Frage von geklautername, 25

Wie bringe ich dem Pferd longieren auf der Rechten Hand bei?

Okay die Frage klingt evtl ein wenig merkwürdig, aber dafür jetzt hier die Details:

Das Pony um das es sich dreht reite ich schon ziemlich lange in Reitstunden und seit ca. 3 Jahren ist er meine RB. Er ist somit auch schon ziemlich alt, so 21 Jahre, aber immer noch fit wie ein Flummi :) Mir und auch allen anderen am Stall wurde immer gesagt, dass er nicht an die Longe genommen werden kann.

In meinen intensiven drei Jahren mit ihm habe ich eine gute Bindung zu ihm aufgebaut und er vertraut mir auch weitestgehend. Also habe ich vor ihn endlich longieren zu können. Zusammen mit ner Freundin haben wir versucht ihn an das Longieren heranzuführen etc. Auf der linken Hand klappt es jetzt sogar echt gut! Aber die Rechte Hand ist das große Problem. Er ist dann immer etwas panisch wenn man an seiner rechten Seite steht und versucht immer, die Hand zu wechseln und mich wieder auf der anderen Seite zu haben. Keine Ahnung was er da hat, ob er vlt auf einem Auge nicht gut sehen kann und daher nicht möchte oder ob es einfach irgend ein Tick ist... Ich schaffe es kaum ihn auf der rechten Hand wenigstens eine runde Schritt gehen zu lassen bevor er wieder nach innen stürmt und die Hand wechselt. Mich oder die Peitsche beachtet er dann gar nicht er dreht sich einfach um und läuft weiter. Meistens kann ich ihn kaum anhalten um ihn wieder aif die rechte Hand zu bekommen. Es klappt eigentlich nur ihr aif dieser Hand zu longieren wenn meine Freundin neben ihm hergeht und aufpasst dass er sich nicht rausdrängelt.

Was soll ich jetzt machen? Kann er wirklich nicht longiert werden so wie seine Besitzerin meinte? Bzw kann ich ihn nur auf der linken Hand longieren?

Zum Longieren: ich longiere ihn an der Trense, ohne Sattel ohne Ausbinder. Ich habe angst dass er panisch wird wenn ich Ausbinder nutzen würde, weil die kennt er kaum da ich ihn immer ohne reite. Peitsche nutze ich aich kaum da er davor auch eine Phobie hat aber auf der linken Hand (die er gut an der Longe läuft) klappt es super per Stimme und Gesten.

Ich freue mich über jeden Ratschlag!

Antwort
von WesternCalimero, 23

Grundsätzlich glaube ich, daß das Pferd immer nur auf der linken Seite geführt wird. Daher erst einmal seine Unsicherheit,  wenn jemand auf der rechten Seite steht.

Dazu kommt noch, daß jedes Pferd immer eine gute und eine schlechte Seite hat.

Die Vorbereitung besteht aus Bodenarbeit. Hinterhandwendungen auf beiden Händen und Seitwärts sind gute Vorbereitungen auf das spätere longieren. Dadurch lernst Du auch die Schulter des Pferdes aus der Entfernung zu kontrollieren. Das longieren geht anschließend wie von alleine, denn es bedeutet ja lediglich eine Vergrößerung der Distanz.

Wenn Du schon mit einer Trense longierst, dann hake die Longe bitte nicht am inneren Ring ein, sondern ziehe sie durch den inneren Ring und hake sie am äußeren Ring ein. Das entspricht in etwa der Zügelführung (Die Kraftverteilung hatte ich auf eine andere Frage hin mal berechnet).

Ganz so strikt wie LyciaKarma bin ich in dieser Hinsicht nicht, denn ich habe auch berechnet, daß mit einem Kappzaum ein enormer Seitendruck aufgebaut werden kann ( ca. 3 mal soviel Drehmoment im Atlas wie mit einer Transe).

LG Calimero

Kommentar von geklautername ,

ja das mit der Longe so befestigen habe ich auch schon gehört, klingt ziemlich plausibel. generell wird ja immer so ein Wind drum gemacht wie man richtig longiert...so eng sehe uch es selber auch nicht, jedenfalls habe ich mit der Zeit nge immer nur eine lockere Verbindung zum Pferd. nur wenn er versucht auszuvrechen reist er natürlich am Gebiss... das mit der Bidenarbeit klingt plausibel Danke. Hinterhandwendung kennt der Gute leider nicht und ich bin schin mal dran verzweifelt es ihm beizubringen (nur vom pferderücken aus aber noch nicjt vom Boden). vlt schaffen wir das ja wenn wir uns viel zeit lassen!

Expertenantwort
von WinniePou23, Community-Experte für reiten, 16

Huhu,

du weißt nicht wie es richtig geht, das Pony weiß nicht wie es richtig geht und hat dazu auch noch schlechte/falsche Erfahrungen machen müssen. Das kann ohne Hilfe nichts geben. Das Pferd hat die gezeigt, dass es nicht versteht, was es tun soll und dort unsicher ist, und du bist nicht im Stande ihn zu vermitteln, was es tun soll.

Wer nicht Longieren kann, ist noch lange nicht dumm oder ein schlechter Reiter. Richtig Longieren, sodass es auch einen positiven Effekt auf das Pferd hat, ist sau schwer. Das muss man genauso lernen und üben, wie Reiten oder andere Bodenarbeit.

Auch für das Pferd ist richtiges Longieren enorm schwer und anstrengend. Es soll fließend von richtiger Biegung zur Geraden und wieder zurück wechseln, dabei die Biegung in der Kurve halten, durch den Rücken schwingen, nicht auf die Vorderhand fallen, gerade in den Schultern bleiben, die Übergänge schön weich und fleißig aus der Hinterhand heraus machen, konzentriert auf alles achten, sich auf großen und die kleinen Kreisen ausbalancieren, die Stellung und Biegung variieren und so weiter. 

Eine gute Ausbildung an der Longe für beide kann gut und gerne über ein Jahr ein bis viermal die Woche üben dauern. Wenn man am Pferd etwas korrigieren muss in dieser Hinsicht und es vorher schon falsche/schlechte Erfahrungen mit der Longe hatte, oder der Mensch sich bisher noch gar nicht mit Bodenarbeit befasst hat, auch länger.

Hier muss man aber unterscheiden. Willst du richtig Longieren, sodass es für das Pferd förderlich ist, du eine gesunde Haltung erarbeitest und es einen hohen gymnastischen Wert hat? Oder willst du es im Kreis laufen lassen und dabei Tempo und Richtung kontrollieren? Das kommt darauf an, welches Ziel du verfolgst.

Erstmal muss der Mensch verstehen, was wie und warum im Pferd passiert, wenn es läuft und wenn es sich biegt. Wie sich ein Pferd korrekt biegt, wie man das bezwecken kann, welche Übungen es gibt, was welche Ausrüstung bewirkt und so weiter. LyciaKarmas Ausführungen zur Ausrüstung sind hier völlig richtig. Erst wenn der Mensch das alles verinnerlicht hat und auch weiß, was er genau vom Pferd will, geht es ans Pferd. Da werden erstmal im Führen das richtige Laufen in Stellung und Biegung sowie erste Übergänge erarbeitet, bevor man überhaupt auf etwas Distanz geht. Dann wird auf kurzer Distanz auf kleinem Kreis geübt. Erst ganz zum Schluss kommen große Kreise, Geraden und Volten im Wechsel und als Krönung stößt zum Ende der Ausbildung an der Longe auch der Galopp hinzu. Was ohne Distanz auf kleinen Kreisen nicht geht, wird auch im großen nicht funktionieren.

Den Leitfaden dazu, kann dir der Longenkurs (longenkurs.de) geben. Die bei weitem beste und fast auch einzige Literatur zu guten Longieren.

Liebe Grüße

Kommentar von geklautername ,

okay also ich werde mich mal mit diversen Übungen für Dehnung und Haltung informieren. ich denke dass die Biegung für ihn auf der rechten Hand ziemlich wichtig ist bestimmt wird er dann auch leichter auf dieser hand zu halten sein. ich werde ihn dann mit meiner Freundin zusammen ranführen ich denke zu zweit klappt sowas immer besser, 4 augen sehen mehr als 2. denn die rechte Hand ist ja vor allem das Problem bei ihm, links klappt es ja schon einigermaßen und ich denke da werden die Tipps auch noch gut weiterhelfen und das verbessern.

Kommentar von WinniePou23 ,

Solange ihr auf Trense longiert, könnt ihr nix mit Biegung und somit auch nix mit gesundem Laufen im Kreis erreichen.

Kommentar von WesternCalimero ,

Genau... weil man mit dem Kappzaum etwa die DREIFACHE Kraftwirkung bei gleichem Zug hat (Hebelgesetze / Drehmoment) geht es da natürlich leichter.

Aber von WinniePou23 glaube ich einfach nicht (aufgrund der vielen korrekten Antworten), daß er/sie eine Kandare ins Pferdemaul packt, weil auf der Trense zu viel Zug ist.

Das Drehmoment ist die einwirkende Kraft multipliziert mit der Entfernung der tangentialen Einwirkung vom Drehpunkt. Wenn man als Drehpunkt den zweiten Wirbel annimmt und weiter annimmt, das Pferd trägt den Kopf nahezu senkrecht dann ist die Entfernung der tangentialen Einwirkung etwa drei mal so weit vom Drehpunkt entfernt wie bei einem Gebiss. Damit wirkt bei gleichem Zug an der Longe etwa die dreifache Kraft auf den zweiten Wirbel. 

Diese physikalische Wahrheit wird leider bei allen Kappzaumverfechtern totgeschwiegen, oder gar nicht gewusst.

LG Calimero

Kommentar von WinniePou23 ,

Man nehme als Drehpunkt aber den Atlas an, nicht den zweiten Wirbel, denn der Kappzaum mit seiner Einwirkung erinnert das Pferd nur an die Stellung im Genick, für mehr ist er quasi nicht da. Da die Stellung im Genick essentiell wichtig für eine Längsbiegung ist, ist das erstmal das wichtigste, was wir wollen. Ein Pferd, dass im Genick/im Atlas nicht nachgibt und sich nicht stellt, biegt sich auch nicht. Beim Kappzaum ist das sofortige Nachgeben nach der Reaktion genauso wichtig, wie bei anderen Zäumungen.

Da ist auch nie wirklich Zug auf der Longe, zumindest sollte es nicht so. Das Ziel ist eben, das Pferd an die Stellung zu erinnern, verliert das Pferd die Stellung wird aus dem ganz leicht durchhängenden Kontakt ein sanftes Annehmen. Die genaue Formulierung aus dem LK habe ich gerade nicht im Kopf, bei Interesse kann ich dir die dazu aber gerne heraussuchen. Damit das Pferd darauf reagiert, ist natürlich einiges an Vorarbeit zu leisten. Das beschrieb ich im Groben auch in meiner Antwort und anderen Antworten von mir und deshalb gab ich ihr auch den Tipp mit dem Longenkurs an die Hand. 

Wenn jemand an ein Pferd einfach einen Kappzaum packt, möglichst noch einen unpassenden, und das Pferd damit über Zug auf der Kreislinie hält, ist das natürlich völlig suboptimal und keinen Deut besser als mit Trense.

Bei der Trense allerdings hat man unweigerlich Unruhe im Maul, wo definitiv keine sein sollte, allein durch die Länge und das Gewicht der Longe. Egal, wie die Longe eingehakt ist, die wackelt immer im Pferdemaul herum, das ist aufgrund des Gewichts der Longe und der Bewegungen des Pferdekopfs gar nicht anders möglich. Für mich ist der Angriffspunkt der Trense zum Longieren auch ungeeignet. Nimmt man die Longe an der Trense an, kommt Druck innen auf die Laden und außen vom Gebissring gegen den Pferdekopf. Das Pferd wird den Kopf nach innen nehmen. Von der Trense wird es aber keineswegs dazu veranlasst, im Genick nachzugeben, anstatt einfach den ganzen Kopf und Hals mit rein zu nehmen. Und dann hat man das Schlammassel, dass die große Mehrheit der Pferde dann auf die innere Schulter kippt und sich dann auf Dauer Gelenke und Sehnen kaputt macht. 

Auch das Verwerfen passiert mit Trense sehr viel häufiger, als mit Kappzaum, da dieser viel weiter oben angreift. Das kann man ganz gut an sich selbst testen. Man nimmt erst den oberen Teil der Nase in zwei Finger und zieht diesen dann zu einer Seite, danach  das Kinn, also den Unterkiefer. Dabei versucht ihr mal Stellung bei euch im Genick und verwerfen. Was geht bei welchem Zugpunkt einfacher? Für mich greift die Trense einfach am falschen Punkt, wenn die Zügelführung nicht von oben aus kommt. 

Bietet das Pferd von sich aus, oder durch seine bisherige gute Ausbildung eine gute Selbsthaltung an, ist es schnurz, was Pferdekopf ist. Dann kann es auch ein enges Halfter, ein lockerer Halsring oder auch gar nichts mehr sein. Nur ist der Kappzaum halt mein Mittel der Wahl, bei der Ausbildung an der Longe. Klar sollte aber sein, dass auch ein Kappzaum, genau wie Sattel und Trense gut passen muss, eine Gewöhnungszeit braucht und von Pferd angenommen werden muss. Und solange der Mensch keine weiche nachgebende Hand hat, sollte er weder mit Kappzaum, noch mit Trense oder Knotenhalfter an ein Pferd in der Ausbildung.

Kommentar von WinniePou23 ,

Wenn man es kann, man man einen Pferd auch mit Trense, Knotenhalfter oder Halfter Stellung und Biegung vom Boden aus nahe bringen. Nur ist es für dieses Pferd, welches wahrscheinlich auch noch als Schulpony im Maul nicht sehr fein ist, und die Mädchen, die es nicht so können, einfacher, ihn das mit einem Kappzaum zu zeigen.

Antwort
von 007sternchen, 12

Du kannst ja ganz langsam Anfangen erstmal auf der rechten handy führen im schritt und trab dann kannst du es nochmal mit dem longieren probieren auch wenn er nur eine halbe rund um Schritt gegangen ist lob ihn gönne ihm eine pause und steiger dich langsam wenn er wieder in die andere Richtung stürmt geh wieder einen Schritt zurück du musst viel Geduld mitbringen und lieber kleinere schritte als einen zu großen

Es könnte aber auch sein dass er auf der seite Schmerzen verspannungen hat dass würde ich vorher noch mal abchecken lassen
Noch ein Tipp wärme ihn richtig auf so dass er auf beiden Seiten gut gedehnt und aufgewärmt ist
Lg und viel Erfolg

Kommentar von geklautername ,

ja mit führen auf der Seite hatte er auch immer Probleme aber es wird besser. so ähnlich wie du es beschrieben hast habe ich es derweil auch versucht aber ich habe ihn vorher nie aufgewärmt also geritten. das könnte wirklich was helfen vor allem weil er zu Anfang beim reiten auf der rechten Hand hin und wieder Probleme hat

Kommentar von 007sternchen ,

ich wünsche dir ganz viel Erfolg versuche ihn vorher richtig zu biegen so dass er schön geschmeidig wird lg

Antwort
von LyciaKarma, 25

An der Trense longiert man nicht.

Eine Trense wirkt auf den Unterkiefer. Das ist auch gut, wenn man von oben einwirkt, aber beim Longieren bist du normalerweise tiefer als das Pferd. Das Pferd braucht nur das Maul ein Stück aufzumachen und entzieht sich so.  

Außerdem zieht das Gebiss bei jedem Schritt im Maul. Mit Longierbrille stellt sich das Gebiss teilweise auf und quetscht die Laden ein, Zug auf der Longe verstärkt das ganz, außerdem verwirft sich das Pferd.  

Ein Halfter rutscht beim Longieren und wirkt sehr scharf und gleichzeitig schwammig ein.   

Ein Kappzaum wirkt direkt auf den Nasenrücken und damit direkt aufs Genick. Nur so kann man Stellung und Biegung erarbeiten und fordern.  

Alles andere ist nicht fürs Longieren geeignet. 

Wenn das Pferd sich auf der einen Hand nicht longieren lässt, würde ich mal einen manuellen Therapeut kommen lassen und zusätzlich Dehnübungen machen. 

Kommentar von geklautername ,

okay das mit der Trense hätte ich nicht gedach weil hier macht das jeder so... und wegen longieren auf der anderen Hand werde ich mich dann mal umhören

Kommentar von LyciaKarma ,

Das ist das Problem - jeder macht es, also muss es ja richtig sein.. Genau wie mit Bandagen, Gamaschen, Ausbindern.. jeder macht einfach und keiner hinterfragt..  

Jedes Pferd hat eine so genannte hohle Seite. 

http://www.dressur-studien.de/das-hohle-pferd/

Schau mal, da steht mehr dazu. 

Kommentar von geklautername ,

danke ich schaus mir mal an

Antwort
von Lilian221, 9

Hast du vorher abgeklärt, warum er nicht longiert werden darf(vielleicht aus gesundheitlichen Gründen)? Und sonst sollte man so ein paar Sachen beim longieren schon beherrschen z.b. das Pferd, longierpeitsche, longe ein dreieck bilden sollten oder wie man das pferd nach außen schickt ( indem man mit der peitsche auf die schulter des Pferdes zeigt\ die schulter antippt.) Und natürlich etwas über die Körpersprache bescheid wissen.
Versuche ihm die Angst vor der peitsche zu nehmen; durch bodenarbeit e.t.c.
Viel Erfolg :)

Kommentar von geklautername ,

Er darf longiert werden, kann es aber nich, das ist etwas anderes. Er hat eine Phobie davor und wurde daher seit Ewigkeiten nicht longiert weshalb er es gar nicht kennt. wie longieren funktioniert weiß ich! habe ich schon bei vielen anderen Pferden gemacht also stell mich bitte nicht als dumm hin ich kenne mich gut mit Pferden und reiten aus! Mit der angst vor der Peitsche wird es besser aber das ist ja nicht das ausschlaggebende Problem, sein Problem ist ja das laufen auf der rechten Hand auf der linken klappt es hetzt nämlich schon super...

Kommentar von Lilian221 ,

ich wollte dich nicht als dumm darstellen und ich glaube dir auch wenn du sagst du kannst longieren! und ich denke du kannst ihm die Angst vor der peitsche auch nehmen, wenn du fleißig übst. ich wollte nur darauf hinweisen, dass die peitsche dir sehr helfen kann wenn er keine angst mehr hat (wenn du ein dreieck bildest wird er sich nicht mehr so stark in die andere Richtung umdrehen/ oder es versuchen )

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