Frage von bluberryMuffin, 133

Wie erziehe ich meine Kinder in einer digitalisierten Welt?

Ich bin noch nicht in einem Alter, in dem man normalerweise Kinder bekommt. Wenn ich die mir die heutige Jugend/Elterngeneration anschaue, überlege ich mir jedoch, wie und unter welchen Umständen ich später mal meine Kinder erziehen werde bzw erziehen sollte. Wenn ich hier auf gutefrage.net lese, dass Kinder in der schule gemobbt werden, weil sie mit 13 kein Smartphone besitzen, oder Eltern schreiben, dass ihre Kinder die neusten Smartphones bekommen, damit sie auf WhatsApp mit ihren Freunden kommunizieren können (sonst werden die armen kleinen ja ausgeschlossen und haben keinen Kontakt zur Außenwelt), oder wenn ich in der Öffentlichkeit die Leute planlos durch die Stadt streifen sehe, den Blick wie hypnotisiert auf den Bildschirm ihres Mobiltelefons gerichtet, oder Mütter, die ihr Kind im Kinderwagen schreien lassen, weil sie schnell noch auf Facebook die News abchecken müssen, frage ich mich: wie vermittle ich meinem Kind, dass das Leben nicht auf dem Smartphonebildschirm stattfindet? Natürlich möchte ich nicht, dass mein Kind stigmatisiert und ausgegrenzt wird, dass es keine sozialen Kontakte mehr hat, weil es auf WhatsApp nicht mit seinen Freunden schreiben kann. Aber muss es dafür wirklich schon mit neun, zehn, elf Jahren permanent vernetzt sein? Wie schaffe ich es, meinem Kind in einer Welt, in der man permanent von solchen digitalen Reizen überflutet wird, zu vermitteln, dass es in jungen Jahren keine "sozialen" Medien, Smartphone, Tablet & Co braucht, um glücklich zu sein, ohne dass es sich ausgegrenzt oder benachteiligt fühlt? Ist das heutzutage überhaupt möglich?

Antwort
von autmsen, 10

Deine Generation wird sicherlich mit den Geräten anders umgehen als Eure Elterngeneration. Ehrlich gestanden kann ich da oft nur den Kopf schütteln:

Da wird irgendwelcher angeblich moderner Kram gekauft mit dem die Erwachsenen nicht umgehen können und an die Kinder verschenkt. Dass Kinder erst mal lernen müssen mit dieser unserer Welt umzugehen scheint vielen Erwachsenen nicht in den Sinn zu kommen. Lernen sie es nicht lernen sie eben auch nicht für sie gesunde Grenzen kennen. Logisch. 

Ich bin noch ein gutes Stück älter. Als ich Kind war wurde Strom und seine Nutzung noch beworben. Meine Eltern gehörten zu jenen Menschen die unserer Bevölkerung den Umgang mit all den elektrischen Geräten vermittelten. Und dabei natürlich Werbung für die Firma machten bei der mein Vater angestellt war. 

Wir hatten also als eine der ersten Familien TV. Da hätten uns ja dann nach heutiger Mode unsere Eltern einfach so ran lassen können. War aber nicht. Unsere Eltern haben sich in unserer Gegenwart mit dem Ding vertraut gemacht. So lernten wir dass es gut ist erst mal so einen neuen Gegenstand zu erforschen. 

Damals gab es nur die ARD. Dritte Programme gab es nach meiner Kenntnis zu Beginn auch noch nicht .Aber verschiedene Sendungen. Und Zeitschriften die das Wochenprogramm vorstellten. Also wurde in der Familie darüber diskutiert welchen Inhalt solche Sendungen wohl haben mochten und ob sie für uns Kinder schon geeignet sind. 

Für mich liegt die Betonung darauf dass in unserer kindlichen Gegenwart die Themen diskutiert wurden. So lernten wir Pro und Contra kennen denn unsere Eltern waren sich durchaus nicht immer einig. Schadet nie mehrere Meinungen kennen lernen zu können. 

Je älter wir wurden je mehr Mitspracherecht bekamen wir bei der wöchentlichen Programmauswahl.

Im Grunde kannst Du diese Vorgehensweise auf Deine zukünftigen Kinder übertragen. Denn Gerät ist Gerät und nicht mehr 

Natürlich haben wir Bäume beklettert, bauten dank Mithilfe unseres Vaters ein Baumhaus und grillten auch am eigenen Lagerfeuer Kartoffeln die wir selbst vom Feld geerntet hatten .

Selbstverständlich lernten wir das Wirtschaftsunternehmen Haushalt unabhängig von unserem jeweiligen Geschlecht flüssig beherrschen. 

Selbstverständlich lernten wir mit Farbe, Papier, verschiedenen Kleb- und anderen Bindestoffen, Holz und Metall umgehen. 

Grundkenntnisse über Elektrizität inklusive dem Bau eines eigenen Motors gehörte bei uns auch zur Lebensvorbereitung so wie die Beherrschung aller Handarbeitsmöglichkeiten. 

Wie Du liest zeigten uns unsere Eltern eine Menge Möglichkeiten die diese unsere Welt bietet. Und, natürlich, Bücher gab es auch reichlich. 

Schaust Du in meinen Antworten nach wirst Du lesen können dass mit diesem digitalen Zeug welches wir heute haben die Welt größer geworden ist - oder kleiner, je nach Perspektive. 

Wesentlich sind für die menschliche Entwicklung die ersten Lebensjahre. Nimmst Du oder Dein Partner sich da reichlich Zeit und gönnst den eigenen Kindern Zeit können sie erst mal sich und ihre Umwelt entdecken ohne digitales Zeug. 

Wird es dann nötig ihnen so ein Ding zu geben wirst Du hoffentlich wissen wo überall Empfehlungen für das entsprechende Alter zu finden sind - findest Du in meinen Antworten genannt. 

In dem Fall werden Deine Kinder dann also manches Spiel einführen mit welchem nebenher gelernt werden kann. 

Da sie bereits im Kindergarten guten Kontakt zu allen möglichen Mitmenschen geknüpft haben hast Du mit ihnen gemeinsam manche Doku über manches Herkunftsland angesehen die kindgerecht ist. Deine Kinder kennen die tollen Kinderkanäle welche es auf youtube gibt wie Sesamstraße, Die Sendung mit der Maus und so fort. 

Sie werden also von klein auf gelernt haben dass diese digitale Geschichte eine sehr große bis unüberschaubare Menge toller Informationen bereit hält. .Und weil Kinder von Natur aus sehr neugierig sind werden ihnen Ego-Shooter eine viel zu langweilige Geschichte sein. 

Sicherlich werden sie es vorziehen wie von Mama und Papa gelernt sich mit Kindern auf der ganzen Welt in manchen Sprachen auszutauschen. 

Bleib neugierig und kritisch. Dann wird es schon. :)

Antwort
von kiniro, 15

Selbst einen lockeren Umgang mit digitalen Medien erlernen und diese per se nicht als böse ansehen.

Dem Kind eine Stütze sein, sich von der *dumusstaberweilmandassomachtunddudarfstdasnicht*-Erziehung nicht beeinflussen lassen.

Lieber lernen, wo die eigenen Grenzen sind und dies auszudrücken.

Soziale Kontakte können auch aus dem Netz heraus entstehen und zwar solche, die ohne Internet z.B. nie möglich gewesen wären.
Ich denke da an meine Freundin, andere liebgewonnene Bekannte sowie die Freundinnen meiner Tochter. Ohne diverse Foren hätten wir uns nie im Leben kennen gelernt.

Glücklich sein kann ein Kind sowohl mit als auch ohne Smartphone und Co. Es davon fernzuhalten, ist kein Garant fürs glücklicher sein.

Früher schauten die meisten Menschen in der Bahn wie hypnotisiert in ihre Zeitungen und Gespräche fanden (mein Eindruck) auch nicht mehr statt als heutzutage.

Solltest du dir irgendwann einmal mit dem Gedanken tragen, ein Kind zu bekommen, empfehle ich dir Bücher von Renz-Polster, John Holt, Ekkehard von Braunmühl, Nicola Schmidt sowie das unerzogen-Magazin.

Antwort
von oezil11, 53

Indem du deinem Kind probieren solltest,die wichtigen Werte nahzubringen-immer wieder und wieder wie zB. Freundschaft,Liebe,Sport...das es soviele tolle sachen auf dieser Welt gibt,wozu man kein Handy braucht.Ein Handy ein Hilfsmittel ist aber nicht der Grund des Glücks im Leben

Kommentar von oezil11 ,

PS ich bin 15.

Antwort
von Mayelle, 47

Knallhart sein. Ich habe mich das auch schon oft gefragt. Ich habe mein erstes Handy mit 11 bekommen, aber noch lange kein Internet! und genauso wünsche ich mir das auch bei meinen Kindern, ich befürchte nur, dass ich durch andere Eltern und deren Kinder möglicherweise dazu gezwungen bin, damit mein Kind nicht ausgegrenzt wird. Wie gesagt, ich denke ich würde es einfach so gut wie möglich probieren, den Technikkonsum hinauszuzögern. Das Verständnis, wie viel Technik zu viel ist, kommt dann denke ich von selbst. Wenn man entsprechend erzogen wird.

Andererseits gibt es denke ich schon unterschiede von den jetzt Jugendlichen und den jetzt Erwachsenen. Für die jetzt Erwachsenen ist der enorme technische Fortschritt eigentlich auch etwas neues. Viele meiner Freunde (also die jüngere Generation) denken so wie ich und du, dass man das ganze Technikzeug in dem Alter noch gar nicht braucht. Möglicherweise ist es daher in der Zukunft vielleicht garnicht so schlimm, wie wir jetzt annehmen. Das hoffe ich jedenfalls.

Aber sehen wir es auch mal so... meine Eltern hatten damals noch kein Handy. Die Art und Weise wie ich aufgewachsen bin, ist also für sie genauso "unnormal" wie für uns ein 6-Jähriges Kind mit Smartphone. Klar, ich denke ein 6-Jähriges Kind mit Handy ist "schlimmer" und bringt weniger (bzw. keine) Vorteile im Gegensatz zur Tatsache, dass es überhaupt Handys gibt. Aber so kann man das Verhalten vielleicht nachvollziehen.

Kommentar von bluberryMuffin ,

"Ich befürchte nur, dass ich durch andere Eltern und deren Kinder möglicherweise dazu gezwungen bin, damit mein Kind nicht ausgegrenzt wird." Gebaut da Denker ich liegt das Problem. Wie soll ich meinem Kind klarmachen, das Smartphones und Tablets mit 6 nicht unbedingt gut ist, wenn jeder sonst soetwas besitzt. Ich glaube, da werden viele Fetzen fliegen und Tränen fließen… Danke für deine Antwort!

Kommentar von dressurreiter ,

Ein Smartphone gehört einfach in der heutigen Welt dazu, wie bei dir mit 11 ein Handy. Zumal es heute günstiger ist als in deiner Zeit ein Handy. Für 80 Euro bekommt man schon ein neues gut f funktionierendes Smartphone. Ein Internetzugang im Monat kostet auch nur 5 Euro, dafür hättest du früher gerade mal 20 SMS / Monat senden können und noch viel weniger telefonieren. Heute reicht dieser günstige 5 Euro/ Monat Tarif aus um über Whatsapp kostenlos so viel zu  schreiben und telefonieren wie du willst, sogar Fotos kann man verschicken oder kleine Videos. Also was sill das eigentlich Shmartfones und Internet zu verteufeln. Ich finde 10 Jahre ist ein gutes Eistiegsalter in die digitale Welt. Mit 6 ist es vielleicht etwas früh, aber das kommt auch immer auf das Kind an.

Antwort
von Criispy, 60

Regeln setzen, aufklären und Zeiten regulieren.
Es ist eben der Wandel der Zeit.
Was heute Smartphones sind waren halt früher Comics oder anderes :)

Antwort
von Volkerfant, 13

Ich finde einen kontrollierten, maßvollen Umgang unbedingt von Nöten. Eltern müssen ihre Kinder ganz genau über Gefahren aufklären.

Antwort
von GonSaitama, 20

Ich würde ihnen vielleicht nicht gerade 24/7 das smartphone geben sondern nur Nachmittags z.B. und wenn sie älter werden dann halt immer lockerer werden bis sie selbstständig sind und selber wissen müssen wie lange es gut führ sie ist

Antwort
von axoni, 39

Man kann sein Kind abschotten von der Zukunft oder nicht. Früher war es das TV heute das Smartphone. Und warum sollte es keine Technik brauchen in den jungen Jahren? Das ist nun mal heute so und verabreden tut man sich halt über Messenger.

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