Frage von JohnnyAwesome, 39

Wie ernährte man sich als deutscher um 1890?

Während ich so grübelnd in diversen Lektüren blätterte, fragte ich mich, was aßen die deutschen durchschnittlich am tag oder in der Woche. Gab's jeden tag Fleisch.

Antwort
von LukDill02, 20

Die Ernährung war ganz gut. Sicherlich nicht so gut sie heut zu Tage, aber in SE kehrte seit 1870er Wohlstand ein. Also es gab keinen Nahrungsmangel.

Kartoffeln
Brot
Käse
Gemüse
Fleisch (gab es nur Sonntags, wäre sonst zu teuer)

Kommentar von LukDill02 ,

Sorry meinte nicht SE sondern DE

Antwort
von Gingerale3, 23

also jeden tag fleisch gabs ganz klar nicht, das war viel zu teuer. vermutlich wurden auf jeden fall viele kartoffeln verputzt.

Kommentar von JohnnyAwesome ,

:/ hm und was noch?

Antwort
von Horstelchen, 4

Die damalige Ernährung ist nicht vergleichbar mit der heutigen, da sie viel ausgeglichener und gesünder war. Wenig Fleisch und Fisch, dafür viel Obst, Gemüse und Teigwaren. Fisch wurde eh meist nur im Norden oder in Großstädten gegessen und Tiere haben nicht in Massentierhaltung gelebt. Das Fleisch für die Großstädte kam aus so genannten Großbetriebe, die jedoch in ihrem Außmaß nicht mit den heutigen Zuständen zu vergleichen sind. In Kleinstädten und Dörfern kam das Fleisch vom Bauern oder aus der Eigenhaltung, also ohne Medikamente vollgepumpt, ohne genmanipuliertes Futter von Monsanto und ohne die Umwelt belastende Transportwege (was auch für die oben genannten Großbetriebe galt). Der Bauer war zu dieser Zeit noch ein angesehner Beruf, da er mit für das wohl der Gemeinschaft sorgte (und nicht Aldi). Das ganze Dorf erntete zusammen und war somit an fast allen Produktionsgängen beteiligt (Bewegung und Ernährung). So gab es gerade in Großstädten oft eine niedrigere Lebenserwartung als im Dorf und man wunderte sich über Geschichten von 100jährigen Kauzen die immer noch aktiv auf dem Feld die Sense schwangen. Auch wurde in Kleinstädten und Dörfern zusammen geschlachtet und das Fleisch an die Helfer verteilt, oder man verwendete es noch als Tauschmittel. Gerade im Osten oder Norden, wo die Landwirtschaft einen hohen Stellenwert besaß, war die Landschaft von s.g. Rittergütern geprägt. Diese Junker, denen daß Anwesen gehörte, verwalteten eine große Fläche an Land und stellten diese den Bauern zur Verfügung und konnten sich so auch vor Landtagen und Gerichten für seine Rechte einsetzen. Und auch hier gab es durch die enge Gemeinschaft eine Verteilung der Lebensmittel. In der Großstadt hingegen war die Ernährung schon um einiges schlechter, aber auch immer noch nicht zu vergleichen mit heutigen Umständen. Die wohlhabenere Schicht konnte sich meist eine gute Ernährung leisten, wenn sie wollte und konnte trieb sie Sport und ging oft außerhalb des Hauses Essen. Zwar litt schon diese Schicht unter einem leichten Bewegungsmangel, man glich dies aber gut mit dem Militärdienst aus. Das durchschnittliche Bürgertum ernährte sich ein wenig einfacher. Internationale Küche war dort eh verpönt und einfachere Kost galt als modern. Die untere Schicht, "die Arbeiterklasse", litt leider noch unter vielen Mangelerscheinungen, da sich einige immer noch nicht alle Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge leiste konnten. Zwar gab es dank Bismarck ein Sozialsystem, daß auch stetig erweitert wurde, und auch firmeninterne Sozialsysteme, siehe Krupp, aber um 1890 vermerkten noch viele Ärtzte Schwäche- und Krankheitserscheinungen hervorgerufen durch zu lange Arbeitszeiten und zu schlechtes Essen. Obwohl gesund, kann eine Mahlzeit die hauptsächlich aus Kartoffeln und Brot besteht, den Körper nicht zufrieden stellen. Dennoch konnten diese Probleme bis 1914 weitgehend beseitigt werden, bis aber der Krieg ausbrach und alles erreichte wieder zerstörte. Auch kamen in diesen Tagen die ersten deutschen Konserven auf den Markt mit Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse. Der Inhalt dieser war in der Anfangszeit aber oft nach nur wenigen Tagen ungenießbar und viele Ärtzte nahmen verwundert die Beschwerden ihrer Patienten zur Kenntnis. Dennoch war der Siegeszug der Konverse unaufhaltbar und gerade für Speditionen, die mit Fisch neue Absatzmärkte (Dorf, Kleinstadt) erobern wollten, war die Erfindung ein Segen, obwohl es lange brauchte die Landbevölkerung an Fisch, den sie nicht kannten zu gewöhnen (Was der bauer nicht kennt, ...).

Antwort
von tanztrainer1, 10

Fleisch gab es meist nur an Sonn- und Feiertagen, daher die Bezeichung Sonntags- oder Festtagsbraten. Es gab viel Brot. Gemüse und Obst wurde oft selbst angebaut. Und dann gab es nicht immer alles zu kaufen, damals ernährte man sich eben so, wie das Obst und Gemüse gerade Saison hatte. Es würde auch so gut wie nichts importiert.

Leben Deine Großeltern noch, frag doch bei denen nach. Gerade während des WK2 waren Lebensmittel rationiert. Es gab solche Karten, wo man immer nur eine bestimmte Zuteilung bekam. Man konnte aber auch Pech haben, dass es im Geschäft schon alles aus war.

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