Frage von BedRull93, 76

Wie erkläre ich "Biodiversität"?

Liebe Community, ich muss einen Vortrag (Gymnasium 10. Klasse) über das Evolutions-Erfolgsmodell, das Säugetier halten.
Alles kein Problem bis auf eins.
Ich finde keine Simple bzw. einleuchtende Erklärung der Biodiversität... Zudem soll ich erklären, wieso Beuteltiere nur in Australien vertreten sind und auf dem Rest der der Welt nicht.

Vielleicht findet sich jemand der da besser bewandert ist als ich.
Vorab schon mal vielen dank im Vorraus.
LG aus Rostock

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusKapunkt, 24

Biodiversität ist das Fachwort für Artenvielfalt. Dieses Wort kann sich auf die Anzahl unterschiedlicher Spezies innerhalb eines Ökosystems, auf den Bestand aller Tiere auf der Erde (globale Artenvielfalt) oder auch auf die Artenvielfalt innerhalb einer bestimmten erdgeschichtlichen Epoche. 

Das Wort "Erfolgsmodell Säugetier" ist in der heutigen Zeit etwas gewagt. Erstens machen Säugetiere nur einen geringen Teil der Artenvielfalt auf unserem Planeten aus, andere Tiergruppen sind sehr viel häufiger. Zwar stehen in den meisten heutigen Ökosystemen Säugetiere an der Spitze der Nahrungskette und nehmen auch unter den Pflanzendressern oft den Platz der größten Tiere ihres Lebensraumes, aber diese "Spitzenposition" ist trügerisch und wenn man in die Erdgeschichte blickt nicht von Dauer. Besetzer von Ökologischen Spitzennischen sind besonders anfällig, demnächst auszusterben, weil es erstens nur geringe Populationen von ihnen gibt und sie sich hochgradig spezialisieren müssen, um ihre Nische zu erhalten. Solche Spezialisierungen sind oft Sackgassen, da sich hochgradig spezialisierte Tiere bei Änderungen der Umweltbedingungen nur schwer anpassen können. Und tatsächlich befinden sich die Säugetiere bereits auf dem absteigenden Ast: die meisten Tierarten, die heute vom Aussterben bedroht sind, sind Säugetiere. 

Und zu den Beuteltieren: Es gibt Beuteltiere nicht nur in Australien, sondern auch auf beiden Amerikanischen Kontinenten, wie zum Beispiel das Opossum. Beureltiere waren nämlich einst weltweit verbreitet und stellten noch in der Kreidezeit (also als noch die Dinosaurier sie ökologischen Spitzennischen besetzten) die meisten Arten der Säugetiere (hatten also unter den Säugetieren die höchste Biodiversität, wo wir vorhin noch bei den Fachbegriffen waren). Im Laufe der Jahrmillionen setzten sich auf den anderen Kontinenten die Plazentatiere (zu denen auch wir Menschen zählen) durch. Australien und Südamerika waren damals aber noch isolierte Onselkontinente, wo es zunächst keine Konkurrenten für die Beuteltiere gab. Während ihre Artgenossen überall sonst ausstarben, konnten Beuteltiere in den isolierten Teilen der Welt überleben. In Südamerika teilten sie sich erfolgreich ihren Lebensraum mit den Plazentatieren. Als sich Südamerika mit Nordamerika verband,  wanderten einige Beuteltierarten sogar in den Norden ein, jedoch starben damals auch viele Beuteltierarten aus. In Australien blieben sie aber bis heute die dominante Tiergruppe.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Dankeschön!

Antwort
von woflx, 40

Biodiversität am Beispiel der Säugetiere: Auf Basis des gleichen Grundbauplans gibt es eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Organismen, die praktisch alle Lebensräume und Klimazonen besiedeln und ökologische Nischen besetzen können (Beispiele nennen!).

Antwort
von thetee99, 40

Biodiversität = biologische Vielfalt.

Die Natur probiert viele Möglichkeiten aus Abhängig von der jeweiligen Umgeben/Biosphäre, durch evolutionäre Anpassung erscheinen dann wieder andere Arten, als Antwort auf diese - so hält sich alles im Gleichgewicht.

Und warum gibt es nur in Australien Beutetiere? Auf anderen Kontinenten machen Raubtiere doch auch Beute?

Kommentar von BedRull93 ,

Verzeih mir das ist die blöde Autokorrektur. Das soll BEUTELTIERE heißen.

Kommentar von thetee99 ,

Ah, hätte man sich auch denken können^^ sorry. Ich nehme mal an, weil Australien ein relativ weitläufiges und trockenes Land ist. Um das überleben der Jungen zu verbessern, hat sich die Natur durch Anpassung die Transportbeutel ausgedacht ;)

Beispiel: in Australien wurden mal Frösche importiert um eine Insektenplage einzudämmen. Die Frösche wurden selber zu Plage und haben innerhalb von nur einem Jahrhundert maginal längere Hinterbeine gebildet um die großen Flächen effizienter zu überwinden.

Die einheimischen Schlangen haben größere Kiefer entwickelt, um die großen Frösche besser Fressen zu können.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Interessante Theorie mit dem Transportbeutel. :-) Sie ist aber wahrscheinlich falsch. Beuteltiere haben sich nicht in Australien entwickelt, es gab sie nämlich einst weltweit. Durch die Konkurrenz zu den Plazentatieren sind sie aber überall sonst auf der Welt ausgestorben, nur auf den isolierten Kontinenten Südamerika und Australien haben sie überlebt.

Kommentar von thetee99 ,

Danke fürs richtigstellen ;)

Expertenantwort
von agrabin, Community-Experte für Biologie, 24

Der Ursprung der Beuteltiere liegt wohl in Amerika, da gibt es auch noch einige Vertreter (z.B. Opossum). Australien wurde von den Beuteltieren besiedelt, danach wurde die Landbrücke zu den anderen Kontinenten unterbrochen (von Kontinentalverschiebung hast du sicher schon etwas gehört).

Die aufkommenden Säugetiere verdrängten auf den anderen Kontinenten die Beuteltiere, in Australien erlebten sie ungestört ihre Evolution.

Biodiversität bedeutet einfach Verschiedenheit oder Vielfalt des Lebendigen.

Kommentar von PeterJohann ,

http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/biodiversitaet/8597

Kann man sogar studieren (insbesondere wenn einem die Mathe-und Thermodynamik-Module für die Hardcorewissenschaftler zu hart sind :) )

Kommentar von agrabin ,

Ja, Biodiversität ist zu einem Modewort geworden.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Deine Antwort ist zwar an sich nicht völlig falsch, aber doch sehr ungenau. Beuteltiere stammen nicht aus Amerika, sondern haben sich wahrscheinlich im frühen Jura entwickelt, als der Superkontinent Pangäa gerade auseinander brach. Sie waren einst weltweit verbreitet und über Millionen Jahre hinweg auch sehr erfolgreich, blieben jedoch während der Herrschaft der Dinosaurier sehr klein und unspektakulär. Mir den "aufkommenden Säugetieren" meinst du sicher die Plazentatiere, denn auch Beuteltiere sind natürlich Säugetiere. Mit der Verdrängung der Beuteltiere auf den anderen Kontinenten hast du allerdings Recht, auch damit, dass es sie noch immer in Amerika gibt. Allerdings stammen die auch im hohen Norden anzutreffenden Opossums ursprünglich allein aus Südamerika, das wie Australien lange Zeit ein isolierter Kontinent war, auf welchem Beuteltiere tritz der Konkurrenz mit den Plazentatieren gediehen.

Kommentar von agrabin ,

Danke für die Infos, mir ist das nicht neu.

Da die Fossilfunde  im heutigen Amerika dafür sprechen, kann man auch sagen, dass sie dort entstanden sind.

Im Übrigen ist da noch vieles offen, insbesondere ist wohl nicht klar, ob es die Beuteltiere wirklich weltweit gegeben hat.

Und ja, ich meinte die Placentalen Säugetiere, oder die Höheren  Säugetiere.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Doch, im Mesozoikum gab es sie noch auf allen Kontinenten. Ist fossil belegt.

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