Frage von iPhone7plus, 66

Wie Eltern von neuer Therapie erzählen?

Hallo. Ich m/17 leide an Depressionen. Vor ca. nem halben Jahr habe ich meine Therapie abgebrochen, bzw. sie wurde abgebrochen. Ich hab mir jetzt eine neue gesucht. Meine Eltern wissen nichts davon. Wie soll ich das ihnen erzählen? Oder am besten nicht? Sie kommen mit dem Thema nämlich nicht wirklich zu recht. Was soll ich denn sagen, wenn ich einmal pro Woche irgendwo hingehe? Danke für Tipps

Antwort
von TheTrueSherlock, 19

Ich war auch in dem Alter, als ich es ihnen gesagt habe.

Wissen sie überhaupt etwas von deinen Depressionen?

Gehe am besten zu dem Elternteil, mit dem du dich besser verstehst. Dann sage einfach, ohne großes Rumgerede, dass du dir nun eine weitere Therapie gesucht hast und dort am [Wochentag] immer hingehst.

Wenn sie erst gar nichts von deinen Depressionen und der alten Therapie wissen, dann sagst du "Mir gehts psychisch nicht gut und ich brauche professionelle Hilfe." Später kannst du immer noch sagen, dass du Depressionen hast.

Ich würde sie nicht anlügen, weil es echt Nerven kostet, jede Woche eine neue Ausrede zu erfinden. Gerade wenn man sonst nie das Haus verlässt und auf einmal jede Woche, am selben Tag und meist noch zur selben Uhrzeit - das fällt auf ^^ Die Kraft, um jedes Mal eine Ausrede zu erfinden, hast du nicht. Auch wenn sie das nicht verstehen wollen (tut mir sehr leid! Wieso? Sind sie einfach überfordert?).

LG :)

Antwort
von Mirachandra, 32

Hallo.

wenn du dich vorerst besser fühlst, brauchst du es ihnen erstmal nicht zu sagen. Rede mit deiner Therapeutin darüber.

In den meisten Therapien kann man auch die Angehörigen mit einbeziehen. Sie begleiten dich dann mal zu einem Termin und die Therapeutin spricht mit deinen Eltern und klärt sie auch auf. Natürlich nur über das was du auch möchtest. Manchmal bringt das echt viel.

Ich weiß, es gibt Menschen, die sich gegen jede Art von Psychologie sträuben, weil sie Angst haben als unnormal (oder jemand aus der Familie) angesehen werden.

Du machst die Therapie ja aber für dich und nicht für deine Eltern. Damit es DIR besser geht.

Wenn du es erstmal nicht sagen möchtest, dann sage einfach du triffst dich mit Freunden. Schwindeln ist zwar nicht schön, aber wenn es erstmal zu deiner Genesung beiträgt, würde ich das erstmal so durchziehen. Wenn du dann soweit gestärkt bist, sage es deinen Eltern und schlage einen gemeinsamen Termin vor. Auch unter dem Vorwandt einer "offen-Angehörigen-Sprechstunde".

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und wünsche dir Gute Besserung!

LG

Antwort
von Nirakeni, 13

Du sagst die Wahrheit. Ganz einfach: "Ich gehe zur Therapie". - Fertig.

Antwort
von DODOsBACK, 20

Werd erwachsen - anscheinend hast du weder den Mut, ihnen die Wahrheit zu sagen, noch traust du dich, um ein bisschen mehr Privatsphäre zu bitten (ihnen nicht über jeden deiner Schritte Rechenschaft ablegen zu müssen).

Könnte es sein, dass du das Ende der letzten Therapie ein bisschen "schöngeredet" hast ("bin geheilt, brauche das nicht mehr"usw.) und jetzt zugeben müsstest, dass du rausgeflogen bist?

Geheimnisse, Schuldgefühle, schlechtes Gewissen, Angst vor der Wahrheit - all das verschlimmert Depressionen!

Meistens ist es besser, mit offenen Karten zu spielen und EINMAL den dazugehörigen Kampf auszufechten statt dauernd neue Ausreden zu suchen.

Dein neuer Therapeut hilft dir sicher, die richtige "Strategie" zu finden...

Kommentar von Mirachandra ,

"Werd erwachsen" ist derselbe dümmliche Spruch wie "Reiß dich zusammen" und pures Gift für einen Depressiven!

Kommentar von DODOsBACK ,

Wenn du bessere Vorschläge hättest, würde ich sie mir gerne anhören - aber lügen, abwarten und darauf hoffen, dass die Depressionen sich in Luft auflösen erscheint mir nicht gerade hilfreich.

Wie soll man die Eltern denn zu einem gemeinsamen Gespräch bitten, wenn man ihnen nichts von der Therapie erzählen will?

In einer Psychotherapie geht es vor allem darum, depressionstypische Denkmuster, negative Gefühle und passive Verhaltensweisen abzubauen und durch aktivere, positivere Verhaltensmuster zu ersetzen.

https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/depression/therapie-und-behan...

Mit "werd erwachsen" meine ich nicht "hör auf zu jammern, du hast keinen Grund" sondern "nimm dein Leben selbst in die Hand". Nur wer Tatsachen schafft, kann das ewige "was wäre, wenn..."-Kopfkino beenden.

Mag sein, dass das "Kopftätschel-Fetischisten" schon zu weit geht, aber ich kenne nicht einen Menschen, der durch Mitleid "geheilt" wurde...

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ne, der Anfangssatz geht echt nicht. Auch wenn du das anders meinst, dann kann man das besser formulieren. Nur weil man Angst vor den Reaktionen anderer hat und deshalb nichts von der Therapie erzählt, heißt es nicht, dass man nicht erwachsen ist oder sein Leben nicht selbst in die Hand nimmt!

Schon mal überlegt, warum der Fragesteller die Frage stellt? Richtig, er hat ein psychisches Problem, wird damit allein nicht fertig und muss sich nun anderen öffnen und das mit der Therapie sagen. Eine Depression und eine Therapie sind große Sachen! Man sagt nicht einfach, dass man sich nun Hilfe geholt hat oder depressiv ist. Man hat auch da Angst, erneut verletzt zu werden.

Außerdem weißt du nicht, warum er depressiv ist. Bei mir war mein Vater unter anderem schuldig. Da ist es noch besser, wenn man es den Eltern sagen muss. Von ihm kam lange Zeit erstmal ein "Ach gehst wieder zum Seelenklempner?" Ja, prima.

Dein erster Teil deiner Antwort geht gar nicht. Gegen den 2. Teil habe ich nichts einzuwenden.

Und es ist nicht üblich, dass die Eltern zu der Therapie eingeladen werden. Man geht ja in die Therapie, damit man sich selbst besser fühlt. Bei mir hätte es nichts gebracht, wenn mein Vater gekommen wäre. Vermutlich hätte er noch nicht mal zugestimmt. Meine Mutter kam auch nur 2 Treffen mal mit und sonst nicht. Ich hätte das auch ablehnen können. Aber nicht in allen Familien ist das so gut, dass ein oder gar zwei Elternteile sich überhaupt dafür melden, mal mitzugehen.

Deinen Anfangssatz mag ich auch deshalb nicht, weil du damit nicht nur den Fragesteller angreifst, sondern ihm damit auch zeigst, dass du ihn nicht verstehst. Das ist für mich nicht unbedingt Mitleid haben oder nicht, sondern so eine Aussage zeigt mir, dass du die Person nicht verstehst, ihre Gefühlslage und ihr Handeln nicht nachvollziehen kannst etc. Und DAS ist elementar für eine Therapie.

Kommentar von Mirachandra ,

Lieber Dodo, in meiner Antwort, wenn du sie aufmerksamer gelesen hättest, steht drin, dass er es "vorerst" nicht sagen soll. Und der Grund steht auch dazu. Es mag sein, dass man allein mit Kopfstreicheln, wie du es nennst nicht, nicht voran kommt. Aber wenn jemand auf dem Boden liegt, sprich ganz unten ist, braucht man nicht noch zu treten. Wie du schon schreibst:
Durch positives ersetzen. Ist das Positiv was du schreibst?

Antwort
von Belladonna1971, 21

Wir kennen Deine häusliche Sitatuion nicht. Vielleicht wäre das einfachste deinen Therapeuten zu fragen und das Vorgehen mit ihm zu besprechen. Er wird genau diese Situation kennen! Gemeinsam könnt ihr eine Lösung erarbeiten.


Alles Gute!


Antwort
von insalata2, 34

Du solltest mit ihnen darüber sprechen. Wenn sie nichts davon wissen, kölnnen sie dir auch nicht helfen. Viel Mut brauchst du dazu nicht, denn du willst ja die neue Therapie durchziehen.

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