Frage von FamilieHaber, 80

Wie dem Hund helfen sich einzugewöhnen, der 9 Jahre in einer Familie war und nun in einem neuen Rudel leben soll?

Habe gestern einen Schäferhund-Mix 9 Jahre alt als 2. Hund übernommen. Lasse ihn soweit in Ruhe,( also kein Betüddeln ectr.), geregelter Tagesablauf wie Gassi,Futter und auch mit anderen Hunden wird wie mit meiner ersten normal getätigt. Soll Katzen kennen,ist aber da am fipsen,weil sie nicht zu ihm kommen bzw. er nicht an sie ran kommt und halt auch so zwischendurch. Denke,klar,daß es die Umstellung ist halt in ein neues Rudel. Reagiert auch im ersten Moment ja..ich würde sagen panisch,wenn er draussen ist und z.B. ein anderer Hund kommt. Hat da jemand in der Hinsicht Erfahrung und kann mir Tipps geben,wie ich ihm das Einleben erleichtern kann, denn wieder abgeben will ich ihn nicht, denn es soll ja auch meiner Hündin helfen. Daher ja die Entscheidung zu einem zweiten Hund.

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 19

Der Neuankömmling muß erst einmal in Ruhe "ankommen" können.

Es gibt drei Kreise der Eingewöhnung.

  1. Der innere Kreis der inneren Familie. Das bedeutet: Feste Zeiten im Tagesablauf, so lernt der Hund, daß es verlässliche Ressourcen gibt. Ruheraum und Ruhezeit. Kleine Aktivitätszeiten die sich am Besten in einem Garten abspielen. Selbständige Aktivitäten zu gestehen, zum Beispiel der Hund kann selbständig in den Garten und zurück in den Ruhebereich. Selbständiges Aufsuchen eines Lösebereiches.
  2. Der zweite Kreis erweitert nach der ersten Zeit den Aktivitätsrahmen. Soweit es der Hund verträgt. Kleine Spaziergänge solange die Umwelt den Neuankömmling nicht verunsichert. Eventuell nur "spazieren stehen" Umwelt gucken gehen und in gelöster Stimmung des Hundes geht es - sofort nachhause. Ziel ist, kleine Erkundungsspaziergänge bei welchen der Hund soweit fähig ist die Umwelt neugierig zu erkunden.Im Heimbereich werden Ruhephasen mit Aktivitätsphasen geplant, Spiel mit einbezogen.
  3. Der dritte Kreis bedeutet nun, daß ggf. eine Hundeschule aufgesucht werden kann oder Kontakte zu Fremdhunden und Fremdpersonen mit eingeplant werden. Bedeutet aber, der erste und zweite Kreis sind positiv abgeschlossen. Erst jetzt beginnt man mit eventuell notwenigen, positiven Erziehungsübungen.

Das Ziel dieser behutsamen Vorgehensweise der Eingewöhnung und des Bindungsaufbaues ist es jegliches Aufbauen von Ängsten und stereotypen Verhaltens zu vermeiden und für Angstverhalten keine Grundlage zu legen. So klappt das dann auch, daß sich beim fachgerechten Einüben des alleine Wartens zuhause keine übermäßigen Verlassenheitsängste entwickeln.

Für Dich und Deinen Neuankömmling bedeutet das: Erst einmal alle Spaziergänge nach draußen, wo er ja Panikreaktionen gegenüber anderen Hunden zeigt - sofort einzustellen!

Ein "vertrauenswürdiger, souveräner Hundehalter" führt seinen Hund nicht in Situationen die Panik oder Ängste in diesem auslösen. So wird kein Vertrauen aufgebaut. 

Der Hund muß erst gelernt haben sich vertrauensvoll immer an Dich zu wenden.

Bleibe mit ihm in einem für den Hund sicheren "Heimspielbereich" Wenn notwendig in ganz ruhige Gebiete mit ihm fahren.

In dieser Eingewöhnungsphase gehst Du mit Deinem Ersthund weiterhin alleine spazieren. Es sind also getrennte Zuwendungszeiten für Beide!

Eventuell solltest Du Dir von einem gut ausgebildeten, erfahrenen Hundetrainer helfend unter die Arme greifen lassen. Es soll nicht passieren, daß Dein Ersthund ggf. dann den Gruppengenossen plötzlich vor Umweltängsten "verteidigt".

Mein Buchtipp für Dich und Deine Fellnasen:

Hundereich - Integration eines erwachsenen Hundes in eine bestehende Hundegruppe, Autor: Mirjam Cordt

http://www.dog-inform.de/eine-seite/dog-inform-team

Hier findest Du das Buch.

Für Dein Vorhaben wünsche ich Dir allen Erfolg der Welt.

Kommentar von brandon ,

Kleine Spaziergänge solange die Umwelt den Neuankömmling nicht verunsichert. Eventuell nur "spazieren stehen" Umwelt gucken gehen und in gelöster Stimmung des Hundes geht es - sofort nachhause. Ziel ist, kleine Erkundungsspaziergänge bei welchen der Hund soweit fähig ist die Umwelt neugierig zu erkunden.

Dem kann ich nur zustimmen. Einem unsicheren Hund sollte man viel Zeit lassen sich alles in Ruhe anzusehen.

Antwort
von brandon, 15

Das klingt ja schon ganz gut wie Du mit ihm umgehst. Vor allem ein geregelter Tagesablauf ist für einen unsicheren Hund sehr wichtig.

Unsere Pflegehündin hatte anfangs auch ein Problem mit unseren Katzen und wäre ihnen am liebsten nachgejagt. Mit Geduld und ein paar Leckerlis haben wir es in fünf Monaten geschafft das sie friedlich nebeneinander liegen.

Unsere Pflegehündin hat auch Probleme mit anderen Hunden weil sie von Strassenhunden fast tot gebissen wurde. In erster Linie ist sie eher ängstlich kann aber auch aggressiv sein wenn sie sich bedroht fühlt.

Da Dein Hund ja nun im Rudel ausgeführt wird gewinnt er vielleicht an Selbstbewusstsein anderen Hunden gegenüber.

 Ich versuche bei unserer Hündin so gut wie möglich anderen Hunden aus dem Weg zu gehen.

Wobei soll er denn Deiner Hündin helfen?

LG

Kommentar von FamilieHaber ,

gehe viel mit beiden raus und suche auch den Kontakt zu anderen Hunden..Er scheut ihn aber auch nicht...gestern war es halt bei dem Rüden meiner Bekannten alles neu und eh Streß pur für meinen...heut morgen sind wir gelaufen und es war alles super und auch ohne Leine und total entspannt..meine erste hat etwas Verlustängste. War jetzt am letzten We im Krankenhaus und meine dann bei der Bekannten und es lief super...kein Gejaule,keine Unsauberkeit...und zu zweit ist das Leben doch eh viel schöner ( Katzen sind auch zu dritt)..ausserdem hatte ich immer 2 Hunde...die können sich jetzt gegenseitig helfen...:-) und an oberster Stelle bin ich,die die Sicherheit,Versorgung und den Spass bietet...nur muss er halt noch verstehen,das mit gefiepse die Katzen auch nicht kommen...alles andere wird von mal zu mal besser...und außerdem sind wir gerad mal bei Tag 2...Aber man tauscht sich halt auch gerne mit anderen HUndebesitzern gern aus,was ich aber auch gut finde,anstatt alles zu verschweigen und am ende da zu stehen und man muss das Tier abgeben...ein Wohnwechsel bedeutet halt Stress für ein Tier..

Kommentar von brandon ,

Ich habe auch ein Katzentrio. 😉 😺😸😽

Antwort
von KIttyHR, 26

Gib dem Hund die Zeit die er braucht, um sich erst einmal an dich zu gewöhnen. Gebe ihm Sicherheit und das Gefühl von Geborgenheit. Du solltest dich viel mit ihm beschäftigen, wenn er es zulässt - vernachlässige aber nicht deinen Ersthund, da er sonst eifersüchtig werden könnte.
Halte unbedingt den geregelten Tagesablauf ein, bis er voll und ganz bei dir angekommen ist. Er vermisst sicherlich seine alte Familie und braucht jetzt erstmal Zeit, bis er sich umgewöhnt hat.
Wenn dies erst passiert ist, läuft meistens alles von alleine.
Ach, und ich denke, dass es in der nächsten Zeit zu kleinen Rangordnungsstreitereien zwischen den beiden Hunden kommen wird. Solange diese Streitereien nicht ausarten, solltest du sie machen lassen. Du musst deinem Ersthund auch die Möglichkeit geben, seinen Platz in der Familie zu sichern und dem Zweithund, einen Platz in der Familie zu "ergattern". Wenn sich die zwei erst einmal eingespielt haben, dürfte es auch hier besser werden.

Kommentar von FamilieHaber ,

Bevorzugt behandelt wird keiner. Rangordnung ist eher das er sich unterwirft. haben ihn ja vorher schon kennengelernt und da hat meine ihm schon direkt klar gemacht was Sache ist..Sonst verstehen sich die beiden super..Auch draußen läuft es...Er läuft heut besser in der Gruppe mit wie gestern wo er kam und das auch schon ohne Leine...rufe ich ihn kommt er auch...sucht generell den Kontakt zu mir,aber lasse ihm auch den Freiraum wenn er abseits zuhause liegen möchte...und ich denke das sich das auch mit den Katzen auf Dauer einspielt...Sie kennen ja Hunde aber entscheiden nunmal auch selbst wann sie zum Hund gehen wollen und wann nicht..

Kommentar von KIttyHR ,

Das läuft doch super. 👍🏼 Mach dir keine Sorgen. Die Katzen werden sich auch daran gewöhnen. Ich hab auch eine Katze und zwei Hunde … anfangs war sie vorsichtig, aber sie hat sich auch schnelk umgewöhnt. Das ist alles eine Frage der Zeit.

Antwort
von xttenere, 27

Achte darauf, dass Du einen geregelten Tagesablauf hast, was die Fütterungszeiten betrifft. Keine lauten Geräusche...kein Rumgeschreie...Keine Hektik... Du brauchst Geduld, und nochmals Geduld. Achte darauf, dass keiner der Hunde bevorzugt wird, auch wenn`s Dir schwerfällt. sonst greifst Du in die natürliche Rangordnung der Hunde ein. Keine Ball- oder Zerrspiele die erste Zeit, da dies Raufereien auslösen könnte. Einfach für die Hunde da sein...kuscheln ( mit beiden ) und Gassi gehen. Lass aber den Neuling bis auf weiteres nicht von der Leine, er muss erst bei Dir richtig angekommen sein.

Dann wird das schon werden.

Kommentar von FamilieHaber ,

mache ich alles...gut..ohne Leine darf er schon laufen,lässt sich ja abrufen,da er ja auch den Kontakt zu mir sucht...mit dem gefiepe den Katzen gegenüber denke ich auch das sich das legt, wenn diese von sich aus ankommen..er ist ja auch gerad erstmal den zweiten tag da...aber heut lief alles schon wesentlich besser und vorallem auch entspannter

Kommentar von xttenere ,

na siehst du...kommt alles gut. Nur Geduld.

Antwort
von skydram, 16

Du kannst etwas mit ihm üben, das stärkt eure Bindung

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