Eveline am 22.08.2008 um 10:29 Uhr
Märchen sind beliebt, aber manchmal fällt einem zu den alten Begriffen einfach keine kindgemäße Erklärung ein. Wie würdet dieses "Wesen" einem 5-jährigen erklären?

Gevatter Tod ist derjenige, der die Menschen holt, wenn ihre Zeit auf Erden abgelaufen ist.

Zur "Mutter Natur" gehört der "Gevatter" Tod - weil alles, was auf dieser Erde lebt (Menschen, Pflanzen...) irgendwann vergehen.
kiralee am 22. August 2008 10:34 vergeht statt vergehen :-)

Das ist ein Wesen, das die Menschen abholen will, um mit ihm in das Reich der Verstorbenen zu gehen?! Puh, das ist echt schwer...

Es gibt ein Märchen der Gebrüder Grimm mit gleichem Titel: Gevatter Tod.

Der kurze Besuch eines Engels
Es war Abend. Nanina saß in ihrem Bett und sah sich ein Märchenbuch an. Das Bett war ein Klappsofa und gehörte Oma. Nanina war vier Wochen lang bei ihr zu Besuch. Eben kam Oma herein und brachte einen Schlaftrunk, einen Vaveine-Tee. Nanina nahm den Becher und sagte: „Jetzt kommt Mama bald und holt mich ab.“ „Woher weißt du das denn? Sie hat doch gar nicht angerufen " Nanina verstand nicht, warum Oma so komisch fragte. Ich weiß es eben", sagte sie und schien eifrig das Märchenbuch zu betrachten. Oma hatte ein feines Gespür für das, was wichtig war „Ich möchte dir gerne eine Geschichte erzählen“, sagte sie. Nanina sah ins Märchenbuch „Es war einmal ein Enger“, begann Oma, der wollte gerne ein Mensch werden. Aber er wollte auch wieder nicht. Er wollte so gerne zu den guten Menschen auf die Erde. Aber er wollte nicht den Krieg und all das Kaputte. Das gefiel ihm nicht so. Drum wollte er nicht. Dann wollte er wieder. Dann wieder nicht. Er konnte sich einfach nicht entscheiden." „Da ging es ihm ja wie mir manchmal, wenn ich nicht weiß was ich machen soll“ sagte Nanina. „Der Engel fragte andere Engel, was er machen solle. „Geh mal zu Besuch. Dann wirst du schon sehen", sagten die. Als der nächste Regenbogen kam, ging also der Engel darauf zur Erde. Er ging zu Mama weil die so nett ist. Es dauerte eine Weile. Es ist nämlich nicht leicht, ein Mensch zu werden. Als er dann endlich ein Mensch war, gefiel es ihm nicht. Er merkte, das er kein richtiger Mensch werden konnte". „Das ist doch aber schade“, sagte Nanina," Und Mama?“ „Mama gefiel er. Sie wollte ihn behalten, denn er sah so niedlich aus. Wie ein Engelchen eben. Sie hatte ganz vergessen, dass Besuch nie bleibt. Jeder weiß doch, dass Besuch kommt, mal langer mal kürzer bleibt und dann wieder geht. Der Engel blieb eine kleine Weile, und dann ging er wieder. Da haben Mama und Papa geweint. Der kleine Engel sagte: „Weint doch nicht. Wenn ihr so viel weint, dann kann ich nicht mehr fliegen. Dann sind meine Flügel zu schwer.“ Aber Papa und Mama mussten trotzdem weinen. Und damit du nicht auch weinst, darum bist du hier bei mir. Damit ich dir alles erklären kann.“ Nanina führte in ihrem Tee. „Haben sie jetzt aufgehört zu weinen?" fragte sie dann, und ihre Stimme war ganz klein. Ja, sagte Oma. "Jetzt haben sie verstanden, dass sie für kurze Zeit einen Engel zu Besuch hatten." Nanina war ganz still geworden. Sie wunderte sich, woher Oma das alles wusste. „Bin ich denn kein Engel gewesen?" fragte sie. „Nein", sagte Oma mit ihrer warmen Stimme. „Du bist doch ein Menschenkind Du gehörst auf die Erde. Aber Engel, weißt du, die kommen und gehen. Sie kommen oft, aber sie können nicht auf der Erde wohnen "' „Ich bin froh dass du mir das alles erzählt hast", sagte Nanina. Oma wusste nicht so ganz, was sie davon halten sollte. Sie nahm Nanina den Becher ab und legte das Märchenbuch auf den Tisch. Aber gerade, als sie Nanina noch einmal auf den Schoß nehmen wollte, hatte sie sich schon in ihre Kissen gekuschelt und war zufrieden eingeschlafen. Oma schrieb die Engelsgeschichte auf. Als Mama am nächsten Tag kam, um Nanina abzuholen, gab Oma ihr die Geschichte mit. Das war für Mama und Papa ein großer Trost, denn nun mussten sie nicht verstummen und nichts verheimlichen, sondern fanden Worte, um auch mit Nanina über alles reden zu können, was sie bewegte.
( Bezug: Krisenintervention )

Der holt die Toten zu sich in sein Reich. So würde ich das erklären, aber im Anschluss daran, immer etwas positives setzen, wie z. Bsp., die gute Fee, die einem Wünsche erfüllt und die kommen glücklicherweise in Märchen viiiel häufiger vor.

Gevatter Tod ist Schlafes Bruder, nichts Schlimmes, ganz natürlich. Nur die Dagebliebenen sind traurig, weil man mit den Weggegangenen nicht mehr reden kann! ;-)

Ich würd ja gar nicht so ein Brimborium darum machen. Gevatter Tod ist einfach eine Symbolfigur für den Tod, wie der bärtige Mann für Gott oder der mit den Hörnern für den Teufel.
Die meisten Kinder können die Tatsache, dass alles vergänglich ist, viel besser verarbeiten, als manche Eltern glauben.
naja wenn er mit dem tot vertraut ist... dann sowas wie der sensemann der die Seelen der Menschen ins Jenseits bringt oder so ähnlich... gibt ja auch verschiedene Interpretationen kommt drauf an was du vermitteln willst.
Genau der Sensenmann. Am besten noch Dracula und sonstige Vampire.Am besten sagt man dem 5 Jährigen anschließend noch "so, jetzt schlaf gut, ich mach jetzt das Licht aus ironie aus Manoman
wie schon gesagt es kommt drauf an was man erreichen will... und außerdem hat man wohl keine Angst wenn man sagt der kommt erst wenn man tot ist und tötet einen nicht und hilft einem ins jenseits zu gehen oder so ;-)

Es ist ein Märchen von den Gebrüdern Grimm. less es dir durch und erzähle ihnen mit deinen worten die geschichte.

das lässt sich schwer sagen, aber ich könnte Dir raten mal den Roman mit dem Titl "gevatter Tod" von Terry pratchett zu lesen, dann kommt man mit einer sehr Menschlichen "Tod-Variante" in kontakt und kann das dann an die Kids weitergeben, der arme Kerl muss halt nur einen Job erfüllen, den das Universum verlangt...
Zyklus/Band Scheibenwelt (4)
Autor Terry Pratchett
Original Mort
Erscheinungsjahr 1987, dt. 1990
Verlag Heyne
ISBN 3-453-04290-5
Subgenre Fun-tasy
Seitenzahl 329
link:
Sehr gutes Buch, aber wird glaube ich schwierig einem 5jährigem nahe zu bringen und ist auch eher etwas albern XD
Haaza am 22. August 2008 11:23 Ja klar, das Buch ist auch nicht das , worum es geht, aber vielleicht hilft die Einstellung zu Gevatter Tod, die der (Erwachsene) Leser bekommt, ihn als Naturgegeben und nicht unbedingt böse darzustellen...
auch gut
Gute Antwort
Weiß nicht, ob ich das so einem 5-jährigen Kind erklären würde. Kinder haben eine ausgeprägte Phantasie und je nachdem könnte eine solche Erklärung auch Ängste auslösen