Frage von Raclettefan, 36

Wie bring ich meinen Hund dazu weiterzugehen?

Mein Hund (weiblich, 3 Jahre, Mischling aus Portugal) ist stur. Ja ich weiss, es gibt keine sturen Hunde. Wirkt aber so. Wenn ich spazieren gehe mit ihr (ob frei auf dem Land, ob an der Leine im Dor) will sich plötzlich aus irgendeinem Grund nicht mehr weiter gehen. Kein anderer Hund in Sicht, keine Baustelle, nichts. Einen Tag vorher läuft sie den Weg. Sie macht das praktisch überall. Dann bleibt sie bockig stehen (auf zurufen, leckerli, ablenkung reagiert sie null!) und bleibt so lange stehen/sitzen, bis man umkehrt. Sie zeigt auch beim "bocken" keine Angst. Schwanz normal, Ohren normal. Man merkt richtig, dass sie einfach keinen Bock mehr hat. Wie bring ich sie dazu weiterzugehen? Ich bin ihr Frauchen und der Rudelführer. Aber ziehen nützt nix- sie schlüpft dadurch höchstens aus dem Geschirr. Es macht mich langsam kirre. Un des ist nicht ein bestimmter Weg. Es kann einer sein, den sie sonst gerne geht. Ich muss noch hinzufügen, dass sie Spiele nicht mag und Leckerli naja. Sonst ist sie gut erzogen und tut was man ihr sagt. Sitz, bleib etc. Aber wenn man sie dann loben will über eine gelungene Übung, kommt sie wedelnd daher, ist aber nicht scharf auf gekrault werden. Sie hält hin aber mehr mir zuliebe.Mir ist schon klar, dass der Hund bislang auf der STrasse gelebt hat (habe Kimba jetzt eineinhalb Jahre)und viele Dinge als nicht nützlich betrachtet. Sie würde am liebsten den ganzen Tag auf der Wiese nach Mäusen wühlen. Dann wäre sie der glücklichste Hund der Welt. Geht aber leider nicht immer und überall. Zudem ist dies Jagdverhalten, dass sich langsam immer mehr steigert. Ich war bei einigen Hundetrainern. Keiner konnte helfen. Jeder dachte er könnte, musste aber schlussendlich aufgeben. Und der Rüttner oder Cesar Milan kommen nicht extra wegen Kimba und mir in die Schweiz. :-) Kimba ist extrem freiheitsliebend und käme locker ohne mich klar, was auch logisch ist, da sie wie gesagt ein Strassenhund war. Zuhause ist sie lieb und man merkt, dass sie an einem hängt. Sie ist auch unterwürfig und erkennt einen zu Hause als Rudelführer an. Doch draussen beim Gassigehen, hab ich mitttlerweile keine Chance mehr. Auch der Abruf ab ca 15 Metern ist erfolglos. Mit Schleppleine alles null Problmo. Kaum ab er Leine hört sie nichts mehr. Verstecken bringt auch nichts...wenn sie umherspringt/nach Mäusen wühlt, könnte ich tot umfallen und sie würde es erst bemerken wenn sie nach Hause will. ;-)Was soll ich tun?

Antwort
von FantaFanta76, 13

Oha, dass ist ja wirklich ein kleiner Dickkopf. Als erstes brauchst du ein Geschirr, wo sie auf keinen Fall rauskommt. Und dann heißt es, einen langen Atem zu haben. Wenn du jetzt gehst und sie bleibt einfach stehen, Dann beachtest du das gar nicht. Gucke forsch nach vorn und sitze das aus. Nicht ziehen, aber den Druck ( den sie ja aufgebaut hat) verringerst du auch nicht. Du sagst nichts, du machst nichts, du rufst nicht, du lockst nicht. Du bleibst da einfach stehen und wenn es ne Stunde dauert. Und irgendwann wird sie aufgeben und gehen. Und wenn sie dann zwei Schritte gegangen ist gehst du fröhlich mit ihr nach Hause. Sie ist das natürlich gewohnt als Strassehund das zu machen was sie möchte, sie wird lernen müssen damit zu warten, bis das auch dein Wunsch ist. Ansonsten würde ich dir raten, die ganz viel Humor zuzulegen und den Zustand ein bisschen so zu akzeptieren wie er ist!

Kommentar von Raclettefan ,

Ich war heute im Fachgeschäft. Die Verkäuferin meinte, wenn ein Hund panisch wird, kommt er aus jedem Geschirr raus. :-(

Im Sommer geht das mit dem Warten ja noch...;-) Aber jetzt wo es dermassen kalt ist, bring ich das nicht länger als 10 Minuten.  Hab auch das bereits mal probiert. Kimba hat einfach den längeren Atem.  Sie würde auch ne Stunde sitzen bleiben wenns sein muss. Ich probiere es trotzdem morgen nochmal. Aufgeben gibts nicht. :-) Doof ist es nur, wenn ich sie frei lasse, wir ein Weilchen zufrieden spazieren..mal sie vorne oder hinter mir...schnüffelt, gräbt nach Mäusen. Alles gut. Dann ruf ich sie heran. Klapt bestens. Ich laufe weiter und wenn ich mich dann umdrehe, seh ich, dass sie 100 Meter hinter mir gehalten hat und nicht weitergeht. Rufen nützt nichts. Dann ist sie taub wie nur sonst was. Ich hab mich schon versteckt oder auf den Boden gelegt...sie guckt nur und dann fängt sie wieder das Graben an und ich bin sowas von unwichtig. Da muss ich ja dann wieder zurück und sie an die Leine nehmen. Manchmal mehr als anstrengend.

Antwort
von Glitterball, 17

Ich habe in der Hundeschule bei meinem Hund gelernt das wenn der Hund seinen Besitzer ignoriert und absolut nicht weiter möchte mit ihm ein paar Schritte zurück zu gehen, und dann wieder schnell in die andere Richtung, sodass der Hund meistens mitlaufen müsste. Wenn nicht, wiederhole das ganz oft und trainiere es, dein Hund darf sich nicht durchsetzten, du bist der Chef.

Kommentar von Raclettefan ,

Das hab ich auch gelernt. Wende es auch an. Nützt nur nichts. Ein paar Schritte in eine andere Richtung kommt sie mit aber sobald ich den eingeschlagenen Weg wieder weitergehen möchte, bleibt sie stehen. Ich habe auch schon hundert mal probiert sie abzulenken, Suchspiele einzubauen. Macht sie alles. Sobald es aber weitergehen soll bleibt sie so stur stehn oder sitzen, bis auch aufgebe und den Weg zurück mache. Es ist zum verrückt werden.

Kommentar von Glitterball ,

Das ist natürlich echt ärgerlich und raubt dir sicherlich deine Nerven;), aufgeben ist nie gut, dann lernt dein Hund das er bestimmen kann wann Schluss ist und wann er keine Lust mehr hat. Mit Flexileine klappt es auch nicht? 

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