markusros am 02.10.2007 um 23:12 Uhr
Wir spielen abends derzeit gerne statt Geschichte lesen Spiele wie "Aquarium" etc. Alles ganz süß, nur wenn unsere Kleine einmal verliert, bricht eine Welt zusammen (erinnert mich an meine eigene Kindheit;-)
Wie kann man sein Kind in dem Prozess am besten unterstützen - außer, dass man sie immer gewinnen läßt?
Mein Neffe hatte lange Zeit das gleiche Problem:
Wir versuchten es so in den Griff zu bekommen, dass der Verlierer eine "schlimme Strafe" bekommt.
z.B. Wer verliert, muss hinterher das nächste Spiel bestimmen, das größte Stück Kuchen essen, jemanden aussuchen, auf dem er reiten darf...
Das führte dann oft zu Ausrufen wie "Mist, schon wieder gewonnen";)
Wenn uns keine "Strafe" einfiel, haben wir als Verlierer eine "Ärger- Zeremonie" vorgemacht, irgend etwas wie auf den Boden Trommeln, Fuß aufstampfen und "Ärger, Ärger, Ärger" rufen.
Er fand es so komisch, dass er es nachgemacht hat und so seinen Ärger kanalisiert hatte.
P.S. immer noch das Problem mit dem Schriftgard bei Aufzählungen :(

Frag sie doch nach einem verlorenen Spiel, was beim nächsten Mal anders machen würde? Denn so ist auch ein Lerneffekt vorhanden und sie muss sich damit auseinandersetzen und versteht auch das Positive an Niederlagen zu sehen. Geht zwar nicht von heute auf morgen. Aber es bleibt immer etwas hängen. Und wenn sie sich ärgert, dann frag sie, warum sie sich ärgert. Weil andere besser sind? Aber sie kann nicht auf andere sauer sein, wenn sie schlecht spielt, sondern sollte das eben auch neidlos anerkennen, dass jemand anderer besser ist.

Naja, verlieren gehört halt dazu. Man kann ihm ja eine Revanche anbieten oder gleich am Anfang ausmachen, drei Spiele zu spielen. Wenn Sie ihn dann zweimal gewinnen lassen, hat er auch einmal verloren, und darauf kommt es ja vorerst an, oder?
Bei seinen Kindergartenkumpeln kann er ja auch nicht immer gewinnen.

Wenn meine Tochter mit ihren Kindern (4 u. 5 J.)ein Spiel spielt, gibt es keine Verlierer, sondern einen 1. Gewinner, einen 2. Gewinner usw. Da kommt bei den Kleinen immer eine große Freude auf. Ob das in ein paar Jahren noch so ist, wird sich dann noch zeigen.
Manche lernen das Verlieren nie.
Es hilft nur Übung und auch das Vormachen, wie andere verlieren, damit das Kind sieht, wie es anderen damit geht.
Es gibt viele sehr schöne Spiele, wo man gemeinsam z. B. gegen einen Drachen spielt, dann gewinnt man oder verliert man gemeinsam. Ansonsten sind wir Menschen immer unterschiedlich, es gibt viele Erwachsene, die noch nicht oder nur schwer verlieren können.

Bei uns hat das gut mit Malefiz funktioniert. Da muss man ja ganz wild rauswerfen und gegenseitig Steine in den Weg legen. Am Anfang war das Rausgeworfen-Werden immer ein Problem, aber als er merkte, dass wir alle lachen, wenn wir rausgeworfen werden, weil das ganze Spiel einfach Spaß macht, konnte er nach kurzer Zeit auch mitlachen, wenn er selbst rausflog. Und das Verlieren wurde dadurch so ganz nebenbei auch gleich als akzeptabel empfunden.
Nur bei Oma hat er bis heute Probleme mit dem Verlieren, weil sie ihn früher immer hat gewinnen lassen!
Ich würde das Vorlesen nicht durch ein Spiel ersetzen.
markusros am 2. Oktober 2007 23:22 Ist ein aktueller Wunsch des Kindes - soll nicht dauerhaft so sein
Spiel und Geschichte müssen unabhängig sein. Spiel ist Spielzeit, Gute-Nacht-Geschichte ist Schlafenszeit. Und das Verlieren übt sich ganz von allein, doch ertragen können es viele bis ins hohe Alter nicht.