Wie definiert ihr eure persönliche Freiheit?

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3 Antworten

Freiheit wäre für mich, wenn ich zunächst mal die Diskrepanz zwischen Selbst und Selbstbild überwunden hätte, also quasi vollkomene Integrität und Authentizität gewonnen hätte und das leben zu können als das was ich bin. Also selbstzentiert aus der Mitte heraus.

Das Gefühl der Unfreiheit resultiert meines Erachtens aus einer Selbstentfremdung (tolles Wort - bin gerade selber vor 5 Min. darüber gestolpert.) Zum Beispiel sagen schätzungsweise 80 % der Menschen sie arbeiten gerne. Aber wenn man einen Kübel voller Unrat ihnen vor die Füße kippt und sie bittet das sauber zu machen, würden sie sich bestimmt laut beschweren. Hier stimmt Selbst und Selbstbild nicht überein, was ich als Selbstentfremdung bezeichnen würde.

Das mit der Entscheidung ist überhaupt kein Problem. Denn die Entscheidung findet je zu einem bestimmten Zeitpunkt statt. Unterstellt man einmal, dass es dir gelingt alle in diesem Moment verfügbaren Informationen (die Entscheidung betreffend) einfließen zu lassen, so ist die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt unter den gegebenen Umständen immer richtig.

Als falsch erscheinen uns Entscheidungen nur, wenn wir Tatsachen die wir erst viel später erfahren haben mit dieser Entscheidung vergleichen. Aber die Entscheidung war subjektiv zu dem getroffenen Zeitpunkt richtig. Jedoch die neuen Informationen auf eine bereits in der Vergangenheit getroffene Entscheidung zu projezieren ist Blödsinn. Stattdessen sollte man wenn nötig erneut entscheiden.

Ja wie gesagt. Ich glaube das Paradox heißt Selbstentfremdung.

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Kommentar von Mausbaer555
21.11.2016, 01:14

Wie überwindet man die Diskrepanz zwischen Selbst und Selbstbild?

Man braucht ja ein Selbstbild, um Ziele umzusetzten bzw. zu definieren. Also ein Bild davon, wie man sein möchte, oder was man erreichen möchte (z.b. persönliche Freiheit). Aber was, wenn das nicht mit dem "Selbst" übereinstimmt? Weil man das Selbst nicht kennt?

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Eine echt tolle Frage, liebe(r) Mausbaer

Ich definiere meine persönliche Freiheit so, dass ich die freie Wahl habe, wie ich meine Lebenszeit verbringe. Ich habe die freie Wahl, ob mein Dasein einen Wert hat für andere oder ob ich nur meine eigenen Bedürfnisse im Kopf habe. Ich gehe stramm auf die 60 zu und bin alt und krank genug, um aus dem offiziellen Arbeitsmarkt aussortiert zu sein - und genau das gibt mir die Zeit, mich voll und ganz meinen persönlichen Projekten zu widmen, die aber ganz und gar im Dienst der Gemeinschaft stehen. Das geht weit über jedes Hobby hinaus - die ich auch habe und denen ich gerne nachgehe, um mich zu erholen und zu entspannen. Aber ansonsten ist mir mein Leben VIEL zu wertvoll, um es eigennützig zu verprassen.

Ich glaube, dass ich mir das echt übelnehmen würde, wenn ich mal sterbe. durch Todesfälle in meiner Jugend hab schon früh angefangen, mich mit dem Tod zu beschäftigen und mir stellte sich die Frage, was ich dann wohl bedauern werde. Und ich glaube, dass ich dann bedauern werde, was ich nie versucht habe, was ich nicht aus meinem Leben gemacht habe, wem ich nicht geholfen habe, obwohl ich es gekonnt hätte, was ich nicht geschafft habe, obwohl ich es hätte schaffen können. Ich glaube nicht, dass ich dann bedauern werde, zuviel im Dienst für andere und zuwenig für mich getan zu haben. Schon weil ich eh aufpasse, dass ich nicht zu kurz komme - da besteht echt keine Gefahr.

Meine persönliche Freiheit besteht also darinnen, mich dafür zu entscheiden, welchen Wert ich meinem Leben gebe. Meine persönliche Freiheit besteht darinnen, auch 'nein' sagen zu können, wenn jemand meine Hilfe nur aus Bequemlichkeit zu brauchen vorgibt. Meine persönliche Freiheit gestattet mir, ganz und gar Mensch zu sein und dem Lebens so zu begegnen, wie es sich mir zeigt - mit allen Anforderungen, die ein Leben schließlich mit sich bringt.

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Kommentar von Mausbaer555
23.11.2016, 18:49

Du schreibst, dass du "stramm auf die 60 zugehst", ich bin 32. Aber meine Eltern gehen schon "stramm auf die 70 zu" und ich bemerke, obwohl sie unkonventionell gelebt haben, dass das Alter sie inzwischen gezeichnet hat. Meine Mutter ist sehr fit und junggeblieben für ihr Alter, jedoch kämpft Sie zur Zeit im "innerlichen Veränderungen", und ist ziemlich "katzbürstig" machmal. Mein Vater hat seit seinem 13 Lebensjahr schwer gearbeitet und ist jetzt erst mit 78 in Rente gegangen und daher auch körperlich etwas angeschlagen. Ich frage meine Eltern nicht danach, dennoch frage ich mich manchmal, ob ihr Leben "gut" war? Ob Sie den Sinn drin gefunden haben? Ob Entscheidungen sich als richitg herausgestellt haben? Ob sie sich trotz aller Umstände (z.B. lange Ehe) dennoch irgendwie "frei" gefühlt haben?

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Das kommt darauf an in welcher Kultur du lebst, jede hat seine eigene Definition davon. Unser Spirit ist in jeder Kultur anders. Sich nicht mehr an die Gedanken der anderen zu hängen.

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Kommentar von Mausbaer555
23.11.2016, 18:50

Ich meinte Freiheit "kulturunabhängig". Nur weil eine Frau sich dazu entscheidet, ein Kopftuch zu tragen und es auch gerne trägt, weiß man noch lange nicht, ob sich sie auch innerlich frei fühlt.

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