Frage von sophie1235, 125

Wie bringt man einem Kind bei, dass es für sein Glück nicht auf andere Personen angewiesen ist?

Viele Menschen können nur zufrieden sein, wenn andere Menschen um sie herum sind oder sie viel bzw. übermäßig viel Aufmerksamkeit von anderen bekommen.

Wie kann man ein Kind so erziehen bzw. ihm beibringen, dass es glücklich sein kann, ohne zu sehr auf andere und deren Meinung angewiesen zu sein? Was kann man dafür tun? Was sollte man unterlassen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NosUnumSumus, 60

Indem man ihm das nicht aberzieht!

Wir sind darauf angwiesen, weil uns in jungen Jahren eingetrichtert worden ist, wir wären nicht richtig, so wie wir sind. Wir seien ungenügend und müssten erst einmal etwas werden, bevor wir glücklich sein können.

Das absolut Wichtigste ist in meinen Augen, dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen, es ernst zu nehmen und ihm Raum zur Entfaltung zu lassen.
Das heißt nicht, dass es keine Grenzen geben darf, ich finde Grenzen sehr wichtig. Aber man sollte dem Kind so begegnen, wie man es sich selbst von seinen Eltern wünschen würde.

Äußere Abhängigkeit entsteht aus einem sehr geringen Selbstwert, der wiederum aus einer destruktiven Erziehung resultiert.
Deshalb unterstütze Dein Kind auf all seinen Wegen und erkläre ihm auch, warum bestimmte Dinge gerade nicht funktionieren. Beziehe es aber auch in Entscheidungen mit ein und frage es, was es davon hält. :-)

Zu guter Letzt fällt mir da noch das Gedicht über die Kinder von Khalil Gibran ein, das die meiner Meinung nach richtige Eltern-Kind-Beziehung beschreibt:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Liebe Grüße! :-)

Kommentar von NosUnumSumus ,

Was mir noch eingefallen ist:
Man sollte seine Machtposition als Elternteil nicht missbrauchen, indem man dem Kind seine Liebe entzieht, wenn es nicht wie erwünscht bzw. erwartet handelt.
D.h. Man sollte nicht sagen: "Wenn du nicht aufisst, gibt es keinen Nachtisch." Denn was dahinter steht, ist: "Wenn du nicht das tust, was ich sage, habe ich dich nicht mehr (ganz so) lieb."
Deshalb sind wir so, wie wir sind.
Die Liebe unserer Eltern war meist an Bedingungen geknüpft.
Haben wir diese nicht erfüllt, haben wir Liebesentzug erfahren.
Eine sehr grausame Art der Erziehung und ein bleibender seelischer Schmerz für jedes Kind, das dies erlebt hat.

Das sollte möglichst vermieden werden. Dazu muss einem aber erst bewusst werden, dass man unterbewusst fast ausschließlich Bedingungen an andere Menschen stellt. Z.B. in Partnerschaften...

Kommentar von sophie1235 ,

Vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort!

Eine Sache frage ich ich schon seit längerer Zeit. Es wird immer davon gesprochen, dem Kind genügend Raum zur Selbstentfaltung zu geben. Aber das Kind wird doch nicht mit seinen Interessen geboren, sondern es orientiert sich immer an dem, was es erfährt. Weißt du, was ich meine?
Es heißt immer "und wenn dein Kind Interesse hat, dies oder jenes zu tun, dann lass es das tun." Ja klar, werde ich auch. Aber was das Kind nicht kennt, dafür kann es sich auch nicht begeistern.


Dazu muss einem aber erst bewusst werden, dass man unterbewusst fast
ausschließlich Bedingungen an andere Menschen stellt. Z.B. in
Partnerschaften...

Welche Bedingungen stellt man in Partnerschaften? Was ist hier typisch?

Kommentar von NosUnumSumus ,

Gerne :-)

Du hast Recht, kein Kind, kein Mensch, nichts ist ohne Prägung, ohne Erfahrung in dieser Welt fähig, sich selbst zu entwickeln.
Jede Erfahrung, die gemacht wird, ist notwendig, um innerlich wachsen zu können.
Wir wüssten nicht, was das Gute ist, ohne das Böse zu kennen.
Man kann sagen, dass nichts zufällig geschieht, auch wenn es geradezu so wirkt, als sei alles nur ein riesengroßer Zufall.
Wir können unsere Kinder nicht davon bewahren, die Erfahrung der Dualität zu machen und wir können sie auch nicht dazu bewegen, alles "richtig" zu machen. Denn jeder Mensch, jede Seele geht ihren eigenen Weg, der Teil des großen Ganzen ist, welches zu keiner Zeit von dem getrennt ist, was wir in Wahrheit sind.
(Ich hoffe, einigermaßen das getroffen zu haben, was Du meinst.)
Keiner ist vom Leben getrennt, wir müssen nichts dazutun, um Leben zu erfahren.
Außerdem ist jedes Kind voller Begeisterung über die Welt, wenn es auch nur das Wasser ist, das aus dem Wasserhahn fließt, wenn man den Hebel betätigt. Und alle Fragen über diese Welt werden mit der Zeit ganz von selbst auftauchen. Dazu ist das Erlernen einer Sprache elementar notwendig. Und mit dem Erlernen dieser Sprache, scheint die Welt immer komplexer zu werden und das Gefühl von dem, der ich bin, wird fundamental "erschüttert". Denn plötzlich bin ich hier und da draußen sind die anderen und der Rest der Welt. Mit diesem Perspektivwechsel beginnt die Selbstreflexion.
Mit zwei Jahren konnte ich alle Farben (solche Farben wie Beige oder Türkis ausgenommen) benennen, weil es relevant für mich war, zu wissen, was das ist, was ich sehe. (Auch wenn tatsächlich nur ein Gedanke über etwas Unaussprechliches gelegt wird und die Illusion erschafft, etwas zu wissen...)
Bereits mit drei Jahren hat mich das Universum interessiert. Ich habe meine Eltern gefragt, warum es dunkel ist. Zu meiner Enttäuschung konnte es mir damals keiner erzählen. (Bin dann selbst darauf gekommen, als ich mich mit dem Licht bzw. der Strahlung beschäftigte). Ich könnte noch lange weitererzählen, aber ich denke, dass hiermit das Wesentliche gesagt ist. Interesse passiert durch die Realisierung eines Perspektivwechsels, der auf ganz natürlicher Art und Weise in der Kindheit geschieht. (Bildung des Ich-Bewusstseins)

Nun zu den Bedingungen, die wir (unbewusst) an andere Menschen stellen, vor allem in Partnerschaften:

Die Hauptbedingung, die wir an den Partner stellen, ist, "Mache mich glücklich und als Gegenleistung mache ich dich glücklich."

Alle anderen Bedingungen, die wir an den Partner bzw. die Partnerschaft stellen resultieren aus der einen ersten Bedingung "Mache mich glücklich..."

Auch an das Leben stellen wir Bedingungen, das Leben soll uns glücklich machen durch Geld; Erfolg; Anerkennung; Besitz; verschiedenste Aktivitäten; Erleuchtung etc.

Nur all diese Bedingungen, die wir an das Leben stellen, blockieren den Fluss des Lebens.
Es entstehen Probleme, weil das Leben nicht wie erwartet funktioniert.
Das Leben entfaltet sich frei nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung.
Niemand steht außerhalb dieser universellen Gesetzmäßigkeit.
Und wenn wir dem Leben nicht vertrauen, dass das auf uns zu kommt, das das absolut Beste für uns mit sich bringt, dann stellen wir uns gegen die natürliche Lebensweise dieser Gesetzmäßigkeit, woraufhin Leid entsteht.
Also ist das, was wir ursprünglich erreichen wollten eben durch unser Eingreifen nicht geschehen.

Die Lektion, die es hier zu lernen gilt bzw. die man lernen kann, wenn man sich dem öffnet, ist, dem Leben zu vertrauen, dass genau das auf einen zu kommt, das kommen soll. Wenn wir das leben, leben wir in Frieden. Und so wird es keine Probleme mehr geben, denn alle Probleme sind eben Resultat dieser, im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Geisteshaltung.

Uii sehr philosophisch :D

Bei Fragen gerne nochmals antworten.

Kommentar von sophie1235 ,

Vielen Dank für Deine Antwort!

Ab wann ist es angebracht, ein Kind zur Selbstreflexion zu ermutigen bzw. das Kind in seinem Handeln zu hinterfragen? Ich habe mal gehört, dass man damit auch nicht zu früh anfangen darf, sonst könnten das Kind tiefgreifende psychologische Störungen entwickeln.

Deine Ausführungen zum Thema Forderungen in der Partnerschaft erinnern mich an ein Zitat: "Suche nach Glück und du wirst es nicht finden. Schenke anderen Menschen Glück und es wird zu Dir zurück kommen" (soweit ich es erinnere).

Kommentar von NosUnumSumus ,

Gerne, danke auch für die Auszeichnung!
Aus meiner Sicht muss man das Kind nicht dazu bringen. Das Ich-Bewusstsein kann man dem Kind nicht beibringen, das geschieht ganz von alleine. Das ist der Anstoß für die Selbstreflexion. Denn erst braucht es mich, damit es auch die anderen bzw. die Welt geben kann.
(Das Bewusstsein darüber, in einer Form inkarniert zu sein)
Das einzige Problem der Menschen ist eben, dass sie sich ganz und gar für die Form, sowohl psychologisch, als auch physisch halten und ihre Erinnerung an den Zustand vor der Ich-Bildung verloren haben...
Das Beste ist, sein Kind zu einem gewissen Maß (das steigert sich natürlich im Laufe der Jahre) selbst entscheiden zu lassen, was es interessiert und was es machen möchte. Wie gesagt, bis zu einem bestimmten Grad, denn kein Kind darf beispielsweise Auto fahren (auch wenn das Beispiel hinkt, aber ich denke, Du weißt schon, was ich meine).
Am besten trifft es denke ich: Man sollte sein Kind in seiner Entwicklung begleiten und unterstützen und nur dann eingreifen, wenn es wirklich nötig ist. Alle anderen Erfahrungen, die es braucht, wird es ohnehin machen. Wir müssen unsere Kinder nicht in eine bestimmte Richtung erziehen.
Hier gilt (für mich) der Grundsatz: Meine Freiheit endet da, wo die Grenzen anderer liegen und die Freiheit anderer endet da, wo meine Grenzen liegen. -Eine sehr ehrliche und offne Art des Umgangs miteinander.
Auch wichtig ist, sich für Fehler im Nachhinein in den Hintern zu beißen, denn wir Menschen versuchen seit unserer Existenz zurück zur Liebe zu finden. Die Sehnsucht ist unser Antrieb und da ist niemand, der Schuld hat...

Und nochmal zurück zum Thema Beziehungen. Jesus sagte bereits: "Wer da hat, dem wird gegeben, sodass er die Fülle habe. Wer da aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat."

Das Leben ist ein Spiegel. Ein Spiegel tut das, was du tust. Lächelst du, lächelt er zurück. Aber du musst als Erster lächeln.

In diesem Sinne,
ich wünsche Dir eine schöne Zeit! :-)

Kommentar von NosUnumSumus ,

...für Fehler im Nachhinein NICHT* in den Hintern zu treten... Sorry!

Antwort
von froggle, 41

Hallo Sophie, ich denke das Kind muss lernen mit sich selbst zu beschäftigen.
Außerdem ist es dienlich, das Kind auch mal alleine zu lassen. So wird es lernen müssen, alleine zurechtzukommen. Ich bin aber der Überzeugung, dass man das nicht beibringen kann, weil das Kind wird noch viele Wendungen in seinem Leben machen d.h viele Erfahrungen machen, und dann draraus seinen eigenen Hang zur Geselligkeit haben. Viele Denker haben sich schon den Kopf darüber zerbrochen wie man ein glückliches Leben führen kann und es gibt auch die pfiffigsten, kluge Sprüche oder tolle Weisheiten, aber was bringen die? Nur mal als Beispiel:Was bringt dir ein kritisches Zitat über das Arbeiten, wo du dir Denkst: ja genau er hat so Recht. Du wirst dich am nächsten Tag trotzdem, wie gewohnt , zur Arbeit schleifen. Erst wenn durch die Arbeit krank geworden bist, wirst du sie niederlegen oder sogar niederlegen müssen. Dann wirst du erst verstehen, dass der Job der letzte Dreck war.

Außerdem stellt sich die Sache so dar, dass je Intellektueller ein Mensch ist umso weniger wird an der Geselligkeit gefallen haben. Auf dem Intellekt deines Kindes kannst du aber keinen Einfluss nehmen. Der Grad der Geselligkeit hängt also, wie gesagt, vom Grade seiner Intellektualität. Nicht umsonst suchen viele Denker und Menschen die nicht zur Massenware der Natur gehören, die Einsamkeit.

Ansonsten siehe: NosUnumSumus





Kommentar von sophie1235 ,

Außerdem stellt sich die Sache so dar, dass je Intellektueller ein
Mensch ist umso weniger wird an der Geselligkeit gefallen haben. Auf dem
Intellekt deines Kindes kannst du aber keinen Einfluss nehmen. Der Grad
der Geselligkeit hängt also, wie gesagt, vom Grade
seiner Intellektualität. Nicht umsonst suchen viele Denker und Menschen
die nicht zur Massenware der Natur gehören, die Einsamkeit.

Das klingt sehr interessant!

Kannst du das noch näher ausführen? Woher weißt du das?

Kommentar von froggle ,

Man muss sich die Frage stellen, warum ein Mensch die Geselligkeit sucht. Der größte Teil der zu jener führt, ist der Geschlechtstrieb der eher zur Irrtabilität (eine Form der Lebenskraft) gehört und eher dem tierischen angehört. Zum größten Teil aber entspring der Hang zur Geselligkeit aus einer Intellektuellen Unzulänglichkeit, namentlich die LANGEWEILE. Menschen die sich i.d.r langweilen sind ja in der Regel auch langweilige Menschen, den wären sie interessant so hätten sie ja an Ihren eigenen Gedanken vortreffliche Unterhaltung, ja, wer mit sich selbst spricht der hat ein Interessanten zuhörer. Außerdem ist es so, das je mehr einer an sich selber hat, also innerlicher Reichtum, um so weniger bedarf er von Außen. Ein vortrefflicher Mensch kann für sich vollkommen alleine sein und da er, weil er vortrefflich ist und die Masse der Menschen eben nicht, wird er in der großen, weiten geselligen Welt keine Freude verspüren. Er wird Sie sich eher vom Leibe halten, weil er das Alltagsgeschwätz als eine Art Selbsttötung seiner EIGENEN Gedanken emfpindet. Er wird auch matereielle Güter entsagen, weil er weiß das besitzt belastet und verantwortung mit sich bringt. Was denkst du warum die Askese so eine große Rolle in den Religionen findet (Hinduismus, Buddhismus, Judentum Christentum). Indes such der Mensch Geselligkeit, weil er sich nach Ehre, Besitz, Freundschaft und auch Liebe sehnt d.h, er sucht Anerkennung, er braucht Feedback von anderen. Der vortreffliche Mensch mit geistigen Reichtum, weis aber das diese Dinge höchst unsicher sind, da sie von anderen Menschen abhängen, ja, er wird sogar gewahr, dass diese sogar vergänglich sind. Diese zeigt sich allerdings in dem Maße, wie wir in der Lage sind, es allein mit uns selbst und unserer Gedanken auszuhalten: in einem stillen Kämmerlein ohne jegliche Ablenkung, ohne Gesellschaft, Fernsehen, Internet – ja sogar ohne Bücher!

Wer geistreich ist, wird von seiner Geisteskraft schon genug unterhalten – zudem ist diese Unterhaltung edler und beständiger. Diese Fähigkeit zur „Sensibilität“ (ein äquivalent zu 

Irrtabilität) besteht in Kontemplation und Meditation, im reinen Denken, im Empfinden und Dichten, im Erfinden und Philosophieren im Bilden und Musizieren (all dies was den Menschen ja auch so Interessant macht und ihn so deutlich vom Tiere unterscheidet), … der Genuss, der in der Ausübung dieser Tätigkeiten liegt, verspricht das größte, weil beständigste und am häufigsten wiederkehrende Glück!

Was denkst du warum viele reiche Menschen Ihre Zeit mit Lusbarkeiten verweilen, anstatt sich zu bilden oder Ihre Muße zu entfalten? Na weil sie ihre innere Leere durch materielle Güter zu kompensieren suche. Was denkst du warum der einfache Mensch sich inständig, z.B Abends vorm Fernseher, berieseln lässt? Na weil ers braucht. Denn in ihr der Einsamkeit fühlt der Jämmerliche seine ganze Jämmerlichkeit, der große Geist seine ganze Größe, kurz, jeder sich, als was er ist.

Viel Glück!

Kommentar von sophie1235 ,

Mit einem solch tiefgehenden Kommentar hätte ich hier auf GF.net nie gerechnet. Vielen, vielen Dank dafür, ich bin sehr begeistert!

Der größte Teil der zu jener führt, ist der Geschlechtstrieb der eher
zur Irrtabilität (eine Form der Lebenskraft) gehört und eher dem
tierischen angehört. Zum größten Teil aber entspring der Hang zur
Geselligkeit aus einer Intellektuellen Unzulänglichkeit, namentlich die
LANGEWEILE.

Welcher Teil ist größer?

Irrtabilität besteht in Kontemplation und Meditation, im reinen Denken, [...]

Meinst Du tatsächlich "Irrtabilität" oder "Irritabilität" (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Irritabilit%C3%A4t )?
Unter Irrtabilität finde ich leider nichts.

Denn in ihr der Einsamkeit fühlt der Jämmerliche seine ganze
Jämmerlichkeit, der große Geist seine ganze Größe, kurz, jeder sich, als
was er ist.

Um jetzt nochmal den Kreis zurück auf die eingangs gestellte Frage "Wie bringt man einem Kind bei, dass es für sein Glück nicht auf andere Personen angewiesen ist?" zu schließen:

Ein Kind wird ja nicht mit einem bestimmten Geist (groß, jämmerlich, etc.) geboren, sondern dieser entwickelt sich ja durch die Sozialisierung und die Erfahrungen in der Umwelt. Es geht also in der Erziehung, vor allem in der sehr frühkindlichen Entwicklungsphase von der Geburt bis zum Alter von etwa 6 Jahren darum, dem Kind sich selbst sozusagen "beizubringen". Und in den anderen Antworten wurde bereits gesagt, dass Kinder größtenteils durch Identifikation lernen. Wenn die Eltern also selbst ständig Dinge machen, nur um ihrer Langeweile zu entfliehen, wird das Kind dies als normal anerkennen und selbst seinen Geist immer beschäftigen müssen, weil es sonst seine (erlernte) Jämmerlichkeit spüren würde.

Ziel ist also, dem Kind in der frühkindlichen Entwicklungsphase selbst vorzuleben, wie man glücklich ist, dann wird es das Kind ebenso.  Man muss dem Kind vermitteln, dass es den von dir erwähnten "großen Geist" hat, sonst wird es sehr schwierig für das Kind, in seinem restlichen Leben den Weg zum "großen Geist" zu gehen. Richtig?

Kommentar von froggle ,

Welcher Teil ist größer?

50;50 Das kann man soch nicht sagen, da es von der Lebenssituation abhängt, z.B wie alt man ist oder ob man in einer Beziehung ist ect.

Gemeint ist   "Irritabilität"

"Ein Kind wird ja nicht mit einem bestimmten Geist (groß, jämmerlich, etc.) geboren, sondern dieser entwickelt sich ja durch die Sozialisierung und die Erfahrungen in der Umwelt."

Nein. Das Kind wird mit einem bestimmen Geist geboren, das kannst du nicht anerziehen, ändern oder verändern. Dein Kind wird schon so geboren als das was es ist. Aus seiner Individualität kommt keiner mehr heraus. Dein Kind bringt bestimmte Talente, Gaben, Interessen, Neigungen, Geschmack ,die es schon vor jeder Erfahrung mit bekommen hat, mit. Das Kind wird zwar noch seine Erfahrung machen, aber es werden seine sein. Will sagen, jeder lebt doch irgendwo in seiner eigenen Welt und fasst die  Dinge anders auf. Das hat was mit den Charakter/Temperament zu tun, den du nicht beeinflussen kannst. Was den einen zum lachen bringt, das kann den anderen schon zur Verzweiflungen bringen.  Es gibt den Phlegmatiker, Choleriker, Sanguiniker und Melancholiker, kannste ja mal nachschauen. Letzteres hast du bestimmt schon mal so ähnlich gehört. Du kannst aber nicht anerziehen was einer ist oder sein soll.
Einer der sich mit Ehtik und Moral auseinandersetzt und sowas meinentwegen auch studiert hat und zudem noch in einer Familie groß geworden ist wo, in der Erziehung sehr viel Wert auf Tugsamkeit und Moral gelegt wurden ist, wird ihn noch lange nicht zum guten Menschen. Er wird in gewissen Situationen handeln, wie es um seiner moralischen Beschaffenheit steht. Diese hat aber absolut nichts mit seinem "Wissen" zu tun.

Wenn du dein Kind beibringen möchtest, dass es lernt alleine Glücklich zu sein, müsstest du an sein Intellekt und an den kommst du, wie gesagt, nicht dran.

Es gibt aber doch Hoffnung. Die Dinnge vorleben und erstmal bei sich anfangen, weil wie unglaubwürdig ist man, wenn man die von andern verlangten Dinge selber nicht befolgt? Ein großer Schlüssel ist auch BILDUNG! Ich empfehle hier zu die Lektüren von
Prof. Dr. Gerald Hüther (kannste ja mal bei amazon schauen) er ist Neurobiologe und hat sehr Tolle Bücher geschrieben wie: "Jedes Kind ist hoch begabt"

Ich hoffe ich konnte helfen.

Kommentar von sophie1235 ,

Du schreibst, dass ein Kind mit einem bestimmten Geist geboren wird. Ist dieser Geist, den Du beschreibst, in der Debatte "nature vs. nurture" (auch "Genetik vs. Sozialisierung") eher der Genetik zuzuordnen oder meinst Du mit dem Geist noch etwas anderes?

Kommentar von froggle ,

Deine Frage ist, mit verlaub, sehr Naiv gestellt, sodass man eben nur so antworten kann. Es ist, vereinfacht gesagt, und das sage ich, mehr die Genetik als die der Sozialisierung. Handlungen gehen aus dem Unterbewussten hervor und man tätigt sie, wie der name schon sagt, mehr oder minder unbewusst.

Der User "berkersheim", nebenbei gesagt ein eminenter Kopf, antwortete mal auf so eine ähnliche Frage folgendermaßen:

An dieser Aufgabe ist schon der große stoische Philosoph Seneca gescheitert, der als Privatlehrer den Kaiser Nero erziehen sollte. Das
ist ihm offensichtlich nicht gelungen und letztlich hat sein Zögling
Nero dem Seneca befohlen, sich selbst zu töten. Es würde den Raum hier sprengen, alle Einflussfaktoren aufzuzählen, die des Senecas Bemühungen durchkreuzt haben.

Das ist ein gesellschaftlich-kultureller Prozess, der unmittelbar nach der Geburt startet, manche sagen, schon vor der Geburt

(in diesem Fall ich).

Eine gewachsene Prägung schüttelt man nicht so einfach per Gesetz aus dem Ärmel. Irgendwo im alten Testament steht: Was man in sieben Jahren an schlechten Angewohnheiten hat aus dem Ruder laufen lassen, braucht sieben mal siebzig Jahre, bis eine tugendhafte Einstellung zurückkehrt. Sprich: Unarten sind schnell übernommen, doch sich zu bezähmen und kultiviert zu verhalten, ist eine lange Übung. DennUnarten scheinen einen unmittelbaren Vorteil zu bringen, Selbstzucht und freundlicher Umgang bedarf der über den Egoismus hinausgehenden Einsicht und Übung. Da reicht Schule (

oder Erziehung)

alleingelassen nicht aus.

Fett gedrucktes von mir ersetzt

Grüße geht an berkersheim (hoffe er nimmt es mir nicht übel)

Antwort
von tinimini, 47

Ein gesundes Mittelmaß von allem ist die beste Erziehung, und jeder Mensch ist anders, nur weil du ohne andere Menschen glücklich bist, wird es dein Kind nicht unbedingt genau so anstrebend sehen. Es kann ein ganz anderen Charakter haben.

Antwort
von mirolPirol, 37

Du solltest deinem Kind nicht abgewöhnen, mit anderen Menschen umzugehen, denn wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen unseresgleichen um uns herum.

Du solltest deine Kinder aber zu starken, selbstbewussten Menschen machen, die ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen, sich selbst reflektieren können und deshalb NICHT auf die Meinung anderer Leute angewiesen sind.

Erziehe sie so, dass sie sich immer eine eigene Meinung bilden, statt die Meinung anderer Personen zu übernehmen und nachzuplappern, ohne die Hintergründe dafür zu hinterfragen.

Antwort
von dandy100, 28

Kinder lernen nicht durch Vorschriften oder Belehrungen sondern durch die Idenfikation mit Vorbildern, das sind in erster Linie die Eltern

Was tust Du denn, um glücklich zu sein?

Lebe genau das Deinen Kindern vor - nur so kann man etwas weitergeben

Kommentar von sophie1235 ,

Ja, das klingt ausgesprochen sinnvoll!

Kannst Du das noch weiter ausführen?

Kommentar von dandy100 ,

Da gibts nicht viel auszuführen: Vorbild zu sein, ist die entscheidende Rolle in der Erziehung, die Eltern übernehmen -  ob sie wollen oder nicht.

Wenn ich zur Bescheidenheit erziehen will, kann ich nicht selbst im Luxus schwelgen - und wer seinen Kindern zeigen will, was Glück ist bzw , dass es nicht anbhängig ist vom Urteil andere Leute oder Geld und Macht, der muss auch vorleben, zufrieden in sich selbst zu ruhen und zeigen, was ihn selbst glücklich macht.

Teile Deine eigene Freude und das was Dich selbst glücklich macht mit Deinen Kindern und lasse sie daran teilnehmen.

Die Erwartungen, die die Eltern vom Leben haben, übernehmen auch die Kinder - sehr oft ist es leider die Unzufriedenheit über das nicht Erreichte, statt das Glück.

Antwort
von brido, 14

ihm im Gegenteil sehr viel Liebe geben...Dann hat es Selbstvertrauen. Aber auch Aufgaben geben.

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