Wie erkennen Rettungskräfte oder besser die behandelnden Ärzte, das ich eine Patientenverfügung habe?

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3 Antworten

1. Wie erkennen Rettungskräfte, dass Sie eine Patientenverfügung haben?

Wollen Sie vielleicht erstmal versuchen ob Sie noch angemessen weiterleben können? Dann sollten die alles tun, um Sie zu retten, zu stabilisieren und ins Krankenhaus zu bringen. Bis dahin ist Ihre Patientenverfügung irrelevant, wie Deepdiver bereits ausgeführt hat.

Durch das "oder besser" deuten Sie an, dass Ihnen das auch schon aufgefallen sein könnte, darum nun zum zweiten Teil Ihrer Frage:

2. Wie erkennen die behandelnden Ärzte, dass Sie eine Patientenverfügung haben?

Die Bundeszentralstelle Patientenverfügung versendet Patientenverfügungen immer mit einem Hinweiskärtchen zum Bei-sich-tragen, aus dem hervorgeht, das Sie eine Patientenverfügung haben und wer im Notfall zu verständigen ist. Das können Sie um Ihre Krankenversicherungskarte herumgefaltet bei sich tragen.

Die darin benannten Personen solllten von Ihnen durch eine Vorsorgevollmacht ermächtigt sein Sie vor Ärzten und anderen zu vertreten, und Ihren Willen angemessen zur Kenntnis und Geltung bringen können. Dazu müssen sie Ihren Willen kennen und mit einer konkreten Patientenverfügung belegen können.

Es wird häufig angenommen eine Patientenverfügung müsse frühzeitig vorgelegt werden, aber da kommt es ganz wesentlich auf die Situation an und was die Patientenverfügung zum Ausdruck bringen soll.

Wenn Sie im Krankenhaus landen, sollten Ihre Bevollmächtigten doch wohl zunächst versuchen herauszufinden wie es Ihnen geht und wie viel besser es noch wieder werden kann. Man darf doch wohl annehmen, dass Sie eigentlich noch leben wollen. Erst wenn das nicht gut aussieht und die Ärzte das in einem Aufklärungsgespräch auch zum Ausdruck gebracht haben, wird wichtig, was in der Patientenverfügung steht.

Eine Patientenverfügung bringt im Wesentlichen zum Ausdruck, wann Sie an einer bestimmten Erkrankung lieber versterben möchten und um das zu können auf lebenserhaltende, lebensverlängernde und wiederbelebende Maßnahmen verzichten. Wie schlecht es um Sie bestellt ist, wird aber i. d. R. nicht innerhalb der ersten 36 Stunden festgestellt werden können. Wenn es dann aber festgestellt ist und die Patientenverfügung anwendbar ist, wird man Sie versterben lassen müssen. Um das durchzusetzten braucht es dann Ihre Bevollmächtigten.

Kommentar von 65iger
22.08.2016, 17:52

Recht vielen Dank  für die umfangreiche Auskunft.

Zum einen, ich bin zum ersten Mal Alt und mit 67 Jahren sehr

vorsichtig. Zum anderen möchte keine Fehler machen und gehöre nicht zu der
Generation "mir egal".

Darum habe ich meine Frage gestellt, weil ich nicht wie weiß,
wie der Ablauf im Notfall ist. In meinem Berufsleben wollte ich auch schon
immer alles perfekt machen.

Nun werde ich das Hinweiskärtchen (vom bmjv.de) um meine
Krankenversicherungskarte herumgefaltet bei mir tragen und im Handy
unter Kontakte einen Hinweis unter IN / ICE
eintragen. Benachrichtig werden muss niemand ich bin Alleinstehend

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Wenn du es nicht mehr selbst sagen kannst, kannst du davon ausgehen, dass die Ärzte/ Sanitäter Wichtigeres zu tun haben als deinen USB-Stick einzustöpseln oder mit deinem Handy zu spielen...

Mach eine Kopie der Verfügung und steck sie zusammen mit deinem Perso in eine Plastikhülle. So wird sie zumindest schneller gefunden als wenn du sie "nur so" im Geldbeutel hast!

Zusätzlich kannst du einen Hinweis unter der ICE (in case of emergency)-Nummer deines Smartphones speichern.

Trotzdem solltest du natürlich wissen, dass du erst einmal "standardmäßig" versorgt wirst, bevor man nach irgendwelchen "Sonderwünschen" sucht.

Nicht gewünschte Bluttransfusionen, Not-OPs oder Wiederbelebung sind nur strafbar, wenn der behandelnde Mediziner schon vorher wusste, dass du das nicht willst...

Nein, Solch eine Karte gibt es nicht.

Wenn wir vor Ort sind, versuchen wir zuerst alles erdenklich Mögliche, den Patienten bestmöglich zu versorgen.

Wir suchen nicht erst nach einer Patientenverfügung, denn das kann zu viel Zeit kosten.

Du solltest aber auf alle Fälle eine Kopie dieser Patientenverfügung in deinen Ausweispapieren haben, denn im Nachhinein, werden die wegen Datenerhebung gesucht.
Denn erst dann kann deine Patientenverfügung auch gefunden werden und danach die nötigen Schritte eingeleitet werden.

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