Frage von NeoMagazinRoyal, 214

Wie bewertet ihr diese Aussage?

Meine Klasse (8.) hatte heute in Ethik Vertretung und er haben über Donald Trump geredet. Unser Vertretungslehrer hat dann, als wir auf das Thema Islam gekommen sind, gefragt ob wir in der Klasse auch "Islamisten" haben. Ich weiß den Unterschied zwischen Islamisten und Muslimen. Außerdem hat er gesagt, dass er wenn er eine Gruppe von Ausländern auf der Strasse sieht ein mulmiges Gefühl bekommt. Glaubt ihr dass er das nur sagt, aus mangelnder Information oder dass er wirklich denkt dass alle Muslime Islamisten sind?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von eleteroj3, 58

ich halte diese Etikettierung für den völlig müßigen Versuch, der Öffentlichkeit dieses Fabeltier, genannt 'friedlicher Islam' zu präsentieren, und wenn sich dieses Tier dann empirisch als extrem gewaltbereit, inhuman, intolerant und barbarisch verhält, dann kriegt es ein anderes Etikett, und dann hat weder der Islamische Staat, noch Salafisten, Wahabiten, noch Islamisten, noch Bombenleger und Allahu Akbar plärrende MesserstecherInnen mit dem Islam zu tun.

Ich denke, Erdogan hat so manchesmal recht, bei dem, was er sagt, wenn auch oft auf andere Weise, als er glaubt. Zb hier, wenn er sagt, es gibt keine Islamisten, es gibt nur Islam.

Zum Thema mulmiges Gefühl, gibts eine nette Passage in Richard Dawkins 'Der Gotteswahn', wo er sein mulmiges Gefühl beschreibt, wenn er einer Gurppe Männer begegnet, die grade die Freitagspredigt gehört haben und rausgequollen kommen aus der Moschee.

Kommentar von earnest ,

Von welcher Etikettierung sprichst du?

Bist du mal wieder bei einer deiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Hetzen gegen einen "friedlichen Islam"?

Es gibt ihn - und wo es ihn gibt, sollte er gepflegt und, ja,  gehätschelt werden. In unser aller Interesse.

Da braucht es keine geistigen Brandstifter - egal von welcher Seite. Da braucht es niemanden, der zusätzlich Zwietracht sät.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass man einem sich gewalttätig präsentierenden Islam NICHT entgegenstellen sollte.

Kommentar von Rosenblad ,

Da Religion eine enorm massive Suggestivkraft, Evokationsvermögen und Indoktrinationsmöglichkeiten impliziert (für die Wortwahl kann man mich jetzt wieder schelten) - bleibt für mich die Frage, warum gerade der Islam (in seinem normativen, rituellen aber auch sozialen Geflecht) gerade solche inhumanen "Enthemmungen" im grausamsten Format wie dem Daesch/IS emittieren kann, wie man es sonst eigentlich nur von brutalsten ideologischen Systemen (wie unter Pol Pot in Kambodscha) her kannte.

Oder anders herum gefragt: Was liegt in einer solchen (unheitlichen) Religion begründbar, das es es das eigentliche "Nadelöhr" der Humanität dermassen in der Lage ist auszudehnen, das es für jede beliebige Situation die Vorgaben schaffen kann, in der absichtsvolles oder aktives Töten zur Normalität wird.

Kommentar von eleteroj3 ,

Auf einem etwas höheren, sachlicheren Niveau:

"Es wird oft behauptet, dass 99,9 Prozent aller Muslime friedlich seien. Nur eine schwindend kleine Minderheit unter ihnen neige zur Gewalt. Misst man diese Friedfertigkeit an der Nichtteilnahme an Terroranschlägen oder an Kämpfen des IS in Syrien und im Irak, könnte diese Rechnung stimmen.
Nach diesen Kriterien war auch die Mehrheit der Deutschen während des Dritten Reiches friedlich. Doch Frieden bedeutet nicht die Abwesenheit von Gewalt, sondern von der Geisteshaltung, die zur Gewalt führt.

Die friedliche Mehrheit der Muslime wird relevant, wenn sie
Fehlentwicklungen in den eigenen Reihen nicht nur thematisiert, sondern auch dagegen steuert. Sie wird kontraproduktiv, wenn sie die Probleme kleinredet und Menschen, die diese Probleme thematisieren, reflexartig als islamophobe Hetzer bezeichnet." (Quelle: Aufsatz von Hamed Abdel Samad in

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article132932718/Das-Funktionaersproblem-...

Kommentar von earnest ,

Ja, das klingt schon ein wenig anders, eleteroj. Du hast nun nicht mehr den Hetz-Ton drauf. 

Aber du weißt genau wie ich, dass die Behauptung, 99,9% der Muslime seien friedlich, nicht stimmt, nicht stimmen kann, egal wie man "friedlich" definiert.

Und da lässt es sich doch wunderbar auf einen solchen "Pappkameraden", von dir selbst hier zitiert, eindreschen.

Gegen das hier zitierte Fazit ist hingegen meiner Ansicht nach nicht das Geringste einzuwenden.

Ich halte übrigens nach wie vor die Frage für erfunden. Aber das sit eine andere Geschichte...

Kommentar von earnest ,

Nachtrag.

Ich denke, du bist hier einem Hetz-Troll aufgesessen, eleteroj.

Wenn das so ist, dann ist es kein Wunder, dass er ausgerechnet DEINE Antwort als hilfreichste Antwort ausgesucht hat.

Was ich aber bedenklich finde, ist, wie hier der Hass aus DIR herausgebrochen ist - und mühsam in einer nachgeschobenen Abschwächung wieder "eingefangen" wurde.

Kommentar von eleteroj3 ,

@NeoMagazinRoyal  danke sehr für die Auszeichnung.

Antwort
von DottorePsycho, 61

Nicht jeder, der Vorbehalte gegenüber Ausländern oder Muslimen hat, ist deswegen automatisch ein Nazi. DAS zu sagen ist ganz dumme Hetze gehört viel mehr angeprangert, als wenn jemand Vorbehalte hat.

Vorbehalte gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen haben immer einen Ursprung. Dies können persönliche Erfahrungen sein, Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis oder das Egebnis von einer Auswahl von Informationen, die man sich sonstwo zusammengesammelt hat.

Und sind wir mal ehrlich: Gaaaaaanz viele Brüder und Schwestern haben Vorbehalte gegen Deutsche oder gegen Nicht-Muslime. Allein schon sie kuffar zu nennen, ist an Anmaßung und "religiösem Rassismus" kaum zu überbieten. Das Kopftuch o.ä. leistet dem Islam hier auch einen Bärendienst; wenn der Deutsche Nicht-Muslim nämlich aufgepasst hat, dann versteht er  - folgerichtig - dass seine Deutschen Frauen Schlampen sind, während sich die ehrbaren Muslima mit Kopftuch  o.ä. für etwas Besseres halten. Besser kann man eine Willkommenshaltung kaum torpedieren. Oder wenn sich Muslime weigern, einer Deutschen Frau die Hand zum Gruße zu geben ...

Seltsamerweise verlangen wir ganz selbstverständlich, dass sich die (Deutschen) nicht-muslimischen Touristen in den islamischen Ländern STRENG an unsere Regeln halten - und wir bestrafen sie heftig, wenn sie das nicht tun. Und dann tun wir verwundert, wenn der Deutsche von uns in SEINEM LAND ein wenig Anpassung erwartet?

Also sollten wir uns erstmal an die eigene Nase fassen und prüfen, wo wir das brüderliche Miteinander verhindern, anstatt zu jammern und uns zu beschweren. Wir sind eindeutig selbst schuld.

Und zu Deinem Lehrer: Jeder hat das Recht auf seine eigenen Erfahrungen und seine eigene Meinung und seine eigene Fehlinformation. Kläre ihn auf, wenn Du kannst!

In schā'a llāh

Kommentar von Zicke52 ,

Lieber Dottore, ich schätze deine Beiträge sehr, und wenn alle Muslime so wären wie du, hätte ich keine Probleme damit.

Aber hier kann ich dir nicht folgen. Ich bin zwar überzeugt, dass diese Geschichte frei erfunden ist, denn sooo dumm kann kein  Lehrer sein.

Aber dieser fiktive Lehrer hat eindeutig seine Grenzen überschritten. Sein privater Rassismus hat nicht in seinen Unterricht einzufliessen, persönliche Erfahrungen hin oder her. Wenn ihn seine Frau verlässt, bringt er dann seinen Schülern penetrant bei, dass alle Frauen Schl.mpen sind, und wäre das aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen akzeptabel?

"Ich würde nie mit einem Ausländer auf der Strasse reden" hat nichts mit Vorbehalten zu tun, sondern ist lupenreiner Rassismus. Und hat auch nichts mit Muslimen nichts zu tun, schließlich ist bei Weitem nicht jeder Ausländer Muslim. Und die Aussage ist auch noch strunzdumm, weil man auf der Strasse ja nicht erkennen kann, wer Ausländer ist.

Ich bin selbst sehr islamkritisch und neige dazu, die Unterscheidung Muslim/Islamist für Augenauswischerei zu halten (Aleviten nehme ich davon aus, wenn du ein typisches Exemplar dieser Strömung bist).

Aber trotzdem sehe ich nicht jeden Menschen aus dem islamischen Kulturkreis als Feind an. Ich beurteile ihn in erster Linie als Mensch, und solange ich keine radikalen Züge an ihm entdecke, gilt "im Zweifel für den Angeklagten". Vielleicht hat er ja innerlich von seiner Religion Abstand genommen, oder wenigsten von ihren schlimmsten Seiten. Vielleicht ist er sogar Atheist, möchte sich aber nicht als solcher "outen".

Dieser Lehrer sagt einer ganzen Menschengruppe "mit euch rede ich nicht". Genau das tut auch die Burkaträgerin. Ich lehne beide aus dem gleichen Grund ab.

Wie gesagt, dass ist eine theoretische Abhandlung. Ich bin nämlich überzeugt, dass diese Geschichte erstunken und erlogen ist.

Kommentar von DottorePsycho ,

Ich verstehe Deine Sichtweise sehr gut und ich wundere mich, dass ich erst heute einen Kommentar wie den Deinen dazu erhalte. :-)

Meine Sichtweise beruht darauf, dass ich als Psychologe stets auch die Ursachen für solche Phänomene betrachte. Ich erachte das Verhalten des Lehrers absolut als kritikwürdig, aber ich sehe auch, dass man zu einer solchen Haltung kommen kann.

Kommentar von Zicke52 ,

Danke, Dottore, für deine Erläuterung.

Wenn es sich um eine private Äußerung des Lehrers aufgrund schlechter Erfahrungen gehandelt hätte, könnte ich es noch irgendwie als freie, wenn auch rassistische, Meinungsäusserung abhaken.

Aber ein Lehrer muss zumindest in der Lage sein, seine persönliche Verbitterung von seinem Beruf abzugrenzen. Es kann und darf nicht sein, dass er versucht, seine Schüler aufgrund seiner privaten Frustrationen zu beeinflussen. Das ist hochgradig unprofessionell.

In diesem Fall sollte man ihn vom Schuldienst suspendieren und ihn zu einem Psychologen schicken (hast du noch einen Termin frei?), der ihm hilft, seine "Erfahrungen" oder Frustrationen zu verarbeiten. Erst nach erfolgreicher Behandlung wäre er wieder geeignet, seinen Beruf ausüben.

Kommentar von DottorePsycho ,

Natürlich ist das völlig unangemessen für einen Lehrer. Keine Frage.

.....

Antwort
von RhoMalV, 43

Es kann sein, dass Dein Lehrer etwas verwechselt oder alle über einen Kamm schert.

Muslime sind alle, die dem Islam angehören und Islamisten sind diejenigen, die ihren Glauben fanatisch repräsentieren möchten.

Und es würde schon an Paranoia grenzen, jetzt hinter jedem Ausländer einen Terroristen zu vermuten.

Kommentar von Teppichfachmann ,

Warum werden wir deutschen dann mit der Begründung Terrorismus überwacht und ausspioniert? Das bedeutet doch,das wir alle potenzielle Terroristen sind.

Warum sollte das bei Menschen aus anderen Ländern anders sein?

Antwort
von DerPate19811, 59

Ziemlich sportliche Aussage von dem Lehrer! Hast du ihn auf den islamisten Kram angesprochen? Als Lehrer sollte man eigentlich wissen das die Anhänger des islams muslime sind.
Wenn ich das so lese habe ich den Verdacht, dass bei ihm gewisse Vorurteile hat. Meiner Meinung nach hat so eine Meinung im Unterricht nichts zu suchen, das Thema sollte neutral angegangen werden.

Kommentar von Eritsch ,

wird es aber fast nie mehr

Kommentar von NeoMagazinRoyal ,

Ich habe ihn angesprochen, aber er stand fest hinter seiner Aussage. Zudem hat er gefragt, ob es uns genauso geht wie ihm. Er meinte er würde nie mit einem Ausländer auf der Strasse reden.

Kommentar von Zicke52 ,

@NeoMagazinRoyal: "Er meinte, er würde nie mit einem Ausländer auf der Strasse reden"

Jemand, der so redet, ist ein handfester Rassist und Rechtsextremist. So einer hat keinen Platz im Schuldienst, und kein Lehrer ist so dumm, das nicht zu wissen. Also würde kein Lehrer so eine Aussage machen, auch wenn er so dächte.

Ausserdem ist das sowieso Blödsinn, da nicht durchführbar. Denn wie soll man jemandem auf der Strasse ansehen, dass er Ausländer ist?

Troll!

Antwort
von 1988Ritter, 44

Die Frage ist schwer zu beantworten, da man sich in vielerlei Hinsicht auf dünnem Parkett bewegt.

Migranten, die dann Muslime sind, haben in diesem Jahr sehr stark für Aufregung gesorgt.

Fast jeden Tag finden sich dazu Unerfreulichkeiten in den örtlichen Medien.

Die Menschen die ich kenne, haben Vorbehalte. Man vermeidet den Hauptbahnhof, geht ungerne auf Veranstalltungen und meidet sogar die Innenstädte.

Diese Menschen lehnen tatsächlich Personen mit islamischen Hintergrund ab. Dabei kommt die Ablehnung aus dem Misstrauen heraus. Es ist für diese Menschen einfach zuviel passiert, als das sie vorbehaltslos reagieren.

Sicherlich ist die Pauschalierung zu Ethnien und religösen Ansichten nicht wünschenswert, eine Verurteilung schon gar nicht. Aber ernsthaft, wer will den Menschen bei den Regionalen-, Nationalen- und Weltgeschehenissen ein Misstrauen verdenken.

Antwort
von latricolore, 20

Der Lehrer hat auch gesagt dass wir nicht weitererzählen sollen, was er gesagt hat.

Sorry, aber das stinkt!
Und zwar nach Hetz~ bzw. Aufmischfrage!

Kein Lehrer verlangt von seiner Klasse Geheimniskrämerei!
Lehrer wissen genau, dass sie ihre eigene Meinung sehr deutlich als solche zum Ausdruck bringen müssen, damit ihnen kein tendenziöser Unterricht vorgeworfen werden kann.

Sie überlegen aus o.g. Gründen daher sehr gut, was sie sagen und wie sie formulieren.

Antwort
von Teppichfachmann, 65

Vielleicht mal dem Lehrer besser zuhören... Wenn er sagt, das er ein mulmiges Gefühl bekommt, wenn ihm auf der Straße eine Gruppe von Ausländern entgegen kommt, hat er nicht gesagt, das diese Ausländer irgendwelche extremisten sind.

Kann es sein, das der Lehrer irgendwann in seinem Leben mal schlechte Erfahrungen gemacht hat?

Mein Vater bekommt auch immer ein mulmiges Gefühl wenn Hunde auf ihn zukommen. Er hat in seiner Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht. Aber deswegen sind ja nicht gleich alle Hunde gefährlich.

Kommentar von NeoMagazinRoyal ,

Der Lehrer hat auch gesagt dass wir nicht weitererzählen sollen, was er gesagt hat.

Kommentar von Teppichfachmann ,

Vielleicht hat er das gesagt, weil viele so dumm sind und ihn gleich als Nazi bezeichnen... wie man hier ja auch sehen kann.

Antwort
von minimaxi2006, 29

Das ist kein Lehrer!

Lehrer sollten sich auf die Bildung von Schülern konzentrieren und nicht mit über Mediale Beiträge und persönlichen Einstellungen über bestimmte Gruppe Verwirrung zu erzeugen und Klischees bestärken!

Kommentar von Teppichfachmann ,

Mit Klischees meinst du sicherlich, das er auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen gleich als Nazi bezeichnet wird?!

Kommentar von minimaxi2006 ,

Allgemein!

Antwort
von Jogi57L, 38

WAS soll er denn sonst glauben, wenn man Erdogan nicht als Lügner hinstellen will...


Erdogan Zitat 2008:


"Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur EINEN Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam"


______________________________________________


Aber. evtl. gibt es ja auch mittlerweile mehrere "Islame"... ??

Kommentar von DottorePsycho ,

Auch hübsch zu sehen, wie dieser Despot mal wieder andere Meinungen im Keim zu ersticken versucht. Den wer traut sich schon, den Islam zu "beleidigen" - zumindest in der Türkei. :-))

Kommentar von DottorePsycho ,

Korrektur: Denn wer traut sich schon, ...

Antwort
von earnest, 28

Wenn das so stimmt, wie du es hier erzählst - und da habe ich meine Zweifel - dann hat die Lehrkraft Bockmist gebaut. 

Gruß, earnest

Kommentar von NeoMagazinRoyal ,

Ich erzähle hier keine Halbwahrheiten und habe versucht den Lehrer so gut wie möglich zu zitieren.

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