Wie definiert man Vernunft in einfachen Worten erklärt, und haben Tiere eigentlich auch Vernunft, oder nur der Mensch, was ihn erst vom Tier unterscheidet?

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12 Antworten

Die Forschung hat gezeigt dass viele Eigenschaften, die wir für exklusiv menschlich hielten, auch im Tierreich zu finden sind.

Bei Wikipedia wird Vernunft folgendermaßen definiert:

Der Begriff Vernunft bezeichnet in seiner modernen Verwendung die Fähigkeit des menschlichen Denkens, aus den im Verstand durch Beobachtung und Erfahrung erfassten Sachverhalten universelle Zusammenhänge der Wirklichkeit durch Schlussfolgerung herzustellen, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen und danach zu handeln.

Zusammenhänge, regeln und Prinzipien erkennen sowie Schlussfolgerungen zu ziehen ist auch einigen Tieren möglich wie etwa Menschenaffen oder auch einigen Vögeln wie ein paar Papageien, oder auch Krähen.

Diese Tiere sind zum Beispiel dazu in der Lage, die regeln eines Spiels durch Beobachtung zu erlernen, oder auch die Lösung für ein abstraktes Problem selbstständig zu finden.
Das wäre nach der Definition schon vernünftiges Handeln.

Ein Beispiel, dass ich mal in einer Dokumentation sah:

Eine Plexiglasröhre ist fest am Boden verankert. Sie ist zur Hälfte mit Wasser gefüllt, auf dem Wasser schwimmt eine Erdnuss.
Neben der Röhre liegen ein paar Steine und ein Krug voll Wasser.

Man lässt eine Krähe oder einen Schimpansen auf die Anordnung los. beide wissen was eine Erdnuss ist und wollen sie haben.
Sie wissen nicht, wie sie an die Nuss kommen sollen.

Die Krähe warf Steine in die Röhre, bis der Wasserspiegel so weit stieg, dass sie die Nuss mit dem Schnabel greifen konnte.
Der Affe ignorierte die Hilfsmittel, pinkelte in die Röhre und bekam so die Nuss

Beide kamen ohne Hilfe auf die Lösung.

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Kommentar von Skylanderr
16.11.2016, 03:14

HAHAHAHAH DER AFFE BESTER MANN

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In der Vernunft ist die menschliche Fähigkeit zur Erkenntnis der Realität als „Vernehmen“ von Einsicht in das Gegebene, Vorgefundene und Unabdingbare verankert, das zugleich reflexiv, explikativ und indikativ „…ein System von Regeln zur Verknüpfung diskreter Gegebenheiten [schafft]. Und Denken heißt: gemäß diesen Regeln zu verknüpfen. Erst in dem der Verstand eines mit dem anderen verbindet, entsteht, als Resultat dieser Verbindung, Bewusstsein [.......]. “ (Manfred Sommer, Identität im Übergang, S.174)

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Was mir an allen Antworten hier nicht gefällt, sie unterscheiden Verstand und Vernunft nicht, was bereits in der Antike vollbracht wurde. Das scheint wohl verloren. Verstand ist die Fähigkeit, Schlüsse aus den aktuellen Erfahrungen zu ziehen und abzuwägen. Bei Vernunft kommt eine entscheidende Komponente dazu: Die kulturelle Einbindung. Vernunft ist der Rückgriff auf die Erfahrungen der menschlich-kulturellen Entwicklung. Mit R. Popper gesprochen, Vernunft ist die Einbindung in die WELT3, die Welt der Ideen und Hypothesen. Das ist die Welt der gesellschaftlichen Organisation, die Welt der Wissenschaft, der Kunst, Musik und Literatur, die gestaltete Welt durch Architektur und Design. Wie bei allem gibt es keine Polarität, kein entweder oder. Sowohl die Fähigkeit, seinen Verstand zu nutzen, ist unterschiedlich verteilt ebenso wie der Umfang, in dem sich Individuen den kulturellen Schatz zunutze machen. Hier sind die Grenzen zwischen Mensch und Tier auch deutlicher. Bei aller Liebe zu den Tieren und ihrer Wertschätzung, es gibt weder eine komponierte Tiermusik noch Literatur. Schon ein nicht ideologisch zugekleiserter Verstand sollte ausreichen, nicht alles über einen Kamm zu scheren und Unterschiede zu machen zwischen sehr schönem Vogelgesang und einem Bachkonzert. Ich betrachte den Menschen wahrhaftig nicht als Krone der Schöpfung, die sich über die Natur erheben kann, aber genausowenig kann man meiner Meinung nach die kulturelle Evolution des Menschen leugnen, die der natürlichen Evolution aufgesetzt ist.

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Kommentar von Franz1957
16.11.2016, 12:38

Dies erinnert mich an Gedankengänge von Joachim-Ernst Berendt: Vernunft, so schreibt er, hänge mit Vernehmen zusammen, also mit der Tätigkeit des Hörens. (Das Dritte Ohr, Vom Hören der Welt, S. 124 und 131ff).

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Kommentar von ProfFrink
16.11.2016, 13:53

Ja, hier kommen wir der Wahrheit schon näher.

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Ich finde, man sollte gar nicht erst die menschlichen Eigenschaften mit denen der Tiere vergleichen.

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Kommentar von NadarrVebb
16.11.2016, 11:35

  

??

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Kommentar von Franz1957
16.11.2016, 12:14

Wieso?

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Handeln durch Abwägung ethischer Erkenntnisse, also über den "Lustgewinn" (im weitestem Sinne) hinaus ist Teil der Vernunft.
So wäre z.Bsp. die Befolgung der "Goldenen Regel" aus dem NT, Mt.7,12

12 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! ......
"vernünftig" , über das Vermögen von Tieren hinaus.
Die Erkenntnis aus dieser Regel ist, daß das Zusammenleben durch dessen Befolgung  allen Menschen dient und Frieden schafft, also die positive Befindlichkeit stützt, und deshalb richtig , gerecht ist.
Zweckmäßiges oder instinktiv richtiges Handeln von Tieren kann hiermit nicht verglichen werden.

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Wenn ich so die Geschehnisse, die man so jeden Tag in den Nachrichten hört, dann kommt mir der Verdacht auf, dass der Mensch schlimmer als jedes Tier ist, und der Mensch echt das Denken verlernt hat. Und die Vernunft bei Tieren bei weitem besser ausgebildet ist

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Manche Tiere haben mehr Gefühle und sind vernünftiger als Menschen. Aber vernünftig sind die Tiere ja eh... Ein Tier ist ein Tier und ein Mensch ist ein Mensch.

Tiere sind auch barmherzig. Z.B eine Katzenmutter lässt dich nie an ihre Babys ran. :) Ein Babyelefant hatte mal einen Menschen kurz vorm Ertrinken geholfen. Der kleine Rabauke hat mit seinem Rüssel den Menschen zum Ufer gebracht... Das ist sehr faszinierend.... ! 👍👼

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Kommentar von danhof
16.11.2016, 08:16

Und "eingeheiratete" Löwen bringen barmherzigerweise erst mal die alten Kinder der Löwin um. (Stichwort Infantizit)

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Hmmm... man könnte natürlich Wiki bemühen.

Aber wenn ich es für mich definieren wollte, würde ich es vielleicht so versuchen:

Vernunft ist die menschliche Fähigkeit, nach Abwägung aller zur Verfügung stehenden Einflüsse bei einer Entscheidung diejenige Option zu wählen, die die gestellte Aufgabe am besten löst.

Der Mensch kann dabei Triebe, Instinkt und Primärbedürfnisse bis zu einem gewissen Grad kontrollieren und sich bei seiner Entscheidung sogar darüber hinwegsetzen.

Beispiele:

- Rationierung von Essen. Wenn ich jeden Tag ein bisschen esse, reichen meine Vorräte eine Woche lang. Wenn ich mich satt esse, habe ich übermorgen nichts mehr.

- Sex: Wenn ich jetzt mit dieser betörenden Schönheit schlafe, setze ich meine Ehe und den Familienfrieden aufs Spiel

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Der Begriff umschreibt die Fähigkeit des menschlichen Denkens.

Ich glaube aber nur Tiere sind vernunpftbegabte Wesen. Warum? Siehe diese Plattform.

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Kommentar von Rotrunner2
16.11.2016, 02:46

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Unsere Hunden und katzen allerdings haben keine Vernunft, nur Instinkt. Viele, ja sogar die meisten Menschen, haben wohl auch keine Vernunft, nicht wahr?

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Vernunft bedeutet, Vor- und Nachteile abzuwägen und nicht maßlos im eigenen Interesse zu handeln.

Im Grunde könnte man sagen, Tiere handeln vernünftig, denn sie handeln nur nach ihren Instinkten. Tiere nehmen sich nicht mehr oder weniger als sie brauchen. Sie stehen mehr oder weniger immer in einer Balance zu ihrer Umgebung.

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Kommentar von danhof
16.11.2016, 08:25

Das sehe ich anders.

Sie stehen nur deshalb in einer Balance zu ihrer Umgebung, weil sie Feinde haben im Ökosystem, nicht weil sie so vernünftig wären.

Ratten in Neuseeland sind ein gutes Beispiel. Nachdem die eingeschleppt wurden, benehmen sie sich nicht vernünftig, sondern versuchen ihr Revier maximal zu vergrößern.

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Kommentar von DrBronstein
16.11.2016, 11:57

Gute Gegenbeispiele sind Blattläuse oder Heuschrecken.

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Kommentar von MrMiles
18.11.2016, 14:51

@danhof
eingeschleppt, du sagst es ja selbst.

@DrBronstein
Die Frage war ja "Menschheit oder Tier" - es ist klar das es unter beiden auch schwarze Schafe gibt.

Wenn es aber so krass wie du sieht, müsste man sagen - keiner ist vernünftig, weder Mensch noch Tier.

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