Frage von Kathiih98, 105

Wie bringe ich bei meinem Pferd eine richtige Kopfhaltung bei?

Hallo, ich habe mein Pferd erst seit ein paar Monaten und er ist super lieb und brav. Nur nimmt er im Trab seinen Kopf ziemlich hoch und öffnet sein Maul wenn ich ihn paraden geben will (trotz Sperriemen). Ich bin am überlegen ob ich Hilfszügel benutzen sollte aber ich möchte ihn nicht versteifen und ihn die Haltung aufzwingen. Gibt es eine andere Möglichkeit ihn das abzugewöhnen oder mögliche Ursachen?

Antwort
von lenchenh, 56

Hi,

du bringst deinem Pferd keine richtige Kopfhaltung bei, sondern das es durch Genick geht, ist eine Folge des richtigen reitens.
Und wenn dein Pferd trotz des Sperrimerns immer noch das Maul aufsperrt, würde ich mich mal mit dem Sinn und Zweck dahinter befassen. Was hast du vom Sperriemen? Lerne doch lieber das Reiten so, dass du ihn nicht benötigst.

Ursachen gibt es viele, die wir übers Internet nicht beurteilen können. Noch nicht perfekt aufeinander abgestimmte Hilfen, ein falscher Sitz und insgesamt unklare Hilfengebung können der Grund dafür sein, dass dein Pferd wie eine Giraffe läuft, medizinische Gründe können wir aber auch nicht ausschließen, vllt. tut ihm einfach Rücken/Hals/Genick weh, weil irgendwelche Wirbel verkantet sind.

Ursachen für das aufgerissene Maul gibt es mindestens genauso viele. Zu hart einwirkende Hand, unpassendes Gebiss, unpassende Trense,...

Wie gesagt, Hilfszügel werden dein Problem nicht lösen, sondern sind die selbe tolle Vertuschungsmethode wie der Sperriemen.

"Abgewöhnen" wirst du ihm das ganze über RICHTIGES Reiten unter der Anleitung eines guten Trainers. Also such dir bitte einen guten RL der dir hilft dein Problem zu beheben!

Liebe Grüße

lenchenh

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 21

Wenn ein Pferd den Kopf hochreisst und das Maul aufsperrt, dann läuft leider reiterlich gerade einiges nicht optimal. Das Pferd zeigt deutlich, dass sich nicht wohl fühlt. 

Schlecht oder gar nicht sitzende Trensen, falsche, nicht passende Gebisse, schlecht oder gar nicht sitzende Sättel und falsche Reiterhilfen können dazu führen, dass ein Pferd sich so verhält wie von Dir beschrieben.

Was Du brauchst, ist sachkundige Hilfe. Jemanden, der wirklich Ahnung hat und der Deine Ausrüstung in Augenschein nimmt und guckt, was alles in Ordnung ist und was nicht. Wenn ausgeschlossen ist, dass es am Gebiss (zu klein, zu groß, an den Ringen ausgeschlagen, das falsche Material, die falsche Dicke oder Dünne, zu wenig gebrochen oder zu viel gebrochen) oder am Sattel liegt, dann sollte ein kompetenter Trainer Dir helfen, Dein reiterliches Problem mit dem Pferd zu lösen.

Dass ein Pferd nicht durchs Genick geht, kann endlos viele Ursachen haben - wie eine viel zu unruhige oder zu harte Hand, eine zu hohe Hand, zu lange Zügel, zu kurze Zügel, Hilfen viel zu oft oder andauernd über den inneren Zügel, fehlende Schenkelhilfen, der falsche Sitz - die Möglichkeiten sind vielfältig.

Und die Lösung findet nur derjenige, der Dich reiten sieht und der Dir kompetent und anschaulich vermittelt, wie Du es besser, bzw. richtig  machen kannst. Nimm so viel Unterricht, wie es nur irgend möglich ist, denn man selber neigt schon mal gerne dazu, sich selber schon mal zu belügen und es sich unbewusst leichter zu machen. Ein guter Trainer fordert einen und sieht sofort, was falsch läuft.

Nimm Unterricht, bevor Du Dir Fehler so sehr angewöhnst, dass Du sie nicht mehr umlernen kannst - auch Deinem Pferd zu liebe.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 64

Du solltest mal lernen richtig zu sitzen und richtig aufs Pferd einzuwirken, dann kommt der Kopf von ganz allein da hin wo er hin soll.

Ein herunterziehen und verschnüren wie ein Packet führt nicht zum Ziel.

Lies mal: www.wege-zum-pferd.de

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 4

Ich hoffe, dass das mir dem " beibringen" nur etwas ungeschickt ausgedrückt war. Andernfalls hast du vieleicht den Sinn der Sache durch die vorigen Antworten verstanden...?

Wenn ein Pferd sich beim reiten sperrt, natürlich auch mal äußere Ursachen in Betracht ziehen. Ob der Sattel richtig liegt, das Kopfstück gut sitzt, das Gebiß in Ordnung ist. 

So weit möglich auf Körperliche Beschwerden  überprüfen - Zähne, eventuell Verspannungen durch blockierte Wirbel, beginnende Arthrose....

Meist aber ( auch ich Dir  nicht zu nahe treten will) liegt es am Sitz des Reiters. Was vor allem zu vermuten ist, wenn das Problem hauptsächlich nur in Trab auftritt. Du antwortest hier bisher auf keine Gegenfragen... 

Ob Du einen Reitlehrer hast, und was gegebenenfalls dieser Dir rät, erzählst Du uns nicht. Woher kommt die Überlegung, Hilfszügeln zu benutzen, und woher der Gedanke, dass Du das Pferd dadurch " versteifen" würdest? Methoden wie "Wege-zum-Pferd" wären sicher super, wenn du einen entsprechenden Ausbilder bei Dir  hättest. Dann würde du aber hier nicht fragen... Die andere Konsequenz wäre, das reiten aufzugeben - was aber sicher für Dich auch keine Option ist. 

Daher würde ich an Deiner Stelle doch einen Kompromiss suchen, um dem Problem abzuhelfen. Das könnte durchaus eine Wiener Zügel sein. Bei ordnungsgemäßem  Einsatz ist das meiner Ansicht nach immer noch deutlich besser, als so weiter zu machen, wie du es jetzt beschreibst. Bei weiteren Fragen dazu helfe ich - so weit das aus der Ferne möglich ist - gerne weiter.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 40

Es kommt nicht auf die Kopfhaltung an. Das ist völlig egal. Der Hals sollte ab dem Widerrist fallen. Aber das tut er nur, wenn das Pferd richtig geritten wird. Also von hinten - aktive HInterhand, gewölbter Rücken - nach vorne. Richtig Reiten reicht.

WEnn man sich zu sehr auf den Kopf konzentriert, besteht die Gefahr, dass man zu sehr mit der Hand reitet.

Antwort
von Isildur, 33

Hallo,

"beibringen" klingt so nach "Trick einstudieren". Die korrekte Kopf-Hals-Position sollte sich aus dem richtigen Reiten des Pferdes entwickeln. Im engl. Reitstil wird deis über das Vorwärts-Abwärts entwickelt.

EIn Sperrriemen vertuscht nur dasProblem, behebt aber nicht die Ursache!

Grundvorrausetzung ist, dass das Pferd gesund ist, die Ausrüstung passt und das reiterliche Können zum Leistungsstand des Pferdes passt.

Es reicht eigentlich wenn man sich "nur" an der Skala der Ausbildung orientiert - odch das ist leichter gesagt als getan. Ich würde ersteinmal Gesundheit und Ausrüstung abklären um mit gutem Gewissen starten zu können, dann holst du dir einen kompetenten Reileher zur Hand der dir vor ORt hilft.

Als Hintergrundlektüre könntest du dich zum Beispiel durch wegezumpferd, herzenspferd durchklicken und/oder dir Bücher besorgen, wie zum Beispiel, "der Finger in der Wunde", "Reiten mit Verstand und Gefühl", "Von der Koppelbis zur Kapriole",.....

Antwort
von Wuestenwiind, 19

Huhu :)

Ich würde mir einen Trainer oder RL holen oder sogar einen Bereiter, der sich dem Problem widmet.

Zu dem Problem mit dem Sperrriemen  kann ich nur sagen dass, wenn man mit einem korrekt verschnalltem Sperrriemen reitet und das mit feinen Hilfen ist es besser als grob mit der Hand und einen aufgerissenes Maul. Natürlich soll der Sperrriemen  nicht zu fest sein  dass du die Luft abschnürst

Antwort
von TheFreakz, 34

Reitlehrer keine Option?
Passt der Sattel? Hat er Schmerzen? Vielleicht liegt es an Dir? An deinem Sitz?

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