Frage von sophie1235, 153

Wie bringt man einem Kind Moral bei?

Antwort
von isebise50, 40

Durch eigenes glaubhaftes Vorbild.

Es reicht nicht, Moralbegriffe zu predigen, man muss sie vorleben.

Du sollst nicht lügen! - Dann aber auch nicht selber zur eigenen besten Freundin sagen: "Mensch, deine neue Frisur steht dir aber wirklich gut.", wenn man beim Abendbrot mit der Familie noch darüber hergezogen ist.

Halte dich an Regeln! - Dann aber auch nicht selber schnell noch bei Rot über die Straße, weil ja gerade keiner guckt und man es eilig hat.

Du darfst nicht stehlen! - Dann aber auch selber die Bäckereifachverkäuferin auf ihren Rechenfehler zu deinen Gunsten beim Wechselgeld aufmerksam machen und nicht das Finanzamt bescheißen.

Erkläre "nebenbei" deine Grundsätze, warum du etwas tust oder eben nicht.

"Ich gebe grundsätzlich Bettlern kein Geld, weil wir ein gut aufgebautes Sozialnetz in Deutschland haben, welches ich mit meinen Steuergeldern mitfinanziere."

"Ich unterstütze durch meine Spenden Organisation XY, weil ich ihre Tätigkeit sinnvoll und erhaltenswert finde."

Bitte, Danke und Entschuldigung gehören zum Wortschatz dazu - auch einem Kind gegenüber.

Alles Gute für dich!

Antwort
von berkersheim, 45

Durch glaubwürdiges Vorleben. Voraussetzung dazu ist, dass man selbst als gefestigte Persönlichkeit weiß, wie das Leben läuft und wie man gut durchs Leben kommt. Das größte Problem ist ja immer die Spannung zwischen individuellem Wohl und den Anforderungen einer geordneten Gemeinschaft, ohne die auch ein Individuum sich selbst nicht verwirklichen kann. Moral ist, wenn ein Kind sich die Erfahrung abschauen und nachahmen kann, wann bin ich an der Reihe und wann muss ich mit meinen persönlichen Wünschen auch mal zurückstehen. Je nach Typ sollte man als Elternteil zusehen, dass das Kind immer ins Gleichgewicht kommt. Das lernt es viel vom Verhalten der Eltern selbst, wann geben sie nach und wann beharren sie auf einer Erziehungsmaßnahme. Immer nachgeben ist falsch und immer auf stur stellen auch. Dabei sollte man je nach Gelegenheit dem Kind auch mal den Entscheidungskonflikt erklären. Daraus lernt ein Kind eigene Konfliksituationen zu reflektieren und so bildet sich mit zunehmendem Alter auch eine moralische Einstellung, die in der Lage ist, "den Nächsten zu lieben wie sich selbst." Dazu ist ein "gesundes Selbstwertgefühl" Voraussetzung und eine Wertschätzung der Anderen (der Gemeinschaft), Mensch wie Tier und Natur.

Antwort
von Dahika, 12

Indem man sie ihm als Vorbild vorlebt.

Ein Vater/eine Mutter, die dem Kind, weil es ein anderes Kind gehauen hat, eine Ohrfeige gibt, ist kein gutes Vorbild.

Eltern, die am Telefon lügen, das sich die Balken biegen, auch nicht.

etc...

Moral hat viel mit Werten, mit Ethik, mit gegenseitigem Respekt zu tun. Und da muss der Erwachsene als gutes Vorbild vorangehen.

Antwort
von RobertMcGee, 43

Das hängt davon ab, welche Art von Moral du ihm beibringen willst.

Wenn es die dogmatische, die aufgezwungene Moral sein soll, wäre ständige Wiederholung ein geeignetes Mittel. Lass es Merksätze und Eselsbrücken auswendig lernen, die deinen Vorstellungen von Moral entsprechen. Lass es zur Sanktionierung von Verstößen gegen die elterliche Verfügungsgewalt den passenden Spruch hundertfach aufschreiben. Ein obrigkeitshöriger Neurotiker wird es dadurch vielleicht - aber davon gibt's ja viele und die kommen auch ganz gut aus.

Wenn es die echte, die richtige Moral sein soll, hast du viel Arbeit vor dir. Bringe dem Kind bei, eine eigene Meinung zu entwickeln und vermittle ihm das Wissen, daß es dafür braucht, so neutral wie möglich. Bringe ihm bei, schlecht oder gar unbegründete Regeln, Gesetze und Gesellschaftsnormen zu hinterfragen und zu überdenken. Bringe ihm bei, sich in andere Lebewesen/Menschen hineinzuversetzen, ihre Situation nachzuempfinden und zu verstehen. Vermittle ihm wenige, aber dafür stabile Grundwerte wie Menschlichkeit, Freiheit und Toleranz. Lass es auch mal Fehler machen, das eigene Gewissen kennenlernen und eigene Erfahrungen sammeln. Biete ihm die Möglichkeit eine eigene, unabhängige Meinung zu bilden und hab Geduld, es ist ein langer Weg :)

Antwort
von vonGizycki, 44

Grüß Dich sophie1235!

Ich denke, zuerst sollte etwas unterschieden werden, nämlich Moral und Ethik!

Wenn ich z.B. denke, das ich den Reichen etwas wegnehmen sollte, weil ich deren Reichtum für unmoralisch halte, dann bin ich zwar moralisch, aber nicht ethisch, denn es ist Diebstahl. Moral ist eigentlich immer nur das, was ich dafür halte, sie ist aber keine standardisierte universelle Verhaltensnorm. Moral bewertet und beschreibt nicht, es tut, was ich für richtig halte, selbst wenn es falsch ist!. Deshalb kann das Kind nicht frei zwischen richtig und falsch entscheiden.

Wikipedia

Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen.

Und die können sogar unethisch sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Moral

Wenn wir also nun von Ethik sprechen, so geht es um eine Verhaltensnorm, die dem konstruktiven und humanistischen Wesen des Menschen entspricht. Um Kindern sowas beizubringen, ist es notwendig, über diese ethischen Verhaltensweisen mit ihnen zu sprechen und zu diskutieren. 

Solche Verhaltensweisen müssen internalisiert werden. 

Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Internalisierung\_(Sozialwissenschaften)

Als Internalisierung bezeichnet man in den Sozialwissenschaften, insbesondere in der Soziologie, die Aneignung und Verinnerlichung gesellschaftlicher Werte, Sitten, Normen und sozialer Rollen im Rahmen der Sozialisation und der Erziehung.

Sie werden aber nur dann positiv internalisiert, wenn diese Werte, Sitten und Normen in diesem Sinne vorgelebt werden. Schlechtes Vorleben wird auch internalisiert und hat den gegenteiligen unerwünschten Effekt.

Die Konsequenz aus diesen Fakten ist, das ich mich als Elternteil immer wieder fragen sollte, ob ich nicht nur ein Gerede an den Tag gelegt wird, sondern es auch durch die Tat bewiesen wird.

Das ist die Herausforderung, denn eine Widersprüchlichkeit zwischen Handeln und Reden wird von den Kindern sofort erkannt, wenngleich sie das nicht immer werden verbalisiert  können. Das Resultat ist Vertrauensverlust und Erklärungsnot und kann zu einem Verhalten führen, das zur Abwendung der Kinder von den Eltern führt.

Ethisches Verhalten sollte dadurch enstehen, das Kindern durch Vorleben, Einfordern und Durchsetzung klar  gemacht, was Freiheit, Liebe, Toleranz und Gerechtigkeit bedeutet, ohne das das Kind Kind sich dabei selbst verliert (Opferverhalten). Einfordern und Durchsetzung dürfen natürlich nicht gegen diese Werte und Normen verstoßen, was aber nicht bedeutet, das im Einzelfall auf eine gewisse Härte  im Sinne von Konsequenzen (Grenzen setzen) verzichtet werden muss.

Zum Schluss noch das Beispiel vom Anfang im Sinne von Ethik: 

Wenn es klar ist, das sich Reiche unberechtigt und unlauter bereichert haben und deshalb eine Abstellung und Verfolgung dieses Verhalten eingefordert wird, dann ist das ethisch!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Korrektur:

Moral ist eigentlich immer nur das, was ich dafür halte, sie ist aber keine standardisierte universelle Verhaltensnorm. Moral bewertet und beschreibt nicht, sie löst aus, was ich für richtig halte, selbst wenn es falsch ist!. 

Antwort
von Tragosso, 77

Seine eigene Moral lernt es durch das Umfeld und indem es über sich selbst reflektiert. Das passiert mit der Zeit und ist ein schleichender Prozess. Es übernimmt normalerweise je jünger es ist zuerst mal die Moral des Umfeldes, aber je älter es wird, desto mehr denkt es auch darüber nach ob dies für es selbst stimmig ist.

Antwort
von Xpomul, 45

Zuerst ist wichtig, dass man weiß: Der Mensch ist "moralfähig". Jetzt wird es darauf ankommen, wie man das Gewissen formt. Denn es ist formbar. Nicht in jede beliebige Richtung, aber es geht.

Die Moralfähigkeit äußert sich auch darin, dass der Mensch verantwortungsfähig ist: Er muss sich vor jemandem ver-ant-worten. Dieser Jemand ist weisungsbefugt, kann daher Regeln vorschreiben. Zunächst sind das die Eltern. Ja, vorleben ist wichtig, aber das Kind muss auch erfahren, was richtig ist und was falsch. 

Kommentar von Taimanka ,

wissenschaftliche Ansätze, enorm

Antwort
von FelixFoxx, 75

Durch selbst ein gutes Vorbild sein...

Antwort
von kiniro, 8

Moral wird nicht beigebracht, sondern vorgelebt.

Antwort
von Volkerfant, 32

Indem man handelt und vorlebt.

Antwort
von Deichgoettin, 29
Antwort
von Shiftclick, 78

Vorleben ist das Wichtigste.

Antwort
von Taimanka, 9


indem man es authentisch vorlebt und eventuelle

"Fehlverhalten" liebevoll - dem Alter entsprechend - 

erklärt (Bitte keine Romane!) und korrigiert.

Antwort
von gottesanbeterin,

Man bringt einem Kind gar nichts bei.

Man gibt ein Vorbild ab, ein gutes oder weniger gutes, man beantwortet seine Fragen, man unterstützt und fördert es, so gut man kann.

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