Wie dient das Stammkapital einem Gläubiger als Sicherheit?

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3 Antworten

Im Falle einer Insolvenz haften die Eigenkapitalgeber (z.B.: Geschäftsführer und Gesellschafter im Falle einer GmbH) lediglich - beschränkt - mit Ihrer Einlage.

Die Gesellschaft an sich haftet jedoch mit ihrem gesamten Vermögen ggü. dem Gläubiger. Das Eigenkapital als Sammelposition - u. a. mit der Stammeinlage (bei GmbH's / Grundkapital bei AG's) - hat hingegen ein Verlustauffangpotential.

Angenommen Y besteht darauf, die offene Verbindlichkeit unverzüglich durch das Unternehmen zu begleichen, so müsste das Unternehmen evtl. Vermögensgegenstände liquidieren bzw. sich zunächst einmal primär die vorhandenen flüssigen Mittel und die Mittel unter der Position "Umlaufvermögen" (Kasse / Bank..) ansehen. Es gäbe auch die Möglichkeit, dass das Unternehmen selbst offene Forderungen versucht, möglichst zeitig einzutreiben und damit die offene Verbindlichkeit von Y zu begleichen.

Die Stammeinlage i. H. v. 50.000 hat sich ja nicht einfach in Luft aufgelöst. Es gilt natürlich: Aktiva (Mittelverwendung) = Passiva (Mittelherkunft); sie wurde lediglich zur Investition verwendet (z.B.: für Sachanlagen, Vorratsvermögen, ...)

Eine Überschuldung (Konsequenz: Insolvenz) läge in diesem Fall jedoch nicht vor, denn das Vermögen ist größer als die Schulden (Unter der Annahme, dass das U. nebst der offenen Verbindlichkeit von Y keine weiteren Schulden hat, sodass die Verbindlichkeiten in Summe das Vermögen übersteigen würden).

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Das Stammkapital muss nicht als Liquidität oder als Reserve erhalten bleiben. Das kann voll und ganz Investiert und für das Unternehmen genutzt werden.

Mit "Haftung" ist auch nicht die Haftung des Unternehmens gemeint, sondern die Haftung der Eigentümer des Unternehmens. Das Unternehmen haftet unbegrenzt für alle seine Schulden. Der Eigentümer nur mit dem eingebrachten Grundkapital.

Also: Wenn ich einen Comicladen als GmbH gründe und da 50.000 Euro einbringe, dann kann die Comic-GmbH diese 50.000 Euro komplett in Comics und Regale investieren und damit den Laden bestücken. Da muss kein Kapital als Reserve zurückgehalten werden. Die Haftungsbeschränkung bedeutet nur, dass ich im Falle einer Pleite nichts mehr nachschiessen muss. Die 50.000 Stammkapital die ich eingebracht habe, sind alles womit ich hafte. Dass die inziwschen nicht mehr in bar in Unternehmen sind sondern nur als Lagerbestand und Ladeneinrichtung interessiert nicht. Im Falle einer Insolvenz würde alles Liquidiert, sprich verscherbelt und die Erlöse bekämen dann die Gläubiger.

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Denke dass Herr Y in so einem Fall 20k von deinen 50k bekommt ^^

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Kommentar von Nargilem
09.02.2016, 19:25

Aber es gibt ja keine 50k mehr :D 

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