Wie Eltern von gewaltätigen Kindern behandeln?

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5 Antworten

Mit dieser Frage beschäftigen sich tatsächlich Fachmenschen aus dem Bereich der Psychotherapie, Unterfachgebiet Kriegsfolgen. 

Biste platt erst mal. 

Tatsächlich wirkt sich ein Krieg mindestens bis in die dritte Generation prägend aus. Jene Generation die ihn erlebte hat sehr viel Gewalt erlebt. Hier spielt keine Rolle ob als Täter, Opfer oder sogenannte unbeteiligte Person. 

In jedem Fall wird nach dem Krieg das persönliche traumatische Erleben erst in jüngster Zeit überhaupt zur Kenntnis genommen. Und eben auch nur in kleinen Teilbereichen. Es wird also verschwiegen. Und existiert damit unterschwellig. 

Folge ist psychische Gewalt die durchaus ungewollt ausgeübt wird. Die folgende Generation ist damit beschäftigt die existentiellen Dinge mit aufzubauen wie ihre Elterngeneration. Und sich ein wenig Wohlstand anzueignen. Dabei wird diese unterschwellige Gewalt weiter vermittelt. 

Die nun folgende Generation kann dann durchaus damit konfrontiert sein dass sie gewalttätig wird. 

Nun macht es absolut keinen Sinn - wie Du nun wohl erkannt hast - hier mit Schuld durch die Gegend zu wedeln. Denn wo bitte willst Du anfangen? Und zu welchem Behufe? 

Wir haben heute nicht nur das Jugendamt. Das ist in unserem Staat je nach Ort und zuständiger Politik mangelhaft ausgestattet. Ist einfach so. Liegt an den erwachsenen Menschen vor Ort die sich nicht kümmern, nicht fordern wie es ihr gutes Recht ist.... . 

Wir haben heute auch die Möglichkeit 

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kostenlos und ohne Vorwahl anzurufen und sich dort zu beraten wie bestenfalls geholfen werden kann. 

Denn tatsächlich steht es keinem Menschen zu auch einem Kind vorschreiben zu wollen ob es seine Eltern lieben will oder nicht. Egal wie sie sind. Liest sich bei Gewalttätigkeit schräg, ist aber nachdenkenswert. 

Wir haben heute angefangen von der Familienhilfe und abhängig vom Bundesland verschiedenste Möglichkeiten in solchen Fällen zu helfen. Ja, helfen. Denn Strafe beendet diesen Kreislauf nicht, Hilfe kann durchaus zu einem Ende führen. Gibt es Bücher drüber. Müsste im Archiv von dradio der eine oder andere Fund zu gemacht werden können. 

Noch angemerkt: Die Therapie welche nötig ist gibt es seit 1997 oder 1998. Nur NRW erlaubt ihre Anwendung, alle anderen blenden sie aus. Wäre ja auch mal ein Thema welches bearbeitet werden könnte. 


Und sehr gute Frage wenn Du mich fragst. Sie geht tatsächlich uns alle an - wenn wir dazu bereit sind. 

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Zunächst mal hast du es mit den heutigen Gewaltausübenden zu tun. Wirst du Zeuge eines Gewaltaktes gegen Kinder, so bist du verpflichtet, einzuschreiten und sei es nur durch lautes Schreien oder klares Ansprechen der Tat. Selbst wenn es nicht viel ändert, du hast es versucht und gezeigt, dass du diese Dinge nicht kommentarlos hinnimmst, sondern verurteilst und für die Schwachen Partei ergreifst. Zivilcourage eben.

solltest du auch mit den Eltern Kontakt haben, kannst du sie beobachten und überlegen, ob du aus ihrem Verhalten oder Äußerungen Rückschlüsse ziehen kannst. Vielleicht agieren sie auch mit den Enkeln auf besondere Art und Weise. du bist aber nicht berechtigt oder moralisch verpflichtet , die Eltern auf Versäumnisse etc. hinzuweisen oder sie zur Rede zu stellen. Es sind für dich Menschen, denen du etwas unterstellst, mehr nicht.

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Kommentar von Minove
26.12.2015, 15:38

Aus meiner Sicht ist es ehr so das ich etwas schlechtes erlebt habe. 

Nicht nur bei mir, sondern auch bei meiner Mutter. Als Kind bin ich oft genug dazwischen gegangen.

Ich hab Jahre nicht mit den Eltern von meinem Erzeuger geredet, aus anderen Gründen. Jetzt wollte ich es ändern, zum Geburstag gratulieren und erfahre was ihr Sohn mit mir machte als ich sehr klein war.

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Vorsicht - es stimmt, dass viele gewalttaetige Eltern selbst solche hatten, aber nicht immer! Mein Vater war das Gegenbeispiel: er wurde von seinem Vater verpruegelt und schwor sich, seine Kinder (uns) nie zu schlagen, und das hat er auch nie getan.

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Kommentar von Minove
26.12.2015, 16:07

Ich weiß. Ich selbst würde nie mals jemandem weh tun. 

Mein Erzeuger fand es aber richtig und das es sein musste. So wie er es gelernt hat.

Es gibt beide seiten. 

Ich will ja nicht behaupten das die, die gewalt erfahren haben auch gewalt weiter geben. Zum Glück ist das keines wegs so!

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Du verallgemeinerst viel zu sehr.

Kinder und Erwachsene können auch ganz ohne elterliches Vorbild gewaltätig werden.

Und Kinder und Erwachsene können trotz sehr schlechtem Vorbild gewaltverachtende Menschen werden.

Solchen Eltern begegnet man am besten ohne Vorbehalte.

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Viel erreichen - das kommt bei mir als "sind gute Kinder / Erwachsene, wenn sie viel Leistung erbringen und erfolgreich sind".
Aber die (für mich) wesentlich wichtigere Komponente der "respektvollen zwischenmenschlichen Beziehung" geht da komplett unter.

Ich würde diesen Eltern fragend begegnen.
Fragend nach ihrer eigenen Kindheit und ihrer Reflexion darüber - falls sie überhaupt in dieser Sache reflektieren / hinterfragen.

Oft zieht so etwas über Generationen bis eine(r) aus diesem Muster ausbricht.

Als Lektüre fielen mir da die Bücher von Alice Miller ein.

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