Bei meiner Nachbarin liegt die Oma- also deren Mutter- im Sterben und sie sucht nach einer Möglichkeit, das ihren Kindern (vier und sechs Jahre) zu erklären. Bin da auch nicht so versiert. Schließlich wissen wir alle ja auch nicht so viel darüber... Wie sollte sie es also am besten erklären? Was meint Ihr?

Der kurze Besuch eines Engels
Es war Abend. Nanina saß in ihrem Bett und sah sich ein Märchenbuch an. Das Bett war ein Klappsofa und gehörte Oma. Nanina war vier Wochen lang bei ihr zu Besuch. Eben kam Oma herein und brachte einen Schlaftrunk, einen Vaveine-Tee. Nanina nahm den Becher und sagte: „Jetzt kommt Mama bald und holt mich ab.“ „Woher weißt du das denn? Sie hat doch gar nicht angerufen " Nanina verstand nicht, warum Oma so komisch fragte. Ich weiß es eben", sagte sie und schien eifrig das Märchenbuch zu betrachten. Oma hatte ein feines Gespür für das, was wichtig war „Ich möchte dir gerne eine Geschichte erzählen“, sagte sie. Nanina sah ins Märchenbuch „Es war einmal ein Enger“, begann Oma, der wollte gerne ein Mensch werden. Aber er wollte auch wieder nicht. Er wollte so gerne zu den guten Menschen auf die Erde. Aber er wollte nicht den Krieg und all das Kaputte. Das gefiel ihm nicht so. Drum wollte er nicht. Dann wollte er wieder. Dann wieder nicht. Er konnte sich einfach nicht entscheiden." „Da ging es ihm ja wie mir manchmal, wenn ich nicht weiß was ich machen soll“ sagte Nanina. „Der Engel fragte andere Engel, was er machen solle. „Geh mal zu Besuch. Dann wirst du schon sehen", sagten die. Als der nächste Regenbogen kam, ging also der Engel darauf zur Erde. Er ging zu Mama weil die so nett ist. Es dauerte eine Weile. Es ist nämlich nicht leicht, ein Mensch zu werden. Als er dann endlich ein Mensch war, gefiel es ihm nicht. Er merkte, das er kein richtiger Mensch werden konnte". „Das ist doch aber schade“, sagte Nanina," Und Mama?“ „Mama gefiel er. Sie wollte ihn behalten, denn er sah so niedlich aus. Wie ein Engelchen eben. Sie hatte ganz vergessen, dass Besuch nie bleibt. Jeder weiß doch, dass Besuch kommt, mal langer mal kürzer bleibt und dann wieder geht. Der Engel blieb eine kleine Weile, und dann ging er wieder. Da haben Mama und Papa geweint. Der kleine Engel sagte: „Weint doch nicht. Wenn ihr so viel weint, dann kann ich nicht mehr fliegen. Dann sind meine Flügel zu schwer.“ Aber Papa und Mama mussten trotzdem weinen. Und damit du nicht auch weinst, darum bist du hier bei mir. Damit ich dir alles erklären kann.“ Nanina führte in ihrem Tee. „Haben sie jetzt aufgehört zu weinen?" fragte sie dann, und ihre Stimme war ganz klein. Ja, sagte Oma. "Jetzt haben sie verstanden, dass sie für kurze Zeit einen Engel zu Besuch hatten." Nanina war ganz still geworden. Sie wunderte sich, woher Oma das alles wusste. „Bin ich denn kein Engel gewesen?" fragte sie. „Nein", sagte Oma mit ihrer warmen Stimme. „Du bist doch ein Menschenkind Du gehörst auf die Erde. Aber Engel, weißt du, die kommen und gehen. Sie kommen oft, aber sie können nicht auf der Erde wohnen "' „Ich bin froh dass du mir das alles erzählt hast", sagte Nanina. Oma wusste nicht so ganz, was sie davon halten sollte. Sie nahm Nanina den Becher ab und legte das Märchenbuch auf den Tisch. Aber gerade, als sie Nanina noch einmal auf den Schoß nehmen wollte, hatte sie sich schon in ihre Kissen gekuschelt und war zufrieden eingeschlafen. Oma schrieb die Engelsgeschichte auf. Als Mama am nächsten Tag kam, um Nanina abzuholen, gab Oma ihr die Geschichte mit. Das war für Mama und Papa ein großer Trost, denn nun mussten sie nicht verstummen und nichts verheimlichen, sondern fanden Worte, um auch mit Nanina über alles reden zu können, was sie bewegte.
Fresst mich nicht auf, aber ich habe den Bezug nicht mehr... Mal irgendwo kopiert... grrrrr

So kleinen Kindern würde ich sagen, dass die Oma im Himmel ist und von dort auf sie aufpasst. Und da die Oma so weit weg ist, kann sie nicht auf Fragen Antworten, aber sie hört zu, wenn die Kinder mit ihr reden.
Danke für diese Komentare...->> So lerne ich auch etwas dazu->>
@pippi: Deine Antwort gefällt mir prima! LG Mani
Sie geht wieder dahin, wo die Kinder gerade erst hergekommen sind und wird dort wiedergeboren. Dort trifft sie alle Menschen wieder, die sie liebt und das Licht, aus dem wir alle gemacht sind. Wenn man dann sein Herz offen hält und fröhlich ist, dann kann man sie sogar hören... man muss nur gut hinhören...
Schöne Antwort! Finde ich toll, so was wie 'das Licht, aus dem wir alle gemacht sind', hier zu lesen :-))
:) Achja übrigens, gibt ein sehr empfehlenswertes Buch von Neale Donald Walsh zum Thema Tod und Sterben, damit man versteht, wie es danach weitergeht usw. - Wenn ich mich recht erinner, gibt es darin sogar Tips, wie man mit Kindern umgehen kann, die das Erleben... bin mir da aber nicht so sicher
Es gibt ein sehr gutes Kinderbuchbuch mit einfühlsamen Bildern und Texten: ich glaube es heißt "Leb wohl kleiner Dachs"
Das hat uns auch geholfen es zu erklären.

Wenn man Kindern den Tod erklärt, ist es hilfreich, einfache Worte zu wählen und konkret zu sein. Wenn wir die Endgültigkeit erklären, gehört es dazu, ...
Der Mensch ist jetz Unsichbar, aber wenn du es dir ganz stark wünschst wird er/ sie immer bei dir sein.
Ich hab da mal ein schönes Bilderbuch gesehen, das heißt "Ente, Tod und Tulpe", wenn ich mich nicht irre. Der Tod ist da auch gar nicht erschreckend, wirkt fast niedlich in seiner Kittelschürze. Ich mag dieses Buch sehr.

Vielleicht ist hier was dabei:
http://www.gutefrage.net/frage/meinem-5-aehrigen-den-tod-erklaeren-aber-wie

meine Mama hat mir damals erkärt, das die Oma jetzt ganz fest schläft und ihr nichts mehr weh tut und es ihr so besser geht. Sie spürt nichts mehr. Als ich dann älter war, kamen natürlich neue Fragen, aber da konnte sie mir besser erklären, was beim Tod passiert.

Vielleicht ist hier auch etwas dabei, was man verwenden könnte:

in der grundschule hatten wir einmal ein buch vorgelesen bekommen und damals kam mir die tränen hoch versuche es mal mit einer geschicht ob aus einem kinder buch oder vielleicht selbst ausgedachte ich weiß wie der tod ist wenn man in einem halben jahr erst die oma und dann den onkel verliert
Als mein Vater gestorben ist, habe ich meine beiden Kinder, damals 1 Jahr und 3 Monate sowie 3 Jahre und 3 Monate immer wieder mitgenommen, so dass sie ihn kurz für wenige Minuten sehen konnten. Sie haben sich bei ihm angekuschelt und er hat sich über sie gefreut.
Kurz nach seinem Tod sind wir noch einmal dagewesen, und die Kinder durften ihn noch einmal sehen und seine Hand streicheln.
Sie haben gefragt, warum er nicht antwortet und sich nicht bewegt. Und ich habe gesagt, er ist gestorben und kann nicht mehr reden; aber er hat jetzt keine Schmerzen mehr und es geht ihm jetzt gut, weil er bei Gott ist.
Sie haben eine Weile still bei ihm gestanden, dann sind sie spielen gegangen.
Schwer war es eigentlich erst für sie, als der Opa nicht mehr im Schlafzimmer war; die Kleine kam und stand wie versteinert in der Schlafzimmertür und fragte nur: "Opa???"
Er wurde (zum Glück) noch einmal aufgebahrt, so dass die Kinder noch einmal Abschied nehmen konnten.
Es war also ein Abschied mit vielen kleinen Schritten - es hat ihnen sehr geholfen (und mir auch)!!!
Bei der Beerdigung gab es neue Fragen, denn wenn der Körper unter die Erde gelegt wird, wie kann er dann raus und zu Gott ... Aber das ist ein neues Thema ...

vielleicht kannst du beim WDR die 'Maus-sendung zum tod bestellen: armin maiwald erklärt das alles so rührend ich mußte gleich ein wenig schniefen. eine andere kindgerechte geschichte bietet der bayerische rundfunk in der reihe "willi wills wissen"

Einfach sagen, die Oma hat jetzt lange genug gelebt, sie möchte gerne in den Himmel, und wird von dort aus auf ihre kleine Enkelin aufpassen; sag' ihr, sie wechselt in eine bessere Welt, in der wir uns alle einst wiedertreffen werden - man kann sich also jetzt schon drauf freuen, die Oma wiederzutreffen....
hallo vielleicht passt das ja auch hierher , ich wollte ein sehr tröstendes Bilderbuch zum Thema Trauer / Tod weiterempfehlen weil ich denke, dass es auch vielen anderen ( gerade Familien ) bei der Trauerbewältigung und Verarbeitung sehr helfen kann . Das Buch heisst: "Grossmutter" http://www.amazon.de/Grossmutter-Kirsten-H%C3%B6cker/dp/3980412466/ref=sr19?ie=UTF8&s=books&qid=1234212111&sr=1-9 Ansonsten finde ich , dass es besonders in der Familie sehr wichtig ist, darüber zu reden, über den Tod, das "Danach", die Trauer. Liebe Grüsse opti
Ich weiß nicht, ob das weiterhilft - diejenigen, mit denen ich gesprochen hab, empfanden es als hilfreich (auch Erwachsene): Ich lag vor Jahren im Koma und ging durch diesen Tunnel in Richtung des Lichts. Die andere Seite war .. beruhigend, wunderschön. Ich lief auf Wolken, aber es war gleichzeitig eine Wiese mit Blumen. Ich weiss noch, daß 3 Engel auf mich warteten und mir die Hand reichen wollten. Einer sagte mir, dass meine Zeit aber noch nicht ran war und ich noch etwas vor mir hatte. Inzwischen fühle/weiß ich, dass das meine Oma war, die mich zurückgeschickt hat. Sie hatte ja Recht - ich bin seit der Zeit zwar Diabetiker, aber ich stand schließlich 4 Wochen vor meiner Hochzeit und war 10 Wochen später schwanger. Vielleicht gerade weil es keine Geschichte ist, gehen viele anschließend anders damit um. LG
Wie auch Erwachsene reagieren Kinder ganz verschieden auf den Tod. Mein Sohn war z.B. grad erst 2 geworden als mein Opa nach nem Schlaganfall verstarb. Er war nicht mit zur Beerdigung, weil wir davon ausgingen, dass er das ganze Ritual noch nicht verstehen kann und warum die Leute auf einmal weinen,er evtl überfordert reagiert. Hab ihm trotzdem mit wenigen Sätzen erklärt, dass Uropa tot ist und nichts mehr fühlt und denkt und das Tote in einer Kiste unter der Erde begraben werden. Er hat gespannt zugehört und dann war das Thema für ihn erstmal abgehakt. Ca 1 1/2 Jahre später sagte ich ihm das wir (zu seinem anderen) Uropa wollen und er sagte darauf ganz klar "Nein Mama , Uropa ist doch tot" Mein Nachbar dagegen hat mir erzählt das bei der Beerdigung seiner Mutter seine Nichte ihre 3 Jahre alte Tochter mit auf die Beerdigung genommen hat und diese toooootal überfordert war und Angst bekommen hat. In dem Alter der Kinder deiner Nachbarn schätz ich sind sie von der geistigen Entwicklung schon reif genug um die Zusammenhänge im Großen und Ganzen zu verstehn, wenn man sie ihnen erklären, sie vorbereiten würde. Kinder haben auch ein Recht darauf Abschied zu nehmen und zu trauern. Trauer ist etwas Gesundes, ein Prozess um etwas zu verarbeiten. Wenn wir Erwachsenen Kindern den Tod und die Trauer als einen natürlichen Vorgang vorleben, können diese ganz sicher auch selbst viel besser damit umgehn. Kinder vertrauen auf ihre Eltern und es kommt ganz allein darauf an inwieweit Eltern sich selbst auf dieses Thema einlassen können. Man sollte die Fragen der Kinder ehrlich beantworten und sich auch nicht scheuen zuzugeben, dass auch Eltern nicht auf alle Fragen eine Antwort haben, dass niemand weiß was Tod sein im Ganzen bedeutet. Die Kindheit ist schließlich auch ein wichtiges Fundament fürs weitere Leben. Man sollte den Kindern soviel Offenheit wie möglich bewahren, ermutigen auch über unangenehme Dinge nachzudenken. Alt sein und Sterben gehört zum Leben dazu und würde es von der Gesellschaft nicht so tabuisiert werden, wären auch sicherlich weniger Ängste vorhanden. Sich mit Alter und Tod auseinanderzusetzen heißt schließlich u.a. auch einen festen Platz im Leben zu finden. Deine Nachbarin könnt die Kinder erstmal behutsam im Gespräch mit ehrlichen Worten aufklären, Fragen beantworten und evtl auch n Buch zur Hilfe nehmen. Zur weiteren Verarbeitung könnte sie mit den Kindern Bilder zum Thema malen, gemeinsam mit den Kindern an die schönen Zeiten mit der Oma zurückdenken und evtl für und mit der Oma ein Ritual erstellen, das den Kindern ermöglicht von ihrer Oma nach und nach Abschied zu nehmen und nochmal für sie da zu sein, an ihrer letzten Zeit teilzuhaben, ein Ritual das dem Tod vielleicht auch ein bischen den Schrecken nimmt, dem Tod ein freundlicheres Gesicht schenkt... so komisch sich das jetzt auch anhören mag. Vielleicht gibt es ja auch irgendwas was die Oma besonders gern mag oder besondere Situationen mit der Oma die die Kinder mit ihr gemeinsam genossen haben?? Wünsch deinen Nachbarn viel Kraft und Mut!!!
Unsicher, denn sowas hab ich noch nicht erlebt?!!??

Hier ein Buchtipp: http://www.hausfrauenseite.de/buchtipps/tod.html
Ich habe mit den Kindern meiner kirchlichen Gruppen (6-12 Jahre) 6 Stunden zu dem Thema gearbeitet und das Material von der Sendung mit der Maus benutzt. "Die Geschichte von Katharina " ,Es war sehr gut.. Hier ist der Link: http://www.dvd-complett.de/die-maus-und-der-tod.html
Umgang der Kinder mit dem Begriff TOD (aus dem Buch „Da war es auf einmal so still“ von Linde Keyscrlink, Herder Verlag)
Kinder erleben den Tod nicht wie wir Erwachsenen. Je nach ihrem psychischen Entwicklungsstand nehmen sie dieses Ereignis sehr verschieden auf.
Bis zum dritten Lebensjahr kann das Kind nur sehr wenig mit dem Begriff des Todes anfangen. Es hält das Ereignis des Todes für reversibel. Jemand ist weggegangen und kann auch wieder kommen, wie beim Versteckspiel.
Erst mit dem vierten Lebensjahr bekommt es eine begrenzte Vorstellung vom Tod, aber ohne besondere Empfindungen. Etwas ist immer noch da, was man nicht sieht. Doch die unwiderrufliche Transformation begreift es immer noch nicht.
Mit dem fünften Lebensjahr verstehen Kinder, dass der Tod etwas Endgültiges hat. Tote Tiere atmen nicht, sind kalt und bewegen sich nicht mehr. Das sachliche Interesse am Todsein herrscht vor. Das Kind stellt viele Fragen. Eis sieht, dass Tod etwas mit Alter und Krankheit zu tun hat. Älteste sterben zuerst.
Mit dem sechsten Lebensjahr beginnt es, Gefühlsreaktionen auf Tod und Sterben zu zeigen. Es beschäftigt sich mit Todesursachen, mit Beerdigung und Begraben; fürchtet, dass vielleicht die Eltern sterben. Es glaubt aber nicht, dass es selbst stirbt (außer, wenn es schwer krank ist).
Mit dem siebten Lebensjahr vertieft sich das Verständnis. Das Kind zeigt Mitleid mit Sterbenden und Trauenden. Es fängt an, sich Gedanken darüber zu machen, was nach dem Tod sein wird, wo die Toten hingeben, wie Beerdigungsrituale ablaufen. ES überlegt, wie es selbst mit dem Ereignis in Verbindung steht, ob es Schuld daran trägt, ob es eine Bestrafung ist, weil der Verstorbene (Eltern - oder Großelternteil) böse mit ihm war. Es entwickelt Verlustängste, wenn es auf irgendeine Weise emotional unterversorgt ist.
Mit etwa acht Jahren wird dem Kind klar, dass alle Menschen, es selbst inbegriffen, einmal sterben müssen. Es sucht nach Gründen dafür. Seine oft prälogischen Überlegungen sind keineswegs ein Ausweichen vor der Wirklichkeit, sondern es reagiert so gut es kann.
Mit neun Jahren richtet sich der Blick des Kindes direkt auf den Tod, nicht nur auf die Begleitumstände. Es begreift ihn auch biologisch. Dennoch bleibt etwas unbegreifliches. Lange bevor sich das Abstraktionsvermögen entwickelt, muss das Kind bereits Elemente der Todesvorstellung seiner Kultur und Umgehung aufnehmen. Sie sind schon da, ehe die Logik reif genug ist, sie anzunehmen and zu füllen. Besonders; um das neunte Jahr herum, kann das zu erheblichen Ängsten führen, wenn keine Hilfe angeboten wird.
diesen Beitrag habe ich mir kopiert. Er ist sehr wertvoll. Vielen Dank.
Das ist eine schöne Geschichte, DH!
Danke. Ich finde sie immer wieder beeindruckend.
DH!