Frage von LaurelFabienne, 39

Wie erarbeite ich mir den Respekt von meiner Reitbeteiligung?

Mein 27 Jahre alter Wallach läuft unter dem Sattel super und verhält sich wie ein Lamm. Jedoch möchte ich des Öfteren bodenarbeit mit ihm machen, da es einfach das Vertrauen stärkt und er einfach nicht mehr der jüngste ist. Die Besitzerin und Vorbesitzerin haben das aber nie mit ihm gemacht also ist es total ungewohnt für ihn. Er läuft die ersten paar runden ganz gut mit im Schritt aber wenn ich ihn einfach nur etwas neben mir traben lassen will fängt er an die Ohren anzulegen und die Zähne zu zeigen. Ich werde dann langsamer und bleibe dann stehen damit er sich beruhigt aber er reißt seinen Kopf hoch und ist weiterhin aggressiv mir gegenüber. Bin mir nicht sicher ob das was mit Respekt zu tun hat oder ob er mir einfach nur sagen will, dass er keinen Bock mehr hat. Ich weiß einfach nicht genau wie ich mich in dieser Situation verhalten soll und bringe ihn dann meistens zurück auf die Koppel weil er nie aufhört sich so zu verhalten und die Augen aufzureißen. Das ganze ist jetzt schon zwei mal passiert. Paar mal lief es echt super, da hab ich ihm das Halfter abgenommen und er ist mir super süß hinterher getrabt. Ich weiß nicht ob ich etwas falsch mache oder ob er einfach einen schlechten Tag hatte.
Habt ihr vielleicht eine Idee was los ist und was ich dagegen machen kann?
Lg

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 3

wie Lycia schon schreibt: Du hast ihn für's Blödsinn-machen belohnt  und DAS geht gar nicht !

wichtig ist, daß du  cool bleibst, anhalten, 3mal tief durchatmen, abwenden und "verrückte", also unvorhersehbare Bögen durch die Bahn gehen und an unerwarteten Stellen Tempo(im Schritt) verlangsamen und nach 10-30 Tritten wieder zulegen UND SOFORT LOBEN, wenn er mitmacht.

Die Hengstmanier, die er beim traben zeigt,  ist vermutlich nur Machogehabe (wenn er keine Schmerzen hat) und er versucht DICH zu dominieren.

Du hast die Möglichkeit, ihn durchzuparieren und 2-3 Tritte rückwärte gehen zu lasen - 3 Atemzüge Pause OHNE gemmeln .  kurz eine andere Figur führen und dann an anderer Stelle wieder antraben, 3-5 saubere Tritte reichen für ein groooße Lob, dann auch (NACH dem Loben) wieder Schritt führen, noch eine leichte Aufgabe machen, die er sicher kann,
und
Feierabend

wenn alles gut geht, kann es sein, daß du auch mal nach 10 Minuten fertig bist -
das ist dann wirklich gut und du hörst auf !!!  

denn es kann nach der GUTEN Leistung nur noch SCHLECHTER werden und DAS darfst du nie herausfordern, denn so lernt er wieder , mach ich Mist, ist feierabend - juchu!

NEE nee, auf die Idee darf er nie wieder kommen - also IMMER mit etwas guten aufhören, selbst wenn du noch ne Stunde Zeit hättest...

du kannst dich ja neben ihn in die Wiee etzen, aber bitte stelle KEINE Anforderungen mehr an ihn

Du brauchst jetzt betwas Geduld, denn was er in 1 Woche gelernt hat, braucht 6-10 Wochen, um wieder "überschrieben" zu werden mit dem was du wirklich wolltest !!!

Noch ein Tipp: vielleicht baust Du Dir einige kleine Strecken mit zusätzlichem Zaun(E-Band) auf, damit er dort neben dir ABER betrennt vonm dir gehen kann und dich nicht belätigt; übe das erst im Schritt, und wenn ihr soweit seid auch im Trab - das gibt dir anfangs mehr Sicherheit; später(in 1-2 Monaten) kannst du die Zäunchen wieder entfernen

viel erfolg

Antwort
von LyciaKarma, 19
bringe ihn dann meistens zurück auf die Koppel 

Ich würde mal sagen, dass das der Fehler ist. 

Du belohnst das Pferd dafür, dass es sich so verhält, indem du ihn wieder auf die Koppel entlässt. 

Verstehst du, wie ich das meine? Pferd verhält sich "böse" und dafür darf es auf die Koppel. 

Die Lösung dafür wäre, dass du ihn erst entlässt, wenn er eine Übung gut oder zumindest akzeptabel mitgemacht hat. 

Das kann jetzt etwa dauern, weil er ja gelernt hat, dass es gut ist, wenn er sich so verhält. Da wirst du ein bisschen mit ihm diskutieren müssen, bis das wieder klappt.

Es klingt übrigens so, als wenn du nicht wirklich Bodenarbeit machst, sondern einfach nur willst, dass er dir nachläuft, kann das sein? 

Das jetzt aber nur so aus der Ferne, kann mich ja auch irren. Wäre meine erste Idee. 

Kommentar von LaurelFabienne ,

Nein, dass was ich beschrieben habe mache ich meistens am Anfang um ihn etwas aufzuwärmen. Heute habe ich zum Beispiel Schulterherein  mit ihm zum ersten Mal gemacht und das hat er ganz gut hinbekommen. Dann hab ich die Lektionen die er schon kann noch wiederholt und zum Schluss sollte er halt am strick neben mir traben, weil wir es mit dem longieren noch nicht so gut hinbekommen und ich gehört habe, dass das nicht so gut für ältere Pferde ist.
Er hat also durchaus schon gearbeitet.

Wie soll ich denn reagieren wenn er sich vor mir aufbaut und sich nicht mehr bereiterklärt irgendwas zu machen? Ich möchte auch nicht dass es so weit kommt, dass er nach mir schnappt oder sonstiges.

Kommentar von LyciaKarma ,

Ah okay, dann klang das einfach nur falsch. 

Wenn er das nicht mag, würde ich das an den Anfang setzen, damit er danach was machen kann, das er mag, wenn er brav war. 

Also am Anfang machen und am Schluss nicht nochmal. 

Wenn er auf stur schaltet, würde ich kurz warten. Einfach stehen bleiben, Pferd kurz runterkommen lassen, neu anfangen. Ganz ruhig. So oft, wie es eben nötig ist. 

Meistens hilft das schon und man muss auch nicht zurechtweisen. Andere Pferde (meiner zb) reagieren dann, wenn man sie kurz zurechtgewiesen hat, wieder. Da kannst dich vorsichtig rantasten. 

Kommentar von LaurelFabienne ,

Okay ja, werde ich mal ausprobieren. Danke ☺️

Kommentar von LyciaKarma ,

Gerne. Wie gesagt, alles ohne Garantie, ich sehe euch ja nicht. Aber ich denke, du kannst schon einschätzen, ob das was wäre oder eher nicht. 

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