Frage von LilaBerlin, 50

Wie ernähre ich mich nach einer Dünndarmresektion?

Hallo, da ich jemanden in meiner Familie habe, dem während einer Darm-OP sechs Meter Dünndarm entfernt worden ist interessiert es mich sehr wie sich derjenige am besten ernähren sollte. Vor allem interessiert es mich wie man Mangelerscheinungen am besten vorbeugen kann? Ist es sinnvoll sich regelmäßig durchchecken zu lassen? Bluttests o.ä.? Nur zur Info, derjenige hat keinen künstlichen Darmausgang, zum Glück.

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von Wammaddu, 25

Hallo LilaBerlin,

wow, eine Resektion des Dünndarms ist schon ein krasser Eingriff. Der Dünndarm ist in puncto Verdauung noch um ein Vielfaches wichtiger, als z.B. der Dickdarm. Daher ist es umso wichtiger zu wissen, WAS der Dünndarm normalerweise eigentlich so verdaut und auf dieser Basis dann seine Ernährung anzupassen. Wirklich verwunderlich, dass das deinem Vater niemand erklärt hat... O_O

Aber mal was anderes: 6 Meter Dünndarm?! Der komplette Dünndarm hat bloß 3 (maximal 5) Meter... also was bitte haben die ihm denn da entfernt? Ich glaube, da hat sich irgendwer verhört oder was falsch verstanden... aber egal, gehen wir mal weiterhin von einer Dünndarmresektion aus...

Der Dünndarm resorbiert in der normalen Verdauung vor allem die wichtigen Nährstoffe. Das heißt, die meisten Nährstoffe, die vorher schon vorverdaut wurden, wandern nun durch die Dünndarmwand in den Körper. Wenig/ kein Dünndarm = wenig/ keine Nährstoffaufnahme. Dazu zählen vor allem Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, die Vitamine A, B, C, D, E und K, sowie bestimmte Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, etc.).

Bei der Ernährung kommt es jetzt ganz stark darauf an, welcher Teil des Dünndarms mit entfernt wurde, bzw. wie viel Prozent des Dünndarms noch erhalten geblieben sind. Bei mind. 50% Erhaltung ist keine übermäßig spezielle Diät von Nöten. Alles darüber hinaus hat Nährstoffmangel zur Folge, weil durch die verkleinerte Fläche nicht mehr genug resorbiert werden kann. Auf jeden Fall gilt:

  • leicht verdauliche Vollwert-Lebensmittel (nichts scharf Gebratenes, nichts Fettes, nichts stark Zuckerhaltiges) - aber kalorienreich!
  • Ballaststoffe nur in "flüssiger" Form - zum Beispiel Früchte
  • möglichst isotonische Getränke wie Fruchtschorlen
  • besser mehrere kleine Mahlzeiten, als nur 3 große
  • Trinken nicht zum Essen, sondern zwischen den Mahlzeiten
  • Milch und Milchprodukte meiden

Lasst euch bitte auch nochmal vom Arzt beraten - es kommt wie gesagt stark darauf an, welcher Teil des Dünndarms entfernt wurde!

Kommentar von LilaBerlin ,

Uff, welchen Teil des Dünndarms es war kann ich nicht sagen. Ok, dann waren es halt vier Meter, auf jeden Fall hat er nur etwas weniger als einen Meter davon. War alles nekrotisiert. Die Ursache war ein Mesenterialinfarkt, auf die letzte Minute wurde der Mist erkannt...Das ganze ist schon 3,5 Jahre her...er isst genauso wie vorher, hat über die Jahre hinweg stetig abgenommen, nun ist sein Gewicht aber seit einem halben Jahr konstant. Was schonmal ein gutes Zeichen ist. Mit dem Rauchen hat er auch aufgehört, eventuell ist sein Gewicht deshalb auch konstant.

Nur wirkt er oft müde, gereizt, seine Haare fallen ihm nun langsam aus und sein Hautbild ist eher schlecht...

Anfangs hat ihm der Arzt Magnesium verschrieben, mehr ist da wirklich nicht passiert! Keine Beratung, keine Gesundheitskontrolle im Nachhinein. Verstehe da aber meinen Vater auch nicht so ganz, dem Tod von der Schippe gesprungen...

Kommentar von Wammaddu ,

Hm, dass er stark abgenommen hat, ist verständlich. Schließlich kann er bei so viel verlorenem Dünndarm kaum mehr Nährstoffe aufnehmen. Und das zehrt natürlich am Körper. Haarausfall und schlechtes Hautbild sind sehr klassische Anzeichen für einen Vitamin- und Mineralstoffmangel - auch verständlich, da er davon kaum mehr etwas aus der Nahrung resorbiert. Das Problem ist: Wenn der Arzt ihm Magnesium oral (!) verschreibt - also in Tablettenform z.B. - wird ihm das kaum etwas bringen. Schließlich geht das eben auch den normalen Weg der Verdauung - also über den Dünndarm, wo es wiederum kaum mehr aufgenommen werden kann. Sinnvoll wäre es, sich alle paar Wochen/ Monate mal eine Vitaminspritze beim Doc zu holen. Gespritzt umgehen die Inhaltsstoffe den Verdauungstrakt und können ergo vom Körper auch aufgenommen werden.

Dass dein Vater sein Gewicht jetzt hält, ist gut. Als "Reserve" wäre es natürlich noch besser, wenn er auch wieder etwas zunähme (es sei denn, er hat ohnehin Gewichtsprobleme). Daher am besten leicht verdauliche, hochkalorische Nahrung. Avocado z.B. ist DAS "Krankheitsessen" schlechthin. Viele gesunde Fette, viele Kalorien, belastet den Verdauungstrakt aber gleich Null.

Wünsche deinem Vater alles Gute - und dir auch!

Antwort
von peterobm, 36

das bekommt dein Familienmitglied vom Doc alles bestens erklärt. 

wer ist das denn? du selbst ...

Kommentar von LilaBerlin ,

mein Vater, das ganze ist schon Jahre her....nichts bekam er erklärt...er darf alles essen was ihm bekommt. Das ist für mich keine Beratung...

Kommentar von peterobm ,

eine Resektion kann verschiedene Ursachen haben. Ihm wurde bestimmt etliches erklärt. http://www.gesundheits-lexikon.com/Orthomolekulare-Medizin-Vitalstoff-Medizin/Kr...

https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnndarm

Kommentar von Saminabekim ,

Mein SV hat vor paar Monaten eine Dickdarmresektion bekommen und
Sein Bettnachbar eine Dünndarmres.  also sein Nachbar hat vielmehr verboten bekommen zu essen als mein SV... Normalerweise wird man aufjedenfall beraten.
Wenn das jetzt nicht der Fall war bei deinem Vater, würde ich seinen Hausarzt fragen.
Entweder berät er ihn oder eine fachmännische Person tut das, muss halt erst dort hin überwiesen werden.
Lg

Kommentar von LilaBerlin ,

Er hatte einen Mesenterialinfarkt....es ist ja schon 3,5 Jahre her, nur mich interessiert es einfach, weil ich denke er leidet an Vitaminmangel, obwohl sein Immunsystem relativ fit ist. Nur wirkt er oft müde und frustriert, ich denke das hat auch damit was zu tun...

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