Frage von iamsofancy, 64

Wie bringt man gläubigen Eltern am besten bei, dass man Atheist ist, ohne eine riesige Enttäuschung für die Familie zu sein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fledermaus92, 32

Naja... ich würde das ehrlich gesagt gar nicht so sehr ansprechen bzw. es ihnen auf die Nase binden, außer eben sie wollen dich ständig in die Kirche/Moschee/Synagoge oder sonstwas mitschleppen oder dich zu sonst etwas zwingen (ist deine Familie christlich oder gehts um ne andre Religion?)

Und selbst dann kannst du einfach sagen "Ich brauche keine Institution um ein guter Mensch zu sein" oder etwas eher kryptisches wie "Ich habe meine eigene Art, die Schöpfung wertzuschätzen" oder sowas. Dass du einfach nicht an Gott glaubst musst du, denke ich, gar nicht so klar sagen. Als Atheist kannst du ja einfach den Zirkus teilweise mitmachen und dir deinen Teil dabei denken, auf die Art "Der Klügere gibt nach" (Ist nicht böse gemeint, ich will damit nicht sagen dass Gläubige "dumm" sind oder so.) In der Familie ist das nämlich besonders schwierig, denn du willst ja auch sicher niemanden "verletzen" und wenn jemand sich quasi an einem Gott "festhalten" muss um glücklich zu sein, ist das dann teilweise sehr schwierig, darüber zu diskutieren.

Ich kann da ein Lied davon singen. Wenn dir etwas schwer gegen den Strich geht, kannst du schon was dazu sagen, aber immer ruhig bleiben und dir gleich mal vorsorglich ein paar gute Argumente gegen Religion an sich und institutionalisierte Religion im Speziellen ausdenken.

Kommentar von iamsofancy ,

deine Argumentation hilft echt weiter. Danke:)

Antwort
von Eselspur, 26

Eltern sollen ihren Kindern das vermitteln, das die selber als wertvoll erachten.
Wenn deinen Eltern Glaube wichtig ist, werden sie enttäuscht sein.
Sprich einfach normal sachlich mit ihnen!

Antwort
von Untoxic, 35

Offen damit umgehen. Wer dich anhand deiner Überzeugungen definiert, deinen Charakter und dich als Person aber nicht gänzlich wahrnimmt, der sieht nur diese eine Seite an dir und betrachtet dich wohl eher oberflächlich. Also: Ein Gespräch suchen und für deine Ansichten einstehen. Wer dich schätzt, tut dies auch, wenn du Atheist bist.

Antwort
von pinkyitalycsb, 16

Enttäuscht sein werden sie auf jeden Fall und sich große Vorwürfe machen! Deshalb würde ich auch nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern erst ganz allmählich und dann immer deutlicher deine religiöse Sichtweise in verschiedene Gespäche mit einbringen.

Leg ihnen deinen Standpunkt sehr behutsam klar und nimm auch den ihren ernst! Das ist kein Thema, das mit wenigen Worten aus der Welt geschafft werden kann, und es wird unvermeidlich sein, dass ihr euch früher oder später gründlich und in aller Ruhe damit auseinandersetzen müsst.

Wenn du das Band zwischen deinen Eltern und dir nicht schmerzvoll zerreißen willst, sei äußerst vorsichtig und tu alles, was du kannst, damit ihr wenigstens gegenseitiges Verständnis füreinander aufbringt, auch wenn ihr die Dinge in einem völlig anderen Licht seht.

Ich frage mich nur, wie es dazu kommen konnte, trotz gläubiger Eltern Atheist zu werden. Bist du dir auch sicher, dass du völlig ausschließen kannst, an Gott glauben zu können, oder hältst du vielleicht nur die Kirche, der du angehörst oder angehört hast, für zu langweilig, zu streng, zu unsinnig oder einfach nur für unwahr? Vielleicht wäre es ganz gut, noch einmal gründlich darüber nachzudenken, bevor du deine Eltern vor diese für sie sicher sehr schmerzliche Tatsache stellst!


Kommentar von iamsofancy ,

Ich bin mir sicher. Ich glaube an die Wissenschaft, ausserdem kann ich ohne Beweise an nichts glauben, was man ja nicht mal fühlen oder sehen kann. Ausserdem wäre die Religion ein großes Hindernis bezüglich meines Lebens, da ich viele Standpunkte einfach nicht vertrete.

Kommentar von pinkyitalycsb ,

Okay! Glauben kann man nicht erzwingen. Aber sei wenigstens deinen Eltern gegenüber vorsichtig und verständnisvoll! Alles Gute!

Antwort
von oxygenium, 25

dich mal auf eine Diskussion einlassen und dann kannst du deine persönliche Meinung einfließen lassen, ohne schlechtes Gewissen und Angriff.

Antwort
von Netie, 12

Meinst du nicht, dass deine Eltern das schon wissen? Sie kennen doch ihr Kind.

Die anderen Familienmitglieder wissen es vielleicht nicht, doch werden sie manchmal über deine Reaktionen, sei es bei der Andacht oder im täglichen Leben, erstaunt gewesen sein.

Natürlich, wenn du es frei heraussagst, tut das deinen Eltern und Geschwistern weh.

Dir tut es ja auch weh. Das zeigt mir deine Frage.

Antwort
von warehouse14, 14

Mit einem open end.

Bei Christen sollte dieser Bibeltext helfen:

Johannes 6,44: Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage

Wer dennoch meint, Dich zum Glauben "schieben" zu müssen, obwohl doch Gott selbst sich offenbar noch nicht um Dich bemüht, dem kann (und wird) auch Gott nicht mehr helfen. ;)

Also erkläre am besten, daß Du eben noch nicht an Gott glaubst und gut ist's

Ob Du es letztendlich jemals wirst liegt ja wohl nur in Deiner und Gottes Hand.

warehouse14

Kommentar von iamsofancy ,

Danke für deinen Kommentar. Genau das ist der Punkt: man kann einen Menschen nicht zum Glauben "hinschieben", wie du es so schön formuliert hast. Klar wird es schmerzhaft für sie aber wenn sie mich lieben, werden sie merken, dass ich immer noch der gleiche Mensch bin, Glauben hin oder her. Ich denke zwar sie werden es enttäuscht sein, aber ich muss es ihnen ja nicht so direkt ins Gesicht schmeißen, sondern kann es Stück für Stück besprechen.

Kommentar von warehouse14 ,

Nun, wenn sie die Hoffnung behalten dürfen, daß Du "vielleicht irgendwann einmal, wenn Gott will" oder so... wird es nicht ganz so schmerzhaft für sie. ;)

Du bist ja erst verloren, wenn Gott über Dich gerichtet hat. Aber wer weiß? Vielleicht bist dann auch nicht verloren? ;)

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