Frage von MankoKapak, 37

Wie erhält meine Ex-Frau Unterhaltsvorschuss?

Servus, mein Fall sieht wie folgt aus: Ab dem 24.08.16 lebe ich von BAFÖG, also weit unterhalb der Grenze die mich zur Zahlung von Unterhalt an mein Kind, welches bei meiner Ex-Frau lebt, verpflichtet. Der Unterhalt wurde zwischen seinerseits zwischen den beiden Anwälten, anhand der Unterhaltstabelle festgelegt. Niemals kam das Jugendamt oder ein Gericht dazwischen. Es gibt also auch keinen Titel. Bisher alles kein Problem weil ich bisher jeden Cent gezahlt habe und noch einiges darüber hinaus. Nun bin ich verzweifelt auf der Suche nach einer Stelle bei der ich angeben kann, dass ich keinen weiteren Unterhalt zahlen kann und dass hier vor Vorschusskasse einzuspringen hat. Sie lebt von ALG II, ausgenommen die paar Monate derzeit in denen sie von Elterngeld lebt weil sie ein zweites Kind von ihrem neuen Kerl bekommen hat. Alles was ich dazu allerdings bisher gefunden habe, ist die Aufforderung dass meine Ex zur Kasse gehen muss um den Vorschuss zu beantragen. Könnt ihr mir hier helfen?

Vielen Dank im voraus.

Antwort
von DFgen, 33

Die Mutter deines Kindes muss diesen Vorschuss beantragen. 

Er wird ihr gewährt, wenn sie nachweist, dass du keinen Unterhalt leistest/ leisten kannst.... Dein BAföG-Bescheid sollte dazu ausreichen, denn daraus geht hervor, dass du nicht "leistungsfähig" bist, weil du Einkommen unterhalb deines "Selbstbehaltes" hast (bei nicht Erwerbstätigen liegt der SB derzeit bei 880 Euro).

Da die Unterhaltsvorschusskasse den gezahlten UV von dir zurückverlangen könnte für den Fall, dass du eigentlich leistungsfähig wärst und die Zahlen lediglich verweigerst..., wirst du deine fehlende Leistungsfähigkeit zeitnah nachweisen müssen.

(Solltest du bereits eine abgeschlossene Ausbildung haben, könnte der gezahlte UV später von dir zurückverlangt werden, da für dich dann eigentlich die erhöhte Erwerbsobliegenheit zutreffen würde.)

Solange die Kindsmutter für sich und ggf. das Kind staatliche Unterstützung bezieht, würde der UV darauf angerechnet werden.

Antwort
von isomatte, 19

Den Unterhaltsvorschuss kann sie nur beim zuständigen Jugendamt beantragen,der sollte ab 2016 bei 145 € ( 0 - 6 Jahre ) und 194 € ( 6 - 12 Jahre) liegen !

Ab 12 würde es also nichts mehr geben und auch nach 72 Monaten würde der Anspruch verbraucht sein.

Wenn du noch keine abgeschlossene Berufsausbildung / Studium hast und unter dem Selbstbehalt liegst,dann wirst du auch vom Unterhaltsvorschuss nichts zurück zahlen müssen,wenn du nicht leistungsfähig wärst.

Würdest du einer Erwerbstätigkeit nachgehen,also z.B. eine betriebliche Ausbildung mit Vergütung machen oder einer normalen Tätigkeit nachgehen,dann läge dein Selbstbehalt bei derzeit 1080 € Netto.

Da ein Studium aber keine Erwerbstätigkeit ist,sollte hier der Selbstbehalt von 880 € gelten,es sei denn du arbeitest dann noch nebenbei,dann sollte der Selbstbehalt zumindest ansteigen,wenn er dann nicht auch bei 1080 € liegen würde.

Hast du aber schon eine abgeschlossene Berufsausbildung / Studium und könntest damit deinen Lebensunterhalt bestreiten und auch deinen Unterhaltspflichten nachkommen,dann kann es sein das du auch den Unterhaltsvorschuss voll zurück zahlen müsstest,auch wenn du unterhalb des Selbstbehalts liegen würdest.

Antwort
von MankoKapak, 11

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Dass ich den UV quasi als Schuldenberg anhäufe und beim erneuten Eintritt in die Erwerbstätigkeit nachzahlen muss war mir immer klar. Was mir bisher nicht klar war, ist die Tatsache dass man selbst einem nackten Mann in die Tasche greifen möchte.

Ich habe meine Ex-Frau das so mitgeteilt. Sie rief beim zuständigen Amt an und bekam die Auskunft sie müsste nur entsprechende Unterlagen vorweisen und alles würde seine Wege gehen.

15 Minuten später rief die Dame vom Amt zurück und sagte, ihre Behörde hätte damit absolut nichts zu schaffen, das sei meine Zuständigkeit und mein Problem. Meine Ex-Frau solle mich halt verklagen und O-Ton "notfalls dafür sorgen dass er in einem Zelt vor der Schule schlafen kann".

Nach kurzer Rücksprache meinerseits mit der Dame, stand fest dass von ihr keine weitere Auskunft zu beziehen wäre und sie Nachweise von unseren Anwälten fordert um sich den Fall überhaupt anzusehen.

Ich bekomme 622€ BAföG bin also unterhalb jeder Grenze, aber weil ich ja eine Ausbildung habe bin ich selber Schuld? Selbst mit Nebenjob muss ich meine Wohnung unterhalten, täglich zur Schule komme, mich mit Nahrung eindecken und meine kurze bei meiner Ex abholen um den regelmäßigen Kontakt weiterhin zu gewährleisten.

Nun muss ich also, als BAföG-Empfänger, auf Staatskosten dem Staat nachweisen, dass bei mir nichts zu holen ist und am Ende dennoch den UV monatlich an die Kasse überweisen der ihn an meine Ex überweist?

In welchem Universum macht so etwas Sinn?

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