Frage von klaukab, 78

Wie beurteilt Ihr meine Frage zu Recht und Gerechtigkeit?

Meine Frage hat einen moralischen und einen rechtlichen Sachverhalt. Eltern haben 3 Kinder. Sie wollen Ihre Kinder gerecht behandeln. Sagen wir 1988 haben die Eltern einem Ihrer Kinder ein Darlehn über 15.000 DM gewährt und das auch schriftlich mit Unterschriften festgehalten.

Im Laufe der Zeit haben die Eltern einem Ihrer Kinder eine Vollmacht erteilt, zum Zeitpunkt, wenn Sie sich nicht mehr vollumfänglich um Ihre Finanzen kümmern können, diese zu regeln. Der Vater der sehr genau in der Bearbeitung seine Angelegenheiten war ist vor ca. 8 Jahren gestorben, die Mutter vor ca. 2 Monaten im Alter von fast 100 Jahren. Beide waren bis wenige Jahre vor Ihrem Tod noch relativ klar. Die Mutter hat akzeptiert, daß das Kind mit der Vollmacht auch für Sie, zwar mit Rücksprache, die Finanzen regelt.

Jetzt nach dem die Mutter gestorben ist soll das erbe verteilt werden. Jetzt kommt auch der fast 30 Jahre alte Darlehnsvertrag auf den Tisch. Es ist unbekannt, ob in diesen 30 Jahren irgendwelche Rückzahlungen erfolgt sind oder ob es weitergehende Vereinbarungen gab die eine Aufhebung des Darlehns belegen, z. B. eine Schenkung. Keiner weiß genau was damit geschah auch der Darlehnsnehmer nicht. Die Söhne sind sich uneins wie damit umzugehen ist.

Muß das Darlehn aus Gerechtigkeitsgründen auf das Resterbe angerechnet werden? Ist das Darlehn bereits verjährt. Haben die Eltern durch nichts tun zu Ihren klaren Lebenszeiten das Darlehn als beendet betrachtet? Welches Recht hat das Kind mit der Vollmacht, Dinge die zu klaren Lebens-zeiten nicht erfolgt sind, heute zu regeln und das obwohl bis vor ca. einem Jahr durchaus Gelegen-heit dazu war es aber nur dem einen Kind bewußt war weil es sämtlich alten Papiere die der Vater geführt und aufgehoben hatte gelesen hat. Ist diese Prüfung der alten Unterlagen selbst nicht schon ein Verstoß gegen Recht und Gerechtigkeit und eine Mißachtung der elterlichen Privatsphäre. Haben Eltern das Recht auch nach Ihrem Tod, daß solche Papiere nicht diskutiert werden?

Ein Wust an Fragen. Wie ist Eure Einschätzung, Bewertung?.

Antwort
von FordPrefect, 22

Wenn der Darlehensnehmer keine Rückzahlung nachweisen respektive sich erinnern kann, dann muss er sich das Darlehen auf seinen Erbteil anrechnen lassen (analog zu einer Schenkung, dann das wäre es ja de facto).

Muß das Darlehn aus Gerechtigkeitsgründen auf das Resterbe angerechnet
werden?

S.o. - ja.

Ist das Darlehn bereits verjährt.

Nein. Die 30-Jahre-Frist ist noch nicht abgelaufen.

Haben die Eltern durch nichts tun zu Ihren klaren Lebenszeiten das Darlehn als beendet betrachtet? 

Das wäre eine Überlegung wert, aber dann wäre es (wiedrum, s.o.) als Schenkung zu bewerten. Das kann ja durchaus im Sinne der Eltern und Erblasser gewesen sein.

Welches Recht hat das Kind mit der Vollmacht, Dinge die zu klaren
Lebens-zeiten nicht erfolgt sind, heute zu regeln und das obwohl bis vor
ca. einem Jahr durchaus Gelegen-heit dazu war es aber nur dem einen
Kind bewußt war weil es sämtlich alten Papiere die der Vater geführt und
aufgehoben hatte gelesen hat.

Die Kinder bilden eine Erbengemeinschaft. Die rechtliche Bewertung der Vollmacht wäre eine Frage für einen Anwalt; sinnvoll ist es zweifellos, wenn die Erben alle Handlungen und Entscheidungen nur nach Absprache und in enger Abstimmung vornehmen.

Ist diese Prüfung der alten Unterlagen selbst nicht schon ein Verstoß gegen Recht und Gerechtigkeit

Unfug. Die Durchsicht der Unterlagen ist sogar ein Muss, wenn es keine explizite testamentarische Verfügung gibt. Wie sonst sollen die Erben die Geschäfte abwickeln?

und eine Mißachtung der elterlichen Privatsphäre.

Inwieweit die Erben die Privatsphäre der Verstorbenen wahren wollen, indem sie z.B. offenbar als privat zu erkennende Unterlagen (Briefe etc.) ungelesen vernichten oder nicht, ist ihre eigene Entscheidung. Das Erbe umfasst alle Dinge der Erblasser, über die selbige nicht separat explizit zu Lebzeiten anderweitig verfügt hatten.

Haben Eltern das Recht auch nach Ihrem Tod, daß solche Papiere nicht diskutiert werden?

Nein. Alle Grundrechte erlöschen mit dem Tod des Betreffenden.

Antwort
von experience56, 41

Ich finde es sehr seltsam, dass der Darlehensnehmer nicht weiß, ob er etwas zurückbezahlt hat. Aber das ist dann eigentlich sein Pech. Wenn er das nicht nachweisen kann, hat er praktisch einen Teil des Erbes schon im Voraus bekommen und das müsste von seinem Erbteil abgezogen werden. Eigentlich ist das ja auch wohl Ehrensache den anderen Geschwistern gegenüber.

Antwort
von qugart, 39

Die Schulden wurden von allen Kindern geerbt. Die können jetzt eingetrieben werden, so sie nicht verjährt sind. Ob das der Fall ist kann man aus den Informationen nicht herauslesen. Man weiß ja nicht mal, ob die Schulden überhaupt noch da sind.

Wenn nicht festgehalten wurde, wie die Rückzahlung zu erfolgen hat, dann wirds wohl schwierig.

Und sorry, wenn sich jemand nicht mehr erinnern kann, ob er seine Schulden bezahlt hat, dann ist das Problem ein ganz anderes. da wird dann wohl der Gang zum Anwalt fällig werden. Ob sich das bei der geringen Summe rechnet, ist eine andere Sache.

Theoretisch sollten ja alle drei Kinder zu gleichen Teilen die Schulden geerbt haben. das wären dann zweimal 5.000 DM. Oder dreimal, wenn der eine seine Schulden bei sich selber eintreiben will. kommt aber auch drauf an, wie denn nun geerbt wurde.

Ach ja...bitte nie Recht mit Gerechtigkeit vermischen. Das hat im grunde nichts miteinander zu tun.

Kommentar von michaela1958 ,

Aber HALLOOOO.. geringe Summe.. einen geplatzen Kredit von 1988 für 15000€ zu kaufen ...ergäbe mit zinz und zinses Zinz.. zzgl der damaligen Kosten mit denen man vor dem Verkauf versuchte , einzutreiben.. HEUTE ca 60000€  ggf mehr !! Anwälte freuen sich über derartige Streitwerte..

Kommentar von qugart ,

Erstmal sind es DM gewesen. Zum anderen solltest du mal nachlesen, wie es sich mit der Verzinsung verhält. Kurz überschlagen wären das nicht ganz 8% Zinsen p.a. um auf 60.000 Euro zu kommen.

Es geht eben nur um 15.000 DM. Und das dann wahrscheinlich auf die drei Erben verteilt.

Kommentar von michaela1958 ,

Meine Rchg bezieht sich darauf , sollte im 29ten Jahr jemand diesen, evtl unbezahlten Kredit einfordern.. 

Kommentar von FordPrefect ,

Das habe ich schon so vestanden - nur ist deine Rechnung genau deswegen falsch. Es handelt sich ja explizit nicht um ein Bankdarlehen, also sind auch die banküblichen Zinsen ohne Belang.

Kommentar von FordPrefect ,

HEUTE ca 60000€  ggf mehr

Falsch. Es geht um DM 15000.--, und zudem sind hier bestenfalls Sparbuchzinsen von 3% anzusetzen, wenn im Darlehensvertrag nicht explizit eine andere Verzinsung vereinbart wurde. Und wenn das Darlehen unverzinst gegeben wurde (was immer der Fall ist, wenn es nicht explizit vertraglich anders festgelegt wurde), dann ist der Darlehensnehmer noch genau die DM 15000.-- schuldig, die er seinerzeit erhalten hatte.

Antwort
von AlexChristo, 27

Na das hört sich nicht gut an. Bitte nicht Recht und Gerechtigkeit vermischen. Gerechtigkeit hat oft etwas mit dem eigenen Empfinden zu tun.

Um es rechtlich fest zu machen, müsstet ihr prüfen, in wie weit das Darlehn eins war und mit welchen Bedingungen es abgeschlossen wurde. Gab es einen Zinssatz? Wie sollte es zurückgezahlt werden?

Die Forderung würde die Erbengemeinschaft erben.

Antwort
von holgerholger, 34

Daß er sich nicht an die Rückzahlung erinnert, ist eine Ausrede. Wenn er es nicht belegen kann, muss er es sich anrechnen lassen. 

Antwort
von jimpo, 30

Wenn das Kind, daß das Darlehen bekommen hat, ein Funke Ehre im Leib hat, sollte das Darlehen vom Erbe abgezogen werden.

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