Frage von LiaStrange, 20

Wie bringe ich Therapieansätze und Umgang mit Menschen unter einen Hut, wenn niemand von meiner Problematik (Erkrankung) weiß?

Was tun, wenn man gerade von einer Klinik entlassen wurde, in der man wegen Essstörung behandelt wurde und nun zu Hause sich erstmal an die Klinik-Esszeiten und PPZ (ca. 30 min nach dem Essen sich mit was Schönem beschäftigen etc.) halten will und gleichzeitig auch lernen soll sich mit Menschen zu treffen und überhaupt lernen Freundschaften zu pflegen; wenn niemand in meinem Umfeld von der Essstörung weiß?

Wenn sich z.B. Jemand genau um 17:30 Uhr mit mir treffen will und ich aber um 18:00 meine "Therapierituale" habe und dadurch gar nicht so spontan sein kann etc.
(kann ja schlecht die Mahlzeit ausfallen lassen, weil ich dann wieder schnell in mein altes Muster falle, mich mit Jemanden zu treffen ist aber genauso wichtig, weil ich ja was gegen die Einsamkeit tun muss.. und Kontakte wichtiger als essen sein sollen.. )

und dann?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von verquert, 5

Hallo Lia,

dass Du weiterhin kämpfst, das finde ich sehr gut. Und Du kannst stolz auf Dich und Deinen Ehrgeiz sein.

Möglichkeiten:

- gemeinsam Abendbrot essen und dann gemeinsam etwas Schönes machen. Auch also Abendessen vorbereiten und so. Vielleicht sogar auch 1x/Woche regelmäßig.

- 19:00 Uhr erst dann treffen. Vielleicht wird es aber dann zu spät für den 'morgigen Arbeitstag'.

- sich nur auf das Wochenende mit Treffen beschränken, dann zwischen Mittag und Abendessenszeit.

- wenn es eine gute Freundschaft ist, dann vielleicht einweihen, weswegen es für Dich (aktuell noch) wichtig ist. Vielleicht könnt ihr gemeinsam auch eine andere Lösung finden. Hier aber Vorsicht: manchmal wird bei diesen Selbstoffenbarungen inutiativ 'falsch reagiert'. Dann Du Dich NICHT angegriffen fühlen, sondern mitteilen, was es in Dir auslöst. Aber vielleicht auch rückmelden, wie es wahrscheinlich ankommen sollte. Dass Du aber eine andere Strategie benötigst. Was Dir besser helfen kann (wenn Du es weißt).

Bitte achte aber auch darauf, dass Du in keine "Zwänge" rutschst. "Zwänge" geben oft eine Art Stabilität.... aber sie lassen dann auch enorm Verzweifeln und Vereinsamen, wenn dann dieser 'Zwang' nicht ausgelebt werden kann. Mag nur darauf hinweisen, weil ich die Gefahr sehe. Am Ende wäre das dann eher "Suchtverlagerung". Aber die Gründe, weswegen die Sucht vorhanden ist (Ängste, Kontrollverluste, Selbstwert,...) ist noch immer enorm instabil. Hoffentlich hast Du ein gutes, ambulantes Helfernetz.

Alles Gute auf Deinem Lebensweg.

Antwort
von joellesta1, 4

Rede mit den Leuten offen darüber und dann kannst du gemeinsam mit ihnen essen. Gemeinsam mit ihnen essen kannst du aber auch, ohne den von deiner Essstörung zu erzählen. Wenn man was essen möchte, dass ist das eben so. Dann kann sich dein Besuch zu dir gesellen und wenn ihr unterwegs seid, dann könntest du versuchen dein Essen mitzunehmen oder dir etwas zu kaufen, aber dich trotzdem noch hinsetzen und in Ruhe essen.
Ich denke, dass das schwierig wird, wenn du das nicht erzählst, denn dann kannst du die "Therapierituale" mit deinen Kontakten gemeinsam durchführen.
Ich wünsche dir ganz viel Glück und Erfolg!

Antwort
von Magenta012, 11

Dann triff dich halt später mit jemandem, wo ist das Problem? Ist schon gut, dass du deine Essstörung überwunden hast und dich an die Therapieregeln hältst, aber du kannst ja Termine nach deinen Bedürfnissen planen, oder?

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