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Wie erkläre ich diese Frage meiner Tochter 7 J. / Warum lässt Gott sowas zu???

gefragt von LeoMamaLeoMama am 20.09.2008 um 19:04 Uhr

Der Cousin meiner Tochter (ebenfalls 7 J.) ist an einem Hirntumor erkrankt. Operation, Chemo, mit allen Auswirkungen. Er ist halbseitig stark beeinträchtigt, ist von einem Tag auf den anderen ein "anderes Kind" für meine Tochter. Sie hat grosse Berührungsängste ihm gegenüber, obwohl sie "davor" ein inniges Verhältniss hatten. Ich spreche offen mit ihr...auf die Frage ihrerseits "Warum lässt der liebe Gott sowas zu" wusste ich nicht wirklich eine Antwort. Wir sind nicht "christlich" in dem Sinne, aber meine Kleine hat ein Faible für Religion, Bibelgeschichten etc. Was kann ich Ihr antworten???


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bkdued
beantwortet von bkdued am 20. September 2008 19:15
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Dass Gott nicht vorgesehen hat, dass unsere Welt ein Paradies ist, es gibt Krankheiten, schlechtes Wetter, böswillige Menschen, gedankenlose und dumme Mitmenschen, mächtige Politiker und Konzerne, die die Nahrung auf der Erde ungleichmäßig verteilen. Er hat auch nicht vorgesehen, dass Menschen durchschauen, was ihnen auf Erden passiert.

Möglicherweise sind die Menschen auf der Welt, um zu lernen, dass man auf andere Menschen angewiesen ist, dass alles was man tut, füher oder später, direkt oder indirekt Auswirkungen auf anderen Menschen hat, und dass die Beziehungen zu anderen (Hilfe, Liebe) das einzige ist, was immer Bestand hat, egal wie sich die äußeren Lebensbedingungen ändern. Vielleicht will Gott mit der Erkrankung des Cousins prüfen, wie sehr seine Verwandten und Freunde zu ihm stehen, wie sie ihn liebhaben und ihm helfen, OBWOHL er anders ist als anderen Kinder.

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 20. September 2008 19:18

Ich werde versuchen, Ihr das so rüber zubringen. Es ist auch meine Meinung, aber dass immer so kindgerecht zu verpacken, ist manchmal schwer.

Kommentar von A0fc7a6b9daf733da0cf5d86e1f16950smallmoon73 am 20. September 2008 19:39

"Vielleicht will Gott mit der Erkrankung des Cousins prüfen, wie sehr seine Verwandten und Freunde zu ihm stehen, wie sie ihn liebhaben und ihm helfen, OBWOHL er anders ist als anderen Kinder."
Das heißt also mit anderen Worten : Gott stellt in Frage, dass der Cousin von seiner Mutter , seiner Cousine, seine Liebsten nicht genug geliebt wird? Deshalb muß der Cousin mit seiner schlimmen Krankheit dafür leiden, nur weil Gott seine Verwandten und Freunde prüfen will??


vollimleben
beantwortet von vollimleben am 20. September 2008 19:08
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Das Gott Dafür nichts kann,Menschen würden krank,das macht nicht Gott!Gott hat dafür menschen geschaffen,die Ärzte geworden sind,damit sie den Erkrankten helfen gesund zu werden!

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 20. September 2008 19:09

Das gefällt mir...vielen Dank! DH

Kommentar von E7833c8129179618ea8f8203252a8524smallvollimleben am 20. September 2008 19:12

Wenn du es anders machst,wird sie fragen:warum heisst es dann:lieber Gott??Alles selbst erlebt!

Kommentar von Simple_avatar10smallbkdued am 20. September 2008 19:23

Man kann nicht als Mensch bestimmen, in welchen Lebensbereichen Gott allmächtig ist und in welchen nicht. Die Argumentation mit den Ärzten ist in sich nicht logisch. Man schafft Ärzte, damit die etwas tun, was nicht notwendig wäre, hätte man nicht vorher Krankheiten geschaffen. Da stellt sich ja neuerlich die Frage, warum so umständlich?

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 21. September 2008 11:22

Das stimmt auch wieder..kann nur hoffen, dass sich diese neuerliche Frage meiner Tochter nicht stellt !


Urbanessa
beantwortet von Urbanessa am 21. September 2008 02:53
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Für mich selber (ich war ein agnostisches Kind in einem "milde" frommen Haushalt) war eine ähnliche Situation ausschlaggebend für meine Überzeugung, dass es keinen Gott gibt. Denn wenn es einen Gott gäbe, der allmächtig wäre, so dachte ich mir, dann würde er in der Tat verhindern (können), dass solche schrecklichen Dinge passieren. Verhindert er es nicht, gibt es im Grunde nur zwei Antworten: (a) Es gibt keinen Gott. (b) Es gibt zwar einen Gott, aber er ist kein guter, menschenfreundlicher, barmherziger Gott, sondern ein grausamer Gott. An (b) wollte ich nicht glauben, also galt von da an für mich (a). Da war ich 11 Jahre alt.

.

Vielleicht ist Deine Tochter an diesem Punkt, an dem sie die Existenz eines Gottes anzweifelt. Wenn dem so ist, dann würde ich ihr diesen Schritt auch erlauben. Oder sie glaubt fest an eine göttliche Existenz. Dann könntest Du vielleicht versuchen ihr zu erklären, dass Gott in dem Moment, als Dein Neffe erkrankte, an einer anderen Stelle noch notwendiger gebraucht wurde und deswegen seine schützende Hand nicht über Deinen Neffen halten konnte, dass er aber zuversichtlich ist, dass die Ärzte dem Jungen helfen. Oder Du könntest versuchen, Gott zu "vermenschlichen", indem Du erklärst, dass auch der liebe Gott manchmal Fehler macht. Vielleicht war er müde oder abgelenkt? Aber er gibt sich Mühe, dem Jungen und seinen Freunden und Verwandten jetzt Kraft zu schenken, damit alles wieder gut wird.

Kommentar von D48e2ba0d2b968305a5b46bb1887a5a9smallUrbanessa am 21. September 2008 02:57

Oh, und gute Besserung für den kleinen Jungen! Ich hoffe, es geht ihm bald wieder gut und der Tumor kann restlos und ohne dauerhafte Folgen beseitigt werden.

Kommentar von A0fc7a6b9daf733da0cf5d86e1f16950smallmoon73 am 21. September 2008 08:59

Das hast du sehr schön formuliert.

Kommentar von rocky91 am 21. September 2008 13:32

njaa das gott fehler macht oder jemand ihn wichtiger braucht oder er abgelenkt , müde oder sonstiges würd ich jetzt net erzähln weil das stimmt gar nicht. weil gott ist jeder mensch wichtig und er hilft jedem. ich find den tipp GANZ OBEN am besten!! vll solltet ihr beide miteinander mal beten (falls du nichts dagegen hast) und gott drum bitten das er ihm hilft! von mir auch gute besserung!

Kommentar von D48e2ba0d2b968305a5b46bb1887a5a9smallUrbanessa am 21. September 2008 18:22

@ rocky91: Wenn Gott jeder Mensch wichtig WÄRE und wenn er alles sehen WÜRDE und wenn er unfehlbar WÄRE und niemals Fehler machen WÜRDE (vorausgesetzt, es gäbe einen Gott), dann würde ein siebenjähriger kleiner Junge nicht an einem Hirntumor leiden. Es sei denn, dieser unfehlbare, alles sehende Gott pfeift auf den kleinen Jungen. Und sieht tatenlos zu, wie der Kleine und seine Umgebung leiden. Das wäre dann ein grausamer, ja, gemeiner Gott. Und auf SO EINEN Gott sollten die Menschen wiederum pfeifen.

.

So oder so: Es geht hier darum, einem kleinen Mädchen die Situation für ihre Kapazitäten verständlich zu machen, ohne sie zu ängstigen. Zu sagen "Gott wacht über sechs Milliarden Menschen, und einmal hat er wohl einen Fehler gemacht", das finde ich - für die Lütte - begreifbar.


hotguenther
beantwortet von hotguenther am 20. September 2008 19:05
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Kann man die Sache mit Gott da nicht einfach rauslassen? Ich finde, eine richige Antwort gibt es da nicht. :/

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 20. September 2008 19:07

Das mit Gott kam alleine von Ihr!


Moeppi06
beantwortet von Moeppi06 am 20. September 2008 19:06
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Puh, schwere Frage. Das muß man halt "kindgerecht" gestalten. Viel Erfolg!


eltenjohn
beantwortet von eltenjohn am 20. September 2008 19:08
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jeder Tag wird bestimmt von Werden, und Vergehen ....warum sollten wir Menschen eine Ausnahme sein ...

Kommentar von maganz am 20. September 2008 19:30

Willst Du das Kind zusätzlich ängstigen, indem Du bei Krankheit gleich vom Tod sprichst?


moon73
beantwortet von moon73 am 20. September 2008 19:12
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Einfach die Wahrheit sagen, es war nicht Gott, der den Jungen krank gemacht hat, sondern eben die Krankheit. Es gibt viele Krankheiten Grippe, Masern, Windpocken, Husten , Schnupfen - diese Krankheiten kommen auch nicht von Gott. Das er den Tumor bekommen hat ist einfach Schicksal, etwas wofür niemand etwas kann, weder du , ich und auch kein lieber Gott.

Wenn es die Kleine tröstet, kannst du sagen, dass Gott im Himmel wartet und für die Seelen da ist, die verstorben sind, also auch für ihren Cousin. Der liebe Gott hütet die Seelen im Himmel und auf der Erde sind wir Menschen für einaner da.

Kommentar von Simple_avatar10smallbkdued am 20. September 2008 19:19

Das Kind will eine Antwort auf die Frage haben, warum es Dinge gibt, die die Menschen nicht beeinflussen können. Wenn Du Gott durch eine personifizierte "Krankheit" ersetzt, hast Du nur zwei Begriffe gegeneinander ausgetauscht, aber keine Antwort gegeben.

Kommentar von A0fc7a6b9daf733da0cf5d86e1f16950smallmoon73 am 20. September 2008 19:23

Das Kind will wissen, warum Gott so etwas tut - die Antwort darauf ist: Gott war es nicht - Gott trägt die Verantwortung nicht. Krankheiten gibt es nun mal - mit denen hat Gott nichts zu tun!

Kommentar von maganz am 20. September 2008 19:27

Das löst nicht das Problem, sondern verlagert die Frage nur ins Abstrakte: "Wieso gibt ES NUN MAL so einschneidend negative Phänomene?". Das ist einem Kind noch viel schwerer plausibel zu machen.

Kommentar von A0fc7a6b9daf733da0cf5d86e1f16950smallmoon73 am 20. September 2008 19:33

Ich denke eine Krankheit ist überhaupt nicht abstrakt, aber eine Antwort darauf zu finden, warum Gott nicht verhindert hat, das der Junge krank wird - das ist abstrakt- weil Gott damit nichts zu tun hat. Soll man zynisch werden und sagen: Weil Gott ihn so liebt und ihn bald im Himmel haben will? Aber Krankheiten gibt und auch schlimme Krankheiten und keiner ist verantwortlich für das Entstehen dieser Krankheiten - Die Schuld liegt bei Niemanden. Mit Bücher kann man dem Kind die Krankheit sicherlich gut erläutern.


nonoka
beantwortet von nonoka am 20. September 2008 19:12
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Der Junge tut mir echt,echt,echt,leid :-( ich weiß auch nicht,warum so etwas passieren muss,ich kann mir vorstellen,dass es für euch eine schwere zeit ist,aber man muss damit umgehen können,aber diese frage kann man nicht beantworten...ES IST EINFACH PASSIERT UND WAS PASSIERT IST,KANN MAN NICHT MEHR ÄNDERN,MAN KANN NUR NOCH DAS BESTE DARAUS MACHEN...ich hoffe es,dass es euren cousin bald besser geht,und wenn es wirklich jemanden da oben im himmel gibt,hoffe ich,dass alles sich noch zum guten wendet...Liebe Grüße an euch,ihr habt mein Mitleid.

Kommentar von 42bf063a1bdde958817f28c8ac20342esmallLeoMama am 20. September 2008 19:16

Ich danke Dir, ist echt schwer. Mann lernt die eigene Gesundheit und die des Kindes noch mehr schätzen und sieht dabei auch mal über Dinge hinweg, über die man sich sonst aufregen, ärgern würde..weil man weiß, wie schnell von Heute auf Morgen alles anders sein kann.

Kommentar von Simple_avatar10smallbkdued am 20. September 2008 19:17

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