schwerwiegende Fehler, durch plötzliche äußere Entstellungen, durch Scheitern.

Kommentar von Nashota ,

Ich meine keine blinde, sondern bedingungslose Liebe.

Keine Beziehung unter Menschen ist bedingungslos. Aus dem einfachen Grund, weil jedes Kind und jeder Erwachsene seine Wünsche und Vorstellungen hat, die er erfüllt sehen möchte.

Selbst der Wunsch nach Liebe ist ein Wunsch.

Kommentar von Barney123 ,

Doch Nashota,

Ich denke die Liebe zu Kindern muss Bedingungslos sein. Denn Kinder sind nicht bösartig und wir als Eltern müssen ihnen die Welt erklären. Wenn Du das gut und richtig machst, dann werden die Kinder das in aller Regel verstehen. Sie werden Fehler machen, ja. Sie werden Dinge tun, die Dich überraschen. Aber ich habe bei meinen Kindern nie erlebt, dass sie bösartig agiert haben. Wodurch sollten sie denn diese Liebe verlieren? Weil ich darin versagt habe, ihnen die Welt richtig zu erklären? Es gibt Heute genügend Möglichkeiten für Eltern sich zu informieren und Hilfestellung anzunehmen, dass eine sinnvolle Erziehung möglich ist. Damit bleiben die Eltern für die Beziehung zum Kind voll verantwortlich. Das sieht auch Jesper Juul, der bekannte Buchautor und Familientherapeut so. Und dann muss diese Liebe bedingungslos sein. Es ist nämlich nicht fair gegenüber den Kindern, ihnen die Liebe zu entziehen, weil die Eltern versagt haben. Aber das ist halt das alte Rollenbild aus der autoritären Erziehung: Wenn irgenetwas schief läuft, ist das Kind böse, läuft alles gut, haben die Eltern ihre Aufgabe toll erfüllt. Genau so ist es eben nicht!

Kommentar von Barney123 ,

Doch Nashota, gegenüber Kindern ist die sogar unabdingbar. Denn es ist eine Grunderkenntnis, dass die Kinder es im Grunde nie böse meinen. Sie probieren Dinge aus, da sind auch oft Sachen dabei, die wir ablehnen müssen. Aber das kann man ihnen erklären und dann mit ihnen üben, dass es nicht wieder vorkommt.

Allerdings passiert es vielen Eltern durch ihre falschen Erziehungsmethoden, dass die Kinder lernen, wann sich jemand ärgert. Und sie sehen am Verhalten der Eltern, dass sie bei Fehlverhalten Strafen. Dadurch lernen die Kinder oft, Dinge falsch zu machen, damit sich die Eltern oder andere Menschen in ihrer Umgebung ärgern. Das unerwünschte Verhalten ist also oft anerzogen -- durch die Unkenntnis und die Unfähigkeit der Eltern.

LG

Kommentar von kiniro ,

Konsequenz kann in meinen Augen nicht zusammen mit bedingungsloser Liebe und Gewaltfreiheit.

Außerdem funktioniert es mit der Konsequenz nicht, weil die Umstände nie konsequent die gleichen sind.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Kiniro,

ich kann mich an einen Post von Dir erinnern, da schreibst Du, dass Du Deine Grenzen setzt. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann kannst du das durchaus in bedingungsloser Liebe und ohne Gewalt. Genau das, denke ich, ist mir bei meinen Kindern durchaus auch meist gelungen. Meist, weil ich auch anders erzogen wurde, und erst lernen musste, mich nicht mehr zu ärgern. Das ist mir aber relativ schnell gelungen. Ich musste mir nur sagen, dass das Kind dies oder jenes noch nicht kann, und es das erst noch lernen muss. Dafür habe ich mich zuständig gefühlt. Der Ärger war sofort wie weggeblasen und das hat die Verantwortung bei mir gelassen. In dieser entspannten Athmosphäre konnte ich dann mit meinen Kindern vernünftig reden. Dabei war ich überrascht, wie gut man schon mit zweijährigen Kindern reden kann. In all den Jahren, in denen ich meine Kinder nun schon kenne (sind inzwischen 23 und 25 Jahre alt, hat sich immer wieder herausgestellt, dass sie die Dinge, auch wenn sie einmal einen Fehler gemacht haben, nicht wirklich böse meinten. Oft haben sie einfach nur ausprobiert, was sie selbst erlebt hatten und wollten dann sehen, wie wir Eltern auf so eine Situation reagieren. Die Gewaltfreiheit hat ihnen da ein gutes Vorbild gegeben.

Wenn wir mit unseren Kindern geredet haben, hatten wir natürlich meist einen riesigen Wissensvorsprung und konnten ihnen in der Regel die Notwendigkeit von verschiedenen Dingen erklären. Das Schöne war, wenn wir sie überzeugt hatten, haben sie in der Regel aktiv am Ziel mitgearbeitet. Das hat dann natürlich nicht auf Anhieb funktioniert, aber es genügte in der Regel, das zu üben und sie an das Ziel zu erinnern. Geholfen hat uns da auch, die Kinder zu fragen, wie sie es denn gerne hätten, dass die Menschen mit ihnen umgehen. Das verstehen die recht gut. Die Aufgaben der Kinder werden ja mit dem Alter schwieriger, so dass die Kinder die einfachen Aufgaben in ihren jungen Jahren schon altergerecht sind. Wir haben übrigens Diskussionen nie zweimal geführt. Wir haben nur daran erinnert, dass wir das schon besprochen hatten und gefragt, ob es neue Erkenntnisse gibt. Wenn nein, war das Thema erledigt. Das haben die Verstandeen und es kam dadurch nie zu immer wieder den selben Diskussionen.

Die Konsequenzen waren dann, und die konnten wir Situationsgerecht anpassen, dass z.B. die Hausaufgaben zu Zeiten gemacht werden musstn, als die Kinder eigentlich lieber mit ihren Freunden gespielt hätten. Das haben die dann sehr schnell begriffen, und haben natürlich darauf geachtet, dass die Hausaufgaben erledigt waren, wenn die Freunde angerufen haben. Unsere Gemeinheit bestand halt dann darin, dass wir, wenn sich die Kinder keine Mühe gaben, wir uns halt auch nicht ins Zeug gelegt haben, ihre Wünsche zu erfüllen. Das taten wir dann, wenn sie sich auch Mühe gaben. Du kannst das Manipulation nennen, ich denke aber, dass auch Kinder sich Mühe geben müssen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Dann haben sie natürlich ein Recht darauf, dass sich die Eltern auch mit viel Mühe um sie kümmern. Das haben die sehr schnell verstanden. Und wir haben immer alles so lange erklärt, bis sie es wirklich verstanden haben. Da sie auch immer selbst ein Interesse hatten, ihre eigenen Dinge zu erledigen, haben sie auch sehr schnell gelernt, die Diskussionen nicht künstlich in die Länge zu ziehen. Also ich habe den Eindruck, dass das bei uns sehr gut funktioniert hat.

LG

Antwort
von Nashota, 106

Es gibt kein richtig oder falsch in dem Sinne, weil jedes Kind anders ist. Da spielt auch das Geschlecht keine Rolle. Man muss jedes Kind in seiner Persönlichkeit annehmen und entsprechend führen und versuchen, zwischen übergroßer Strenge und zuviel Nachsicht den berühmten goldenen Mittelweg zu finden.

Ich hab meine Töchter nach meinem Gefühl erzogen, dass sie wissen oder gemerkt haben, was man warum macht und was man warum nicht macht. Sie hatten und haben genug Freiheiten, aber auch den Gong im Hinterkopf, dass es gewisse Werte, Regeln und Grenzen gibt.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Nashota,

Das Gefühl ist halt so ein Problem. Woher weist Du denn, dass Deine Gefühle richtig sind? Gefühle sind das Ergebnis unserer Sozialisation. Viele Menschen haben das Gefühl, sie müssten andere Menschen bestrafen, wenn sie sich nicht so verhalten, wie sie es für Richtig halten. Ohne zu hinterfragen, wearum sie dies oder jenes getan haben. Es gibt Studien, die Belegen, dass Menschen als in der Hierarchie höhergestellt wahrgenommen werden, wenn sie in öffentlichen Räumen gegen ganz selbstverständliche Regeln verstoßen, wie z.B. das Rauchverbot oder in dem sie im Restaurant die Füße auf andere Stühle hochlegen. Bei den Machtspielen resultiert daraus das Flegelspiel.

Auch die sogenannte Strenge ist so ein Problem. Es ist viel einfacher: Es gibt Dinge, die sind vernünftig und richtig, das kann man den Kindern dann aber auch erklären. Und dann sind sie in den allermeisten Fällen immer genau so richtig. Daraus resultiert dann aber Konsequenz und nicht Strenge. Konsequenz bedeutet dann nur, das Verhalten ist nicht beliebig, sondern es gibt für die Regeln vernünftige Erklärungen. Die muss man den Kindern altersgerecht erklären. Das funktioniert ganz gut. Kinder sind nicht so Dumm wie manche Erwachsene glauben. Und sie vor Allem eines nicht: BÖSE. Und wenn kinder anfangen zu "merken" ob etwas falsch oder Richtig ist, dann ist in der Regel Gewalt im Spiel. Nur vernünftige Erklärungenn funktionieren ohne Gewalt.

LG

Kommentar von Nashota ,

Du kannst Gefühl auch durch Intuition ersetzen. Wird es dann klarer?

Und wenn ich von goldenem Mittelweg finden zwischen übergroßer Strenge und zuviel Nachsicht geschrieben habe, dann hieß das nicht übersetzt, dass man zwischen vielen (sinnlosen) Verboten und erlaubten Dingen beliebig hin-und herspringen oder gar irgendeine Macht ausspielen soll.

Das hieß einfach, dass man die Waage in der Erziehung möglichst ausgeglichen pendeln lassen können sollte. Gewisse Dinge, die einmal und natürlich altersentsprechend erklärt wurden, behalten und haben immer ihre Gültigkeit. Darüber muss also keine neue tägliche Diskussion gestartet werden.

Andere Dinge sind je nach Alter Verhandlungssache und hängen trotzdem davon ab, ob man Kindern auch vertrauen kann.

Und was das "merken" angeht: Das heißt mitnichten "in der Regel ist dann Gewalt im Spiel". Das heißt, dass dann zum Teil mehrfach erklärte und dennoch missachtete Dinge eine Konsequenz nach sich ziehen, die dem Kind dann eben auf überdeutliche Weise begreiflich machen soll, dass "Ende im Gelände" nicht heißt, "mir doch egal".

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Nashota,

Intuition und Gefühl haben in diesem Zusammenhang so zi8emlich die gleiche Bedeutung. Es macht also keinen Unterschied, wenn Du die Worte einfach gegeneinander austauscht.

Das Wort Strenge ist in diesem Zusammenhang missverständlich und wie Du es benutzt, geht es an einer guten Erziehung vorbei. Die richtige Vokabel ist Konsequenz! Die wird in der Regel mit Strafen verwechselt. Damit hat sie aber wenig zu tun. Bei Konsequenz geht es in erster Linie darum eben genau nicht ständig die Regeln zu wechseln, sondern die Regel wird aufgestellt und vernünftig erklärt bis das Kind sie verstanden hat, und dann ist das so, Vor Allem auch für die Eltern. Die müssen das nämlich als gutes Vorbild vorleben. Genau in diesen beiden Punkten werden die meisten Fehler gemacht. Und das alles kann man durchaus sehr freundlich und liebevoll machen. Strenge deutet da eher auf Grobheit und autoritäres Verhalten hin. Das hat mit Konsequenz gar nichts zu tun.

Und in Deinem letzten 'Absatz zeigst Du halt, dass Du mich genau nicht verstanden hast. Denn wie Du hier die Vokabel Konsequenz benutzt, bedeutet es das Selbe wie Strafen, und genau davon unterscheiden sich Konsequenzen von Strafen. Bei einer Konsequenz wird z.B. immer vorher besprochen, welche Folgen es haben wird, wenn das bereits erklärte und verstandene erwartete Verhalten nicht erfolgt. Und da muss man dann das Kind genau kennen: Da muss man nämlich unterscheiden, ob das eine verständliche Nachlässigkeit ist und das Kind nur lernen muss besser daranzudenken oder was hinter dem Verhalten steckt. Strafen sollen nur wehtun und das kind soll durch den Schmerz lernen, dass es immer Schmerz spüren wird, wenn es die Erwartungen nicht erfüllt. Deinen letzten Kommentar kann ich also so nicht für akzeptabel halten.

Übrigens, erst kürzlich hat das MIT das in Deutschland entdeckte Lerngesetz, dass Erfolg ein Verhalten verstärkt eindrucksvoll bestätigt. Sogar noch mit der Zusatzerkenntnis, dass Strafen praktisch wirkungslos sind. Lob und bemerken des richtigen Verhaltens sind also viel wirkungsvoller als irgendwelche Strafen.

LG

Kommentar von Nashota ,

Eben weil es die gleiche Bedeutung hat, sollte es verständlich sein. Wer auf seine Gefühle oder seine innere Stimme hört, macht definitiv etwas richtig.

Dir scheint der Begriff "goldener Mittelweg" nicht geläufig zu sein. Andere kennen ihn und versuchen ihn zu gehen. Und das, ohne Kinder zu drangsalieren oder zu verhätscheln.

Ich mache es kurz: Meine Kinder, die ich alleine erzogen habe, wissen, dass sie mit jedem Problem zu mir kommen können, dass ich immer für sie da bin, dass sie ihre Freiheiten hatten und haben, dass ich viel Geduld habe, mich deshalb aber nicht ausnutzen lasse, dass meine Sinne alle funktionieren, was bedeutet, ich merke, wenn es nicht stimmt, wo die Grenzen sind, dass ich keine Schallplatte mit Sprung bin und dass es im zwischenmenschlichen Bereich unabdingbar ist, sich an gewisse Regeln und Werte zu halten. 

Solange meine Große mich als ihre beste Freundin ansieht und die Jüngere trotz Zickentum auch weiß, dass sie es hätte schlechter treffen können mit einer Mutter, ist alles gut.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Nashota,

Nichts kann so sehr täuschen wie Gefühle. Die Werbeindustrie setzt jedes Jahr viele Milliarden um, um die Gefühle der Menschen zu manipulieren. ca. 40% der Menschen bekommen einmal im Leben so starke psychische Probleme, dass diese behandelt werden müssen. Psychische Probleme sind aber auf eine gestörte Gefühlswelt zurückzuführen. Wenn 40% behandelt werden müssen, dann laufen da noch viel mehr rum, deren Gefühle täuschen.

Wenn Du Dich daruf verlassen willst? Gerne.

Kommentar von Nashota ,

Ich tue es und ich bin damit sehr oft gut gefahren, vertrau mir.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Nashota,

Ich kenne dieses Konzept, und ich habe erlebt, wie Menschen damit gewaltig an die Wand gefahren sind. Ich habe das oft erlebt, und deshalb weiß ich das!

Natürlich kann es sein, dass Du viel Glück im Leben hattest, in einer guten Umgebung aufgewachsen bist und in einer Umgebung lebst, in der Du mit den Erfahrungen aus Deiner Vergangenheit gut zurechtkommst.

Aber das lässt sich nicht verallgemeinern, und genau das tust Du, indem Du anderen genau das vorschlägst! Die Realität in unserer Gesellschaft ist nämlich im Allgemeinen eine ganz Andere! Unsere Gesellschaft ist einem immer schneller werdenden Veränderungsprozess unterworfen. Die Menschen sind mobil geworden, wechseln oft weiträumig ihren Wohnort. Oft gelten dort andere Verhaltensregeln und ein Anderer Umgang. Da lassen sich alte Konzepte nicht einfach übertragen! Die alten Konzepte zu ändern und sich den neuen Verhältnissen anzpassen geht aber nur über den Verstand. Jedenfalls ist die Gefahr dann groß, dass Du im Wald landest.

Ausserdem kenne ich auchn die Auswüchse, die auf diesem Boden prächtig gedeihen. Die Leute sagen sich meine Gefühle sind immer in Ordnung, wenn ich mich unwohl fühle sind die Anderen daran Schuld. Daraus wächst die Unfähigkeit, sich anzpassen. Oder es entsteht eine überangepasstheit, weil sich die Leute, die diesem Prinzip folgen, immer so verhalten, dass sie nirgends anecken. Das sind dann die, die Irgendwann eimal in der Depression landen. Und die Fälle von Behandlungsbedürftigen Depressionen nehmen ja zu. Nun kennst du die Ursache.

LG

Antwort
von sasiguen, 67

Das kann dir keiner direkt sagen.. Sei höflich und beschäftige dich oft mit deinem Kind und dann wird alles gut.. Es wird sogar schlauer

Kommentar von sophie1235 ,

Schlauer als wer oder was?

Kommentar von sasiguen ,

ich mein schlauer damit das es dann besser in der Schule sein wird weil es sich mehr merken kann

Antwort
von Aron1985, 29

Kinder sollten grenzen kennen..

aber was ich dir auf dem weg geben kann, ist gib ihnen liebe und das ist das schönste. Kinder spüren das...

viel freude und spass...

:-)

Antwort
von AllwissendTino, 53

Aufjedenfall nicht zum Narzissten großziehen.

Jedes Kind ist anders, die sind alle sehr komplexe Exemplare.. *kicher* Deswegen aber solltest du trotzdem darauf achten, dass man ein Kind bei bestimmten Situationen anders behandeln muss. Erst recht´da sie Naiv und Rational sind, glauben sie an ALLES was du ihnen sagst und das manifestiert sich für ihr ganzes Leben. Man sollte also schon aufpassen was man sagt oder macht und dann auch die wichtigen Sachen zu erst überbringen.

Kommentar von kiniro ,

Ich finde es ätzend, dass so manche Fachidioten meinen von Fällen aus ihrer Praxis auf den Rest der Kinder schließen zu können.

Ist es nicht traurig, Kinder als Tyrannen zu bezeichnen, weil es ja keine werden sollen.

Die Sprache mancher Erwachsener den Kindern gegenüber IST in meinen Augen schon tyrannisch.

Kommentar von AllwissendTino ,

Was hat das mit meine These zu tun? Hä?

Kommentar von Barney123 ,

So Allwissend scheinst Du ja nicht zu sein. Kinder verstehen sehr viel, wenn man es ihnen richtig erklärt. Es ist ein schwerer Vertrauensbruch, wenn Du Deine Kinder  oder Kinder überhaupt nicht ernst nimmst und glaubst sie verarschen zu können. Wenn Du ihnen ehrlich sagst, was Sache ist, dann werden die das auch verstehen. Das ist viel einfacher, alles immer nur zu glauben, Du kannst ihnen eine Story erzählen. Das werden dann die Kommunikationskrüppel, die sich für besonders schlau und toll halten, die keinen Respekt haben. Genau da fängt Narzissmus an!

Kommentar von AllwissendTino ,

Schade barney. Nach Kiniros Antwort, dachte ich da kommt ein wirklich guter Kommentar.. aber dein Kommentar hat schon wieder total an meiner Sache vorbeigerast.

Wenn du meinen text verstanden hättest, habe ich sogar GENAU das Gegenteil gesagt. *flache Hand vors Gesicht klatsch*

Noch einmal für die leseschwachen Leute wie Barney123 und Kiniro:

Ich habe nie gesagt, du sollst dein Kind tyrannisch behandeln. Zitat: 

"darauf achten, dass man ein Kind bei bestimmten Situationen anders behandeln muss."

Ich habe weder behauptet man solle die Kinder belügen, noch habe ich gesagt das man jederzeit unehrlich sein soll. Ich habe sogar erwähnt, dass sie alles glauben was du Ihnen sagst und es sich bei Ihnen manifestiert! Wenn du sie anlügst, glauben sie das. Das ist genau das was ich NICHT sagen wollte.  Zitat:

Erst recht´da sie Naiv und Rational sind, glauben sie an ALLES was man Ihnen sagt 

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Allwissend,

Erst recht´da sie Naiv und Rational sind

was denn nun, naiv oder rational?

Logisch geht das doch nie zusammen! Das ist dfoch bullschit

LG

Kommentar von AllwissendTino ,

Ich meinte naiv und nicht-rational.


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