Frage von Fred4u2, 335

Wie entwickelt sich ein Bibeltext?

Ein Bibeltext hat sich entwickelt, das hört sich an wie die komische Vorstellung von Atheisten das sich alles Leben in Millionen von Jahren aus den nix evolutionär entwickelt haben soll. Soll durch diese komische Formulierung nicht eventuell eine bewusste Manipulation verschleiert werden? Hat nicht Jesus in seiner Offenbarung (22 Vers 18-19) ausdrücklich vor Veränderungen gewarnt?

Hintergrund meiner Frage: In der Anmerkung (Fußnote) der katholischen Herder-Bibel zu Mat. 28:19 (dem sogenannten Missionsbefehl) heißt es: "Diese trinitarische Taufformel hat sich in der frühen Christenheit aus der einfachen Taufformel "auf den Namen Jesu" entwickelt." Auffallend ist das alle praktizierten christlichen Taufen in der Bibel ausschließlich auf dem Namen Jesu geschahen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Abundumzu, 56

Hallo Fred4u2

Dein Vergleich mit der Evolution ist schon deshalb treffend, weil sich zwar nichts von allein entwickelt hat, dennoch aber die Ergebnisse von den „Fachleuten“  so dargestellt werden, als  ob es so gewesen sei.

Und in der Tat hat sich in manchen Bibelübersetzungen so einiges wie von „Geisterhand entwickelt“, was im Quelltext ursprünglich gar nicht enthalten war. Zum zeitlichen Ablauf fällt rückblickend auf,  dass sich solche „geistigen

Mutationen“ auffällig oft in den frühen Anfängen der „christlichen Ära“  ereigneten, in einer Zeit also,  als die ersten Christen in den römischen
Arenen wilden Tieren vorgeworfen wurden und bald danach die katholische Kirche damit begann, das Monopol als "Bewahrerin des christlichen Glaubens"  unangefochten für sich allein zu  beanspruchten.

Bibelkenner wundert das allerdings nicht, denn sowohl Jesus selbst als auch seine Apostel wussten, dass sich nach „ihrem Weggang“  eine Tendenz „entwickeln“ würde, wie sie  u.a. in 1. Timotheus 4:1 angekündigt wurde.

Die katholische Bibelübersetzung des Augsburger Dompropstes Dr. Franz von Allioli gibt den Text wie folgt wieder:

„Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige vom Glauben abfallen, und irreführenden Geistern und Teufelslehrern Gehör geben werden; die mit Scheinheiligkeit Lügen reden, gebrandmarkt in ihrem eigenen Gewissen; die verbieten zu heiraten und gebieten, sich von Speisen zu enthalten . . .“  u.s.w.

Wenn man solche „Entwicklungen“ weiter hinterfragt,  dann fällt auf, dass die auslösenden Mechanismen, die  eine  biblischen Wahrheit  zu einer  „Teufelslehre“  mutieren  lassen, dass diese treibenden Kräfte nach etwa den gleichen Prinzipien wirken, wie man sie sich für das Funktionieren der Evolution vorstellt.  Nach der Entwicklungstheorie hat nämlich die „natürliche Auslese“  dafür gesorgt,  dass nur die Organismen überlebten, die durch ihre Genmutationen in der neuen Umgebung im Vorteil waren.

Des Vorteils wegen hat also diese Art von „geistiger Mutation“  aus beispielsweise dem biblischen Begriff „Seele“  die „Teufelslehre“  von einer „unsterblichen Seele“ entwickelt  -   und auf der Grundlage  dieser  „fortschrittlichen Veränderung“ war dann auch die Weiterentwicklung zu einer „ewigen Qual in einem Höllenfeuer“ möglich.

Für die „neue Umgebung“  -  die geschäftstüchtige katholische Kirche nämlich -  lag der Vorteil dieser „Mutationen“  auf der Hand:  Ab sofort konnte sie durch den Verkauf von Ablassbriefen riesige Gewinne machen  -  und das, obwohl  „schändliche Gewinne“  den  „sittsamen Diakonen“ ausdrücklich nicht gestattet waren (1. Timotheus 4:8 Allioli).

„Überall wird Nachlaß der Fegfeuerqualen verkauft“, schrieb einst Erasmus, ein Bibelgelehrter des 16. Jahrhunderts, „er wird aber nicht nur verkauft, sondern er wird denen, die ihn ablehnen, [von der katholischen Geistlichkeit] sogar aufgezwungen.“

Vor diesem Hintergrund ist die von Dir  erwähnte „trinitarische Taufformel“ lediglich eine der Facetten  eines  weiteren Dogmas, nämlich das von einem dreieinigen Gott. Einer Doktrin,  mit der es den schon zitierten  „irreführenden Geistern und Teufelslehrern“ gelungen schien, aus der biblischen Wahrheit von dem „alleinwahren Gott“, wie Jesus seinen Vater in  Johannes 17:3  nennt,   eine mystische dreiköpfige Gottheit zu machen.

Die Fußnote aus der katholischen Herder-Bibel, auf die Du verweist,  ist  deshalb  auch nur einer von vielen Belegen für die häufig sehr plumpen Versuche, die Wahrheit durch „geistliche Mutationen“  zu verdrehen

Ein Artverwandtes und  sehr prägnantes Beispiel  findet man auch in 1. Johannes 5:7, allerdings nur in älteren Übersetzungen, allen voran die schon zitierte  katholische Übersetzung von Allioli.  

Wörtlich heißt es dort:    „Denn drei sind, die Zeugnis geben im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind  e i n s.“

In den meisten neueren  Übersetzungen ist diese Passage allerdings nicht mehr zu finden.

Warum nicht?

Weil inzwischen die ebenfalls katholische  aber jüngere Übersetzung der Jerusalemer Bibel  in einer Fußnote dazu erklärt, dass es diesen Text in den  alten  griechischen und den besten lateinischen Handschriften der Bibel gar nicht gibt. Er  wurde „wie von Geisterhand“ hinzugefügt, um der Lehre von einer Dreieinigkeit „Entwicklungshilfe“ angedeihen zu lassen.

Eine andere aber ebenso unzulässige Variante der „Bibel-Entwicklung“    -   um  bei Deinem Vergleich mit der Evolutionstheorie  zu bleiben  -   ist die in der Botanik gut bekannte Möglichkeit,  den „Mutationen“  auf die Sprünge zu helfen, indem man beispielsweise Obstbäume „veredelt“.  Dadurch werden „Entwicklungen“ veranlasst,  die nicht durch „Geisterhand“,  sondern nachvollziehbar durch  intelligente menschliche Nachhilfe  entstehen.

Diesem Beispiel gleicht das Bemühen . . .

Kommentar von Abundumzu ,

Diesem Beispiel gleicht das Bemühen,  Bibeltexte zu „veredeln“,   um der Lehre von einer Dreieinigkeit doch noch den Anschein von Wahrheit zu verleihen.                                                                           In der  New Catholic Encyclopedia werden zu diesem Zweck drei „Beweistexte“ angeführt,  wenngleich man sie   -  vermutlich vorsorglich  -  dort selbst gleich wieder relativiert, indem man folgendes einräumt: „Die Lehre von der Heiligen Dreifaltigkeit wird im A[lten] T[estament] nicht gelehrt. Im N[euen] T[estament] findet man die ältesten Beweise in den Paulinischen Briefen, besonders in 2. Kor. 13,13 [in vielen Bibeln Vers 14] und in 1. Kor. 12,4-6. In den Evangelien wird ausdrücklich nur in der Taufformel von Mat. 28,19 ein Beweis für die Dreieinigkeit geliefert.“

In den folgenden Zitaten werden die drei „Personen“ so aufgeführt, wie ich es aus der katholischen Jerusalemer Bibel entnehme:

  • In 2. Korinther 13:13 (14) heißt es: „Die Gnade des HerrnJesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“   
  • 1. Korinther 12:4-6 lautet: „Es gibt aber Verschiedenheitenin den Gnadengaben, es ist jedoch der nämliche Geist. Und es gibt Verschiedenheiten in den Ämtern, doch es ist derselbe Herr. Und es gibt Verschiedenheiten in den Wunderkräften, doch es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt.“               
  • In Matthäus 28:19 lesen wir: „Darum gehet hin und machetalle Völker zu Jüngern und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Ist man bei den Verfassern der  Encyclopedia wirklich der Meinung, man könne durch die bloße Behauptung, diese Texte würden
eine „Drei sind eins“  bzw. Trinität belegen, nachdenkende Menschen überzeugen?

Hand aus Herz:  Geht aus diesen Versen tatsächlich hervor, dass Gott, Christus und der heilige Geist eine trinitarische Gottheit bilden und dass alle drei wesensgleich, gleich mächtig und gleich ewig sind?

Nein, das geht daraus nicht hervor.

Es geht daraus ebensowenig hervor, wie die Aufzählung von drei Personen wie bspw.  Thomas, Richard und Harald bedeuten würde, dass diese „drei in einem“  seien.

Ein renommiertes biblisches Nachschlagewerk ist der gleichen
Meinung.  Die Texte beweisen nämlich nach  McClintock und Strongs Cyclopedia of Biblical, Theological, and Ecclesiastical Literature  „nur, dass die drei Subjekte genannt werden, . . . aber das beweist an sich nicht, dass alle drei zu der göttlichen Natur gehören müssen und die gleiche göttliche Ehre besitzen“.

Und was es sonst noch zur vermuteten „Bibelentwicklung“  in Sachen Dreieinigkeit zu sagen gibt, habe ich hier bei GF schon viele Dutzend Male ausführlich beantwortet.  

Längst nicht alle diese Antworten haben die religiöse Unduldsamkeit mancher User überlebt.

Diese hier bildet eine Ausnahme:

http://www.gutefrage.net/frage/frage-zur-trinitaetslehre#answer-128720873

Alles Gute

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Kommentar von Abundumzu ,

Und noch einmal  . . .

Hallo Fred4u2,

was mir noch einfiel und ich der Vollständigkeit halber nachträglich noch gern ergänzen möchte, ist der Hinweis darauf, dass Gottes  heilige Schrift  trotz aller Vereitelungsversuche  zum Weltbestseller  schlechthin  geworden ist.

Der Autor selbst hat für dieses Wunder gesorgt, denn wie sonst wohl kann es möglich sein, dass ein altes Buch einer weltweiten Anfeindung zum Trotz mit Abstand  mehr Superlative in sich vereinigt, als irgendein anderes literarisches Werk?

Geschrieben von vierzig Schreibern im Laufe von  rund 1.600 Jahren, zieht sich ein Thema wie ein roter Faden durch alle Kapitel, nämlich Gottes Vorsatz mit seiner Schöpfung Erde und den  Menschen.

Verfolgt und bedroht, unter Lebensgefahr geschrieben, vervielfältigt,
übersetzt, gedruckt, gelesen und verbreitet gibt es diese „göttliche Bibliothek“  inzwischen in  über 2.700 Sprachen  -  und in vielen dieser Sprachen gleich mehrfach (in Deutsch beispielsweise rund 60
Mal).

Sie war noch nie so verbreitet wie heute!   Und diese Aussage stimmt  auch morgen und an jedem weiteren Tag.

Ihr tatsächlicher Verfasser lässt das so erklären:

„Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, und dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen“  (2. Timotheus 3:16 Neue Genfer Übersetzung

Kein Buch des Altertums ist so gut belegt wie Gottes Wort. Und schon deshalb sind alle Versuche gescheitert, sie durch Vermengung  mit philosophischem Gedankengut „weiter zu entwickeln“.

Ganz im Gegenteil hat sich ihre Genauigkeit in der Wiedergabe durch intensive Textforschung und durch beständige Verfeinerung aufgrund weiterer archäologischer Funde kontinuierlich  verbessert. 

Bibelfreunde unserer Zeit freuen sich darüber, dass sie miterleben zu dürfen, wie sich dieser einzigartige Informationskanal  immer wieder selbst bestätigt  -  und wie vor ihren und vor unsern Augen genau  das geschieht, was einst der Prophet Daniel (vor rund 2.600 Jahren) in Worte kleidete.

Was er damals durch göttliche Inspiration aufschrieb, verstand er selbst nicht. Als er deswegen nachfragte, erhielt er diese Antwort: 

"Geh jetzt, Daniel! Denn die Worte sollen bis zum Ende aufbewahrt und versiegelt bleiben.  Viele Menschen werden geprüft, gereinigt und geläutert werden. Die Gottlosen werden weiter gottlos handeln, aber von ihnen wird es niemand verstehen. Doch die Verständigen werden es begreifen".  (Daniel 12:9-10 Neue evangelistische Übersetzung)

Wohl dem, der sich unter die Letzteren einreiht.

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Kommentar von kdd1945 ,

Gefällt mir. Genau auf die Frage eingegangen. Gilt für Antwort und Kommentare.

Antwort
von Hamburger02, 133

Unter den Bibelwissenschaftler ist es völlig klar, dass auch die Bibeltexte gewissen Entwicklungen unterworfen waren. Das gilt insbesondere für die Zeit der mündlichen Überlieferung und beim AT für die Zeit der babylonischen Gefangenschaft bzw. beim NT für die Zeit des Frühchristentums.

Wir haben zwar aus jenen Zeiten keine Originale mehr vorliegen, um direkt zu vergleichen. Aber speziell beim NT weiß man das, weil es kontinuierlich Interpretationen des NT durch die frühesten Kirchenlehrer gab und anhand dieser Interpretationen kann man nachvollziehen, dass sich die Texte, die interpretiert wurden, im Laufe der Zeit geändert haben.

Antwort
von ogdan, 136

Im Kommentar geht es nicht um den Text der Bibelstelle, sondern um die daraus abgeleitete rituelle Taufformel. Wie bei allen rituellen Handlungen sind die dabei gesprochenen Formeln (etwa im Sinne von Gebeten oder Wünschen) einem zeitlichen Wandel unterworfen, der hier dokumentiert wird.

Als Christen gehen wir außerdem nicht davon aus, daß die Bibeltexte kontextfrei und unveränderlich auf die jeweilige Zeit übertragen werden dürfen. Durch die Hilfe des heiligen Geistes, den eigenen Verstand und das Gebot der Liebe muß der Sinn auf den jeweiligen Kontext übertragen werden. Das kann zur Verdeutlichung auch die Verwendung von modernerer Sprache enthalten - wer z. B. weiß heute noch, was ein Scheffel ist?

Antwort
von Herb3472, 184

Ja selbstverständlich waren die Texte der Bibel Veränderungen unterworfen, und da sie ursprünglich mündlich überliefert wurden, waren sie auch einem sogenannten "Stille Post Effekt" ausgesetzt - das heißt, niemand weiß wirklich, was die ursprünglichen Aussagen und wie die ursprünglichen Formulierungen gewesen sind.

Kommentar von joergbauer ,

Es gibt sehr gute Übersetzungen, die mit dem Grundtext weitgehend übereinstimmen (Schlachter 2000, Revidierte Elberfelder etc.). Die Qumram-Funde 1947 bestätigen, daß es da keine Fehler gab und nichts verfälscht ist. Der Sinn ist in jedem Fall erhalten und Gott hat auch dafür gesorgt, daß wir auch heute noch das lesen und verstehen können, was ER uns zu sagen hat!

Kommentar von Herb3472 ,

Es gibt sehr gute Übersetzungen, die mit dem Grundtext weitgehend übereinstimmen

Ich habe nicht die Übersetzungen gemeint, sondern den Grundtext. Der wurde ja nicht sofort niedergeschrieben, sondern irgend wann einmal auf Basis mündlicher Überlieferungen. Und diese mündlichen Überlieferungen unterlagen dem "Stille Post Effekt" und waren daher nicht authentisch.

Antwort
von joergbauer, 174

Kommentare sind nicht immer das Maß der Dinge. Vor allem nicht von einer Kirche, die sich für allein seligmachend hält. Entsprechend sollte man sich einfach an die Bibel selbst halten und sich nicht einseitig informieren. Es gibt genug Möglichkeiten, sich über Sinn und Zweck und Hintergründe einer Bibelstelle wahrheitsgemäß zu informieren.

Wir haben gute Übersetzungen der Bibel wie Schlachter 2000, Revidierte Elberfelder und Luther, Neue evangelistische Übersetzung etc. Da braucht man oft gar keine Kommentare, weil offensichtlich ist, was gemeint ist und was nicht.

Evolutionäre Entwicklungen und das Wort Gottes in der Bibel sind zwei paar Schuhe und haben überhaupt nichts miteinander zu tun. Vor allem ja auch, weil ein Christ nicht an eine Evolution glaubt (daß nämlich alles aus Nichts entstanden ist). Alles Gute!

Kommentar von robi187 ,

lass dem gauben den gläubigen?

lass denn wissenden das wissen?

gaube hat immer was mit einem gott zu tun? man kann leicht festellen was von menschen (glauben) kommt und was von gott der allmächtige kommt?

allmacht braucht keine menschen um eine botschaft zu geben?

der dialog mit seinem gott ist viel wichtiger als die botschaften aus menschen hand? denn diese stinken immer nach menschlicher schwäche?

Kommentar von joergbauer ,

Darum haben wir die Bibel, anhand dessen inspiriertem Inhalt wir prüfen können, ob das, was einer über Gott sagt, auch der Wahrheit entspricht oder nicht? Ebenso haben es die früheren Christen auch getan, denn auch damals gab es schon Irrlehren, Verführer, Dummschwätzer und Lügner.

Ja, Gott braucht im Grunde keinen um zu sagen was er will, aber wir können Gott nicht vorschreiben wie er das macht. Gott redet durch sein Wort, durch den Mund der Propheten, durch den Heiligen Geist, durch seine Menschwerdung. So ist es offenbart und vielfach bestätigt. Prüfen muss man das sicherlich immer. Gerade jetzt.

Antwort
von atzef, 131

Die evolutionäre Entwicklung von Leben ist keine "komische Vorstellung von Atheisten", sonderneine gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis, die auch von den großen christlichen Religionen und Theologien nicht abgestritten wird.

Das tun lediglich christliche Sekten.

Von der Bibel wiederum ist bekannt, dass sie alleine schon sprachlich aus Verständnisgründen immer wieder neu angepasst wird.

Oder glaubst du etwa, du würdest heutzutage 1:1 lesen, was Luther übersetzt hat...?

Kommentar von Rudolf36 ,

Jawoll. Gott hat die Evolution erfunden, damit er nicht alles alleine machen muss! 

Kommentar von atzef ,

Du meinst, so ein allmächtiger Gott müsste noch etwas "erfinden"? Der wäre nicht per se allwissend und allmächtig, sondern würde sich selber zu neuen Erkenntnissen entwickeln können...? Das klänge aber sehr menschlich und gar nicht mehr göttlich... Das würde ja auch bedeuten, Gott wäre zu Fehlern fähig...

Antwort
von Sturmwolke, 46

Hallo Fred4u2,

in Deinem Zitat geht es nicht um die "Entwicklung" eines Bibeltextes, sondern um die "Entwicklung" einer Taufformel.


Daß die Taufformel aus Matth. 28:19 "trinitarisch" ist, entspricht natürlich nicht der Aussage der Bibel, sondern der Meinung der Autoren der Fußnote.

In Matthäus 28:19 hat Jesus Christus eine "Arbeitsanweisung" gegeben, die so auführlich war, daß die Jünger sich danach richten konnten.

Dieser Anweisung kamen die Apostel nach, wie der folgende Bericht zeigt:

(Apostelgeschichte 19:1-7) 19 Im Laufe der Ereignisse zog Paulus, während sich Apọllos in Korinth befand, durch das Landesinnere und kam nach Ẹphesus hinab und fand einige Jünger vor; 2 und er sprach zu ihnen: „Habt ihr heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ Sie sagten zu ihm: „Nun, wir haben nicht einmal gehört, daß es heiligen Geist gibt.“ 3 Da sagte er: „In was seid ihr denn getauft worden?“ Sie sprachen: „In die Taufe des Johạnnes.“ 4 Paulus sagte: „Johạnnes taufte mit der Taufe [als Symbol] der Reue, indem er dem Volk sagte, daß sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das heißt an Jesus.“ 5 Als sie das gehört hatten, wurden sie im Namen des Herrn Jesus getauft. 6 Und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der heilige Geist über sie, und sie begannen in Zungen zu reden und zu prophezeien. 7 Insgesamt waren es etwa zwölf Männer.

Bei diesem Bericht (und einigen ähnlichen anderen) geht es aber  offensichtlich nicht um den genauen Text der Taufformel, sondern um die Unterscheidung und Bedeutung der verschiedenen Arten der Taufe. Dafür war die Bezeichnung Taufe im Namen Jesu - statt der Taufe des Johannes -  ausreichend.

Einen kurzen Überblick über die verschiedenen Arten der Taufe und was sie bedeuten findest Du im Bibelant wortenpool.de unter dem Stichwort Taufe.

Eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Arten der Taufe gibt es in dem Bibellexikon Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, ebenfalls unter dem Stichwort Taufe:

http://m.wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1200000555

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Bei weiteren Fragen sag mir bitte Bescheid.

Antwort
von kdd1945, 37

Hallo Fred4u2,

die Drohungen aus Off 22,18-19 beziehen sich in erster Linie auf Veränderungen an der Offenbarung selbst, kann aber wohl auf die gesamte Bibel grundsätzlich angewandt werden.

18 (HFA) Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; 19 und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil15 wegnehmen von dem Baum16 des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.

Matthäus 28,18-19 kann man Missionsbefehl, Lehrbefehl oder Taufanordnung nennen, es ist aber keinesfalls eine trinitarische Taufformel.

Manch einer meint zwar, dass Jesus hier eine Formel vorgegeben habe. Aber Jesus sagte nicht "...tauft sie und sprecht dabei die Formel...",

...sondern: »19 Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.

Die Menschen sollten schon bei der Taufe Jünger / Schüler Jesu sein, und anschließend weiter belehrt werden über den Willen Gottes, das Vorbild Jesu, sowie die "Kraft des Höchsten".

Die Nennung von Vater, Sohn und Geist macht noch keine Trinität, wie auch Geist, Wasser und Blut nicht, aus 1Joh 5,6-8 (LUT) nicht:

6 Dieser ist's, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; und der Geist ist's, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. 7 Denn drei sind, die das bezeugen: 8 der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein.

In diesen Text quetschte die RKK noch das berüchtigte Comma Joanneum.

Sieh: https://de.wikipedia.org/wiki/Comma_Johanneum

Grüße, kdd

Antwort
von Rudolf36, 71

Die Offenbarung ist nicht von Jesus, sondern von irgend einem Johannes.

Das erste Evangelium (des Lukas) wurde um das Jahr 50 geschrieben. Bis dahin gab es nur mündliche Überlieferung, und jeder Mensch erzählt eine Geschichte anders. Könntest du die Geschichte der deutschen Politik vor 20 Jahren aufschreiben? Aus dem Gedächtnis?

Übrigens: glaubst du, dass die hochschwangere Maria zu Fuß 130 km von Nazareth nach Bethlehem gelaufen ist? Die Bibel berichtet jedenfalls nichts über Eisenbahn und Taxis. 

Antwort
von amenuensor, 43

Ich bin durch jahrzehntelanges Bibellesen und Forschen immer noch der Meinung, dass sich das Wort Gottes nicht entwickelt. Es ist so, dass Jesus völlig Recht hat, wenn er sagt, dass Gottes Wort die Wahrheit sei (Johannes 17:3). Und wahr ist alles, was von Gott kommt. Diese Wahrheit ist unveränderlich! Aber das erfährt nur, wer sich dem Wort Gottes "ausliefert". Das soll heißen, er mus keine andere Absicht haben als die, den GEIST DES WORTES zu erfassen.

Es geht bei den Bibeltexten nicht in erster Linie um einzelne Worte. Denn Worte müssen übersetzt werden - und wir haben nur Übersetzungen! Es geht immer um den Sinn, der sich dem aufrichtigen Leser erschließt, wenn er die Hilfe des Geistes Gottes dafür in Anspruch nimmt. Der Text der Bibel, wie er von der Forschung seit Jahrzehnten schon festgeschrieben ist, hat immer noch dieselbe Bedeutung für uns Menschen: Er ist eine Anleitung zum rechten Leben (siehe die Bergpredigt in Mat. 5 - 7).

Jeder Leser der Bibel wird dann festsellen, dass sich die Bedeutung eines Textes in ihm selbst entwickelt. Damit möchte ich sagen, dass ein Bibeltext sich im Bewusstsein des Menschen entwickelt. Derselbe Text kann je nach Lebenssituation und Alter etwas anderes sagen. Es entickelt sich Tiefe. Und vor allen Dingen die Nähe zu Gott.

Was ich für unbedingt wahr halte: "Denn das Wort Gottes ist lebendig und machtvoll und kann die Gedanken und Absichten des Menschen beurteilen." (genauer steht es in Hebräer 4:12)

Antwort
von Netie, 153

Die christliche Taufe geschieht auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes nach Matthäus 28 Vers 19

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