Frage von JamesYoung, 115

wie bezeichnet ihr euch wenn ihr Atheist seid?

bitte sagen was euch zu einem Atheisten macht

Antwort
von Diimiitrii, 115

Meine erste bewusste Berührung mit Religion war in der Grundschule. In der 1. Klasse zu Weihnachten kam der Pfarrer an die Schule und alle haben sich in der Aula versammelt. Er erzählte eine Geschichte über ein Kind und Hirten und Könige und von einer Geburt, also ohne einen Gott zu erwähnen. Am Ende seines Vortrages schloss er damit, dass er sagte, dass jetzt das "Vater Unser" gemeinsam aufgesagt wird. Da wurde ich stutzig, weil ich nicht wusste was er damit meinte. Absolut erstaunt war ich dann, als er anfing und aus der gesamten Aula überall um mich herum alle mitsprechen konnten, nur ich saß dort und wusste nicht was Sache war. 

Da habe ich die ersten Fragen zu Religion gestellt und wollte wissen was das ist und warum alle dieses "komische Gedicht" auswendig können, aber ich noch nie etwas davon gehört habe. Zu diesem Zeitpunkt war keiner meiner Mitschüler in der Lage mir zu erklären was das ist. "Das lernt man in der Kirche, da gehen wir Sonntags manchmal hin" war so die standard Antwort.

Ich glaube ab der Dritten Klasse fing dann irgendwann der Evangelische Religionsunterricht für mich an, obwohl ich nicht getauft bin wollten meine Eltern mir doch die Möglichkeit geben etwas über Religion zu erfahren. Ich konnte absolut nichts mit dem dort "gelehrten" anfangen. Ich fing an mit dem Lehrer zu diskutieren, dass man nicht über Wasser laufen kann usw. Jedoch versuchte ich in Proben das "gelernte" wiederzugeben. 

So ging das dann bis zur 10. Klasse und somit lernte ich auch über Buddhismus und Hinduismus, Judentum und den Islam. Nichts davon machte Sinn für mich und so beschloss ich zu ergründen, warum alle darauf so abfuhren. 

Ich las also die Bibel komplett. Konnte im Endeffekt auch dieser nichts abgewinnen und bin also weiterhin Atheist.

Ab der 11. Klasse wechselte ich dann in Ethik.

Die Moral von der Geschichte. Einige Atheisten lesen die Bibel, weil Religion etwas ist das sie nicht verstehen oder nachvollziehen können. Sie wollen sich informieren. 

Ich bezeichne mich als Atheisten, weil ich nicht an einen Gott glaube. 

Tatsächlich bin ich Agnostiker, weil ich die Existenz Gottes aus wissenschaftlichen Gründen nicht ausschließen kann. Man kann die Nicht-Existenz Gottes nicht beweisen. Jedoch vermeide ich es mich als Agnostiker zu bezeichnen, weil die Masse fälschlicherweise annimmt, dass man als Agnostiker der Existenz und der Nicht-Existenz von Gott die gleichen Chancen einräumt. Dem ist nicht so. Ich weiß nicht ob es einen (Deistischen) Gott gibt, weil dessen Existenz nicht bewiesen ist und dessen Nicht-Existenz nicht bewiesen werden kann.

Kommentar von laePanda ,

Manche Leute können leider nicht glauben, selbst wenn diese wollen...

Kommentar von Diimiitrii ,

Das hat mit "leider" nichts zu tun. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich glauben "will".

Ich WILL informiert sein. Ich WILL mich auskennen und verstehen. Ich WILL bewiesenes akzeptieren, falsches verwerfen und unbewiesenes erforschen. Aber ich könnte NIEMALS unbewiesenes als Tatsache darstellen und es anderen Leuten als Wahrheit verkaufen. 

Kommentar von suiluj123 ,

top kommentar!

Antwort
von dompfeifer, 38

Komische Frage. Wie soll man Atheisten sonst noch bezeichnen? "Nichtgottgläubige" meinetwegen.

Was mich zum Atheisten machte? Der Überdruss an den religiösen Ritualen und Irrationalitäten mit dem erwachsen werden.

Antwort
von webheiner, 54

Ich bezeichne mich als Mensch. Ich war nie etwas anderes als Atheist, ich habe trotz aller Bemühungen von aussen nie an einen Gott geglaubt. Das macht mich zu einem Atheisten. Und vielleicht auch die Tatsache, dass ich eine so genannte Gott-Ektomie hatte, sprich, vor 16 Jahren wurde mir ein Schläfenlappen im Gehirn entfernt werden. Genau dort sitz das religöse Bedürfnis des Menschen, bei mir nicht mehr, da ist nur ein Loch und wenn Gott nachwachsen sollte, dann als Tumor.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 98

Ich bin Buddhist und glaube nicht an einen personifizierten Gott, daher bin ich ebenfalls atheistisch eingestellt, schließe aber nicht aus, dass es so etwas wie eine "höhere Ordnung" gibt, auch wenn wir sie (noch) nicht verstehen.

Kommentar von JamesYoung ,

dann bist du ein agnostiker google das mal vielleicht hilfts 

Kommentar von Enzylexikon ,

dann bist du ein agnostiker google das mal vielleicht hilfts

Glaube es oder nicht, aber es gibt tatsächlich Menschen die nicht alles ergoogeln müssen.

Wenn wir aber schon beim Haarespalten sind, wäre es korrekt zu sagen, dass ich ein agnostischer Atheist mit apatheistischen Zügen bin.

Ich glaube nicht an die Existenz eines Gottes, stehe aber dazu, nicht zu wissen, ob es einen gibt und für mich spielt es auch keine Rolle.

Eine "höhere Ordnung" ist kein Wesen, sondern ein Wirkungsprinzip.

Antwort
von HeinrikH, 105

Ein Atheist ist jemand der nicht an die Existenz eines Gottes glaubt. Da ist kein Platz für persönliche Interpretationen. Das Wort "Atheismus" hat eine eindeutige Bedeutung.

Antwort
von Meatwad, 36

Was mich zum Atheisten macht, ist die Tatsache, daß es keinerlei Anzeichen für die Existenz eines wie auch immer gearteten Gottes gibt.

Antwort
von AmiraDior, 43

Ich finde Atheismus ist auch eine Religion.Es erfüllt alle Funktionen einer Religion.

Kommentar von rubicon66 ,

ach was???

Kommentar von Gorilla007 ,

Und die wären?

Kommentar von Tragosso ,

Unsinn.

Kommentar von Diimiitrii ,

Religion ist der Glaube an einen Gott oder an mehrere Götter und die damit verbundene Praxis in Kult und Lebensformen.
Atheismus ist die Weltanschauung, die die Existenz eines Gottes verneint.

Atheismus ist genau das nicht. Es gibt auch keine Atheistische "Kirche" oder Lobby. Jeder Atheist ist Atheist für sich selbst.

Kommentar von HeinrikH ,

Religion ist der Glaube an einen Gott oder an mehrere Götter

Dann ist der Buddhismus keine Religion? Interessant.

Kommentar von Diimiitrii ,

Buddhismus ist die Ausnahme von der Regel und vermutlich die einzige Atheistische Religion.

Antwort
von Gorilla007, 41

Religion und Wissenschaft kann man nicht unter einen Hut bringen. Das wäre ein Grund.

Kommentar von comhb3mpqy ,

Die Wissenschaft möchte die Welt und noch mehr erklären. Heute wissen wir, wie unwahrscheinlich es ist, dass Leben entsteht. Ich glaube nicht, dass alles aus Zufall entstanden ist.

Kennen Sie die Meinung der katholischen Kirche zur Evolutionstheorie? Gründe, warum ich an Gott glaube stehen auf meinem Profil.

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