Wie der Digitalisierung im Alter begegnen?

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3 Antworten

Aus eigener Erfahrung hab ich ein paar merkwürdige Erkenntnisse mit meinem Großeltern gemacht. Hauptsächlich, dass die mit einem Smartphone besser umgehen können, als mit einem klassischen Handy (vorallem die sogenannten Soft-Keys haben die nie verstanden, also dass der Knopf direkt unter dem Display immer das macht, was im Display steht). Bei einem Smartphone kann man einfach da drauf drücken, wo das Symbol ist, was man auswählen will (allerdings drücken die immer so stark drauf, dass das Gehäuse schon knarzt). 

Eine andere Sache war z.B. wenn mein Opa seinen Videorekorder programmieren wollte, damit er was aufnimmt. Er hatte zuerst einen Rekorder, wo man sich vor das Gerät hocken musste und mit einem Kugelschreiber einen Einstellungsknopf drücken musste, um dann umständlich den Sender, das Datum und die Start- und Ende-Uhrzeit einzustellen. Als der Rekorder irgendwann kaputt war, hatte er ein Kombi-Gerät aus DVD-Player und Videorekorder. Das Ding hat ShowView unterstützt. Man musste also auf der Fernbedienung nur den "ShowView" Knopf drücken und dann die Zahl eingeben, die in der Programmzeitschrift neben der Sendung stand, die man aufnehmen wollte. Das fand er merkwürdigerweise viel komplizierter, als dieses manuelle Einstellen am alten Videorekorder.

Mittlerweile haben sie einen Smart-TV, wo man sich die Programmvorschau am Fernseher anzeigen lassen kann und nur einen Knopf drückt, um dem Fernseher zu sagen, dass die ausgewählte Sendung aufgenommen werden soll. Das geht wieder sehr gut.

Trotzdem finden sie manchmal das Kompliziertere einfacher als das Einfache. Vielleicht muss man da mal ein paar verschiedene Varianten ausprobieren.

Was die anderen Dinge angeht: Bei der IBAN braucht man sich eigentlich nur daran gewöhnen, dass man jetzt eine längere Nummer von der Bankkarte abschreiben muss. Das sehe ich eigentlich nicht als Problem. Statt Onlinebanking hat man im Alter genug Zeit, um in eine Bankfiliale zu gehen, wo einem gerne geholfen wird. Telefonnummern schreibt man am besten in sein Adressbüchlein (also das aus Papier). Pin-Codes und Kennwörter macht man am einfachsten überall gleich (allerdings vielleicht beraten lassen, damit man kein zu einfaches Kennwort nimmt). Ob ein Rechner erwünscht ist oder nicht, müssen die Personen selbst wissen. Wie gesagt, bei meinen Großeltern klappt die Bedienung von Smartphone und iPad besser als die Bedienung von einem normalen Handy. Die einzige wirklich brenzlige Sache ist der Datenschutz. Da gibt es viele Dinge, die man beachten muss, um halbwegs sicher zu sein.

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Kommentar von wollmaus14
13.04.2016, 10:49

Nimm mal an, DU schrottest dein Handy unterwegs....hast du alle Nr im Kopf? Oder auf einem Zettel dabei? Kannst du deinen Arbeitgeber informieren, wenn du z.B. eine Panne hast?

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Ich habe die gleichen Erfahrungen... Ich denke das Problem ist, dass ältere Menschen einfach viel zu viel Angst vor dem ganzen Technikkram haben.
Und das finde ich auch doof. Vor allem so Aussagen wie: "Ach in meinem Alter brauche ich das nicht mehr..." finde ich... tja: doof.

Ältere Menschen hatten das Glück, dass sie eben mit der Technik nicht aufgewachsen sind, und noch gelernt haben wie man ohne Internet, Computer und Handy lebt. Wir können uns das nicht mehr vorstellen, weil diese Dinge eben schon immer Teil unseres Lebens waren.

Ein Rentner denkt sich: "Was soll ich damit? Hab ich 50 Jahre nicht gebraucht, und brauch ich jetzt auch nicht."

Fatal und falsch, wie ich finde. Ich finde es schade, dass ältere Menschen kein Interesse daran haben, denn genau daran liegt das. Ältere Menschen sind nicht blöder als jüngere, aber sie haben eben keine Lust, sich damit zu beschäftigen. Warum, kann ich nicht verstehen.

Meine Eltern waren da nicht anders. Es war ein harter Weg, aber mittlerweile können sie einen Computer bedienen und haben beide ein Smartphone und finden das auch total super.

Mehr kann ich dazu nicht sagen, außer ein Apell an alle "alten" Leute da draußen: "Habt keine Angst vor der Technik. Beschäftigt Euch damit, lernt sie kennen und benutzen".

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Kommentar von wollmaus14
13.04.2016, 10:25

Geht nicht so sehr um Technikangst, sondern normale Altersprobleme wie Vergesslichkeit, Demenz

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Kommentar von Franz577
13.04.2016, 10:29

Naja, sowas kann man sicher nur schwer verstehen, wenn man selbst noch jung ist und diese ganze Technik als selbstverständlich betrachtet, weil man es gar nicht anders kennt.

Aber warte mal ab, bis du selbst alt bist und es dann vielleicht Dinge gibt, von denen du heute noch gar keine Vorstellung hast.

Möglich, daß du dich dann damit auch nicht mehr auseinandersetzen willst.

Als junger und gesunder Mensch setzt man ganz andere Prioritäten an sein Leben. Krankheiten und Gebrechen sind einem fremd und man will einfach möglichst alles haben und überall dabei sein.

Aber im Alter ist man meist schon froh, wenn man noch gesund ist, keine Medikamente braucht und noch nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist. Da interessiert man sich dann nicht mehr für irgendwelchen technischen Schnickschnack, den man vermutlich tatsächlich nicht (mehr) braucht.

Und auch die Leute, die heute alt sind, waren mal jung und vermutlich sehr fortschrittlich für die Leute, die damals schon alt waren.

Der technische Fortschritt ist eben ein Prozess, der nie stehenbleibt, auch wenn man meint, es gäbe keine Steigerung mehr. Denn was der Mensch weiß, ist ein Tropfen und was er (noch) nicht weiß, ist der Ozean.

Darum finde ich es zwar schon gut und wichtig, wenn man auch als älterer Mensch noch etwas mit der Zeit geht, aber man muß es nicht übertreiben und man muß sich auch nicht alles aufschwatzen lassen.

V.a. zum Online-Banking wollen die Banken ihre Kunden ja oftmals nur deswegen forcieren, weil es dann für sie bequemer ist. Aber als älterer Mensch soll man sich nicht scheuen, die Hilfe der Angestellten in Anspruch zu nehmen und sich nicht abwimmeln zu lassen. Das ist das gute Recht eines jeden Bankkunden.

Und ein Smartphone braucht ein hochbetagter Mensch ebenfalls nicht zwingend. Es genügt, wenn er weiß, wie er im Notfall schnell Hilfe holen kann und das geht mit einem normalen Handy oder Hausnotrufsystem genauso.

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Wer keine eigenen Angehörigen mehr hat, kann sich von einer betreuenden Person dabei helfen lassen.

Wer ansonsten noch körperlich rüstig ist und alles selbst schafft, nur mit der modernen Technik nicht mehr klar kommt, der kann sich auch von den Angestellten der Bank helfen lassen (dazu sind sie verpflichtet) und muß für seine Bankgeschäfte eben weiterhin die nächste Filiale aufsuchen.

Einen PC braucht man nicht unbedingt und wer selbst mit einem einfachen Handy nicht klar kommt, der kann sich auch so ein Alarm- oder Notrufgerät zulegen, bei dem man nur auf den Knopf drücken braucht, damit ein Alarm ausgelöst wird. Kann jetzt nicht genau sagen, wie man das nennt, aber sowas gibt es.

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Kommentar von wollmaus14
13.04.2016, 10:23

Kleine Bankfilialen schließen zunehmend...

Bei uns gibt es das Projekt "Smarthaus"; da regelt sich nahzu alles elektronisch. Was, wenn das hakt?

Die Studienbetreiber, die testweise da wohnen, sind jung. Zudem meinten sie, das sei nur für rüstige ältere Leute praktikabel (bis 70 circa); sieht man mal von den eminenten Kosten für das Wohnprojekt ab (für Normalrentner nahezu unerschwinglich)

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