Frage von AnnastaNe, 109

Wie bewirkt eine schwere Depression sowas?

Vor paar Jahren hatte ich keine Angst vor dem Tod bzw. wollte ich es sogar und habe mir sowas auch immer vorgestellt. Ich hatte so kranke Gedanken, die ich heute nicht mehr verstehen könnte.

Mir geht es jetzt zum Glück besser und ich habe Angst, zu sterben (mit Schmerzen sowieso) und vergessen zu werden. Ich habe Angst, dass ich sterbe und keiner mich vermisst.

Aber meine Frage ist eher : Wie schafft eine Depression sowas? Das es eine Krankheit ist, ist klar, aber was macht sie, dass man so denkt?!

Antwort
von Fiene2014, 40

SEHR stark vereinfacht.

Depressionen entstehen als psychische Erkrankung im Hirn. Zwar wird sie von vielen nicht als "Krankheit" gesehen, ist aber dennoch körperlich nachweisbar. Im Hormonhaushalt ist dann meist einiges schief geraten, entweder durch Erziehung/Erlebnisse oder auch erblich bedingt. Dadurch sind viele depressiv Erkrankte auch von Dauerstress im Wechsel mit Abtriebslosigkeit und Kraftlosigkeit geplagt. Das kann die Nerven ganz schön strapazieren, sodass der Körper anfängt sich aufzugeben und den Überlebensinstinkt auszuhebeln, weil man beinahe immer an der Belastungsgrenze agiert. 
Grundlegend sagt man auch, dass eher intelligente Menschen von psychischen Störungen betroffen sind, weil sie mehr und zu weit über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (und ihre theoretischen Abläufen) nachdenken, als es für den menschl. Körper ertragbar und nützlich ist. 

Kommentar von AnnastaNe ,

Mehr wollte ich nicht wissen. Du hast alles genau beschrieben! Dankeschön!:)

Antwort
von mojo47, 54

ursachen sind hormone, nerven, traumata. oft ist es erblich bedingt.

Kommentar von AnnastaNe ,

Was machen die Hormone im Gehirn? Werden nur Stresshormone ausgeschüttet und die Glückshormone garnicht mehr?

Kommentar von mojo47 ,

das ist so ne sache, die auch noch nicht 100%ig geklärt ist. ich kanns dir auch nur grob erklären. wenn dein hormonhaushalt aus dem gleichgewicht gerät (z.b. durch eine fehlfunktion der schilddrüse) dann werden bestimmte stoffe zu viel oder zu wenig ausgeschüttet, die deine stimmung etc. regeln. bei depressionen hat man oft viel zu tiefe und viel zu hohe ups und downs. 

z.b. antidepressiva schneiden diese einfach oben und unten ab, so dass du dich dann immer ok fühlst aber nicht mehr wirklich glücklich oder unglücklich.

falls die schilddrüse der grund ist kann man natürlich einfach hormone schlucken damit alles wieder normal funktioniert.

Kommentar von AnnastaNe ,

Ich habe schon viel von Antidepressiva gehört und habe es früher auch nie genommen. (Im Zimmer aus dem Fenster geschmissen)

Antwort
von Lukei, 4

Das allles spielkt sich im Gehirn ab. Ich hatte auch einmal Selbstmordgedanken und auch schwere Depressionen. Ich hatte den Eindruck, das ich meine Selbstmordgedanken nicht mehr steuern konnte und damit aufzuhoeren. Ich wollte und will mich nicht selbst umbringen, das liegt mir fern. Aber die Gedanken darueber kamen aufr einmal und nach einiger Zeit verschwanden sie auch wieder.

Antwort
von AlterEgo1, 54

Keine Ahnung, aber gute Frage! Ich war selbst vor Kurzem noch depressiv, ich kann deine Frage also gut nachvollziehen! Ist sehr erschreckend, wie sich das Denken in der Depression verändert, sodass man sich selbst nicht mehr wiedererkennt..!

Kommentar von AnnastaNe ,

Wie als würde jemand anders eine Zeit lang dein Körper besitzen.

Kommentar von AlterEgo1 ,

Genau! Ich finde es erschreckend, wie nahe ich mich dem Tod manchmal gefühlt habe, wie sterblich, so als wäre der Tod nur eine Handbreit von mir entfernt..! Jetzt kann ich das überhaupt nicht mehr verstehen, da es mir schon besser geht. Aber in der Depression funktioniert das Gehirn halt irgendwie nicht normal!

Kommentar von AnnastaNe ,

Genau !!! Schon der Gedanke, dass mich der Tod so fasziniert hatte und ich mich eher mit den Gedanken zu sterben zufrieden gegeben habe, als zu leben.

Kommentar von AlterEgo1 ,

Ja, Depression ist eine üble Sache. Niemand, der das nicht selbst durchgemacht hat, kann wirklich nachvollziehen und verstehen, wie schlimm das ist! Meine Ex(damals Freundin) war auch depressiv, aber wie das so ist, wusste ich erst, als ich es selbst erlebt habe!

Kommentar von AnnastaNe ,

Die meisten Menschen denken immer es sei eine Phase und wenn sie dir das auch noch zeigen und dich nicht verstehen, wird die Depression i.wie schlimmer.

Zuhören sollte jeder. Ich würde heute sogar einem fremden Menschen auf der Straße zuhören,( und das sage ich nicht einfach so) weil es einfach das ist, was einer braucht, wenn engere Personen für einen nicht da sind und noch mehr dieses Gefühl von Unverständlichkeit geben.


Was ist mit unserer Menschlichkeit passiert? Immer mehr und jüngere Menschen werden depressiv und viele gucken einfach weg. 

Kommentar von AlterEgo1 ,

Ja, man sollte sich in seiner Depression ernst genommen fühlen und nicht mit seinen Problemen allein gelassen werden!
Ja, ich gebe dir vollkommen recht. Wenn jemand, jemanden zum Reden braucht, sollte man versuchen ihm zu helfen, unabhängig, ob man diese Person kennt oder nicht.
Ja, die Depression wird immer häufiger!
Möchtest du mir vielleicht verraten, weshalb du depressiv geworden bist? Gab es dafür ersichtliche Gründe? Du musst natürlich nicht antworten, wenn du nicht möchtest! =)

Kommentar von AnnastaNe ,

Bei mir fängt die Geschichte schon im Alter von ca. 5 Jahren an, also würde es lange dauern. :D

Was war bei dir der Auslöser?:)

Kommentar von AlterEgo1 ,

Meine Freundin (mittlerweile Ex) war manisch-depressiv. Ich war 9 Monate lang mit ihr zusammen. Ungefähr die ersten 2 Monate war sie manisch, die letzten vier depressiv.
Ich war also während der Beziehung großer psychischer Belastung ausgesetzt, da mich ihr Zustand ziemlich mitgenommen hat und ich mich so hilflos gefühlt habe, weil ich nicht wusste, wie ich ihr helfen könnte. Ich habe mein Bestes gegeben, für sie da zu sein und habe mein eigenes Leben dabei sehr vernachlässigt. Mir ging es dann gegen Ende der Beziehung schon nicht mehr richtig gut, aber das war mir egal, da ich mir dachte, wenn es ihr wieder gut geht, bin ich auch wieder glücklich..! Als es ihr wieder gut ging, nach ihrer Depression, hat sie sich von mir getrennt. Zwei Monate später wurde ich selbst depressiv. Die Trennung hatte mir vermutlich den Rest gegeben!

Kommentar von AnnastaNe ,

Meine eigegen Erfahrungen zeigen, dass Menschen, die mit einer depressiven Person zusammenleben oder sogar nur verkehren, selbst langsam in die Depression reinrutschen. Ich glaube, es kommt von den Gedanken der depressiven, die zwar negativ sind, aber der Wahrheit entsprechen. Die Menschen die der Person helfen wollen, kommen selbst in Gedanken und denken sogar selbst i.wie langsam so oder sie sind total belastet von dem ganzen.


Es ist auch nicht schön eine geliebte Person so zu erleben und nichts machen zu können. Ich denke deswegen distanzieren sie sich langsam von einem.  

Man wird geliebt, aber in den Gedanken und Gefühlen wird man alles, außer geliebt.


Kommentar von AlterEgo1 ,

Ich denke nicht, dass die Gedanken von Depressiven der Wahrheit entsprechen! ;) Ich hatte viele kranke Gedanken, in die ich mich hineingesteigert habe, obwohl diese nicht wahr waren..!
Ich denke, für mich war es einfach schwer, sie immer so "deprimiert" zu sehen und hab mir das zu sehr zu Herzen genommen! Sie meint, ich hätte mehr auf mich selbst schauen müssen und zur Not die Beziehung beenden, bevor es mir selbst schlecht geht. Sie gibt sich natürlich die Schuld daran, dass ich auch depressiv geworden bin!
Aber selbst wenn ich gewusst hätte, dass ich selbst depressiv werden würde, wäre ich nicht weniger für sie da gewesen!

Kommentar von AlterEgo1 ,

Ich habe mich NIE von ihr distanziert. Klar war sie nicht mehr die Frau, die ich liebte, aber ich wusste, dass die Frau die ich liebe, immer noch in ihr steckt und diese früher oder später wieder zum Vorschein kommen wird! ;)

Kommentar von AnnastaNe ,

Also bei mir hatten die Gedanken immer einen wahren Kern. Nicht gleich alles, aber das meiste. Ich habe mich auch ehrlich gesagt auch deswegen so reingesteigert, weil ich einfach nicht anderst dachte oder wollte.

Daran sieht man, dass es bei jedem anders ist. Genau wie die Ursachen.

Warum hat sie überhaupt Schluss gemacht? Wollte sie mit der Vergangenheit abschließen?


Hört sich aber so an, als machst du dir noch klitze kleine Hoffnungen?! :D Kann das sein?:P

Kommentar von AlterEgo1 ,

Ich will dich nicht nerven, aber selbst die Kurzfassung der Antwort wird ein bisschen länger..!
Hoffnungen nicht, aber ich liebe sie noch! ;)
Ich bin 21 sie 29! Wir waren aber trotz des Altersunterschiedes auf einer Wellenlänge und haben uns blendend verstanden.
Aber durch die Depression hat sie zuerst Arbeit und Wohnung verloren und musste zu ihren Eltern aufs Land zurück ziehen. Das ist ein bisschen weiter weg. Ihr Eltern waren sowieso gegen die Beziehung, aufgrund meines jungen Alters. Sie ist vom Leben enttäuscht und meint, sie bleibt für immer dort in dem Ort am Land und ich würde nicht dorthin passen, was ja auch stimmt! Aber sie sagt mir immer noch, dass sie mich über alles liebt, obwohl wir schon fast ein halbes Jahr getrennt sind. Sie meint immer noch, ich wäre der beste, liebste, aufmerksamste etc.. Freund gewesen, den sie je hatte, und sie sich nie erträumen hätte können, dass es einen Mann wie mich guibt und dass ich der wunderbarste Mensch/Mann wäre, den sie je kennengelernt hat...! Das macht es für mich nicht gerade einfach mit der Trennung fertig zu werden. Wir verstehen uns immer noch super! ;) Aber mir wäre fast lieber, wenn sie sagen würde, sie würde mich nicht mehr lieben..! Aber jedes Mal wenn ich mit ihr darüber spreche und sage, es sei unmöglich, weil sie sich sonst nicht getrennt hätte, meint sie, sie weiß, dass ich es nicht verstehen kann, aber dass sie mich liebt!

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