Wie bringt man einem jungen Pferd das "Hufe geben" bei?

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5 Antworten

Das mit dem Strick sieht gut aus - wenn es im Fernsehen der Herr Hackl macht...

Im wirklichen Leben habe ich allerdings noch niemand getroffen, der diese Methode beherrscht. 

Ich habe schon einigen Pferden das Hufe heben beigebracht. Und in der Jugend oft dem Schmied geholfen, auch bei schwierigen Pferden. Das mit dem Strick wie ich mir aber nicht zutrauen. Wie ich das immer gemacht habe - da kann ich leider nicht viel zu sagen. Vieleicht ist auch grade das in dem Fall mein " Erfolgsrezept" gewesen: ich habe nicht so viel über " Methoden" nachgedacht, sondern mehr aus dem Bauch heraus gehandelt. 

" Safety First" - und als zweites immer darauf achten, was für das Pferd akzeptabel ist, wodurch auch wieder die Sicherheit erhöht wird.

Die wichtigste Erkenntnis hast du ja schon: eine Pauschallösung gibt es nicht. Vorne hast du es also schon geschafft, so machst du halt weiter.

Der Vorschlag mir der Gerte läßt vermuten, dass das Pferd sich an den Hinterbeinen nicht mal anfassen läßt? Da würde ich wahrscheinlich erst mal gaaaanz  langsam in die Richtung gehen - aber nicht mit einer Gerte, sondern mit der Hand. Vermutlich hat das Pferd Stellen am Körper, wo es sich gern berühren läßt, und die kennst du auch schon? Da würde sich die Hand sanft hinlegen und Lamas, am Körper entlang streichen. Am ganzen Körper, wie wenn du ihm eine Ganzkörpermassage verabreiche würdest. Tut nichts zur Sache, dass du keine Massagetechnik beherrschst. Einfach Wärem, Berührung, Geduld = Ruhe. Und immer, wenn das Pferd die kleinsten Anzeichen  von Unruhe zeigt, still halten. Erst weiter manchen, wenn es das ohne Widerspruch duldet.

So lange , bis du die Hinterbeine streicheln kannst. Das wird wohl nicht an einem Tag passieren. Und  dann siehst Du weiter....

Inzwischen baust Du auch gegenseitiges Vertrauen auf. Du mußt bedenken, dass das Pferd sich fluchtunfähig fühlt, wenn es dir seine " Sprungfeder" anvertraut.

Hufschmied und Tierarzt zu Rate zu ziehen ist natürlich nie ein Fehler. 

Jedenfalls, wenn du die ganzen unterschiedlichen Ratschläge anhörst, bedenke auch hier das Sprichwort:" nichts ist der Heilung hinderlicher als ein häufiger Wechsel der Arznei".

Sollte das Pferd eventuell auf Grund schlechter Erfahrungen diesbezüglich wirklich zu schwierig für Dich sein, gibt es ja immer noch solche Leute wie den Hackl ;-)

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Kommentar von Jojofine96
24.05.2016, 14:55

Hallo Urlewas,

Sie lässt sich überall anfassen, selbst am Euter. Sobald man sich aber ein wenig gegen sie lehnt, um den Huf abzufordern, versucht sie zu kicken.

Auch beim Schweif verlesen bzw. das Stroh raus pulen, hat sie letztens sogar gedroht. Nach einem energischen "Hey" hat sie das Bein zum Glück wieder abgesetzt.

Aber vielen Dank für dein Kommentar, dass war wirklich sehr hilfreich!

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Das mit dem "Beibringen" ist immer so eine Sache. Es ist reine Technik und nichts beizubringen.

Allerdings: Wenn das Pferd aus nicht so tollen Verhältnissen kommt, wird es einfach auf drei Beinen nicht ohne Schmerzen stehen können und will deshalb aus gutem Grund sein viertes Bein wieder haben. Hier hilft nur ein guter Huforthopäde, der absolute Ruhe hat und dem man den Mehraufwand an Zeit bezahlt, den die vielen, vielen Pausen kosten, die das Pferd braucht. Der kann schrittweise den Huf so verbessern, dass es dem Pferd irgendwann mal möglich wird, auf drei Beinen zu stehen.

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Hallo, Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Gerte gemacht. Zuerst das abstreifen der Beine mit der Gerte üben. Bleibt das Pferd dabei ruhig fängt man an da beim gaaaanz leicht anzutippen, bis das Pferd das Bein hebt. Allerdings machst du weiter mit dem abtippen, wenn das Pferd schlägt oder droht. Meiner hebt seine Hufe jetzt auf ganz leichtes abtippen und hält die auch etwas mit, so hat der Schmied nicht so viel Gewicht zu stemmen. Von der Version mit dem stick würde ich abraten, da es erstens gefährlicher ist und zweitens viele Pferde dazu neigen ihre Hufe im strick 'abzulegen' anstatt selbst mit zu tragen. Hast du weiter damit Probleme wende dich lieber an jemanden aus deiner Nähe mit Problempferd Erfahrung ;) Viel Erfolg

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Kommentar von smarty1234
24.05.2016, 14:27

Dabei natürlich drauf achten, dass du nicht im Tretradius stehst ;) 

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Wie sehen die Hufe denn aus? Schnabelhufe? Breitgelatschte Schaufeln? Oder wie?

Ich bin mir sehr sicher, das dieses Pferd es mehr oder minder gut kann.

Wenn das Pferd allerdings erst sehr kurz bei dir ist, dann wird sie dir die Hufe nicht geben, das machen nur Pferde, die sich in ihrer Umgebung wohl fühlen und nur dem Menschen den sie als ihre Bezugsperson angenommen haben gegenüber.

Solche Pferde stehen gerne mit dem ganzen Gewicht auf genau das Bein, das man anheben will.

Lese: Linda Tellington Jones - TTouch. Damit wird das dann auch was.

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Das mit dem Strick ist schon richtig. Du stehst hinter dem Pferd und hast den Strick um die Fessel. Der Strick muss lang genug sein dass du min. 1 Meter Abstand zum Pferd hast. Am Strick etwas in deine Richtung ziehen und sobald das Pferd das Bein auch nur ganz leicht anhebt, sofort nachlassen und loben. Das braucht extrem viel Zeit einem erwachsenen Pferd so eine Macke wie das ausschlagen wieder abzugewöhnen.

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Kommentar von Miiriii00
24.05.2016, 13:42

Was ich jedoch auch noch machen würde, ich ein Tierarzt kommen zu lassen. Es kann auch sein dass das Pferd Schmerzen am Hinterbein hat, dass es ausschlägt wenn ihr das Bein berührt. Ein kurzes Durchchecken dann bist du auf der sicheren Seite dass keine körperlichen Beschwerden dahinter liegen.

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Kommentar von friesennarr
24.05.2016, 15:03

Nö - Strick um Fessel ist immer schlecht, bei einem Pferd das man noch nicht kennt, kann man damit schlimmste Unfälle provozieren.

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