Frage von Grimler, 76

Wie ein kurzes Arbeitsverhältnis bei Bewerbungen verkaufen?

Hallo zusammen,

ich habe mich dazu entschlossen, meine Stelle als Büroleiter einer kleinen Filiale einer Agentur nach nur 6 Monaten wieder zu kündigen, da die Stelle in sehr vielen Bereichen nicht meinen Vorstellungen entspricht und div. Zusagen nicht eingehalten wurden. Der Geschäftsführer versucht mir zwar ein schlechtes Gewissen zu machen, dass ich ihn und das Büro hängen lasse, aber ich habe mich entschieden, dass so durchzuziehen, da ich in diesem Job nicht glücklich werde - ganz im Gegenteil!

Außerdem möchte ich mir 2 Monate Auszeit nehmen, um ein schwer krankes und alleine lebendes Familienmitglied zu unterstützen. Danach will ich dann wieder auf Jobsuche gehen und bin eigentlich zuversichtlich, in meiner Großstadt zeitnah etwas zu finden.

Mir macht lediglich etwas Sorge, ob die kurze Zeit bei meinem aktuellen Arbeitgeber evtl. sehr negativ im Lebenslauf aussieht.

Wie würdet ihr das am besten verkaufen? Ich denke mein Chef würde sich darauf einlassen, es im Arbeitszeugnis so aussehen zu lassen, als ob es von vornherein befristet gewesen ist. Oder meint ihr es ist besser, ganz offen zu sagen, dass es nicht gepasst hat und auch die Pflege des Familienmitglieds für mich Priorität hatte?

Würde mich über Tipps freuen! Danke!

Antwort
von DerHans, 63

Eher negativ, wäre dein Vorhaben 2 Monate Auszeit zu nehmen. Man sucht ZUERST einen neuen Job, und kündigt dann so, dass es einen nahtlosen Übergang gibt.

Kommentar von Grimler ,

Danke für den Kommentar, aber die 2 Monate Auszeit sehe ich am unproblematischsten. Die sind außerdem nicht aus Jux und Dollerei, sondern für die Pflege eines geliebten Familienmitglieds gedacht. Genau deshalb will ich keinen nahtlosen Übergang und dabei ist für mich zweitrangig, ob "man das so macht". Aus dieser Auszeit heraus werde ich mich auf Jobsuche begeben, wenn auch absehbar ist, ab wann ich wieder einsteigen kann.

Expertenantwort
von Setna, Community-Experte für Bewerbung, 54

Wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt ist, dann gibt es sicherlich andere Möglichkeiten als die Privatpflege durch Angehörige. Die Argumentation wäre dann nicht hieb- und stichfest.

Kommentar von Grimler ,

Ich habe nicht geplant, das Familienmitglied dauerhaft zu pflegen (wofür ich auch gar nicht qualifiziert bin), sondern in dieser Auszeit alles in die Wege zu leiten, damit langfristig eine gute Betreuung gewährleistet ist. Außerdem ist es mir wichtig, für die Person da zu sein und da stelle ich berufliches gerne mal hinten an.

Expertenantwort
von Setna, Community-Experte für Bewerbung, 57

Wie sieht es denn mit der Länge deiner vorherigen Beschäftigungen aus?

Warum nimmst du "nur" exakt zwei Monate eine Auszeit? Ist es absehbar, dass du das einhalten kannst?

Kommentar von Grimler ,

Vorher habe ich 2,5 Jahre eine kaufmännische Ausbildung absolviert, 3 Jahre BWL-Studium und 5 Jahre bei einem Arbeitgeber, bevor ich die aktuelle Stelle angetreten bin. Der Wechsel war durch einen Umzug bedingt.

Die 2 Monate habe ich mir halt mal als Richtwert genommen. Ich denke in dieser Zeit kann ich für das kranke Familienmitglied alles so regeln, dass ich danach wieder voll einsteigen kann.

Kommentar von Setna ,

Du musst dein "kurzes Arbeitsverhältnis" trotzdem nicht "verkaufen". Der Arbeitgeber hat schließlich ein Problem zu lösen, deshalb sucht er Mitarbeiter. Wenn DU die Lösung seiner Probleme bist und zum Umsatz beiträgst, dann interessiert ihn NULL, ob du vorher sechs Monate, sechs Jahre oder sechs Jahrzehnte irgendwo anders beschäftigt warst.

Antwort
von Sanja2, 48

ich würde mich ein Zeugnis schreiben lassen, dass der Wahrheit entspricht, nämlich das du gekündigt hast. Das kannst du gut mit der Pflegezeit erklären. Du musst dann nur erklären können, dass die Pflege dieser Person das neue Arbeitsverhältnis nicht beeinflussen wird oder zu dessen Beendigung führen wird.

Kommentar von Grimler ,

Ja, das macht Sinn. Das Familienmitglied lebt alleine, 300km entfernt und hat sonst leider keine näheren Angehöringen mehr. Ich möchte für die Person alles in 1-2 Monaten regeln, so dass sie gut betreut ist und anschließend wieder in meine Stadt zurückkehren. Ein zukünftiger Arbeitgeber bräuchte also keine Angst vor vielen Fehlzeiten o.ä. haben, weil ein kurzfristiger Besuch ohnehin nicht möglich wäre.

Antwort
von Otilie1, 56

da sagst du einfach das mit dem kranken familienmitglied pflegen, das ist ja wahrhaftig ein ehrenwerter grund um zu kündigen

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