Wie entsteht der Atommüll?

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4 Antworten

Teil I (wegen der Länge unterteilt, wurde nicht angenommen)

Ich glaube, ich kann Deinen Frust verstehen,

also die atomare Ebene: Chemische Elemente bestehen aus einzelnen Atomen, Atome aus einem Kern und einer Elektronenhülle (Bohr'sches Atommodell). Atomkerne können unter bestimmten Bedingungen freie Neutronen aufnehmen (einfangen), dabei ist es egal, ob die Atome separat oder chemisch gebunden in einem Molekül vorliegen. Freie Neutronen entstehen auf 2 Wegen

a) durch natürlichen radioaktiven Zerfall bestimmter Nuklide (Atomkerne eines Elementes mit unterschiedlichem Atomgewicht; bedingt durch unterschiedliche Neutronenzahl bei gleicher Protonenzahl), in der Regel Uran

b) im Atomkraftwerk durch Neutroneneinfang von Uran-235-Atomkernen. Diese Kerne werden durch das eingefangene Neutron instabil und zerfallen in 2 leichtere Elemente und weitere Neutronen.

Bei beiden Methoden a) und b) entsteht Atomüll. 

Bei a) ganz langsam und deshalb bezogen auf die Umgebung in sehr geringer Konzentration. Ist überall auf der Welt vorhanden wo Uran zugegen ist. Also im Gestein, im Mauerwerk, in den verputzten Wänden unserer wohnungen, in der Garten- und in der Blumenerde. Und wenn jemand braun gefärbte klassische Bleikristallgläser und -blumenvasen mag, auch in diesen Gegenständen. Aber keine Sorge, ist alles ungefährlich.

An bestimmten Wohnorten (z.B. Vulkangebiete in Schwarzwald, Eifel, Sachsen, Thüringen, Nordhessen kann sowohl das Gestein als auch das Wasser sehr viel höher mit "Atommüll" "kontaminiert" sein. Aber auch hier gilt: keine Gefahr.

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Teil III

Das Wort "verstrahlen" ist im Übrigen eine politische Wortschöpfung, die so schön gefährlich klingt. Kontaminiert, d. h. mit radioaktiven Stoffen verunreinigt wäre das richtige Wort. Ein bestrahlter Stoff, z.B. einer, der harte Gammastrahlung aus einem mit frisch abgebrannten Brennelementen befüllten Castorbehälter über Stunden abbekommen hätte, strahlt anschließend kein bißchen selbst. Sonst hätten die Schildbürger nämlich mit Ihrem Vorhaben das Rathaus innen zu beleuchten Erfolg gehabt, genauso wenig wie du nach dem Röntgen deines gebrochenen Armes oder Beines im Dunkeln hell leuchten würdest.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

Mehr zu den oben genannten Begriffen findest Du in deinen Schul- und Lehrbüchern. Google  und Wikipedia würde ich nicht vertrauen sofern die Auskünfte über Radioaktivität, Strahlung, Endlagerung und Atommüll auf deutsch sind. Sie sind zu mehr als zwei Dritteln schlichtweg aus politischen Gründen gelogen. Vielleicht ändert sich das in 20 Jahren mit der nächsten Generation.
Viel Erfolg bei Deiner Arbeit.

PS Die Fachleute bitte ich über die Vereinfachungen hinweg zu sehen.

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Kommentar von Fragentimme
19.11.2016, 09:50

Danke für die Antwort,

hat mir sehr geholfen.

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Teil II

Jetzt zu b): Im Atomkraftwerk entsteht der Atommüll (die Reste aus dem zerfallenen Uranatomkern, also die 2 Bruchstücke ohne die Neutronen) sehr viel schneller und in viel größerer Menge. Da die Bruchstücke nicht immer gleich groß sind verteilen sich diese auf viele unterschiedliche Nuklide und damit auch unterschiedliche Elemente. Diese Elemente sind wiederum instabil und senden bei ihrem Zerfall zwar keine Neutronen, sondern alpha-, beta- und gamma-Strahlen aus. Sie sind "radio"-aktiv.

Wegen seiner, verglichen mit der Natur, hohen Menge und seiner im Anfang sehr hohen Radio-Aktivität muss dieser Atommüll behandelt und in unterschiedliche Fraktionen aufgeteilt werden. Dazu werden Hilfsmittel und auch Geräte benötigt und natürlich auch Menschen die damit umgehen (arbeiten). Zweck ist die Aufteilung in Fraktionen die dann separat möglichst schnell ihre Radioaktivität bis auf natürliches Niveau verlieren. Beim hochaktiven Abfall dauert die sehr lange. 

Jetzt noch zu den Hilfsmitteln, z.B. Kleidung. Weil in einer kerntechnischen Anlage Nachhaltigkeit groß geschrieben wird und das Minimierungsgebot gilt und vor allem auch eingehalten wird, werden Arbeitskleidungen, Werkzeuge, Maschinenteile, sonstige Hilfsmittel dann nicht mehr gereinigt und rezykliert, wenn bei ihrer Säuberung erneuter konventioneller und radioaktiver Abfalll entstehen würde, der größer ist als die Menge, wenn man es direkt beseitigt.

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Die Anzüge gelten als verstrahlt, da die Spaltprodukte, die bei der Kernspaltung entstehen, leider nicht im Brennelement bleiben. Es entstehen u.a. Gase und Staub etc, der auch radioaktive Stoffe enthält. Dieser Staub kann sich am Anzug ablagern und deshalb gilt so ein Schutzanzug dann auch als Radioaktiv kontaminiert. Wenn du noch Fragen hast, kannst du gerne hier antworten ;) Viel Glück sonst noch bei deinem Referat ;)

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