Frage von Knoblauch11, 124

Wie bringe ich meinem Pferd (rb)das Hufeheben/auskratzen bei?

Ich habe seit ca 3 Wochen jetzt eine RB und immer wenn ich die Hufe auskratzen will, verlagert sie ihr ganzes Gewicht auf die Seite wo ich versuch ihr bein zu heben. Mein Freund drückt dann dagegen um ihr Gewicht zu verlagern aber sie gibt den Huf trotzdem nicht. Bei den vorderen Hufen klappts eigentlich beim ersten Versuch aber bei den hinteren (besonderst hinten links) dauert es für einen Huf meistens über 3 Minuten. Wie kann ich ihr beibringen den Huf zu heben? Und dabei (bei dem hinten links) nicht zu treten?

Bevor die Besitzerin sie gekauft hat war sie immer drausen und wurde (glaub) nicht gefüttert (auser Gras aud der Wiese). Desswegen hatte sie Läuse und co. und war auch sehr mager. Wir wissen nicht was führ ein Leben sie hatte aber sie hatte auf jeden Fall eine Grundausbildung oder so...

Könnt ihr mir helfen?

Danke schon mal ❤

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sukeemon, 30

Hey,

Status quo: du kennst sie seit 3 Wochen und vorne gibt sie die Hufe. Das heißt sie kennt dich und den Vorgang und Vertrauen ist auch da. Hinten klappt auch aber erst nach 3 min. d.h. sie kennt es, mag es aber nicht.

Vertrauen ist wichtig, noch wichtiger ist das dir nichts passiert!

Also binde sie an damit sie dich nicht umrennen kann. Wenn sie das nicht mag oder sich losreißt, den Strick 1-2 mal um den Anbinder legen und von deinem Freund halten lassen, dann kann er sie gleichzeitig am Kopf beruhigen.

Ich beschreibe es für links (immer vom Pferd aus gesehen, beim Schiff würde mann Backbord sagen). Für die andere Seite entsprechend spiegelverkehrt.

Geh von Vorn nach hinten zum Pferd und halte dabei Kontakt zum Pferd indem du mit deiner linken Hand vom Hals bis etwa zum Hüftknochen streichst. und bleibe etwas vor der Hinterhand stehen damit sie dich nicht trifft falls sie versucht zu schlagen. Lasse die linke Hand am Hüftknochen, so kannst du fühlen was sie macht und sie ggf. fernhalten sollte sie sich zu dir drehen.

Gleite nun mit der Rechten Hand am Bein hinunter damit sie weiß was du machst. Linke Hand immernoch am Hüftknochen. In dieser Position kannst du das Bein noch nicht nach hinten herausnehmen sondern mit der rechten Hand um das Fesselgelenk fassen und nach vorne ziehen.

nun gibt es Drei Möglichkeiten:

A sie schlägt - B sie verlagert ihr Gewicht auf das Bein und macht sich schwer - C sie hält den Huf hoch

zu A- vorsichtig noch mal probieren

zu B- denk immer daran: du willst sie nicht tragen! sie soll dir den Huf geben!

2 Möglichkeiten:

1- (klingt jetzt gemein klappt aber oft) nimm den Schweif und zieh sie kurz zu dir um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie wird ihr Gewicht dann auf das andere Bein verlagern. Versuche dann nochmal ob sie dir den Fuß gibt.

2- nimm einen weichen Strick (etwa 1m) ohne Karabiner! und lege ihn locker um die Fessel beide Enden in die rechte Hand (keinen Knoten! ) linke Hand wieder am Hüftknochen. Nun kannst du das Bein mit Hilfe des Strickes nach vorne ziehen. Wenn sie das Bein hebt lasse ein wenig Zug nach so daß sie nur locker selber hällt - kurz halten - und dann wieder ablassen idealer weise bevor sie ihn absetzt. So weiß sie das nichts passiert und das du sie auch wieder freigibst. Wenn du das ein paarmal gemacht hast sollte es leichter gehen und du kannst es ohne Strick probieren.

zu C wenn sie dir den Huf gibt versuche ihn nach hinten rauszunehmen und kurz zu halten- dann ablassen bevor sie ihn dir entreißt oder sich schwermacht denn dann hast DU ihn abgesetzt und nicht sie (Vertrauen)

Locker festhalten zum Hufe auskratzen ist ok. Sollte sie sich schwermachen -> loslassen! dein Pferd hat drei Beine du brauchst und willst sie nicht tragen. (dann muß sie es halt nochmal hochnehmen)

und ganz wichtig!! :

Loben ! immer wenn sie das Bein hochnimmt und hält (sei es Anfangs auch nur ganz kurz) und du es absetzt/freigibst: Loben!

wenn sie es absetzt nicht aufregen oder ungeduldig werden, nicht loben sondern nochmal Probieren!

ein letztes noch: Loben heißt nicht Füttern!! (auch keine Leckerli)

bei mir ist Loben meist ein kräftiges kratzen am Hals! das finden die Pferde toll gerade jetzt während des Fellwechsels. zudem festigt es euer Verhältnis denn gegenseitiges schubbern ist eine Freundschaftsbekundung im Herdenverband.

Mit Ruhe und Geduld wirst du es schaffen

ich hoffe ich konnt es einigermaßen beschreiben sonst muss ich ein paar Bilder machen.

Kommentar von Heklamari ,

besser kann man es kaum beschreiben

kleiner Tipp zum Gewicht-verlagern-übern:

stell Dich neben ihre Schulter/ ihre Hüfte und schaukel sie zur anderen Seite - LOBEN - zurück lassen, so lernt sie leichter , auf 3 Beinen zu stehen;

 wir haben genau das unseren Fohlen schon in der ersten Lebenswoche beigebracht; nach 2-3 Wochen gaben sie brav ihre Hüfchen....

hab Geduld, aber bleib eisern dran

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 21

wie schon kommentiert: erstmal üben, daß sie das gewicht verlagert mit "schaukeln", indem Du gegen die Schulter bzw gegen die Hüfte drückst und SOFORT lobst, wenn sie's Gewicht verlagert;

der Trick mit der weichen Schlinge - erst nach vorne, später sanft nach hinten, ist auch empfehlenswert, weil Du da vor allem hintenraus nicht direkt am Pferd sein mußt und es auch erstmal reicht, wenn sie das bein nur nach hinten stellt und entlastet (mein  alter Tinker setzt den Huf auf die Spitze auf: das ist bequemer für ihn UND mich - auch sowas kann man versuchen)

grundsätzlich hat sie wohl auch Gleichgewichtsprobleme: also übe an der HAnd Seitengänge, Wendungen, Slamlom, Bögen aller Art usw, damit sie lernt, mal auf der einen, mal auf der anderen seite die meiste Last aufzunehmen.

Unseren jungen Hengst haben wir, als er aus der Aufzuchtherde heimkam,  in der Übungsphase übrigen an eine Wand oider einen Baum gelehnt, damit er sich abstützen konnte - manchmal muß man unkonventionell und sehr kreativ sein.

Viel Erfolg

und

 hab Geduld

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 19

Ich tippe ja fast auf das Problem, das sehr viele Pferde haben: Sie würden schon mitspielen, aber der Gegenfuß tut so weh, dass sie ihr Gewicht nicht drauf stellen können.

Das bessert sich nur im Lauf der Zeit, wenn sie wirklich kompetente Hufbearbeitung erfährt, damit der andere Huf so viel besser wird, dass es irgendwann nimmer so eklig anstrengend ist und immer, immer wieder geübt wird, auf den restlichen drei Beinen zu stehen.

Denn wenn die Stute es versucht, dann weiß sie offenbar, was von ihr verlangt wird und wenn sie sonst ein Pferd ist, das dem Menschen gegenüber nicht erst mal skeptisch reagiert, ist ja ganz offensichtlich, dass sie es nicht kann.

Das Hufe auskratzen ist nicht von oberster Priorität, viel wichtiger wäre es, dass die Hufe irgendwann nimmer weh tun. Einen gut bearbeiteten Huf muss man fast nie auskratzen, denn da fällt der Dreck von alleine raus. Aber dieser Huf ist ja offenbar so unglücklich dran, dass er erst mal gut bearbeitet werden muss und dazu muss das Tier leider eine Zeit auf drei Beinen aushalten. Also ist das Trainingsziel, dass das funktioniert, dann ergibt sich auch der Rest. Leider sehe ich auch Pferde, die von staatlich geprüften Hufschmieden bearbeitet werden (die sollten das ja eigentlich zumindest passabel können) und die dennoch nicht in der Lage sind, auf den verbleibenden drei Beinen zu stehen.

Würde es aus Gelenks- oder Rückenbeschwerden kommen, könnten sie nur nicht so weit heben. Alte Arthrosekandidaten werden oft mit auf dem Boden aufgesetzter Hufspitze bearbeitet, damit sie nicht so viel heben müssen. Aber dass sie das Gewicht nicht umlagern wollen, kommt in aller Regel vom Huf. Ist halt als RB immer blöd, wenn Besitzer das nicht wahrnehmen. Was will man machen? Immer der "Klugscheißer" sein, den keiner gern hat? Da ist es immer gut, wenn man den Besitzer nur so weit "stupst", dass der selber irgendwann drauf kommt ;-)

Kommentar von Knoblauch11 ,

Ja mit dem Huf hast du Recht. Ihre Hife sind von außen nicht schön und einer ist auch fast eingerissen. Ich habe die Besitzerin schon öfters daran erinnert und ich weiß das sie es weiß. Sie sagt sie veraucht den Hufschmied herzubekommen aber der hat irgendwie keine Zeit. Dennoch ist nichts mit den Hufen passiert seitdem ich da binn. Der Hufschmied kommt eigentlich alle 4 oder 6 Wochen desswegen kann ich mir das nicht erklären.

Danke für deine Antwort ❤

Kommentar von Baroque ,

Naja, ich hab noch nie einen wirklich gesunden und physiologisch korrekten Huf gesehen, der von einem Schmied bereitet wurde. Solche finde ich nur von den Huforthopäden. Insofern kann ich mir durchaus gut vorstellen, dass dem Tier die Pfoten weh tun. Wenn er schon dazu neigt, einen Spannungsriss zu bekommen, dann hebeln die Wände schon ordentlich weg und das fühlt sich unangenehm an. Defininitiv. Egal, wie oft er kommt, wenn er das falsche am Huf macht, beim Schneiden und Raspeln kommt es da auf mm an, die über gut oder nicht gut entscheiden, dann hilft er dem Pferd nicht.

Kommentar von Knoblauch11 ,

Ich weiß jetzt woran es lag. Der Schnied war da und jetzt kann ich ihre Hufe ohne Probleme heben und auskratzen. Ich glaube es lag an ihren Hufen. Auch beim Reiten ist sie viel besser geworden!

LG

Kommentar von Baroque ,

Seltsam ... normal dauert einmal durchwachsen so um die 10 Monate ... und diese Zeit braucht es, bis ein Hufproblem verschwindet. Würde mich wirklich interessieren, wie die Hufe aussehen und was er diesmal gemacht hat.

Kommentar von Knoblauch11 ,

Kürzer, schöner davor waren halt Risse und abhängende huf stückchen dran. Sie sehen auch viel gesünder aus. Das erste mal wo ich sie gesehen hab musste ich schlucken...

Kommentar von Baroque ,

Wenn aus der Hufwand was ausbricht, deutet das schon auf ein Problem hin, aber nur weil man das weg raspelt, ist das Problem noch langen nicht behoben. Bei 80% der Hufe, von denen die Pferdebesitzer meinen, das wären gesunde, gute Hufe, kommt mir einfach nur das kalte Grausen. Es ist leider häufig nicht so einfach, an profundes Hufwissen heranzukommen, das man braucht, um die beurteilen zu können.

Antwort
von beglo1705, 53

Das geht ausschließlich mit Vertrauen, welches du dir erarbeiten musst. Pferde sind Fluchttiere, ein Bein herzugeben bedeutet Hilflosigkeit und ausgeliefert sein. Abgesehen davon ist das eigentlich die Aufgabe der Besitzerin, ihr Pferd anständig zu erziehen und nicht einfach eine RB draufansetzten nach dem Motto: wird schon werden, passiert schon nichts.

Unverantwortlich finde ich das, da die Vorgeschichte noch dazu fragwürdig/uneindeutg ist.

Kommentar von Knoblauch11 ,

Die Besitzerin hat sie vor ca 4 monaten gekauft und hat jetzt sehr wenig zeit sie überhaupt zu reiten weil sie alleinerziehend ist (mit 3 Kindern) 

Ich weiß nicht warum sie sie überhaupt gekauft hat.

Danke ❤

Kommentar von beglo1705 ,

Es geht weniger um´s Reiten, als Zeit mit dem Tier zu verbringen und das Wohlwollen/Vertrauen des Pferdes zu gewinnen, welches im Übrigen am Boden beginnt.

Ich hab auch 2 Kids, ne Firma und nen Mann der 12-14h täglich hart arbeitet und ich organisiere mir das, mir Zeit mit Kind, Hund und Pferd zu nehmen.

Wie gesagt, wenn keine (wertvolle) Zeit für ein Pferd zu investieren ist, sollte man besser einen guten Platz für das Tier suchen, als nix halbes und nix ganzes zu fabrizieren. Ist natürlich als RB blöd sich da einzumischen und dennoch lobenswert dass du dich um das Pferd bemühst.

Antwort
von paulatetter, 54

gestern habe ich eine Wiederholung von die pferdeprofis geguckt und dort war auch eine Stute die ihre Beine nicht Heben wollte, da sie früher schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Die Frau von die Pferdeprofis hat sie dann erstmal angebunden und über all gestreichelt und sie gelobt und so sich mit ihr vertraut gemacht und ist dann ganz vorsichtig an die Beine ran gegangen vorne ging das dann ganz gut und hinten nicht da heißt es Geduld und immer wieder probieren langsam an das Bein ran zu kommen irgendwann wird sie dir alle Beine problemlos geben nur nicht böse werden und immer loben !

Antwort
von Idiealot, 51

Geduld. Das ist halt beim Pferd eine seltene Tugend. Geduld und mit Lob arbeiten. Auch wenn es länger dauert. Die Pferdchen sind ja nicht blöd. Eventuell hat man dem Pferd mal wehgetan und das verbindet es nun mit dem Auskratzen.

Ich brauchte, nachem ich es ihnen beibrachte, nur "Fuß" rufen und gegen die Fessel klopfen und der Huf ging hoch. Hinten bischn mit Druck aber auch ohne Probleme.


Antwort
von RainbowHorse, 27

hufe heben hat was mit vertrauen zu tun, weil sie auf drei beinen ja nicht flüchten könnten fals ein feind kommt und deswegen rate ich dir erstmal vertrauwn aufzubauen (hat bei mir auch geklappt)

Antwort
von dagmarak, 44

hey :-)

versuch es doch mal so:

nimm eine gerte, stock usw. und tipp sie damit LEICHT am hinterbein bzw an dem bein wo es nicht klappt an. mach das so lange, bis sie den huf auch nur ein stück hebt und lobt sie dann kräftig :-)
nach einer zeit wird sie verstehen was du willst, und wird sobald du sie antippst ihr bein heben. dann kannst du ganz entspannt den huf heben.

vielleicht wurde sie aber auh damals nicht so gut behandelt, und will deswegen nicht den huf geben. dann solltest du viel bodenarbeit mit ihr machen um vertrauen aufzubauen. dann ergibt sich das mit der zeit !

aber du musst einfach üben,üben,üben... es wird sich nicht von jetzt auf gleich verändern, aber versuch einfach mal was ich dir geschrieben habe.

ich hoffe ich konnte helfen :-D

Kommentar von Knoblauch11 ,

Danke ❤ ich versuchs

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 48

Ja wenn du nur 3 Minuten  brauchst, dann ist doch alles bestens - so viel Zeit kannst du ihr doch geben.

 Du bist doch nicht beim Militär, dass alles Zack Zack gehen muss, oder ? ;-)

Immer nur ganz kurz anheben und dann nach Möglichkeit sofort belohnen, bevor der Moment kommt, wo  sie tritt. 

Kommentar von Knoblauch11 ,

Ich glaub du weißt nicht was ich meine... Einer muss immer bei ihrem Bein sein und bereit swin ihre hufe zu halten. Während dessen muss jemand anderst und der der den huf will gegen sie drücken damit sie ihr gewicht verlagert. Wir geben ihr ja nen leckerli wenn sie ihn hebt aber sie tritt sofort

Wir wissen nicht mal ob es ihr überhaupt richtig beigebracht wurde

Kommentar von Urlewas ,

Das ist natürlich schwierig..

Vermutlich hat das Pferd schlechte Erfahrungen gemacht. Möglicherweise hat  es aber auch schmerzen oder Probleme mit dem Gleichgewicht?

Aber meistens ist es, dass so ein Pfeed ja sehr viel Vertrauen braucht, um sein wichtigstes Fluchtwerkzeug in deine Hand zu geben. Und das fällt ihm schwer, wenn zu Beginn mal jemand zu grob dran gegangen ist.

Es gibt aber auch Pferde, die sind einfach fürchtbar kitzelig - ich kenne so eines, da ist das auskratzen immer schwierig. Obwohl es sonst ein ganz tolles, liebes und gut gerittenes Pferd ist. 

Bei diesem geht es am besten, während es mit gutem Futter, also nicht bloß Heu oder keines Leckerli (Kilo Möhren...).abgelenkt wird. Normal läßt man Pferde ja in Ruhe beim Fressen, aber so muss man manchmal Kompromisse finden.

Kommentar von Urlewas ,

... Und sei möglichst dabei, wenn der Schmied oder hinpfeffere kommt. Die haben ja die meiste Erfahrung und oft super Tipps.

Kommentar von Knoblauch11 ,

Danke ❤

Antwort
von somi1407, 40

üben üben üben und ganz viel loben

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