Alles zu erklären wäre eine längere Geschichte... Die Kurzfassung: Der Opa von meinem Lebenspartner ist gestorben. Mein Kleiner (5) und ich kannten ihn erst seit 1 1/2 Jahren. Dennoch ist es sehr schwer für uns seinen tot zu verarbeiten. Zur Trauerfeier war mein Sohn gerade im Urlaub bei seinem Papa. Die Urnenbeisetzung ist aber nächsten Mittwoch. Für meinen Sohn kommen alle die sterben in den Himmel. Der kleine möchte unbedingt mitkommen zur Beisetzung weil er dem Opa nochmal Tschüß sagen möchte und die Omi trösten möchte... aber ich befürchte er stellt fragen auf die mir keine gescheite Antwort einfällt... also: Wie erkläre ich ihm was in der Urne ist? - immerhin ist der Opa (laut aussage meines Sohnes) ja vom Krankenhaus aus in den Himmel geflogen.
Na,den Körper konnte der Opa nicht mitnehmen, als er in den Himmel geflogen ist - der war zu schwer. (Deshalb können Menschen ja auch nicht fliegen.) Der leere Körper ist jetzt in dieser Urne und wird beerdigt, damit die Menschen , die zurück bleiben, eine Stelle haben, wo sie dem Opa Blumen hinlegen können.

Sag ihm das die Seele seines Opas im Himmel ist und das sein Körper auf der Erde geblieben ist und verbrannt wurde, weil der zu schwer zum fliegen war...
donnerunddoria am 17. Oktober 2008 01:27 "..... und verbrannt wurde" macht so einem kleinen Kind Angst. Wir haben in so einem Fall gesagt: die Seele ist hoch zum Himmel geflogen zum lieben Gott und der seelenlose Körper vom Opa jetzt ganz klein gezaubert worden, damit er in die Urne passt.
BonniedieZweite am 18. Oktober 2008 15:14 kommt auf den Glauben an, Diskussionen darüber sind eh sinnlos, darum lass ich es lieber. Und wenn man seinem Kind erklären kann, das ein Toter, weil er keine Seele mehr hat, auch nichts mehr fühlt, dann kann man seinem Kind auch erklären das der Körper verbrannt wird... Aber so würde ICH es MEINEM Kind erklären, ist keine Generalanleitung....

Es gibt ein recht schönes Bilderbuch, das ich bei meiner Arbeit in einem Kindergarten entdeckt habe. "Abschied von Rune": (Hier ein Text über das Buch:
Abschied von Rune Marit Kaldhol (Text) Wenche Øyen (Bild)
Sara und Rune leben in einem norwegischen Dorf und sind eng befreundet. Eines Tages muß Sara beim Spiel an einem Seeufer erleben, wie ihr bester Freund ertrinkt. "Er kann nichts mehr sehen und nichts mehr hören. Er kann nicht mehr gehen oder laufen oder spielen. Er wird Sara nie mehr anlächeln und sie nie mehr umarmen. Rune ist tot."
Die unbarmherzigen Worte lesen wir zu Anfang der Geschichte, die nun den "Abschied von Rune" mit dem Gottesdienst in der Kirche und der Bestattung auf dem kleinen Dorffriedhof in vielen Bildern beschreibt. Sara fühlt sich geborgen bei einer liebevollen Großmutter und Mutter, trotzdem bleibt ihre Trauer groß und unaussprechlich. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, im Frühling, als wieder erste Blumen den lichten Friedhof bedecken, erzählt die Mutter Sara etwas über den Kreislauf der Erde und des Lebens.
Thematischer Schwerpunkt:
Das Besondere des Buches bleiben die großen, expressiven Aquarell- zeichnungen, die alles leicht verschwommen, wie durch einen Schleier abbilden. Sie zeigen uns die Riten, die den Tod eines Menschen begleiten, die Trauernden zusammenführen, und heben ebenso die Einmaligkeit des individuellen Lebens und Sterbens hervor. Zwei Doppelseiten mit dunklen Schwarz-weiß-Illustrationen ohne Text bilden einen langen nordischen Winter ab, Bilder einer sprachlosen, kindlichen Trauer. Später blicken wir auf große, malerische Abbildungen einer lichtgrünen Landschaft, über der Frühling liegt, eine erste zaghafte tröstliche Botschaft; erst auf dem Schlußbild wird sich die kleine Sara erleichtert an den großen Rücken ihrer Mutter schmiegen.
Dieses Bilderbuch und sein Text in der hervorragenden Übersetzung von Angelika Kutsch hat auch 12 Jahre nach er Ersterscheinung nichts on seiner Kraft verloren. Der schmerzliche Abschied von einem Kindheitsgefährten erhält eine christliche Dimension der Tröstung in der genauen Darstellung einer Beerdi- gung, Trost bietet später auch die suggestive Darstellung einer neu erwachenden Natur.
Barbara von Korff-Schmising
Zielgruppe:
Kleine Kinder sollten das Buch beim ersten Mal nicht ohne die Begleitung Eines Erwachsenen in die Hand nehmen. Kinder, die einen ihnen nahestehenden Menschen frühzeitig und unerwartet verloren haben, können hier viele ihrer Gedanken wiederfinden, über die sie vielleicht angesichts von Sara Schrecken zu sprechen beginnen. Die großflächigen Illust- rationen mögen darüber hinaus eine Anregung sein, sich eigene Eindrücke und Erinnerungen nach den schönen Vorbildern von der Seele zu malen. Ab 4 Jahren.

nimm ihn mit und beantworte ihm seine fragen, so gut du eben kannst. die große sorge meiner tochter war, ob oma im himmel auch genug zu essen bekommt....das war schon sehr rührend
Ehrlich sein hilft! Dein Sohn ist interessiert, also sag ihm die Wahrheit, aber kindgerecht, einfach. Vielleicht so: Ja der Opa ist im Himmel die Urne mit seiner Asche setzen wir hier bei, weil es für uns wichtig ist, dass etwas von ihm auch bei uns bleibt, damit wir ihn besuchen können...
sag ihm die Wahrheit - dass kein Mensch -auch sein Opa nicht, wirklich stirbt, sondern nun in einem anderen Land ohne seinen Körper und Probleme lebt und seinen Enkel im Traum besuchen wird

wenn der Kleine dies so sagt, dann unterstütze ihn bei dem Gedanken und erkläre, daß der Opa von Wolke 7 aus auf ihn herunterguckt und sich freut wenn es dem Kleinen gut geht
eine Erläuterung zu Urnen und Särgen und die Teilnahe an der Bestattung betrachte ich it 5 Jahren als wesentlich zu früh..
Findest Du echt zu früh? Ich denk, da gibts kein "zu früh". Der Tod gehört dazu, auch mit Trauer und Tränen und Hilflosigkeit. Meist können die Kinder gut damit umgehen, wenn man sie lässt.

Nur nichts von Verbrennen sagen!erzähle das in der Urne Opas Lieblings Gegenstände sind,damit ihr immer eine Erinnerungsstätte habt,wo ihr den Opa besuchen könnt!
Das mit dem Verbrennen find ich auch schwierig. Aber lügen find ich auch nicht okay. Oben sind sind bessere Vorschläge.
vom verbrennen möchte ich auch nicht erzählen. für ein kind ist verbrennen etwas was weh tut - und keiner möchte doch dem opa weh tun.
Das klingt schwierig. Es gibt eine Reihe Bücher dazu, Kindern den Tod - vielleicht nicht zu erklären, aber begreiflich zu machen. Dein Sohn scheint sie allerdings, wie ich das verstehe, gar nicht zu brauchen: Er hat ja ganz klare Vorstellungen, was passiert und wie er damit umgehen will. Find ich super! Fragen hat er bestimmt, aber nicht immer braucht es eine korrekte Antwort. Manchmal reicht auch zu sagen, dass man die Frage gut findet, aber leider auch nicht beantworten kann. Hilft das?
Seine Seele ist im Himmel Und er ist immer bei Dir. Was wir da begraben ist die Asche seiner Hülle. L.G.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Kleine überhaupt mit auf den Friedhof gehen soll. Meine Oma starb, als ich 7 Jahre war und meine Eltern nahmen mich auch mit zur Trauerfeier. Ich fand das damals alles sehr verwirrend und beängstigend. Um mich herum weinten alle Leute und eine ältere Frau wurde sogar bewußtlos. Ich habe nächtelang nicht richtig schlafen können, auch wenn meine Eltern versuchten, mir alles zu erklären. Natürlich müßt Ihr Euren Sohn selbst besser einschätzen können. Ich hätte es mit meinen Kindern nicht gemacht.
Normalerweise halte ich nichts davon, kleine Kinder mit zu einer Beerdigung mit zu nehmen, weil da ja auch Emutionen, bei einem selbst hoch kommen, allerdings scheint es sich dein Sohn zu wünschen, um für seine Oma da zu sein und sie zu trösten ( Respekt ). Ich sage meinen Kindern immer, das ist diesem Fall, der Opa ( wir haben es mit der Oma durch ), nun im Himmel ist. Das er immer schaut was sein Enkel so macht und auf ihn aufpasst. Das der Opa trotzdem immer für ihn da ist und er auch mit ihm reden kann, aber der Opa nicht antworten kann. Na ja..manchmal hören gerade Kinder, ihre verstorbenen. Das so lange man, an den Opa glaubt, er im Herzen weiter lebt und gar nicht richtig tot ist....alles Gute.
Wunderschöne Erklärung - DH....
Das ist wirklich eine schöne erklärung. Vielen Dank! :)