Wie erkennt man die gute Abstammung bei Pferden also ob die Eltern Großeltern usw gut waren wenn man sich mit den Abstammungen nicht so gut auskennt (namen)?

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7 Antworten

Dann kannst du sie natürlich nicht erkennen. Mir z.B. kann man ein Warmblutpapier vorlegen und ich sage nur: "Aha."  Ok, ein paar Namen kenne ich, Sandro Hit, Rubinstein, Weltmeyer, Sir Donnerhall etc..., aber was die bedeuten, weiß ich auch nicht.

Ob also die Abstammung "gut" ist, kann nur ein Experte beurteilen. Über Araberpedigrees kann ich dir was erzählen.

Aber auch bekannte Namen im Pedigree sagen noch nicht viel über das Einzeltier aus. Meine RL, die ganze Stammbücher von Warmblütern auswendig kennt und beurteilen kann, hatte mal ein Pferd in Beritt, das sich als zu schwierig für die Besitzerin herausstellte.

Es hatte eine sagenhafte Abstammung. Meine RL sagte dazu: eine sehr interessante, aber auch sehr schwierige Abstammung. Z.B. die Stute Clarabella ist von Donald Duck und der vererbt schwierige Pferde. Und das in Verbindung mit dem Hengst Goofy von Mickey...au weiah. Nichts für Freizeitreiter. Wie gesagt, das Pferd hatte, lt. meine RL, eine tolle Abstammung, aber für Hobbyreiter ungeeignet.

Oder eine Bekannte von mir, die es unbedingt bis mindestens M Dressur in Turnieren schaffen will (obwohl sie dazu unfähig ist, aber das ist ein anderes Thema), hat sich für viel Geld ein dreijähriges Warmblut mit toller Abstammung gekauft. Meine RL war denn auch beeindruckt. Aber sie meinte, dass dieses Pferd mit seiner Reiterin es nicht mal in die A-Plazierung schaffen würde, weil "von der Vaterlinie bringt es die und die Schwierigkeiten mit und die Mutterlinie. oh weiah..."
Tja, jetzt ist das Pferd sechs, hat noch nichts gewonnen und geht auf Grund seiner hypermobilen Bewegungsmöglichkeiten schon fast ataktisch. Da wird nix draus. Trotz allerbester Abstammung. Aber nicht jede Abstammung ist für jeden Reiter geeignet. Und eine Superabstammung garaniert einer sehr mäßigen Reiterin keine Turnierplazierungen.

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Mein alter Reitlehrer sagte immer, dass Abstammungen zwar bedingt wichtig sind, aber dass man auch auf der edelsten und erlesensten Abstammung nicht reiten kann.

Edles Geblüt ist leider keine Garantie für bestimmte Eigenschaften. Klar gibt es bestimmte Wesensmerkmale, die mitunter typisch für bestimmte Vererber  sind und erfahrene Züchter wissen deshalb ganz gut, was züchterisch interessant sein könnte und reiterlich ungeeignet. Doch auch der erfahrenste Züchter produziert eine ganze Menge Pferde, die eben doch nicht das viel Geld bringende Super-Weltpferd sind, sondern auch stinknormale Reitpferde ohne hervorragende Leistungen auf irgendeinem Gebiet. Wenn züchten nämlich so einfach wäre, dann gäbe es nur noch Weltpferde.

Und manche Pferde sind die reinsten Überraschungspakete - Komplett Dressur gezogen und springt dennoch wie der Teufel. Oder die Nachkommen großer hoch erfolgreicher Springpferde, die es nicht mal über ein Kreuz schaffen, ohne sich die Haxen zu verknoten.

Bei einem Wallach ist mir die Abstammung eigentlich immer recht wurscht. Da vererbt sich eh nichts weiter und wenn das, was er leistet, dem entspricht, was ich mir vorstelle, könnte der Vater von mir aus ein Muli sein.

Bei Stuten ist die Abstammung dann wieder aus züchterischer Sicht interessant, will man die Stute in der Zucht einsetzen. Sonst auch dann nicht.

Abstammung können die, die Ahnung haben, tatsächlich so manches erkennen. Ich staune da immer wieder. Meine Tochter reitet unter anderem ein Pferd mit deutschem Brand, das aber komplett französisch gezogen ist. Und mehr als einmal haben uns schon erfahrene Pferdemenschen auf den vermutlichen Vater angesprochen und damit komplett richtig gelegen.

Aber der Normalo, der sich nicht wer weiß wie mit Abstimmungen, Hengsten und Co. auseinander gesetzt hat, der labert meist nur dummes Zeug, was er mal irgendwo aufgeschnappt hat.

Wenn Du sicher gehen willst, dann leg Dir einen Rimondo-Account zu, da kannst Du schnell jedes Pferd durch die Datenbanken schicken und weisst am Ende über die Erfolge des Pferdes und seiner Vorfahren. Oder Du liest Dich halt durch gaaaaaaaaaaanz viel entsprechende Literatur;-)

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auf der abstammung reitet man nicht - mit der züchtet man allenfalls.

für jemand, der bei pferden nach "talenten" sucht, ist die abstammung auch gar nicht wichtig. - und wenn, dann allenfalls im negativen sinn. ein "talent" mit guter abstammung kostet allerdings ungleich mehr, als ein pferd, das allenfalls einen equidenpass und einen exportbrand hat.

und wenn man beurteilen will, was der stammbaum eines pferdes "bringt", dann kommt man nicht drum herum, jahrbücher zu wälzen. da sind wiederum weniger die männlichen vorfahren interessant, sondern die mutterlinien. die sind bei warmblütern häufig recht schwierig zu recherchieren, wobei aber die zucht- und sporterfolge der stuten im pedigree von höchster wichtigkeit sind. und auch zu wissen, wer der züchter eines pferdes ist. insbesondere auf gestüten gibt es grosse unterschiede im handling und in der förderung von pferden.

jemand, der sportpferde züchtet, wird eine stute mit durchschnittlichen fähigkeiten eher etwas unter preis verkaufen, als sie aufgrund ihrer interessanten abstammung der zuchtkommission vorzuführen. umgekehrt wieder gibt es gestüte, die sich hauptsächlich auf zuchtpferde spezialisiert haben, die ein pferd aus einer probeanpaarung, dass nicht ins gesamtbild der zuchtrichtung passt trotz guter veranlagung relativ günstig abgeben.

pferdezucht und pedigree-kombinationen sind eine WISSENSCHAFT. wenn man sich 10-15 jahre damit beschäftigt hat, kann man langsam mit der beurteilung anfangen.

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Genauso wie bei Menschen, nämlich überhaupt nicht. Du musst schon Vater und Mutter kennen und dir dann Informationen darüber einholen. Es gibt auch keine Garantie für die Vererbung guter Eigenschaften

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Dafür nimmt man die Hilfe von einen oder mehreren Pferdefachleuten in Anspruch, damit man sich eine eigene Meinung bilden kann.

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Wenn man sich nicht auskennt, gar nicht. Aber man kann sich ja entsprechend bilden, dass man sich dann auskennt. Also mal über die Vererber nachlesen, schauen, ob man was findet über sportliche Erfolge etc.

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Kommentar von Dahika
12.10.2016, 13:29

wenn es ein Warmblut ist, kann man auch einfach einen guten Reitlehrer fragen. Und wenn es ein Pferd einer anderen Rasse ist, Spanier, Araber,Friese, Quarter, etc... gibt es im Internet jede Menge Foren, wo man die Abstammung beurteilen lassen kann.

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Pferde mit guter Abstammung haben dafür Nachweise ("Stammbaum" oder so) und entsprechend hohe Preise.

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Kommentar von Dahika
12.10.2016, 13:36

aber einen Stammbaum musst du lesen können. Mir könnte man einen irre guten Quarterhorse Stammbaum vorlegen und daneben einen anderen, aber sehr, sehr mäßigen Quarterstammbaum. Sozusagen Cowboys Lucy aus Joe´s dreibeinigem Lucky - der über den Zaun gesprungen ist.  Ich könnte da nicht sagen, welches Pedigree gut ist und welches mies, da ich von der Rasse keine Ahnung habe.

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