kreativkeks am 26.10.2009 um 12:57 Uhr
Mein Vater ist ein fürcherlicher Choleriker, er läßt es aber seltener an anderen aus als an mir. Ich wohne nicht mehr zu Hause seit ca. 11 Jahren und trotzdem habe ich große Angst mich mit ihm zu unterhalten. Seine Aussage: Was ich sage ist fast immer falsch, ich erwische immer den falschen Augenblick um ihn etwas zu fragen. Ich weiß gar nicht wie ich mich verhalten soll und werde mit ihm überhaupt nicht warm.
Letztens habe ich ihm ne kurze Frage gestellt, die ihm nicht in den Terminplan gepasst hat, da hat er mich vor seinem Betrieb so zusammengefalten, dass ich nicht anders konnte als zu weinen(bin 27). Obwohl ich weiß,dass ich nicht schuld bin, habe ich immer ein schlechtes Gewissen. Mit seiner Frau(seit 1 Jahr verheiratet) geht er um als sei es sein größter Schatz und schmiert ihr ständig Honig um den Mund,ich erkenne ihn dann gar nicht wieder. Selbst alle meine Freunde sagen es ist nicht normal wie er mich behandelt. Wieso zeigt er mir, seiner Tochter, nicht seine Liebe? Und wie kann ich ihm nahe bringen sich Hilfe zu holen?
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Schockschwerenot! Für mich hört sich das eher so an, als solltest Du schleunigst den Kontakt zu Deinem Vater auf ein Minimum reduzieren. Ich bin keine Expertin, aber die Choleriker, unter denen ich bisher gelitten habe, konnten richtige Janusköpfe und so zuckersüß zu anderen sein, daß ich denke: Wer nicht selber merkt, daß er sich wie die Axt im Walde benimmt, sollte schlichtweg gemieden werden. Falls Du das kannst. Denn schau mal: Solange Du hoffst, daß er Dir seine Liebe zeigt, wirst Du leiden. Machst Du Dich aber von seiner Bestätigung unabhängig, wird es Dir bald viel besser gehen. Und wenn Du magst, lies mal "Aussöhnung mit dem inneren Kind". Das fand ich sehr hilfreich.

Da Du ja nun schon diverse Versuche gestartet hast, denke ich, dass Dein Vater weitgehend beratungsresistent ist. Deshalb mein Rat, Druck auszuüben, indem Du den Kontakt zu ihm vollständig abbrichst und die Wiederaufnahme des Kontaktes nur unter der Maßgabe erlaubst, dass er sich Hilfe holt. Das tut zwar weh, ist aber m.E. der einzig gangbare Weg. Das Verhältnis zu meinen Eltern hat sich auch erst geklärt, nachdem sie 1 1/2 Jahre erlebt haben, was sie wirklich an mir hatten...
Ich würde mal den Spieß umdrehen. Wenn er dich etas fragt, würde ich ihn anschnautzen. Wenn er dir dies oder jenes sagt, würde ich auch dagegen halten. Schlimmer kann es eigentlich nicht werden. Vielleicht merkt er dann, dass er etwas falsch macht. Zudem wenn nicht, würde ich ihn direkt klipp und klar darauf ansprechen, was er für ein Problem mit dir hat und warum er sich so dreist verhält!?
Wenn er mal wieder schreit und ihr in der Öffentlichkeit seit (nicht alleine- könntest eine gewischt bekommen), schrei zurück und frage warum er so schreit, du seist nicht taub und außerdem kein Vollidiot, und wenn er dich hasst soll er endlich sagen warum... alles schreiend! Du wirst wacklige Beine haben und Blut und Wasser schwitzen. Vielleicht wacht er damit auf, könnte aber auch das Ende bedeuten. Kommst du damit klar? Zum Arzt bekommst du ihn bestimmt nicht.

Wie die meisten Menschen in der zivilisierten Gesellschaft ist dein Vater ein Opfer und gleichzeitig "Infektionsträger" der "Kollektiven Zivilisations-Neurose" / "Krankheit der Gesellschaft", mehr oder weniger abgetrennt von seinen Gefühlen, von der universellen Liebe / Lebens-Energie, von seinen wahren Bedürfnissen und evtl. einigen Dinge mehr.
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Er kann dir keine Liebe geben, weil er im Bewußtsein des "Ego" lebt und nicht (auch) im Bewußtsein des "Höheren Selbst".
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Daß er zu seiner Frau "lieb" ist, ist keine echte, bedingungslose, Liebe, sondern "Getue" des Ego, weil er sich davon Vorteile für sich selbst erhofft.
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Aus seiner Sicht kann er von DIR solche "Vorteile" nicht bekommen, deshalb wendet er dafür keine Mühe auf.
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Das Bild, das du von deinem Vater zeichnest, kommt mir bekannt vor. Es ist gar nicht selten. Ganz im Gegenteil...
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Du wirst ihn wahrscheinlich nicht ändern können. Menschen können nur sich selbst ändern - bzw. ihr Bewußtsein, ihr Denken, ihre Gewohnheiten, ihren Charakter, ihr "Schicksal".
Fortsetzung folgt!
heureka47 am 28. Oktober 2009 00:20 Lasse ab von deinen Ansprüchen / Erwartungen an ihn, da/wenn er sie nicht erfüllen kann.
Versuche, ihn so zu akzeptieren, wie er ist; aber laß dich nicht schlecht behandeln, sondern sprich über deine Empfindungen und Bedürfnisse und mache ggf. klar, daß du nicht so - schlecht - behandelt werden möchtest.
Nötigenfalls reduziere den Kontakt auf ein dir erträgliches Maß.
Lerne, dich selbst - bedingungslos - zu lieben.
Jeder Mensch kann im eigenen Bewußtsein Kontakt aufnehmen zur universellen Lebens-Energie / Liebe und dort "tanken" und sein Potenzial an dieser Energie vergrößern / stärken.
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Zu Details siehe evtl. meine TIPPS hier bei GF oder bei gesundheitsfrage.net - zu finden über mein Profil.
GALLARIAOY am 28. Oktober 2009 01:05 Gebe dir einen Punkt für den Hinweis, dass man Menschen nicht ändern kann, wenn er nicht willens ist sich zu ändern. Auch wenn solche Menschen als krank bezeichen werden, sollte man sie ihrem Schicksal überlassen, entweder sie kommen durch, oder beißen frühzeitig ins Gras. Gallariaoy
heureka47 am 28. Oktober 2009 02:58 @ GALLARIAOY:
Ich denke seit vielen Jahren über diese Problematik nach und versuche, als "Aufklärer" zu wirken. Ich bin nicht der Meinung, daß man diese Menschen einfach ihrem Schicksal überlassen sollte. Man sollte ihnen "spiegeln" was sie in einem auslösen durch ihr Denken/Verhalten und man sollte versuchen, ihnen ein paar grundsätzliche Informationen darüber zu vermitteln, daß es Möglichkeiten gibt, wie sie aus ihrer nicht wirklich befriedigenden, nicht wirklich glücklich machenden Situation herauskommen könnten.
Denn wenn ein Mensch wählen können soll, was für ein Leben er führen will, dann muß er wenigstens die beiden grundlegenden Alternativen kennen.

mit meinem Bruder ist es auch so mit schreit er zusammen und meine Schwester liebt er.. unsere Lösung is das sich unsere Wege total getrennt haben und wir uns max einmal im Monat sehen und dann bekomm ich auch noch immer böse worte hinterher geschmissen...

Ich fürchte, wenn er nicht selbst drauf kommt bzw. was (hoffentlich nicht) schlimmes passiert, kannst Du gar nichts machen. Manchmal wirken Sprechpausen einfach Wunder, auch bei Eltern...

Lass ihn mal links liegen und gehe nicht mehr zu ihm.Irgendwann wird er schon zu sich kommen und sich besinnen
kreativkeks am 26. Oktober 2009 13:05 Das geht jedoch mom nicht da ich seine Hilfe brauche. Ich stecke im Umzug und bekomme von ihm einiges gebaut..Darauf bin ich leider angewiesen, wenn ich könnte würde ich erstmal eine Pause einlegen. Aber er meldet sich dann auch nicht bei mir.Er guckt von oben auf mich herab, egal was ich tue-auch wenn wir keinen Streit haben. Zudem würde er mir dann sagen, du kommst nur wenn du was brauchst..
Genau dass ist der Punkt ein Zeichen zu setzten auch wenn es Teuer ist. Lieber fremde Hilfe anfordern als IHN um was zu bitten.
PalaisJamais am 26. Oktober 2009 13:11 Ist es was Lebenswichtiges, das er Dir baut? Und kann das nicht auch jemand anderer für Dich tun, jemand, der Dich nicht ununterbrochen demütigt? Ich weiß, daß Familie ein Schlachtfeld sein kann, aber manchmal hilft die Erkenntnis, daß man, nur weil man Familie ist, nicht notwendigerweise engen Umgang haben muss. Ich weiß auch, daß ich das vor zehn Jahren auch noch nicht so sehen konnte, aber es hat sich mittlerweile geändert und tut nun ganz gut.
kreativkeks am 26. Oktober 2009 13:23 Er baut die Küche und ich habe kein Geld mir eine eigene zu kaufen,auch wenn sie gebraucht wäre..Ich verstehe schon was du meinst, aber wie gesagt, ich ziehe jetzt um. Ausserdem habe ich einen Mitbewohner,der auch darauf zählt...
PalaisJamais am 26. Oktober 2009 23:40 Ojemine! Die Küche ist nun wirklich lebensnotwendig - seufz.
Vielleicht ist aber einfach Deine Haltung ihm gegenüber schon so von Furcht geprägt, daß er auf Dich losgeht, wenn er Dich nur sieht.
Ich habe meinem "Peiniger" immer öfter gerade und ruhig in die Augen zu sehen versucht - das nimmt denen viel Fahrt raus.
Aber das war nicht mein Vater, sondern nur ein Granatenarsch von einem Chef...

Das wirst du ihm nicht nahe bringen können, denke ich. Hast du ihm denn schonmal die Meinung gegeigt? Selbst wenn er es nicht verstehen würde, wird es dir vielleicht besser gehen. So blöd es auch ist, aber ich würde mich einfach ein wenig von ihm entfernen. Mein Vater ist zwar kein Choleriker wie deiner, aber mein Vater hat diese Art, das er mich immer belächelt und mich behandelt, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank. Auch ätzend, wir haben deshalb auch nicht mehr wirklich viel miteinander zu tun.
Ich würd ihm direkt sagen das er mich am allerwertsten kann. Und das es beim Freundlichen an der Ecke nen Boxsack zu kaufen gibt. Und er solle mir doch bitte eine Aufstellung machen wann ich ihm was fragen dürfe und wann nicht.

Ich bin nicht für Respektlosigkeit,aber wenn dein Vater dich so behandelt,schrei ihn auch mal an und gib ihm zu verstehen,daß du seine Tochter bist und er noch lange kein Recht hat,dich so zu behandeln,als wärst du seine Angestellte.Dein Vater hat ein Problem mit sich selber und denkt,wenn er andere erniedrigen kann,fühlt er sich besser.Ich rate dir den Kontakt zu ihm sehr zu reduzieren,auch wenn es weh tut.Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft dafür!Pierrot

ohne Schmarrn,ge Du in eine AA-Gruppe,Du bist Co-abhängig,erstmal gut daß Du ausgezogen bist, aber dies scheint in Deinem Fall nicht zu genügen.Gruß,C.
kreativkeks am 28. Oktober 2009 12:39 mein Vater ist kein Alkoholiker!! Das hast du falsch verstanden..