Wie Differenzen bei der Erziehung balancieren?

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6 Antworten

Ich kann dein Problem gut nachvollziehen, mir ergeht es oft ähnlich.

Natürlich wäre der Idealfall, "an einem Strang zu ziehen" - nur ist das in der Realität nicht (immer) möglich.

Manchmal möchte ich meine Kinder vor den (für mich nicht nachvollziehbaren) erzieherischen Anwandlungen meines Mannes "beschützen", unterlasse es jedoch, um meinem Mann nicht in den Rücken zu fallen.

Aber ich spiele nicht seinen verlängerten Arm, das muss er dann schon alleine hinkriegen. Später (in Abwesenheit der Kinder) suche ich das Gespräch mit ihm und oft kommen wir dann doch auf einen (zumindest ähnlichen) Nenner.

Im Prinzip machst du doch alles richtig!

Alles Gute für dich!

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Gewalt ist Ausdruck eines Mangels. - Friedrich Hacker, Begründer der Friedensforschung

Hinzu kommt dass nun mal Männer und Frauen verschieden sind. 

Auf neuronaler Ebene haben wir den Nachweis dass wir um so komplexer denken können je mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Gehirnzellen bestehen. Männer haben nun nachweislich weniger Verbindungen zwischen den Gehirnzellen.

Hinzu kommt der nicht zu unterschätzende Einfluss der Umwelt von frühester Kindheit an.

Tatsächlich gesteht unsere Gesellschaft so gut wie von Geburt an dem männlichen Geschlecht keine Gefühlswelt zu. Sie wird teilweise immer noch von den Müttern, also den lebenslang prägenden Elternteilen, mit Liebesentzug bestraft. Zunehmend bewerten Fachmenschen solchen Liebesentzug in früher Kindheit als Folter. Eine Folter deren Folgen nur sehr mühsam abstellbar sind. Und eben auch nur nach Einsicht und Bereitschaft.

Dann ist Dein Mann noch Techniker. Technik erfordert pragmatisches Denken. Gerne schnörkellos. 

Es ist begrüßenswert sowohl für Deinen Mann als auch für Dein Kind dass Du Dich aus deren Auseinandersetzungen heraus hältst. 

Dein Kind lernt: Menschen sind verschieden. Also macht es Sinn verschieden zu interagieren. 

Deinem Mann eröffnest Du die Chance irgendwann auf die Idee kommen zu können seine Handlungsweise zu hinterfragen. Danach dann womöglich die Bereitschaft zu entwickeln sein Weltbild zu erweitern. 

Techniker die diesen Weg einschlagen gehören zu den Besten der Welt. 

Vielleicht magst Du Dich mal mit der Friedensforschung beschäftigen. 

Es gibt mittlerweile hilfreiche Bücher die uns manche neue Kommunikationsmöglichkeit aufzeigen. Auf diese Weise lässt sich erlernen auch Deinen Mann da abzuholen wo er gerade ist, ihm Lust darauf zu vermitteln sich auf Veränderung einzulassen. 

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Kommentar von hourriyah29
19.03.2016, 18:40

Danke für die wunderbare Antwort! Hast Du vielleicht noch einen Buchtip für mich?

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Versuche dich doch mal (wenigstens für einen Moment) aus dem Kampf zwischen den beiden zurück zuziehen.

Damals war es mir nicht so bewusst, aber Kinder kommen meistens gut damit zurecht, dass nicht alle Personen, die mit ihnen zu tun haben, am gleichen Strang ziehen - ja noch nicht mal das machen müssen.

Dein Mann ist unsicher - was auch bedingt durch seine autoritäre Prägung ist.
Da es unzählige Bücher in Sachen Erziehung sowie Antipädagogik gibt, würde ich ihm mal ein "unerzogen"-Magazin auf den Nachttisch oder seinen Sessel legen.
Viele Männer schreckt es nämlich ab, ein (für sie) dickes Buch zu lesen.

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Du machst es doch schon richtig, Vater und Tochter müssen sich alleine miteinander zurechtfinden. Auch in der Schule oder im Beruf muss man sich mit verschiedenen Leuten zurechtfinden. Du solltest mal ein paar Tage verreisen und Vater und Tochter ihren Weg suchen lassen.

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dass er von mir erwartet, dass ich etwas durchsetze, das er angeschafft hat - was ich aber nicht als durchsetzenswert emfinde.

damit zeigst du dem kind: auf papa muss man nicht hören.

ihr solltet euch über grundsätzliches vorher einig werden und eurer tochter gegenüber an einem strang ziehen.

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Kommentar von hourriyah29
18.03.2016, 22:34

Ich habe diesbezüglich Internet und eine Pädagogin kontaktiert. Das Ergebnis war, dass es sehr wohl sein darf, dass Mama und Papa unterschiedlicher Meinung sind, dass das sogar gut ist, weil Kinder dadurch lernen, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und lernen auf diese auch einzugehen. Es ist aber wichtig, dass Eltern ihre Meinungen selbst vertreten und für das Kind klar ist, was gerade angesagt ist.

Die Kleine lernt nicht durch mich, dass man nicht auf Papa hören muss, sondern dadurch, dass er hohe Erwartungen stellt und diese dann eben nicht durchsetzt.

Über Grundsätzliches sind wir uns einig, aber nicht über die Kleinigkeiten des Alltags. Und ich bin nicht bereit als Handlangerin für meinen Mann Dinge durchzusetzen. Ich stelle mich nicht in den Weg, wenn er es tut. Er kann natürlich seine Forderungen aufstellen, er muss aber wissen, dass er sie selbst durchsetzen muss.

Unter vier Augen versuche ich ihm verständlich zu machen warum manche Aufforderungen nicht umsetzbar sind, oder wie er es mit weniger Widerstand hinbekommen kann. Oder dass er sich vorher überlegen soll, ob er bereit ist seine Aufforderung auch durchzusetzen und wenn nicht diese garnicht erst stellen.

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Lass deinen Mann einfach seine Sache machen und misch dich da nicht ein

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