Frage von justmyself16, 32

Wie erkennt man ein Psychotrauma und ist das, siehe infobox, ein Trauma?

Kind hat das Gefühl von den Eltern abgelehnt zu werden, nicht akzeptiert als persönlichkeit. Es gibt viele Auseinandersetzungen, auch körperlich, beiderseits. Heimdrohungen werden dem Kind genannt. Dieses weiß aber nicht, warum es so falsch ist und was das Problem ist. In einzelnen Situationen versteht es die Problematik, kann aber, als Kind, nichts daran ändern. Es hat das Gefühl, die Familie zu zerstören, ein Monster zu sein. Es denkt, keiner kann es so, wie es ist lieben. (auch wenn es selber findet, dass es keine extrem schlechte kindheit hatte)

Aus dem Kind wird ein Mensch, der ständig nach perfektion strebt, der sich von keinem geliebt fühlen kann, sich nicht annehmen und ausleben kann, sich selber nicht wertschätzt, starke Depressionen bekommt. Zu den Eltern baut es eine emotionale Mauer auf, lässt sie nicht Teil seines lebens werden. Zu fast allen anderen Menschen auch.

Noch Jahre später lebt es mit der ständigen Angst, nicht gut/ perfekt genug zu sein, mit dem Gefühl nichts Wert zu sein und extremen Vertrauensproblemen. Komplimente kann es nicht annehmen. Die Person hat immer wieder Probleme sich anderen gegenüber zu zeigen, zweifelt phasenweise alles an. Sie kämpft mit Depressionen, Selbstverletzung und lässt niemanden an sich heran.

Ist das ein Entwicklungstrauma? Oder nicht? Woran erkennt man das?

Es geht natürlich um mich, meine Therapeutin hat den Ausdruck "traumatische Situation" benutzt und ich bin mir nicht sicher, ob das jetzt ein Trauma ist, oder nicht.

Danke für alle ernst gemeinten Antworten! :)

Antwort
von Seanna, 6

Wenn überhaupt, eine (chronische) Entwicklungstrauumatisierung.

Ein Trauma an sich wäre ein(!) belastendes oder einschneidenden Ereignis, eine chronische Traumatisierung wäre chronische Misshandlung (sexuell, physisch, emotional).

Wobei zwar viele Therapeuten inzwischen Vernachlässigung bzw nicht kindgerechte Behandlung als Traumatisierung sehen - was sicher auch die Folgen einer Persönlichkeitsstörung annehmen kann - dennoch wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nie die Folgen einer chronischen Extremtraumatisierung wie chronischen sexuellen, physischen, emotionalen Missbrauch, Menschenhandel, Krieg, Sektenmitgliedschaft, organisierte Misshandlung gegen Bares, etc annehmen. Denn das hat meist komplexe Dissoziation zur Folge (F44.9, F44.81).

Falls es um Diagnosen geht, würde wohl vermutlich eher ne Persönlichkeitsstörung (F60.x - je nachdem in welche Richtung) gestellt werden, im Zweifel F60.9 (kombiniert) bei dem Verlauf... maximal ne PTBS (F43.1) wegen Schlägen.

Die Folgen und die Behandlung unterscheiden sich zwar, dennoch ist die eine Diagnose nicht "wichtiger" oder "schlimmer" als die andere und zur Anerkennung des Leidens daher erstrebenswerter. Leid ist sowieso nie vergleichbar und immer individuell.

Frag deine Therapeutin mal genauer, was sie denkt und warum und wie sie das einordnet.

Antwort
von TheTrueSherlock, 7

http://www.psychotraumatologie.de/selbsthilfe/symptome.html

http://www.deutsche-traumastiftung.de/traumata/

Laut Definition finde ich schon, vielleicht ist es sogar eine PTBS.
Ich finde ihren Ausdruck aber unpassend, da es nicht nur eine Situation ist, sondern sich über die ganze Kindheit erstreckt hat.. "traumatische Erlebnisse" würde eher passen.

Letztendlich wird die Therapeutin sicherlich eine genauere Diagnose stellen oder du fragst nochmal nach, ob das nun ein Trauma ist oder nicht.

Allerdings ist es das wichtigste, dass du das alles auf- und verarbeiten kannst. Es ist nur ein Begriff..

Alles Gute an dich! "Wahre Stärke bedeutet nicht nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen!"

Antwort
von ApfelTea, 16

Wohl eher eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung. Aber sowas diagnostiziert dir ein Psychologe und nicht irgendwelche Laien

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