Wie bzw. wo kann man Mathematik mit möglichst wenig Bezug zur Informatik studieren?

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4 Antworten

Eine Mathestudium ohne Theoretische Informatik geht nun mal heutzutage nicht mehr. Eine späterer Anstellung als Mathematiker schon gar nicht. Ein Mathematiker muss zwar nicht programmieren können, um ein guter Mathematiker zu sein. Aber es wird von ihm erwartet.

Und mal nebenbei erwähnt: Alle Mathematiker, die ich kenne, sind hervorragende Programmierer - meiner Meinung nach sogar signifikant bessere als die Informatiker, die ich kenne - mich eingeschlossen ;-)

Ich habe oben bewußt Theoretische... genannt, denn mit technischer oder angewandter Informatik wirst du bei einem Mathestudium tatsächlich nur unwesentlich konfrontiert. Du musst nicht unbedingt wissen, wie ein Computer von innen aussieht und wie er funktioniert, aber einen bedienen können solltest du schon.

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Du kannst Mathematik ohne Informatik als Nebenfach zu studieren. Theoretische Physik ist ebenfalls sehr Mathe-lastig, das wäre also eine Option, sofern Interesse vorliegt.

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Kommentar von weckmannu
22.12.2015, 21:41

kann man evtl. im Studium vermeiden, aber nicht im Berufsleben.

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Naja, was glaubst du denn macht ein Mathematiker? Womit rechnet man heuzutage? Meinst du der benutzt einen Casio-Taschenrechner? Computer natürlich! Informatik ist nichts anderes als Formeln in den Computer eintippen damit er diese berechnet. bevor man das kann muss man allerdings wissen wie genau der Computer einen versteht. Dazu braucht man Computersprachen bzw. Programmiersprachen. 

Das einfachste Beispiel ist eine Funktion f(x) 

Möchtest du zB. dass dir der Computer einen Graphen auf dem Bildschirm ausgibt musst du diese Funktion f(x) irgendwie definieren. 

In Mathe sieht das so aus: 

y = f(x) = x² 

In einer Programmiersprache so: 

float f(float x) {return x * x}

Klingt zwar kompliziert ist es abeer gar nicht. 

float steht für floating point also "Fließkomma". 

Die Funktion gibt eine Fließkommazahl aus und nimmt genauso eine Fließkommazahl auch als Argument x. Was sie wiedergibt bzw. "returnt" ist eben x * x was nichts anderes als x² ist. 

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Kommentar von Bujin
22.12.2015, 18:16

Um also zB. den Funktionswert von x = 2 zu berechnen würde man in Mathe 

y = f(2) = 2² = 4 

ausrechnenn. Am Computer wär das 

float y = f(2); 

man erstellt eine neue Fließkommazahl y und der weist man den Wert von f(2) zu was 4 ausspuckt. Das Programm springt an der Stelle automatisch zu deiner Funktionsdefinition und gibt als Argument x die 2 ein. 

Glaub mir, das bisschen Informatik was du im Mathestudium hast ist ein Witz. Im Beruf wirst du sehr wahrscheinlich sogar nur noch mit Excel rechnen. 

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Die Mathematik, die man in der Schule kennenlernt, ist nur ein schwacher Abglanz dessen, was das Studium fordert. Wenn du jetzt schon so schlecht motiviert bist, hast du im Studium, egal welches Fach, keine Chance. Mathematiker haben in Berufen außerhalb der Uni immer mit Computern zu tun. Wenn dich Programmieren so wenig reizt, hast du entweder ein schiefes Bild davon oder deine Talente liegen ganz woanders.

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Kommentar von Resistance2019
22.12.2015, 22:31

Ich weiß was mich in etwa im Mathematik-Studium erwarten würde. Mein Freund studiert diese Fachrichtung und erzählt mir oft von davon was er für Projektaufgaben bekommt. Es kann doch nicht sein, dass sich so gar nichts ohne Programmiersprachen machen lässt?! Sollen das doch die Informatiker machen. Früher -vor gar nicht mal all zu langer Zeit- war es doch auch möglich höhere Mathematik ohne neue Technologien zu betreiben. Außerdem bin ich die meiste Zeit motiviert...solange bis ich mir nur mit reiner Theorie befasse, die Anwendung interessiert mich nun mal nicht. Ich würde später lieber gern in die Grundlagenforschung gehen, sollen andere doch die Theorie anwenden.

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Kommentar von weckmannu
23.12.2015, 00:47

da Maschinen viel schneller als das Gehirn sind, kann man sehr viele, auch hochtheoretische mit Computern lösen, die der Mensch zu Lebzeiten nicht schafft. Beispiel: Mandelbrot braucht für die Untersuchung von Fraktalen den Computer für die vielen Rekursionen. Heute kann man seine Tätigkeiten nicht mehr wie früher beschränken. In der Forschung wirst du dich früher oder später ohne den Zugang zu Computern disqualifizieren. Erst wenn du mal Professor bist, kannst du andere für dich arbeiten lassen. Auch Einstein hat für komplizierte mathematische Rechnungen Assistenz gebraucht. Heute erledigt das evtl. eine numerische Simulation schneller, 1915 gab es das noch nicht.

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Kommentar von weckmannu
23.12.2015, 01:04

P.S. ist es nicht langweiliger, eine Matrix von Differentialgleichungen mühsam von Hand durch zurechnen, um z.b. die Inversion zu bekommen. Supercomputer werden noch heute mit FORTRAN programmiert, allerdings ist die Sprache so erweitert, daß Matrizen Operatoren schon integriert sind, sodass der Ausdruck 1/M die Matrix Inversion automatisch liefert - mach das mal von Hand für ein Gleichungssystem mit 10000 Variablen.

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